Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

kolmesataaseitsemänkymmentä

2 Kommentare

Der Sonntag stand unter dem Motto „Mit Strom übers Meer fahren“.

Vor ein paar Tagen hatte der Ähämann nämlich zufällig herausgefunden, dass es unser Lieblingsrestaurant auf der überübernächsten Insel, das uns zusammen mit einer Autofährfahrt und dem einen oder anderen Wanderweg viele Jahre als ganzjähriges Ausflugsziel gedient hatte, aber letzten Sommer überraschend geschlossen wurde, wieder gibt. Unter anderem Namen, und ich kann auch schon mal vorwegnehmen, dass das Essen preislich weiterhin okay, aber geschmacklich nicht so dolle ist. (Die beste Zeit war sowieso, als sie dort einen estnischen Koch hatten.)

Jedenfalls fuhren wir seit langer Zeit mal wieder unser Lieblingsautofährenstrecke. Weil wir schneller dort waren als geplant, erwischten wir die Fähre eine Viertelstunde eher – in der Autokolonne, die uns von der vorherigen Fähre entgegenkam, war auch eine 370 – und das war schön, denn das war die Elektra.

Dann gingen wir essen, und dann fuhren wir weiter zur nächsten strombetriebenen Autofähre, die auf eine kleine Nebeninsel fährt. Die bekam vor anderthalb Jahren zusätzlich zu ihrem Dieselmotor einen Elektromotor eingebaut, aber anders als die Elektra, die nach jeder neunminütigen Überfahrt ihre Akkus lädt oder die Föri, deren Akku nur nachts aufgeladen wird, obwohl sie den ganzen Tag ununterbrochen über den Aurajoki hin und her fährt, hat diese kleine Autofähre ihr eigenes Stromkabel dabei und fährt mit Strom aus der Steckdose. Das ist sehr cool und sieht auch sehr beeindruckend aus, wie sie ihr Kabel während der Überfahrt auf einem riesigen Rad auf- oder abwickelt, aber ist offensichtlich leider recht störanfällig. Als wir das erste Mal mitfuhren, fuhr sie ja dann überhaupt nicht mit Strom. Diesmal schafften wir immerhin die Hinfahrt mit Strom, aber ein Techniker, der uns sehr ausführlich Auskunft gab, und zwei Fährmänner guckten gemeinsam recht besorgt von Maschinenraum zu Führungsseil zu Stromkabel und zurück, und rückzu mussten wir erstmal eine halbe Stunde warten, bis sie die Fähre wieder soweit zusammengebaut hatten, dass sie uns abholen konnte – mit Dieselmotor. Ist ein Prototyp, da darf sowas schon passieren.

Auf der kleinen Nebeninsel gibt es nichts weiter zu tun als auf einen sehr felsigen Berg zu klettern, von dem aus man aber eine wunderbare Aussicht über Inseln und Inselchen bis zum offenen Meer im Süden hat. Diesmal pustete uns auch kein kalter Herbststurm fast vom höchsten Felsen herunter, sondern uns umwehte eine warme Sommerbrise. Aaaaahhhhh!

Danach: noch ein Sommereis aus dem Supermarkt und eine Rückfahrt mit der Elektra, auf der zum ersten Mal, seit wir mit ihr fahren, alle fünf einhundert Meter langen Autospuren belegt waren.

Und dann: ein Abendbad!

Fast ganz allein waren wir am Strand.

Wo sind die Leute bloss, wenn es draussen am schönsten ist, wenn man seine Akkus aufladen kann für die Zeit, wenn die Sonne sieben Stunden eher untergeht als jetzt?!

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2 Kommentare zu “kolmesataaseitsemänkymmentä

  1. Was habt ihr bloß für tolles Wetter…Seid ihr die einzigen die unterwegs seid? 🙂 Man fotografiert am Strand ja keine anderen Personen aber selbst im Hintergrund sieht man sehr selten andere Menschen.
    Das schöne Wetter muss man doch nutzen.
    LG und weiterhin viel Spaß in den Ferien!

    • Ja, welch ein Glück! Normalerweise fahren wir ja extra im Juni „nach Europa“, weil es dort schon schön sommerlich ist, aber hier oft noch recht kühl. Dieses Jahr, wo der geplante Heimaturlaub ausfallen musste, scheint es genau umgekehrt zu sein.

      Ausserdem haben wir festgestellt, wie schön es ist, gerade im Juni in Finnland Urlaub zu machen. Alles so leer! ;-) Also wir sind nicht ganz die einzigen am Strand und anderswo, aber fast. Das liegt vor allem daran, dass hier kollektiv von Mittsommer bis 31. Juli Urlaub gemacht wird. Aber warum auch am Wochenende und abends – Vor allem abends! Bei dem Licht! Wo die Sonne doch erst kurz nach elf untergeht! – nach sechs kaum noch jemand am Strand ist, verstehe ich auch nicht. Man muss ja nicht nur das schöne Wetter nutzen, man muss ja vor allem auch seine Akkus für den Winter aufladen!!!

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