Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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To-do-Liste

… bis dahin:

– die letzten zwei paper submitten (macht sich besser, wenn in der Arbeit vorn drin steht ”submitted” statt ”manuscript”; ausserdem, was weg ist, ist weg)
– die letzten Änderungen am Einleitungskapitel vornehmen
– alles Heikki schicken
– das Danksagungskapitel verfassen
– nochmal nachfragen gehen, ob meine ”Druckerlaubnis” wirklich auf der Tagungsordnung der nächsten Fakultätssitzung steht
– Druckerlaubnis abholen
– Hörsaal reservieren
väitösilmoitus online ausfüllen und abschicken
– das ganze Werk entsprechend der Vorgaben für die Annales Universitatis Turkuensis – Serie formatieren
– ISBN-Nummer beantragen
– Graphik für die Titelseite entwerfen
– mit der Druckerei über die Farbe des Einbands und die Qualität des Papiers entscheiden
– alles so rechtzeitig der Druckerei zukommen lassen, dass das PDF 15 Tage, das Buch 10 Tage vor der Verteidigung fertig ist
– 2 Wochen vor der Verteidigung eine Pressemitteilung verfasst (und ins Finnische übersetzt lassen) haben
– Kaffee-und-Kuchen für nach der Verteidigung organisieren
– Lokal für die karonkka buchen
– schwarze Schuhe kaufen
– das Kleid für die Verteidigung nochmal anprobieren und evtl. noch eine Bluse zum Drunterziehen kaufen
– einen Laden finden, der Abendkleider für Schwangere verleiht (notfalls steht noch ein Ausflug nach Helsinki an)
– Friseurtermin ausmachen
– Einladungen entwerfen, drucken und verteilen / verschicken
– Tischordnung für die karonkka festlegen und Tischkarten drucken
– den 15-minütigen Vortrag zu Beginn der Verteidigung vorbereiten
– Geschenke für Opponenten und Betreuer ausdenken und besorgen
– Dankesrede für die karonkka vorbereiten

Heiraten war irgendwie einfacher…


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”Die kann noch rennen…!”

… erzählte mit neidvollem Unterton vor ungefähr vier Monaten die erste von uns vier werdenden Müttern den anderen, nachdem wir uns an der Bushaltestelle verabredet hatten, ich ein bisschen zu spät dran war – und eben zum Bus rannte. Das kann ich immer noch. Ich kann auch noch skifahren. Und schwimmen. Und wenn wir letzte Woche zeitig genug in Jyväskylä gewesen wären, dann wäre ich auch noch mit Pinni eislaufen gegangen auf der tollen Eisbahn auf dem Jyväsjärvi. (Allerdings nur mit Festhalten am Kinderwagen – ohne ist mir Eislaufen eine zu hinfallgefährdete Angelegenheit.)

Leider kann ich nicht mehr Fahrrad fahren, weil mir der Bauch im Weg ist beim Treten. Dieser ”Winter” wäre perfekt zum Radfahren, und es fehlt mir auch ganz gewaltig!

Und was ich überhaupt nicht mehr kann, ist, bergauf gehen oder Treppen steigen. *schnauf* Da machen sich die 14 zusätzlichen Kilo, die ich inzwischen mit mir herumschleppe, dann doch bemerkbar. Es ärgert mich aber, gerade, weil ich mich sonst vollkommen fit fühle. Und ich hoffe immer, mich sieht keiner, wie ich früh die Treppe zum Uniberg hinaufkrauche…

Mäusekind II ist übrigens genauso ein Schnellstarter wie Mäusekind I – jetzt schon in Kopfüber-Lage, und den Kopf ganz weit unten, wie mir gestern in der neuvola bestätigt wurde. (Ich kann übrigens auch beim Zweiten noch nicht selber sagen, was nun der Kopf und was der Po ist und was vielleicht eine Hand oder ein Fuss… und bin jedes Mal erstaunt, wie die neuvolatäti mit nur ein oder zwei routinierten Handgriffen bescheid weiss. Ich merk‘ nur, wenn das Mäusekind Schluckauf hat, wo sein Kopf ist…) Mäusekind I war auch so ein Schnellstarter, das hatte sich auch in Woche 29 schon rumgedreht (und ich war damals total überrascht, weil ich immer überall gelesen habe, dass sich die meisten Babys erst so in Woche 34 bis 36 drehen). Natürlich besteht jetzt immer noch die Chance, dass das Mäusekind es sich nochmal anders überlegt, aber da der Kopf schon ziemlich tief ist, eher nicht. Mäusekind I hat sich ja damals auch nicht wieder zurückgedreht. Und dann trotzdem noch brav 11 Wochen gewartet. :-)

Zum Ystävänpäivä habe ich diesmal ein ganz besonderes Geschenk bekommen – im Briefkasten war die Benachrichtigung, dass ich die Kela-Kiste, die hier alle werdenden Mütter geschenkt bekommen, von der Post abholen kann. Finnland ist eben ein guter Freund von mir! ;-)

Und die Sachen sind tatsächlich alle so schön, wie sie im Internet ausgesehen haben! Und passen so gut zu den Sachen aus Mäusekleinkinds Kela-Kiste!

Gut, dass manche Pläne tatsächlich aufgehen! *lach*


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kaksikymmentäviisi

Die 26 habe ich inzwischen – ungelogen! – schon ungefähr zehn Mal gesehen. Aber weit und breit keine 25 zu erspähen…

Bis, ja, bis wir uns mal wieder auf die von uns meistbefahrene Strecke Finnlands begaben letzten Mittwoch. Und kurz nachdem ich den Ähämann nach einer hektischen, aber natürlich unverzichtbaren Kaffeepause beim Fahren abgelöst hatte und gerade feststellte, dass das Stück Strasse zwischen der ABC in Orivesi und dem Kreisverkehr in Jämsä eigentlich mein Lieblingsstück ist zwischen Turku und Jyväskylä, kam mir auch schon die 25 entgegen – ein altes, weinrotes Chevrolet-Pakettiauto.

(Das Mäusekleinkind unterscheidet übrigens inzwischen fehlerfrei zwischen ”Auto”, ”Bus”, ”traktori”, ”Bagger”, ”Ekka” (=LKW) und eben ”…kettiauto”.)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24]


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Skiurlaub

… war natürlich ein guter Witz dieses Jahr. Wo bitte hätte man denn skifahren sollen ausser vielleicht in Oulu oder noch nördlicher?!

Trotzdem war der Kindergarten geschlossen, und wir haben versucht, das Beste daraus zu machen. Ein richtiges Urlaubskind hatten wir jedenfalls – das anfängt, keinen Mittagsschlaf mehr zu machen, bei Bedarf aber abends lange aufbleibt und dann früh lange ausschläft. :-)

Montag und Dienstag waren Mama und Mäusekleinkind zu Hause, abwechselnd auf dem Spielplatz und zu Hause am Computer bzw. damit beschäftigt, Puppen und Teddys an- und auszuziehen.

Mittwoch sind Mama, Papa und Mäusekleinkind nach Mittelfinnland aufgebrochen, wo es zwar auch keinen wirklich skigeeigneten Schnee gab, aber wo Mamas ”finnisches Zuhause” ist. Seit ich mit Kind und Kegel da hinkomme, sind alle nochmal so nett und interessiert – Putzfrau und Köchin erzählen stolz, dass sie kürzlich Omas geworden sind, die Techniker machen Quatsch mit dem Mäusekleinkind und gratulieren dem Vater (!) zum kommenden Mäusekind, der Herr Stationsleiter und ehemaliger Diplomarbeitsbetreuer fragt zum zehnten Mal, wie das Mäusekleinkind eigentlich heisst, die seit Jahren auf der Station wohnende slowakische Doktorandin wird vom Mäusekleinkind spontan zur Lieblingsbetreuungsperson erkoren, und alle geben gerührt Geschichten zum Besten, wie das war, als die eigenen Kinder vor sechs, zehn, achtzehn Jahren noch so klein waren. Wie das eben so ist in einer richtigen Familie. :-)

( Vorgestern (!), also wir zurück ins südliche, schneefreie Turku fahren mussten, fing es endlich an, nochmal zu schneien, richtigen Märchenschnee. Auf der Strasse war der allerdings weniger märchenhaft, so dass die erste Hälfte der Fahrt von Schnee, die zweite Hälfte der Fahrt dann von dreckverschmierten Scheiben und Nebel erschwert wurde.)


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Puuuuuh…

Nun ist es (fast) amtlich: meine Verteidigung wird am 29. März sein (genau passend, bevor am 1. April mein – 5 Tage vorgezogener – Mutterschutz anfängt), und mein Opponent wird dieser nette, tschechisches Bier liebende Herr werden.

Kann das bitte alles jemand anders für mich machen?! *panik*


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Das wird wohl nichts mehr

…mit dem Winter.

Auch in schlechten Wintern, sogar im letzten Winter, der nur vier Wochen gedauert hat, gab es im Februar Schnee und Frost.

Dieses Jahr gibt es gar nichts ausser ab und zu Schneematsch. Im Gegenteil, seit wir wieder aus Lappland zurück sind, habe ich das Gefühl, der Frühling kommt. Manche Rasenstückchen, die unter dem erst letztes Wochenende gefallenen und jetzt schon wieder tauenden Schnee auftauchen, sind richtig grün. Die Luft ist irgendwie weich und feucht und riecht nach Erde. Die Vögel haben angefangen zu rufen. Und wenn wir früh aufstehen, wird es schon langsam hell.

(Dabei sollte hier doch bis Ende März Winter sein!)


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Superjahr

Gerade bei Imke gelesen, dass dieses Jahr nicht nur Runeberg-Tag und Fasching zusammenfallen, sondern auch Vappu und Himmelfahrt, und daraufhin beim Blättern im Kalender festgestellt, dass auch Muttertag und Pfingsten am gleichen Tag stattfinden.

Da kann ich mich ja wohl gleich drauf einstellen, dass das Mäusekind II an unserem Hochzeitstag geboren wird…


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Eine Woche Winter

Als wir in Rovaniemi angekommen waren (nach einer Nacht in einem wie immer vollkommen überheizten Schlafwagenzug – aber der Speisewagen hatte keinen Strom zum Kaffeekochen!), habe ich erstmal gemerkt, was für eine Memme dieser ”Winter” aus mir gemacht hat. Es waren -10 Grad, und ich habe gefroren wie ein junger Hund!

-10 Grad ist nicht wirklich viel für Ende Januar und Rovaniemi, auch gab’s nicht wirklich so viel Schnee, wie man um diese Zeit dort erwarten sollte, und die Flüsse waren fast alle noch offen!

Nach Rovaniemi sollte man eigentlich sowieso besser nicht fahren. Das ist die reinste Touristenfalle (was wir schon vorher wussten), und als mir das erste Schild mit ”Santa Hair Center” in die Augen stach (neben unzähligen ”Santa Hotel”s und ”Santa Pup”s gibt es wahrscheinlich auch irgendwo ein öffentliches Santa-Klo…) wäre ich am liebsten gleich weitergefahren – aber irgendwo mussten wir ja die erste Nacht schlafen. Sehr angenehm, dass das brandneue Einkaufszentrum NICHT nach dem Weihnachtsmann benannt ist, sondern ”Nordlicht” heisst. Dort gibt es übrigens sehr gutes, preiswertes Essen von indisch über chinesisch und italienisch zu mitteleuropäisch in einer Art modernem Fastfood-Bereich, der aber durchaus Stil hat. Und den besten Kinderklamottenladen, den wir seit langem gesehen haben. Das Mäusekleinkind war besonders begeistert, dass die Einkäufe in kindgerecht kleine Tüten gepackt wurden und sie damit durch das Einkaufszentrum stiefeln durfte.

(”Guck mal wie süss, das trägt seine Einkaufstüte selber..!”)

Und man sollte vielleicht auch nicht gerade dann nach Rovaniemi fahren, wenn dort die Arctic Lapland Rallye stattfindet, und sich dann wundern, warum fast alle Hotels ausgebucht sind, horrende Preise in der eigentlich Nebensaison haben und was die ganzen besoffenen Franzosen im Hotelfahrstuhl suchen.

Wenigstens konnten wir ein bisschen Schlaf nachholen. (Dem Mäusekleinkind war es im Zug ein bisschen unheimlich, so dass wir das Reisebettchen ganz umsonst mit in den Zug genommen hatten – sie wollte die ganze Nacht das enge Bett mit Mama teilen, möglichst quer über Mama liegend. So kamen wir beide nicht zu allzuviel Schlaf.)

Und am nächsten Tag konnten wir nach dem Grosseinkauf für die kommendeWoche im mökki ja auch schon weiterfahren.

Und dann war richtiger Urlaub. Und richtiger Winter.

Unglaublich, wieviel es ausmacht, zwei Wochen später zu fahren – so viel Sonne haben wir dort noch nie gesehen!

Wir sind Schlitten gefahren, und wir sind Ski gefahren.

Wir haben gelesen, gespielt, gekocht, gegessen, den Kamin geheizt.

Einmal sind wir auch mit dem J-FI die 30 km nach Sodankylä gefahren und haben den ”Nördlichsten Lidl der Welt” besucht. ;-)

Unser Mäusekleinkind hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie ein richtiges Urlaubskind ist. So fröhlich und zufrieden! Jeden Morgen hat sie bis mindestens halb neun geschlafen. (Zu Hause können wir sie noch so spät ins Bett bringen – spätestens halb acht steht sie im Bett und verlangt: ”Mama! Papa!”) Und jeden Mittag zwei bis drei Stunden, manchmal mussten wir sie nach drei Stunden wecken! (Zu Hause sind wir froh, wenn sie es auf eine gute Stunde bringt.)

(Vorher hiess es selbstverständlich: ”Mäusekleinkind nein müde!”)

Schnee macht offensichtlich nicht nur müde, sondern auch hungrig, denn ständig hiess es: ”Mäusekleinkind esse!”

Ach, und: ”Mäusekleinkind Sauna!”. Unser Finnenkind! Würde sich am liebsten von früh bis abends in der Sauna aufhalten!

Schön war’s! Und nächstes Jahr müssen wir UNBEDINGT zwei Wochen fahren!