Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

kolmesataakahdeksankymmentäneljä

19 Kommentare

Seit fast zwei Wochen fahre ich jetzt mit dem Bus zur Arbeit. Fahrradfahren ist nicht, wegen zu viel Schnee / zu weichem Schnee / zu tiefen festgefrorenen Spurrillen auf den Radwegen / vom Salz auf dem unsäglichen Winterradweg verrotteter Fahrradkette Turkuer Winter.

Busfahren macht gerade keinen Spass – mal von der Tatsache abgesehen, dass ich jetzt ja wieder im Stadtzentrum arbeite und deshalb nicht mehr umsteigen muss und der Bus wegen der Grossbaustelle im Stadtzentrum zudem fast vor meiner Arbeit hält und ich deshalb in Rekordzeit auf Arbeit und wieder zu Hause bin – nämlich deshalb, weil immer noch Leute ohne Maske in den Bussen unterwegs sind.

Unterdessen werden hier die Rufe nach FFP2-Masken-Pflicht nach deutschem Vorbild lauter und lauter. Und das ist der Punkt, an dem ich sauer werde.

Unsere Familie trägt seit April Maske – da war Finnland noch damit beschäftigt, den Leuten das Masketragen auszureden, weil Mund-Nase-Schutz, falsch angewendet, angeblich mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Wir haben bis heute keine Maskenpflicht, nirgends, auch wenn es inzwischen durchaus eine Maskenempfehlung für bestimmte Situationen gibt.

Die beste Chefin und ich haben zu Schuljahresbeginn im August im Alleingang beschlossen, dass alle Erwachsenen im Hort durchgängig Masken tragen. Eine Maskenempfehlung für Lehrer*innen kam Ende November.

Unsere Kinder tragen ebenfalls seit August konsequent Maske in der Schule; monatelang waren sie damit die Einzigen in der Schule. Eine Maskenempfehlung der Stadt Turku für die Oberstufe (7.-9. Klasse) kam Anfang Dezember, für Sechstklässler vor zwei Wochen, für Viert- und Fünftklässer gestern. (Die Schüler*innen bekommen übrigens die Masken von der Schule gestellt. Es wird mit vier Masken pro Kind und Tag gerechnet, und die Schüler*innen bekommen dann in regelmässigen Abständen ein neues Paket Einmalmasken ausgeteilt. Unsere Kinder benutzen aber weiterhin ihre Stoffmasken.)

So. Nachdem wir uns monatelang belächeln lassen mussten, weil wir im Gegensatz zu den finnischen Behörden schon mal was von Aerosolen gehört hatten, muss ich mich jetzt demnächst offenbar anfeinden lassen, weil ich nicht willens bin, immer noch mehr Ressourcen zu verbrauchen und immer noch grössere Müllberge zu produzieren. Erst gestern ging es wieder durch die finnischen Nachrichten, wie viele Leute ihre Einmalmasken nach Benutzung einfach in die Gegend schmeissen, und wie schlimm das für die Umwelt ist, denn die Masken sind, anders als auch ich sehr lange dachte, eben nicht aus Papier, sondern komplett aus Kunststoff und werden nie verrotten – allenfalls nach 500 Jahren als Mikroplastik im Meer enden.

Es ist mir als Biologin natürlich bewusst, dass die Filterwirkung von Stoffmasken nicht die beste ist und sich so ein Virus im Zweifelsfall totlacht über deren Porengrösse. Aber das ist ja auch nicht der springende Punkt. Die Filterwirkung von FFP2-Masken nützt nämlich genauso gar nichts, wenn der Atemluftaustausch dann doch nicht komplett durch das Maskenmaterial, sondern grossteils über die Stellen an der Nase, an den Wangen und am Kinn erfolgt, an denen die Maske eben doch nicht ganz eng anliegt.

Wenn jeder in jeglichen Innenräumen seine Scheissmaske korrekt tragen und seine Scheissviren im Falle des Falles damit einfach grossteils bei sich behalten würde, hätten wir alle mehr davon, als wenn die Stoffmaskenbenutzer jetzt gezwungen würden, Chirurgen- oder FFP-irgendwas-Masken zu benutzen, während die, die bis jetzt keine Masken benutzen, auch weiterhin keine aufsetzen werden.

So… äh… wo war ich gleich nochmal stehengeblieben? Ach so, ja. Busfahren. Jedenfalls. Als ich am Donnerstag oder Freitag von der Bushaltestelle nach Hause lief, fuhr eine 384 an mir vorbei. Zum Glück hatte ich die wegen der Maske beschlagene Brille da schon wieder trockengewischt.

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19 Kommentare zu “kolmesataakahdeksankymmentäneljä

  1. Hallo Karen, gerne nehme ich Dir Deinen Frust mal ab, und sende den in das Universum, lach
    Hauptsache weg von Dir. Überall gibt es diese Verweigerer, die dann die Anderen anstecken und selbst darüber lachen. Hier ist es ein bisschen anders geworden, die Polizei kontrolliert. Ich wohne im Schwarzwald also Baden Württemberg. Schon lange Zeit lese ich gerne bei Dir und erfreue mich über Deine Berichte, Dankeschön mal an dieser Stelle. MfG Roswitha

    • Ich bin ganz froh, dass es hier eigentlich reicht, Dinge offiziell zu empfehlen statt sie anzuordnen. Dafür, dass es nur eine Empfehlung ist und bei Nichtbeachtung keine Bussgelder drohen, ist die Maskendichte ja auch erstaunlich hoch, das muss man ja auch mal sagen.

  2. Ich hätte es mir gewünscht, dass z.B. auch mindestens zweilagige Stoffmasken erlaubt wären, vorausgesetzt sie sind nach dem Schnitt der OP-Masken genäht. Die sitzen nämlich ziemlich fest und ziemlich hoch. Eine FFP2-Masken-Pflicht halte ich für sehr problematisch und bin froh, dass bei uns immerhin noch OP-Masken erlaubt sind.

    • Es gibt einlagige Stoffmasken?!

      (Wir haben welche, in die man noch Extrafilter einlegen kann, wir machen da noch eine Lage Zellstofftaschentuch rein.)

      • Ja, die gibt es. Nicht nur selbstgebaut, sondern auch fertig zu kaufen. Das Ministerium hat solche an die Beamten und Angestellten verteilen lassen, und auch in den Schulen.
        Piment an der Sache ist, daß mit genau so einer Maske Macron im September seinen Schwächeanfall hatte, weil die mit einem giftigen Stoff behandelt sind, den man erst rauswaschen muß. Unsere Kinder tragen die also nicht (der Kleinen passen sie auch nicht – die sind zu groß und die, die der Bürgermeister angeschafft hat, zu klein), und ich erst nach mehreren Wäschen und nur für kurze Momente. Also wenn der Postbote klingelt oder so. Ansonsten verwende ich Papiermasken, die sitzen bei mir wesentlich besser als Stoffmasken. Die landen aber nach Ablauf der Nutzungsdauer nicht in der Landschaft, sondern in der Müllverbrennung. Es gibt Besseres, aber mit Stoffmasken komme ich nicht klar, vor allem wenn ich reden muß. Dann hängen die mir nach drei Minuten unter dem Kinn.

        • Papiermasken gibt es nicht. ;-)

          Und unsere Stoffmasken sitzen super, aber dafür muss man eben erst bisschen rumprobieren, welche einem gut passen.

          • Na ja, ich nenne die halt so. OP-Masken sagt man in Deutschland, glaube ich.
            Ich gehöre halt zu denen, die mit auf Kaperfahrt fahren, und da sitzen Stoffmasken allgemein schlechter als auf glatter Kinder- und Frauenhaut. Und wenn ich eine Stunde durch das Ding reden muß, kriege ich durch die OP-Maske wesentlich besser Luft.

      • Ja klar, das ist hier überhaupt keine Seltenheit! Wir haben solche auch mehrfach vom Arbeitgeber bekommen…

    • Warum sind FFP2 Masken problematisch?

      • Ich finde es problematisch – abgesehen vom Müll – dass Leute denken, mit FFP2-Masken könne sich niemand mehr anstecken.

      • Nun ja…es geht vor allem um die richtige Handhabung. Als Mann mit Drei-Tage-Bart ist man z.B. schon einmal klar im Nachteil, weil eine FFP2-Maske nicht 100% am Gesicht anliegt. Die eingeatmete Luft wird also nicht durch das Material der Maske gefiltert, sondern dringt seitlich ein. Ich hoffe das ist jetzt aus arbeitstechnischen Gesichtspunkten ausreichend erklärt? (Und oft genug schaut auch noch der hässliche Zinken mit raus.)
        Zudem werden von vielen Menschen solche Masken auch von der Benutzungsdauer her falsch getragen.

        Grundsätzlich finde ich Maske tragen richtig und auch sozial gegenüber der restlichen Gesellschaft. Dumm ist nur, daß es genügend Menschen gibt, die es falsch machen oder sich erst gar nicht dran halten. Vermutlich sind ja Ignoranz und Dummheit prägende Eigenschaften hier in Sachsen.

        • Genau das habe ich auch schon so oft gedacht. Bequemlichkeit? Dummheit?

          Seit 100 Jahren keine Epidemie in D, dann wird wohl auch nie wieder eine kommen. Wir sind ein bißchen arrogant geworden gegenüber der Natur – im weitesten Sinne. Ähnlich wie mit dem Hochwasser vor einigen Jahren. Es muß immer erst mal etwas passieren, bevor gehandelt wird. Natürlich zu spät. Wenigstens konnten die Leute das Wasser damals noch sehen. Da gab es keine Hochwasser-Leugner ;)

          Dazu kommt die weit verbreitete „Mir passiert doch nichts!“-Einstellung. Grmpf.

      • Weil es für viele schwer ist durch die FFP2-Masken vernünftig zu atmen, wenn sie tatsächlich richtig sitzen.

  3. Ich trage seit ein paar Tagen FFP2 statt Stoffmaske und es nervt. Erstens das Müllproblem – meine Stoffmasken konnte ich abends kochen und gut war’s. Zweitens stinken sie und kitzeln an der Nase. Drittens bekomme ich deutlich schlechter Luft und viertens ist mir heute früh auf dem Weg ins Büro der Gummi abgerissen – das ist mir bei Stoffmasken nie passiert. Und fünftens sind es nicht unwesentliche Kosten. Aber die OP-Masken nerven mich noch mehr. Nächste Woche ist wieder Homeoffice – das geht ohne Maske – Hurra!

  4. Ich finde es ja immer furchtbar, wenn Leute ihre Maske nur vor den Mund nehmen und die Nase frei lassen. Klar atmet es sich besser, aber … Leute!!! Meistens sind es die, denen man das Querulantentum schon vom ganzen Verhalten her anmerkt. Und was hatten wir davon? Den Kreis mit der höchsten Inzidenz in Deutschland, für eine laaange Zeit. Man möchte in den Tisch beißen.

    Und warum eigentlich immer FFP2? Das ist doch auch nur ein Kompromiß. Wenn schon höchste Sicherheit, dann FFP3!

    Andere Sache: In Amerika sind sie jetzt soweit, zwei (Stoff-)Masken übereinander zu tragen. Zuerst hab ich drüber gegrinst, aber es soll tatsächlich eine unerwartet gute Filterfunktion haben. Haben sie gemessen.

    Hachja, und Eure Winterbilder! Euer Eis! Der Schnee! Traumhaft! Wollte eigentlich nur mal kurz gucken kommen bei Euch, jetzt bin ich schon wieder eine Stunde hier. Hach!

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