Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Hinterlasse einen Kommentar

Erdbeeren, immerhin

Eigentlich wäre diese Woche Musiklager. Und meine Eltern zu Besuch.

Eigentlich. *seufz*

Immerhin fällt nicht alles aus. Erdbeerenpflücken in Deutschland zum Beispiel. Und die zwei Nun-doch-nicht-Musiklagerteilnehmer waren ganz froh, beim Pflücken helfen sich die Bäuche schon auf dem Feld vollschlagen zu können.


3 Kommentare

Teppiche aller Art

„Regnet es jetzt eine Weile nicht?“, fragte letzte Woche der kleine Herr Maus. Dann bat er um Malerband und erklärte, er wolle auch gern sowas machen wie N. und M. neulich.

In Finnland hat Corona keine bemalten Steine und und nicht so viele Regenbögen hervorgebracht, sondern Teddys in den Fenstern – wir wollten eigentlich auch noch Teddyspotting machen in Naantalis Altstadt, aber acht Wochen Coronaklausur waren offensichtlich zu kurz – sowie Kreidemalereien aller Art.

Hübsch ist er geworden, der rote bunte Teppich. Regen ist noch lange nicht in Sicht. Nur ein bisschen ausgeblichen ist der Teppich schon.

(Wir hatten übrigens schon mal einen Teppich vor der Haustür. Und vielleicht lege ich uns nächsten Sommer auch einen Teppich auf die Terrasse.)


5 Kommentare

Undank… usw.

„Mama?“, fragt der kleine Herr Maus. „Falls nächsten Winter mal wieder genug Schnee zum Skifahren liegt, darf ich dann auch mal alleine auf unsere Loipe und zwei oder drei Runden fahren?“
„Klar!“ sage ich. „Aber ich würde auch jederzeit mitkommen nach der Arbeit.“
„Nee, Mama, du bist so langsam!“

Das ist nun der Dank dafür, dass man jahrelang keine Skitour gemacht hat, die länger als 800 m war, und dabei alle paar Meter das Kind vom Boden aufgeklaubt, es bei jedem Minigefälle zwischen die Beine genommen hat und insgesamt mehr gestanden als gefahren ist…!


7 Kommentare

Feierwoche

Nicht nur, dass morgen Juhannus ist, diese Woche fanden auch zwei Nachbarskindergeburtstagsfeiern auf dem Hof statt.

Aber was schenkt man einem Kind, das schon alles hat?

Zum Glück erinnerte ich mich an etwas, das ich schon mehrmals gesehen hatte: selbstgemachte, umweltfreundliche Wasserbomben!

Die passten auch sehr gut zum Wetter.


6 Kommentare

Dritte Ferienwoche

Schöner wäre es natürlich, wir hätten weiterhin alle fünf gemeinsam frei, aber gut, dass der Ähämann heute wieder ins Homeoffice musste, sonst hätten wir ca. übermorgen keine sauberen Anziehsachen, keine Teller, von denen wir essen können und kein sandfreies Stückchen Fussboden mehr gehabt.

***

Die Herren Maus sassen heute noch vor dem Frühstück mit ihren Handys in der Hand auf dem Sofa und jubelten: „Juhuuu! Mein neuer Stundenplan steht schon im Wilma!“ Das Fräulein Maus bekommt ihren am Donnerstag, wurde heute ebenfalls über Wilma angekündigt. Noch acht Wochen, um sich auf die Schule vorzufreuen. Der Stundenplan wird sich übrigens bis zum Beginn der nächsten Sommerferien nicht mehr ändern. Und erwähnte ich schon, dass die Kinder in ihren bisher insgesamt 15 Schuljahren noch keine einzige Stunde Unterrichtsausfall hatten?!

***

Heute war es heiss. Also naja: 27 Grad; aber ab 25 Grad werden hierzulande ja Hitzewarnungen ausgegeben. Prompt stöhnten und jammerten alle. Heute zieht – laut Vorhersage; man darf gespannt sein, was dann tatsächlich eintritt – eine Gewitterfront durch, ansonsten soll es die nächsten mindestens zehn Tage so schön warm und sonnig bleiben. Wir werden das zu geniessen wissen!


11 Kommentare

Sommerabend mit Corona

Letzte Woche erhielten wir ganz überraschend vom Konservatorium eine Mail, dass das Fräulein Maus ein recht hoch dotiertes Stipendium vom finnischen Kulturfonds erhält.

(Ich so: „Hä? Ein Stipendium? Einfach so? Ohne Lottospielen? Sowas gibt’s?!“ Und dann habe ich mich sehr für das Fräulein Maus gefreut.)

Verleihung war heute Abend im Rahmen der Zeugnisausgabe für die Absolventen der Musikgrundausbildung.

In den Festsaal durften nur die Absolventen und die Stipendiaten, Angehörige und Freunde konnten über Zoom dabeisein.

Alle wurden einzeln aufgerufen, nahmen sich selbst ihr Zeugnis oder ihre Stipendienurkunde von den eigens dafür in einer Reihe aufgestellten zwanzig Notenständern, nahmen sich danach selbst eine Rose aus einem grossen Eimer und setzten sich wieder hin. Am Ende gab’s gemeinschaftlichen Applaus. Kein Händeschütteln, keine Umarmungen.

(Ich war sehr froh, dass ich letztes Jahr schon meinen neuen Berufsabschluss feiern durfte.)

Hinterher Eis aus dem Supermarkt, mit Förifahrt. Und einer gemütlichen halben Stunde im sonnigen Park, in dem gerade die Kastanien blühen, bis der Ähämann uns nach Grosseinkauf und Kleinen-Herrn-Maus-vom-Training-abholen wieder einsammelte.

Passend wäre gewesen, wenn wir danach noch des Fräulein Maus‘ Schulzeugnis aus dem Briefkasten hätten holen können. Aber auf das wird uns die finnische Post wohl noch ein paar Tage warten lassen.


Hinterlasse einen Kommentar

kolmesataakuusikymmentäkyhdeksän

Als Ende März der Brief aus der Lieblingszahnklinik kam mit der Mitteilung, der Termin fürs nächste Zahnspangenrichten des grossen Herrn Maus sei von Mitte April auf den 2. Juni verlegt, hatte ich ja noch die – zugegebenermassen schon damals recht unrealistische – Hoffnung, dass ich da nochmal anrufen und mit der Begründung „Da sind wir in Deutschland“ um eine Terminverlegung bitten müsste.

Tja. Der grosse Herr Maus und ich standen heute zeitig auf und radelten hin.

Als wir ankamen, mussten wir erstmal probieren, wie diese neuen Handdesinfektionsspender funktionieren: man pumpt mit dem Fuss. Allüberall allerdings gibt’s jetzt nur noch vergällten Alkohol als Desinfektionsmittel, und dessen Geruch verursacht mir schon seit jeher Übelkeit. Ich fühle mich auch jedes Mal direkt zurückversetzt auf meine Inseln, wo wir die Mausefallen immer in Alkohol spülten, bevor wir sie umsetzten, um eventuelle Krankheiten oder Parasiten nicht von einer Insel auf die andere zu verschleppen. Was muss, das muss, ekliger Geruch hin oder her.

Als wir Richtung Wartezimmergang liefen, kam uns die Dentalhygienistin mit den Haaren auf den Zähnen entgegen und vertrat uns den Weg, sagte aber nichts. Irgendwann fiel dann mein Blick auf die Tür.

„Ach so“, sagte ich, und daraufhin begann sie dann auch endlich zu erklären. Wir warteten also direkt im Eingangsbereich. Das heisst, wir hatten uns eigentlich noch gar nicht gesetzt, als der grosse Herr Maus schon geholt wurde. (Man muss hierzulande ja nicht warten, und ausserdem waren wir unterwegs noch fünf Minuten bei der Rettung einer Entenfamilie behilflich gewesen.)

Ich hätte wahrscheinlich mit reingedurft – Kinder müssen hier nirgends allein hin, sogar als dem grossen Herrn Maus die Mandeln rausgenommen wurden, durfte ich mit bis in den Operationssaal und bei ihm bleiben, bis er eingeschlafen war – aber da der grosse Herr Maus ja schon gross und ihm alles vertraut ist, einigten wir uns ohne grosse Erklärungen auf alleine reingehen, ich gab der abholenden Zahnarzthelferin noch Terminwünsche für den nächsten Behandlungstermin mit und begab mich dann umgehend wieder ins Freie. Zehn Minuten später war der grosse Herr Maus wieder da und berichtete, die Zahnärztin hätte ihn mit Visier empfangen, und als erstes hätte er mit einer Desinfektionslösung gurgeln und gleichzeitig sagen müssen, wonach sie schmeckt. Ich vermute, wenn er gesagt hätte, nach nichts, wäre alles umgehend abgebrochen und er vermutlich zum Coronatest zwei Strassen weiter eskortiert worden.

Am Krankenhaus trennten sich der grosse Herr Maus und ich. Er fuhr zurück nach Hause und guckte nochmal, wie es um die Entenküken stand – „Ein Polizeiauto fuhr gerade weg. Und die Küken waren auch nicht mehr da.“ – und ich fuhr weiter auf Arbeit. Das war so auch nicht gedacht, dass ich diese Woche noch arbeite, aber wenn ich nun schon mal da bin, kann ich mich auch erst eine Woche später beurlauben lassen und noch beim Rückumzug in die alten Horträume mithelfen.

Besonders auf dem Rückweg freue ich mich jetzt immer, dass mein Arbeitsweg jetzt wieder nur noch halb so lang ist. Bis dahin, wo ich jetzt von Arbeit losfahre, bin ich bisher schon eine Viertelstunde unterwegs gewesen. Und heute stand da auch gleich noch so ein alter, eckiger Volvo am Anfang des Radwegs. Es war die 369. Wird doch langsam wieder.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368]


4 Kommentare

Sommerferien!

Finnland hat 6826 bestätigte Coronafälle.

Grosse Ferien fangen in Finnland immer samstags an.

Die Herren Maus weckten wir heute um acht. Sie warfen sich in Schale, sprangen auf ihre Fahrräder und holten sich vor „Unterrichts“beginn auf dem Schulhof ihre Zeugnisse ab. Zwanzig Minuten später waren sie wieder da.

Ich hatte inzwischen den Frühstückstisch gedeckt und drei Päckchen auf drei Teller gelegt. Bei uns gibt es normalerweise keine Zeugnisgeschenke. Aber besondere Umstände Schuljahre erfordern besondere Massnahmen.

Dann weckten wir das Fräulein Maus. Punkt neun schickte ihr Rektor über Wilma den Link zum Livestream der Schuljahresabschlussfeier. Und so ging auch das Schuljahr 2019/2020 nicht ohne Suvivirsi zu Ende.

Wie toll, wenn das Kind auf eine Schule mit Musikzweig geht!
(Die Chorleiterin ist des Fräulein Maus‘ Klassenlehrerin.)

Dann packten wir Badesachen und Picknickkorb und fuhren zum gewünschten Zeugnispicknick an den Lieblingsstrand.

Die Luft war sommerkleidwarm und das Wasser karibikblau. (Nur ein bisschen kühler.)

Das Beste derzeit aber ist der knallblaue, kondensstreifenfreie Himmel. (Gestern ein Frachtflugzeug von Krasnojarsk nach Paris gesehen. Heute eins von Madrid in eine chinesische Küstenstadt, deren Namen ich schon wieder vergessen habe.)

Wir blieben so lange, bis die ersten beiden der drei Schwedenfähren vorbeizogen. Aber noch bevor die „Grace“ auftauchte, brachen wir auf. Die hätte ich heute Abend tatsächlich nicht sehen wollen.