Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kolmesataaneljäkymmentäkahdeksan

Ich bin seit 13 Jahren Mutter. Ich kenne alle Klos der Umgebung.

Kostenlose Toiletten gibt es hierzulande in Einkaufszentren, Supermärkten, Kirchen, Bibliotheken. Und auch an Tankstellen und Raststätten.

Die wegelagernde Toilettenfrau ist in Finnland nämlich unbekannt. (Oder gar diese neumodischen Sanifair-Automaten, die unser Geld ja doch immer schlucken, weil es nichts gibt, das wir an diesen überteuerten Raststätten für den Klogutschein kaufen würden.)

Ausserdem sind die Raststätten-Klos nicht nur fast rund um die Uhr geöffnet und kostenlos, sondern auch wirklich sauber. (Was man leider noch nicht mal von den Sanifair-Klos behaupten kann. Die in der Raststätte Linumer Bruch rochen neulich recht unappetitlich.)

Und so kommt es vor, dass wir im Winterurlaub nach einem Einkauf in der nächstgelegenen Kleinstadt in Lappland auch gleich noch der Tankstelle am Ortsausgang einen Besuch abstatten. Oder von einem Ausflug zurückkommen und 15 km vor zu Hause erst nochmal an einer Raststätte halten. Weil nämlich eins der Kinder ein sehr dringendes Bedürfnis hat.

Am Sonnabend mussten wir auch schon wieder, wir waren noch gar nicht richtig losgefahren, an der grossen Raststätte am Ortsausgang anhalten. Diesmal war keins der Kinder schuld, sondern ich selbst, wegen zuviel Kaffee in Verbindung mit zu viel Wasser. (Und ich war zu Hause nochmal, ehrlich!)

Die 348 musste auch mal. Oder brauchte dringend einen Kaffee.

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kolmesataaneljäkymmentäseitsemän

Entgegen der derzeit allgegenwärtigen Werbung muss man ja hierzulande für das neue Schuljahr eigentlich überhaupt nichts vorbereiten: keine Hefte, Bücher, farblich passenden Umschläge, Stifte oder Malutensilien kaufen. Höchstens mal gucken, ob das Sportzeug noch passt (tut es) und ob die Einlegeordner, in denen die Kinder am ersten Schultag ihre unterschriebenen Zeugnisse in die Schule und später ab und zu mal eins der wenigen – weil Wilma – wichtigen Papiere transportieren werden, noch in Ordnung sind oder durch neue ersetzt werden müssen (müssen sie nicht).

Was wir aber diese Woche gemacht haben: an einem Tag den neuen Schulweg des Fräulein Maus geübt. Also eigentlich konnte sie den schon, aber sie gruselt sich ein bisschen davor, dass ihr wahlweise der Schulweg unter den Füssen wegrutschen oder ihr die umliegenden Häusern auf den Kopf fallen könnten, und so haben wir eine Alternative ausprobiert, die immerhin sogar noch 40 m kürzer ist, und ausserdem musste auch noch der Weg in eine zweite, noch weiter entfernte Schule, in der sie Werkunterricht haben wird, weil ihre Schule gerade wegen Renovierungsarbeiten keinen eigenen Werkraum hat, wenigstens einmal vor Schulbeginn abgefahren und abgelaufen werden.

Das Fräulein Maus wäre dann jetzt bereit.
Und eine 347 parkte gegenüber ihrer neuen Schule auch, als wir da waren.

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kolmesataaneljäkymmentäviisi

Wir kommen in diesen Ferien gar nicht dazu, uns auch mal zu langweilen. Früh mal gar nicht zu wissen, was wir eigentlich machen wollen.

Diese drei grossen Kinder und ihre Freunde sorgen nämlich dafür, dass andauernd irgendwas los ist: eine Freundin des Fräulein Maus kommt zum Übernachten, der kleine Herr Maus besucht seinen besten Freund, der grosse Herr Maus fährt ins Pfadfinderlager, das Fräulein Maus fährt mit ihrer besten Turnfreundin ein paar Tage ins Mökki, der ehemalige beste Kindergartenfreund kommt aus Deutschland zu Besuch und die Freundin, die vor zwei Jahren nach Deutschland gezogen ist, auch.

Der ehemalige beste Kindergartenfreund.

Vor zehn Jahren hockten das Fräulein Maus und er, später auch der grosse Herr Maus, wann immer wir Eltern abholen kamen, gemeinsam in irgendeiner Ecke des Kindergartengartens und spielten versunken miteinander. Vermutlich war es damals vor allem die gemeinsame Sprache, die sie verband, später dann auch die Freundschaft unter uns Eltern und dass sie sich deshalb auch ausserhalb des Kindergartens oft sahen.

Dieses gemeinsame völlige Aufgehen in irgendeinem Spiel, das ist ihnen bis heute geblieben. Das bezieht seit langem auch ihre kleinen Geschwister mit ein, die damals, als der beste Kindergartenfreund wegzog, noch Babys oder überhaupt noch nicht geboren waren. Sie sehen sich ein, allerhöchstens zweimal im Jahr, meistens in Finnland, manchmal in Deutschland, sie haben in der Zeit dazwischen kaum Kontakt – aber wenn sie sich wiedersehen, ist es jedes Mal, als hätten sie sich erst gestern das letzte Mal gesehen.

Der beste Kindergartenfreund und seine zwei kleinen Schwestern wurden auch in diesem Sommer sehnsüchtig erwartet. Wir trafen ihn zuerst – das war direkt vor dem heissen Wochenende – am Strand (und auf der Rückfahrt kam uns eine 345 entgegen), aber dann wurde direkt beschlossen, dass man unbedingt das „Räuberspiel“, das sie seit ungefähr sechs Jahren immer spielen, wenn sie sich sehen, fortsetzen müssen, gleich bei nächster Gelegenheit. Bis dahin werkelten unsere Kinder noch eifrigst an Requisiten wie einer Räuberfahne, neuen Dolchen für alle und einem funkelnden – wozu sammeln die Jungs schliesslich immer die Strasssteine auf bei Wettkämpfen! – Häuptlingsring. Drei Tage später kamen der beste Kindergartenfreund und seine grosse kleine Schwester gleich vormittags zu uns , während seine Eltern und seine kleine kleine Schwester bis zum Abend andere Pläne hatten.

Die fünf Kinder spielten sage und schreibe zehn Stunden friedlichst miteinander.

Es wurde eine goldene Klobrille erbeutet und ein Wildschwein erlegt. Das Räuberhaus renoviert, Süppchen gekocht und gegen fremde Räuberbanden gekämpft. Demokratisch abgestimmt und einmütig beschlossen, dass auch Mädchen mit auf Raubzüge gehen oder Räuberhauptmann sein können. Zwischendurch wurde eine Wasserschlacht veranstaltet, ein Berg Eierkuchen vertilgt, und vor dem Abendbrot mussten erstmal zehn schwarze Füsse gewaschen werden.

Jeden Sommer denke ich ein wenig wehmütig, dass es vielleicht der letzte gewesen ist, in dem sie so miteinander spielen. Aber es muss wirklich toll sein, so einen Kindergartenfreund zu haben, vor dem man nicht cool und gross sein muss. ♥

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Duracell-Fische

Oder: Wie die Herren Maus sich einmal vornahmen, einen ganzen Kilometer zu schwimmen. Und es auch taten.

(Und dann zum Glück auch noch den Heimweg auf dem Fahrrad schafften.)

So ein Freibad mit beheiztem Wasser und Sauna ist gerade die beste einzige Wahl bei den derzeitigen Lufttemperaturen. Dieser Sommer ist ja nicht sooo schlecht – an Sonne ist kein Mangel, es hat seit Mittsommer an genau einem Tag geregnet – aber 20°C sind doch kein Sommer!!!


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Mökkileben

Uns war es eigentlich völlig egal, wohin in Estland wir fahren würden. Irgendwohin, wo noch ein Mökki für uns Kurzentschlossene frei wäre (und das Meer in der Nähe), und so landeten wir – und schliesslich war es vor zwei Jahren im Herbst schon so schön da – auf Saaremaa.

Mökkiurlaub ist super. Im Hochsommer in Estland genauso wie im Winter in Lappland.

Unser Mökki diesmal – eine ehemalige winzige Bauernkate – hatte leider ein paar… äh… bauliche Eigenheiten, die unseren Urlaub ein bisschen überschatteten. Der Ähämann stiess sich an den niedrigen Türen zu Küche und Bad mehrmals den Kopf, bis er fast eine Gehirnerschütterung hatte. Und der kleine Herr Maus rutschte gleich am ersten Abend durch einen Spalt zwischen mittlerer Saunabank und Saunaofen, und wenn das Fräulein Maus nicht so beherzt reagiert hätte, hätte er sich vielleicht noch mehr verbrannt als den ganzen Unterarm. Statt gemütlich in der Sauna zu sitzen fuhren wir also zurück in die 30 km entfernte Kleinstadt, wo wir in der Notaufnahme sehr freundlich und unkompliziert empfangen wurden und dem kleinen Herrn Maus im fast-mitternächtlichen Abendsonnenschein ein hübscher Verband mit Brandgel angelegt wurde. (Danke, liebe EU, für E 111!)

Aber sonst war es ganz wunderbar. Ausschlafen, Lesen, Heupferde beobachten, Abendbrot überm Lagerfeuer zubereiten, Nichtstun. Umgeben von Grillenzirpen, Kranichrufen, blassblauem Sommerhimmel und nachts aus den Wiesen steigendem Nebel wie im Schlaflied.


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Pack(draht)esel

Wenn 5 kg Bücher aus der Bibliothek und ein sehnlichst erwartetes Paket aus der Packstation im Stadtzentrum nach Hause gefahren werden müssen und man aufs Auto verzichten möchte, dann sieht das – zusätzlich zu den beiden Packtaschen an meinem Rad – eben so aus:

(Eigentlich wollten wir noch einen Ausflug zum gläsernen Sarg neuen Schrägaufzug machen, aber leider fand am Flussufer mal wieder einer dieser unsäglichen Grossmärkte statt, den wir grossräumig umfahren hätten müssen. Haben wir uns lieber in der Bibliothek mehr Zeit gelassen.)


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Reiserückblick (4): Noch höhere Berge

Das Roháče, der Hauptkamm der Westtatra, war mein erstes echtes Hochgebirge. (So mit sechs oder sieben.) In die Alpen kamen wir ja nicht, einen Ferienplatz in der Hohen Tatra ergatterten wir ein einziges Mal, und aus dem Plan, dass mein Vater mit mir irgendwann nochmal in den Kaukasus fahren würde, wurde dann auch nichts mehr. Ins Roháče kann man praktischerweise als Tagesausflug vom Lieblingsgebirge aus fahren. Das letzte Mal allerdings waren der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich vor ungefähr zwanzig Jahren da.

Weder damals mit dem anderthalbjährigen Fräulein Maus in der Kiepe noch letztes Jahr, als wir nach vielen Jahren zum ersten Mal mit allen drei Mäusekindern wieder dort waren, fuhren wir hin, obwohl bei gutem Wetter seine granitschwarzen, gezackten, mächtigen Gipfel jedes einzelne Mal aus der Ferne laut rufen.

Nämlich. In den 1980er Jahren wurden der Zufahrtsweg zur Berghütte, an der alle Wanderwege anfangen, asphaltiert und zwei gigantische Parkplätze angelegt. Sie wurden nie in Benutzung genommen, die Strasse weit vorher für Autos gesperrt. Das Roháče ist ein Gebirge, in dem man eigentlich keine Touristen haben möchte. Auch keine zahlenden. Es wurde nicht, wie so viele andere slowakische Berge und ganze Gebirge, aus Naturschutzgründen gleich ganz gesperrt – aber es gibt da bis heute keine Seilbahn, keinen Sessellift, keinen Shuttlebus. Es ist ein Gebirge für Enthusiasten, die auch die 4 km Anmarsch auf asphaltierter, stetig steiler ansteigender Strasse nicht abschrecken kann.

Die Natur dankt. Das Roháče ist das wildeste Gebirge, das ich kenne.

Die Kinder machten die Asphaltlatsche klaglos mit, hoch wie runter. (Dabei hatten wir eingeplant, dass sie vielleicht veständlicherweise streiken würden.)

Vielleicht ahnten sie, dass es sich lohnen würde.

Ein bisschen sehnsüchtig schaute ich zu den ameisenkleinen Menschen hinauf, die den Hauptkamm entlangkraxelten. Aber wie es aussieht, ist das beim nächsten Mal durchaus drin mit den Kindern. ♥


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Reiserückblick (3): Berge! Berge!!!

Den Entschluss hatten wir noch während unseres Urlaubs letztes Jahr gefasst: wir fahren dieses Jahr gleich nochmal ins Lieblingsgebirge!

Dieses Jahr musste der Frühling dort sehr spät gekommen sein: die Buchenwälder waren noch ganz hellgrün, die Ebereschen oben auf den Bergen rollten gerade ihre Blätter aus, die Berghänge waren gelb von Himmelschlüsselchen, und ab und zu mussten wir ein Schneefeld queren, durch das wir uns, weil noch kaum jemand unterwegs war, erst einmal sichere Tritte stapfen mussten.

Dafür blieben die Regenjacken, die langen Wanderhosen, die Wollunterwäsche, die Mützen und Halstücher in den Reisetaschen. Die Sonne knallte vom tiefblauen Himmel, und es war keinen Tag kälter als 25 Grad. Eher wärmer. Viel wärmer. Zwei Wochen lang. Es war ganz und gar wunderbar!

Das Fräulein Maus, das sich dieses Frühjahr die Knie kaputttrainiert hatte und im Mai zwei Wochen an Krücken gelaufen war, musste es diesmal ruhig angehen lassen. Keine langen und anstrengenden Abstiege vor allem. Zum Glück waren die Grosseltern auch da! Sie machten mit ihr kleinere Touren, während wir mit den Herren Maus Gipfel erstiegen und erkletterten. Das erste, was wir dem Fräulein Maus kauften, waren Wanderstöcke, und jeden Tag ging es ein bisschen besser. Am Ende stiegen wir wieder gemeinsam auf die Berge.

Wir stiegen auf Leitern durch enge Schluchten, wir kletterten an Ketten steile Felsabschnitte hoch oder runter, wir setzten 1000 Höhenmeter lang stoisch einen Fuss vor den anderen. Wir tranken Quellwasser, wir badeten in Bergseen und Gebirgsbächen, wir erfreuten uns an den bunten Blümchen am Wegesrand und winkten Segelflugzeugen zu.

Ich war zwei Wochen lang wie besoffen vor Glück. Berge! Hach!


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Die Sauna mit den Verbotsschildern

Ich habe ja schon immer bedauert, dass unsere Eisbadesauna nur von Oktober bis April aufhat. Es ist ja nicht jeder finnische Sommer so wunderbar wie der letzte, und dann ist so eine Sauna am Strand echt praktisch.

(Obwohl, Sauna am Strand ist eigentlich immer praktisch.)

Turkus zweite grosse Eisbadesauna hat auch im Sommer geöffnet, und – anders als unsere zwei minikleinen Lieblingsstrandsaunas – das auch fast jeden Tag. Und weil nun endlich wieder die Sonne scheint, die Luft aber nicht auf mehr als 21 Grad aufwärmt, weil die Rufe nach Baden und Strand immer lauter wurden, es aber eigentlich zum Baden zu kalt ist, gingen wir nach Jahren mal wieder hin, an den Strand und in die Sauna, die ich beide in nicht besonders guter Erinnerung hatte.

Es war eigentlich ganz schön. Aber die Kinder waren noch viel empörter als ich über die mindestens 25 Ver- und Gebotsschilder – Die Sauna ist kostenpflichtig! Nicht vom Steg springen! Keine Boote am Steg befestigen! Nicht dauernd Dampf aufwerfen! Immer die Augen offenhalten, ob jemand kein Eintrittsarmband hat und dann gleich dem Kiosk melden! Nicht mit Anziehsachen in die Sauna! Kein Feuer machen! – die wir rund um die Sauna fanden. Immerhin wussten sie gleich, wie sie den Tag in unserem Ferientagebuch illustrieren würden. Und dass sie da nicht nochmal hinwollen.