Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Abendspaziergang, Freitag

Heute Abend hätte ich fast ein bisschen geschwächelt. Ich hatte den ganzen Tag schon gefroren, weil es so komisch feuchtkalt gewesen war, und Freitagabend bin ich sowieso immer furchtbar müde, und so konnte ich mich heute gar nicht recht durchringen, im Finstern nochmal rauszugehen. Der Ähämann, der noch einen Reisekostenantrag zu schreiben hatte, auch nicht.

Vorsichtshalber aber fragte ich den kleinen Herrn Maus, ob er denn skifahren wolle, und der juchzte mir ein freudiges „Ja!“ entgegen – während seine Geschwister lieber gemeinsam mit den Nachbarskindern das Projekt Schneeburg weiter voranbringen wollten – und so fuhren wir heute zum Skifahren über die Stadtgrenze, auf die andere Seite des Sees.

Der Schnee auf den Bäumen sah heute besonders schön aus, weil die Nachbargemeinde – das haben wir schon vor Jahren am Strand festgestellt – mehr Geld hat als Turku und die ganze Loipe mit LED-Laternen beleuchtet ist, die so schönes Licht machen.

Der kleine Herr Maus hat nach verbissenem Üben in den letzten Tagen das mit dem Skaten jetzt endlich raus, und der Ähämann und ich waren auch sehr froh, unseren inneren Schweinehund überwunden zu haben. Ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal so viel skifahren war…! (Wahrscheinlich überhaupt noch nie.)

Aber morgen, da fahren wir endlich mal wieder bei Tageslicht Ski!


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Abendspaziergang, Dienstag

Als ich gestern von Arbeit kam, hatte der Ähämann einen grossen Berg Waffeln gebacken. Den verspeisten wir statt eines finnischen Abendbrots, und dann guckten wir uns an: „Machen wir einen Abendspaziergang?!“ „Klar machen wir einen Abendspaziergang!“

Das Fräulein Maus ist krank und der grosse Herr Maus wollte lieber mit seinen Freunden auf dem Hof eine Schneeburg bauen, also brachen nur der kleine Herr Maus, der Ähämann und ich zur übernächsten Loipe auf.

(So wie wir einst anfingen, Strände zu testen, probieren wir diese Woche mal alle beleuchteten Loipen Turkus aus, haben wir beschlossen.)

Das war sehr schön, so im glitzernden Schneegestöber. Der jüngste Skifahrer, den wir trafen, war ungefähr zwei – was zu einem akuten Anfall von Sentimentalitis führte – und der älteste ungefähr 80. (Ersterer war übrigens der einzige, den wir überholten und nicht umgekehrt.) Anders als auf der Kunstschneeloipe, auf der sich die Fitnessjünger gegenseitig fast über den Haufen fahren, waren aber nur ein paar vereinzelte Skifahrer unterwegs. Aber natürlich darf auf finnischen Loipen trotzdem nicht jeder tun und lassen und in jede Richtung fahren, die er will. ;-)


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kaksisataayhdeksänkymmentäkolme, kaksisataayhdeksänkymmentäneljä

Die erste Schulwoche war… anstrengend.

Zum Glück geht das meiste hier nach den Ferien einfach so weiter wie vor den Ferien, weil die Stundenpläne das ganze Schuljahr über gleich bleiben. Aber allein das zeitige Aufstehen nach zwei Wochen Ausschlafen! Und natürlich hatten gleich in der ersten Schulwoche wieder drei Familienmitglieder Zahnarzttermine in aller Herrgottsfrühe. Ausserdem hat das Fräulein Maus letztes Wochenende kurzentschlossen den Sportverein gewechselt – was ich eigentlich sehr schade finde, weil die ganze Truppe samt Eltern und Trainerinnen, mit der sie die letzten sechs Jahre zusammenwar, so nett war, aber, ich sag’s mal so, das Fräulein Maus muss auch nicht die sein, die dann dort das Licht ausmacht – und wir mussten vollkommen neue Routinen für neue Trainingszeiten finden und Elternabend war dort auch gleich.

Aber: Ich kann dann jetzt wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren, denn sämtlicher Schneematsch ist getaut und jetzt liegen nur noch Raureif und Eis und eine halbe Tonne Splitt auf den Wegen, und darauf fährt es sich sehr gut. (Also auf Raureif und Eis. Auf Splitt eher nicht so.) Und so fuhr ich auch gleich am Montag an einer 293 vorbei. (Und am Dienstag fuhr eine 294 an mir vorbei.) Ausserdem fährt das Fräulein Maus jetzt, dank neuer Trainingszeiten und -orte, nach der Schule allein mit dem Bus zum Training und muss nicht mehr gebracht werden.

Und wenn nächste Woche dann mal keine Extratermine sind, dann starten wir einfach nochmal ohne Stress ins neue Schulhalbjahr. So.

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Es muss nicht immer Lappland sein

Eigentlich wollten wir in den Weihnachtsferien einfach nur zu Hause bleiben und faulenzen. Aber als wir hörten, dass in Mittelfinnland richtig viel Schnee liegt, während bei uns der Regen ans Fenster prasselte, da fassten wir einen schnellen Entschluss.

Am Freitag buchten wir ein Mökki, am Sonnabend packten wir Koffer und Kisten, am Sonntag beluden wir das Auto mit Skiern, Schlitten und unserem blauen Tretschlitten und fuhren nach Mittelfinnland. Silvester feierten wir, wie ich es zuletzt vor 18 Jahren getan habe, an einem tief verschneiten mittelfinnischen See.

Die Kinder schaufelten als erstes Pfade rund ums Haus. Unsere Silvesterbowle tranken wir vorm Kamin. Dampfend stellten wir uns nach der Sauna in die mondlichtbeschienene Stille, fröstelnd huschten wir zurück an den zischenden Saunaofen, und die Zeit verging so schnell wie sonst nie am Silvesterabend. Der grosse Herr Maus legte unermüdlich Feuerholz im Kamin und im Saunaofen nach, das Fräulein Maus schnitt Gemüse klein und bereitete Dippi nach einem Rezept aus ihrem ehemaligen Wahlfach zu, nur der kleine Herr Maus verschwand halb elf mit den Worten „Ich leg‘ mich nur mal kurz hin und ruh‘ mich ein bisschen aus“ ins Schlafzimmer, aus dem fünf Minuten später gleichmässiges Schnarchen zu hören war. Unter Mühen, aber seiner Dankbarkeit sicher, weckten wir ihn rechtzeitig wieder auf, um im Schnee auf das neue Jahr anzustossen und unser ganz eigenes, kleines Feuerwerk über dem dunklen See zu bewundern.

Drei Tage lang gingen wir skifahren, schlittenfahren und jeden Abend in die Sauna. Abendbrot bereiteten wir am liebsten draussen an der verschneiten Feuerstelle zu. Wir besuchten die finnischen Paten des Fräulein Maus, wir trafen meine liebste Freundin und das Fräulein Maus schlief eine Nacht bei ihrer liebsten Freundin, und sie zeigten uns ihre liebste Skiloipe und den besten Rodelhang.

Über Silvester nach Mittelfinnland zu fahren war die beste letzte Entscheidung des Jahres 2017.


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Jeden Tag eine gute Tat

Immer am Donnerstag nach Weihnachten gehen die Pfadfinder die vielen, vielen Grabkerzen, die hier nicht nur zu Allerheiligen, sondern auch am Heiligabend auf den Friedhof gebracht werden, einsammeln.

Wir gehen immer, wie viele andere, mit der ganzen Familie hin, und in allerhöchstens einer Stunde ist die ganze Sache erledigt. Obwohl jedes Mal zwei riesige Container mit Plastemüll und zwei Mülltonnen voller Blech zusammenkommen.

Hinterher Abstecher zur Bibliothek, heisses Bad, weiter mit Ferien.


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kaksisataayhdeksänkymmentäkaksi

Endlich Ferien! Endlich wieder im Meer baden gehen!

Wir waren schon vermisst worden von den Saunastammgästen. „Ihr seid ja alle gross geworden!“, wurden die Kinder begrüsst. Und seit heute haben tatsächlich alle drei begriffen, dass es sich besser anfühlt, wenn man nicht nur die Zehen eintunkt, sondern wirklich bis zum Hals ins Wasser geht. Sie wollten dann gar nicht mehr aufhören. Deswegen blinkerten schon grün und rot die Seezeichen übers schwarze Wasser, als wir das letzte Mal dampfend von der Sauna auf den Steg liefen.

Und als wir heimfuhren, fuhr eine 292 vor uns her.

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Maria und Josef sind Eltern geworden. Die drei Weisen aus dem Morgenland fahren ein letztes Mal Fähre. Der Weihnachtsbaum strahlt.

Heute früh wurden wir von Jubelschreien geweckt: „Die Tonttus haben uns zurückgeschrieben!“ (Ich sehe mich plötzlich nicht nur verantwortlich für die Reiseleitung nach Bethlehem, sondern auch für einen Briefwechsel mit nicht nur einem, sondern – „Hast du nicht zwei Freunde, die bei meinen Brüdern einziehen könnten?“, schrieb das Fräulein Maus vor ein paar Tagen an ihren Tonttu – gleich drei Tonttus verantwortlich…) Und natürlich wurden auch die Tonttus mit Geschenken und Weihnachtsbaum versorgt.

Frohe Weihnachten!