Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Koulu on loppu…

… ja elämä alkaa,
poissa on hoppu ja niuhotus muu.
Reksi saa hyppiä taas tasajalkaa,
vaan meiltä nyt oppi ja työ unohtuu.

On loma, pitkä ihana loma,
lämmin loputon loma,
nyt se vihdoin alkaa saa,
siksi iloitkaa!
*

Heute schon drei Zeugnisausgaben beigewohnt, das Ende einer Grundschulzeit gefeiert, zweimal das Suvivirsi und zweimal das Lied von den wunderbaren, unendlichen Sommerferien gesungen. Jetzt noch das Auto beladen und mit Umweg über eine Abiturfeier zum Hafen fahren. Sommerferien!!!


*Die Schule ist aus, das Leben fängt an, kein Stress mehr und Eile. Der Rektor darf wieder hüpfen und wir Lernen und Arbeit vergessen. Es sind nämlich Ferien, lange, wunderbare Ferien, warme, unendliche Ferien, jetzt fangen sie endlich an!


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kolmesataakolmekymmentäyhdeksän

Als wir am Dienstagabend mit den letzten paar noch nicht abgeholten Kindern vom Spielplatz zum Hort zurückliefen und mir dabei die 339 entgegenkam, freute ich mich sehr.

Nicht nur über die 339. Auch darüber, dass ich bis zu den Sommerferien nur noch einen Arbeitstag hätte. Und auf den Mittwoch. Auf den hatte ich mich schon seit Wochen gefreut; schon seit ich wusste, dass ich dank der Kollegin, die nur als Stundenkraft angestellt ist, aber auch schon im April während meines letzten Praktikums mehr Stunden für mich übernommen hatte und jederzeit flexibel ist, dank unserer zuverlässigen Dienstag-und-Mittwoch-Ehrenamtsdeutschen und dank des Zivis, den wir seit Ende April haben und der aus vielerlei Gründen für alle im Hort gut ist, an der Abschlussfeier in meiner Schule teilnehmen kann.

Der Mittwoch fing dann aber damit an, dass ich um vier mit rasenden Kopfschmerzen aufwachte und erstmal ins Bad wankte, um eine Kopfschmerztablette zu nehmen. Ich habe das seit der Sache mit der Schulter öfter, und normalerweise gibt sich das wieder, wenn ich erstmal aufgestanden bin, einen Kaffee getrunken habe und mich bewege. Leider war mir diesmal wegen der Schmerzen und wegen der Tablette auf nüchternen Magen so schlecht, dass ich bis zum Weckerklingeln um halb sieben nur noch minutenweise schlief. Mich nochmal eine Stunde aufs Ohr zu hauen, wenn die Kinder in die Schule gegangen wären, war auch keine Option, denn der Herr Picasso hatte einen ArztWerkstatttermin, der sowieso schon nur zu schaffen war, indem ich ihn früh hinfahren und der Ähämann einen Zug eher heimfahren und ihn wieder abholen würde. Der erste Schluck Kaffee kam auch direkt wieder raus. Danach ging’s aber tatsächlich aufwärts. Ich schickte also das Fräulein Maus in die Schule, fragte den grossen Herrn Maus, der sowieso krank war und zu Hause bleiben würde, nach seinen Frühstückswünschen, packte schon mal meinen Krempel zusammen und ging den kleinen Herrn Maus wecken. Der allerdings lag im Bett und wimmerte, hutschte ins Bad, rollte sich direkt wieder auf dem Badteppich zusammen und erklärte mir, er hätte links in der Brust ganz schlimme Schmerzen, und er könne auch gar nicht tief einatmen. Ich sah meine Abschlussfeier für mich schon im Krankenhaus stattfinden, aber immerhin ging in der Notaufnahme sofort jemand ans Telefon, wurde ich sofort weiterverbunden und entschied die Krankenschwester am anderen Ende nach eingehender Abfrage aller Symptome, dass es vermutlich ein Muskelkrampf wäre und wir ihm zuerst mal ein Schmerzmittel geben sollten, und der kleine Herr Maus, der am Abend zuvor Schmetterlingsschwimmen geübt hatte, sagte auch gleich, ja, genau, an der Stelle hat es schon beim Training gezogen. In die Schule konnte er so allerdings trotzdem nicht gehen, also musste ich noch schnell wilmaen und ausserdem warten, bis das Schmerzmittel wirkte, und noch eine Weile ein Auge auf den kleinen Herrn Maus haben, ob es wirklich nichts Schlimmeres ist. Der Ähämann bot sich an, in Tampere direkt wieder in den Zug nach Turku einzusteigen, aber zwei Zugstunden Entfernung sind eben zwei Zugstunden Entfernung, und der Ähämann ging dann doch wenigstens für ein paar Stunden auf Arbeit, die Herren Maus blieben gemeinsam zu Hause, und ich verliess mit dem Herrn Picasso doch noch halbwegs pünktlich das Haus.

Weil so schönes Wetter war und ich anderthalb Stunden Zeit hatte, beschloss ich, den ganzen Weg von der Werkstatt zu laufen, denn ich hätte sowieso nur drei Haltestellen Bus fahren können. (Als ich aber an der Haltestelle noch schnell meinen Rucksack ein bisschen umpackte, kam da die Elektro-1 lautlos an die Haltestelle gerollt und wollte mich mitnehmen, obwohl ich gar nicht gewinkt hatte, und meistens ist das ja genau umgekehrt.) Und dann lief ich durch maiglöckchenduftenden Wald und an der Waschmittelfabrik vorbei und dann musste ich mal ganz dringend und machte einen kurzen Umweg über die Schule, an der ich mal einen ganz schrecklichen Finnischkurs hatte, und die Sonne schien und der Sprosser sang und die Kopfschmerzen waren ganz weg, nur die Müdigkeit nicht und das Gefühl von Watte im Kopf, das ich von Ibuprofen immer kriege, auch nicht.

Aber egal. Abschlussfeier!

Das haben die Finnen nämlich echt drauf. Ich hatte hier in Finnland ja immerhin eine wirklich feierliche Doktorfeier, aber des Ähämanns Doktorarbeit fand in Deutschland mit einer halbstündigen Befragung durch ein eher genervtes Prüfungskomitee und – und auch das nur, weil er liebe Kollegen hatte – einer Grillparty auf dem Institutshof seinen Abschluss. Unsere Diplomzeugnisse durften wir uns seinerzeit ohne weiteres Aufhebens von einer mürrischen Dekanatssekretärin in – immerhin! – Goethes Inspektorhäuschen abholen. Und mein Abitur war trotz Abiball auch nicht sonderlich feierlich.

Ausgedehnte Abschlussfeierlichkeiten waren das jedenfalls gestern. Mit Gottesdienst und Segnung der Absolventen für den Beruf – ähnlich der Schulanfängersegnung – in der nahegelegenen Kirche, mit gemeinsamem Mittagessen, anschliessendem Festakt mit Zeugnis- und Rosenübergabe und abschliessendem Kaffeetrinken und Torteessen.

Und zum ersten – und vermutlich einzigen – Mal in meinem Leben wurde für mich das Suvivirsi gesungen. ♥

Ich bin so froh, dass ich dabei sein konnte.

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1. Dezember

(Oder: kolmesataakaksikymmentäviisi)

Was wir so machen am Tag vorm ersten Advent:

Das Fräulein Maus fährt auf Wettkampfreise ins ostfinnische Imatra, was bei mir einen akuten Anfall von Sentimentalitis auslöst: als sie das letzte Mal dort war, war sie noch ganz klein. (Und der kleine Herr Maus noch in meinem Bauch.) Heute begleiteten der Ähämann, der kleine Herr Maus und ich sie zum Bahnhof, und als wir zurückfuhren, kam uns eine 325 entgegen. (Und ich musste kurz nachdenken, ob ich die 324 eigentlich schon gesehen hatte oder nicht. Das geht mir zu schnell gerade.)

Der grosse Herr Maus malt uns einen Adventskalender.

Der Ähämann steigt in den Baum.

Ich bin völlig fertig, weil ich die ganze letzte Woche in jeder freien Minute an meinem dritten HENSU Lehrprobenplan geschrieben habe, der fünftausend Kriterien enthält, zu denen ich mir irgendwas aus den Fingern saugen muss, und gestern Abend noch, als ich ihn eigentlich abschicken wollte, sprangen mir noch fünf bisher übersehene Unterpunkte ins Auge. Keine einzige Silbe werde ich dieses Wochenende für meine Ausbildung tippen!!! Stattdessen eröffne ich endlich die zwei Umzugskartons mit dem Weihnachtsschmuck, worauf der kleine Herr Maus schon sehnsüchtig gewartet hat.

Der kleine Herr Maus nämlich, der springt begeistert mit dem Staubtuch durch die Wohnung, platziert Weihnachtsschmuck und verkündet: „Weihnachten ist meine Lieblingszeit!“

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324]


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Mittsommer 2018

Wir hatten unseren Urlaub dieses Jahr extra so geplant, dass wir zu Juhannus wieder zurück sind.

Mal davon abgesehen, dass wir uns gerade fühlen wie auf einer weiteren Station unserer Reise, kann man sich leider nicht drauf verlassen, dass man jedes Jahr Juhannus so feiern kann, wie es sein soll.

Gestern: 11°C, Regen, Sturm.

Aber Sauna geht zum Glück immer.

(Heute riecht die ganze Wohnung nach Birke…! <3 )

Zwischen den Saunagängen tranken wir slowakisches Bier, und statt Juhannusfeuer guckten wir – als Urlaubsnachbereitung sozusagen – mit den Kindern den Film über die letzten böhmischen Wassermänner.

War auch schön, Mittsommer 2018.


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Vappu 2018

Am Montag – nein, kein Brückentag hier – gingen die Schulkinder nur zum Feiern in die Schule. Irgendwie fiel dieses Jahr niemandem so recht ein Kostüm ein. In der grossen Schule allerdings wurde nur klassenstufenweise ein Farbcode angeordnet, also gingen der grosse Herr Maus in Schwarz (Wer bitte kommt denn auf die Idee?!) und das Fräulein Maus in Blau. Ein Vappuhütchen brauchte sie auch nicht, denn schliesslich kann Mama ja jetzt Wettkampffrisuren, die lassen sich prima abwandeln.

Der kleine Herr Maus hatte im Hort ein Hütchen gebastelt, und es wurde ein Preis für den buntesten Anzug ausgelobt. Na das kriegten wir ohne Probleme hin!

Montagabend sassen der Ähämann und ich noch lange im Sonnenschein im Garten, während die Kinder mit der Nachbarskinderschar Trampolin sprangen, und als der Ähämann und ich halb zwölf ins Bett gingen, war der Himmel im Nordwesten noch ganz hellblau!

Aber die Wettervorhersage für den 1. Mai war dieses Jahr kein alljährlicher Zweckpessimismus, sondern leider wahr.

Es regnete von früh bis abends.

Kein Picknick. Keine Frühlingswanderung. Kein Leberblümchenzählen.

Stattdessen: dringend benötigten Schlaf nachholen. Bisschen basteln. Nichtstun. Endlich den dritten Teil von „Onneli und Anneli“ angucken. Und die „Maus“ vom Sonntag gleich noch hinterher. Und vorm Schlafengehen gaaaanz lange vorlesen.

War gar nicht so schlecht.


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Palmsonntag 2018

Letztes Jahr kam auf Instagram die Diskussion auf, ab wann die Kinder eigentlich zu alt sind – oder sich zu alt fühlen – um am Palmsonntag als Hexe und Kater verkleidet mit geschmückten Weidenkätzchen um die Häuser zu ziehen.

Ich kann dann jetzt vermelden: mit 12, 9 und 7 sind sie überhaupt erstmal im perfekten Alter dafür angekommen!

Mein Anteil am diesjährigen Palmsonntag bestand nämlich ausschliesslich darin, die Kinder zu einem geeigneten Weidenbusch zu kutschieren sowie Federn, Pfeifenputzer und Klebeband zur Verfügung zu stellen. Verziert haben sie eine Woche lang ganz allein in jeder freien Minute: „Wir müssen unbedingt mehr Zweige machen als letztes Jahr! Letztes Jahr waren nämlich die Zweige alle, bevor wir überall waren, wo wir hinwollten!“ Der Ähämann musste die Verkleidungskiste aus dem obersten Schrankfach herunterreichen und ich zweimal Schnurrhaare und einmal Sommersprossen schminken, und dann zogen sie auch schon los, um erst drei Stunden später mit mehreren Kilo Schokolade – wer soll die bloss essen?! – wiederzukommen.

„Wir haben’s gut!“, sagte der kleine Herr Maus heute beim Frühstück. „Wir können alle deutschen Feste feiern und alle finnischen!“

Und da hat er wohl recht!


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Besser als Rosenmontag in Köln

Fast hätte ich es wieder verpasst.

Es ist nämlich so, dass ich in den letzten 14 Jahren noch kein einziges Mal live gesehen habe, wie die Abiturienten an ihrem letzten Schultag auf LKWs, mit denen sonst Schnee abtransportiert wird, durchs Stadtzentrum fahren und Süssigkeiten in die Menge schmeissen.

Aber heute mussten ja Hortkinder abgeholt und quer durchs Stadtzentrum eskortiert werden, und als ich erwähnte, dass ich die Penkkarit noch nie wirklich gesehen habe, wurde kurzerhand beschlossen, dass ich heute statt des Zivis mit zur Schule gehe.

Der Zivi hatte heute übrigens den ganzen Tag so ein Funkeln in den Augen, weil er selbst erst vor einem Jahr auf einem LKW durch Helsinki gefahren ist und das sehr, sehr schön gewesen sein muss. Die Hortkinder waren ganz aus dem Häuschen, weil sie auf dem Weg gemeinsam einen ganzen grossen Suppentopf voll Süssigkeiten sammeln durften, der dann geteilt wurde. Und ich hätte mir nur gewünscht, eine vernünftige Kamera dabeigehabt zu haben.

Morgen haben dann die Elftklässler ihren grossen Tag, weil sie ab jetzt die Ältesten der Schule sind, was unter Anderem mit einem grossen Ball gefeiert wird.