Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 6: Vilnius

In Vilnius gibt es über 50 (!) Kirchen. Der Plan war schnell klar: so viele davon wie möglich besuchen.

Wir besuchten katholische Kirchen und orthodoxe, unheimlich prunkvolle Kirchen mit Altären aus Gold und Marmor und weniger prunkvolle Kirchen mit Altären aus Holz, aufwändig restaurierte Kirchen und verfallene Kirchen – eine gar war gar keine Kirche mehr, sondern ein Restaurant –  wir gerieten in einen Gottesdienst der Kirche eines Dominikanerklosters, guckten durch Schlüssellöcher verschlossener Kirchen, und die Kinder ahmten noch lange die Gesänge eines orthodoxen Priesters nach.

Weil auf Instagram die Frage aufkam, ob die minderjährigen Reiseteilnehmer*innen tatsächlich dafür zu begeistern wären: ja.

Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass man Kindern Dinge einfach nur zumuten zutrauen muss und dass Städtereisen gerade mit kleinen Kindern schön und auch ganz besonders wichtig sind, weil dann, wenn die Kinder gross sind, der Zug, sie für Kirchen und Museen zu begeistern, ganz sicher abgefahren ist.

Der grosse Herr Maus lief schon als Dreijähriger begeistert von Kirche zu Kirche und fragte auch dann noch: „Können wir da auch noch reingehen?!“, als wir Eltern längst schlappgemacht hätten. Überhaupt – möglichst viele Kirchen zu besuchen ähnelt ja auch eher einer Schatzsuche oder Schnitzeljagd, und während wir kreuz und quer – „Dort ist auch noch ein Kirchturm!“ – durch Vilnius liefen, entdeckten wir sehr viele Dinge am Weg, die wir sonst ganz sicher verpasst hätten.

Wir reden fast nie über Jahreszahlen oder Baustile – obwohl die Kinder mittlerweile sehr sicher eine evangelische von einer katholischen von einer orthodoxen Kirche unterscheiden und auch ungefähr einordnen können, ob die Kirche schon sehr alt oder nur ein bisschen alt ist. Viel wichtiger ist uns, was jede*r einzelne von uns entdeckt: der Kirchturm, der wie eine Krone aussieht, der hölzerne Engel mit dem Marmeladenglas in der Hand, die mittelalterlichen Comics an der Wand, der Apostel, der seiner Kuh von einer Schriftrolle vorliest, die Orgel, die fehlt, weil sie gerade restauriert wird, der Engel mit dem goldenen Mond in der Hand.

Einen Grossteil der folgenden Fotos hat übrigens der kleine Herr Maus gemacht. Kinder sehen einfach viel mehr als Erwachsene!

Für eine Kirche, die wir Eltern unbedingt sehen wollten, mussten wir weit aus der Altstadt herauslaufen, bis zu „Papst Johannes Paul II. seinem Kreisverkehr“, wie wir den nach ihm benannten Platz, der eigentlich nur ein riesiger, stark befahrener Kreisverkehr ist, fortan nannten. Der polnische Papst war 1993 der erste Papst überhaupt, der Litauen besuchte. Wir sahen mehrere Kirchen, deren Wiederaufbau von polnischen Stiftungen unterstützt wurde, und es ist nicht verwunderlich: noch immer lebt eine grosse polnische Minderheit in Vilnius.

Die Kinder hatten ziemlich wegen des weiten Umwegs gezetert, auch dann noch, als wir vor der Kirche standen: „Und was soll an der jetzt Besonderes sein?!“

Sie übertraf unser aller Erwartungen. Die Peter-und-Pauls-Kirche ist ein Traum in Stuck!

Noch nie haben wir etwas Ähnliches, auf diese Art Prunkvolles gesehen. Wir hätten Stunden dort zubringen können und hätten immer noch neue Figuren, neue Blumenranken, neue Verzierungen entdeckt. „Hier müsste man im Gottesdienst liegen dürfen!“, seufzte das Fräulein Maus.

Der letzte Kirchturm des Tages entpuppte sich als Turm der Universitätskirche, auf den man sogar hoch durfte, wahlweise mit dem Fahrstuhl oder über eine Holztreppe, die frei in dem sonst hohlen Turm steht. Wir nahmen natürlich dieTreppe und wurden mit einem wunderbaren Blick über Vilnius im Abendlicht belohnt.

Zum Abendbrot gab’s Pilze.

(Man darf das ja keiner finnischen Schulschwester erzählen, aber unsere Mahlzeiten bestehen auf dieser Art Reisen üblicherweise aus spätem Frühstück, spätem Mittagessen und Kaffeetrinken.)

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Tag 1: Turku-Tallinn
Tag 2: Tallinn-Riga
Tag 3: Riga-Šiauliai
Tag 4: Šiauliai-Vilnius
Tag 5: Vilnius


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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 5: Vilnius

Guten Morgen, Vilnius!

Das mit den schönen Ausblicken aus den Ferienwohnungen hatte der Ähämann auch hier wieder prima hingekriegt.

Weil der Ähämann am Vortag an den vielen Bäckereien und Konditoreien, an denen wir auf dem Weg vom Bahnhof in die Altstadt vorbeigekommen waren, zahntropfend hatte vorbeilaufen müssen, weil wir anderen im Zug schon zu viele süsse Sachen gegessen hatten und uns eher nach Herzhaftem gewesen war, gingen wir gleich in der Konditorei gegenüber – der mit den riesigen Macarons über der Tür – frühstücken.

Generell scheinen sie in Vilnius ein Faible für ausladenden Kunstblumenschmuck an Cafés und Restaurants zu haben.

Die Altstadt von Vilnius ist eine der grössten in Osteuropa – und dennoch klein genug, dass man alles zu Fuss erkunden kann.

Wir liessen uns treiben. An jeder Kreuzung entschieden wir neu, welcher Gasse wir folgen wollten. Oder zu welcher Kirche, deren Turm über die Dächer ragte, wir gehen wollten. Auf welchen Hügel wir steigen wollten. Wir freuten uns, wenn wir wieder irgendwo einen Vytis entdeckten. Und über die Kastanien im Park.

Gegenüber der Stanislaus-Kathedrale – „Wer ist denn das, Mama, der da seiner Kuh vorliest?“ – entdeckten wir den ersten Turm, auf den man draufsteigen konnte.

Und von da aus erspähten wir die nächsten beiden Ziele, beide auf je einem der seltsamen steilen Sandhügel, die Vilnius umgeben, gelegen: den Gediminas-Turm und die Drei Kreuze.

Zuerst stiegen wir hinauf zum Gediminas-Turm, dem einzigen Überbleibsel der Vilniuser Burg.

Dort begegneten wir auch dem Baltischen Weg wieder, von dem ich  erst vor einem reichlichen Jahr zum ersten Mal in einer Ausstellung in Tampere gehört hatte. Am Gediminas-Turm in Vilnius hatte im August 1989 die 600 km lange Menschenkette ihren Anfang genommen und durch alle drei baltischen Staaten bis zum Langen Hermann auf dem Tallinner Domberg gereicht.

Dann stiegen wir den einen Sandhügel hinab, assen ein spätes Mittagessen und stiegen den nächsten Sandhügel wieder hinauf, zu den Drei Kreuzen, die so schön weiss von da oben aus dem herbstfarbenen Wald herausgeleuchtet hatten und von wo man ebenfalls einen wunderbaren Blick über die Stadt hatte.

Und dann stiegen wir noch ein drittes Mal hinab und ein Stück wieder hinauf zur Republik Užupis.

Užupis ist eigentlich ein Stadtteil von Vilnius – gleich hinter der Altstadt, aber auf der anderen Seite des Flusses, von der Vilnele fast wie eine Halbinsel eingeschlossen. Vor dem zweiten Weltkrieg lebten vor allem Juden in diesem Stadtteil; ein Grossteil von ihnen kam während des Holocausts um, nach dem zweiten Weltkrieg standen die Häuser jahrzehntelang leer und verwahrlosten. In den 1990er Jahren entdeckten Künstler*innen den Stadtteil für sich und riefen kurzerhand eine Republik samt eigener Verfassung aus.

Der Verfassungstext hängt auf Tafeln in über 20 verschiedenen Sprachen an der Strasse aus. War auch sehr praktisch, dass sich unsere Familie nicht vor einer Tafel drängeln musste zum Lesen.

Leider ist es dem Stadtteil ergangen wie allen anderen ähnlichen: er ist inzwischen völlig gentrifiziert. (Ich habe tatsächlich noch nie irgendwo so viele Porsches auf einmal gesehen!) Aber die vielen kleinen witzigen Details und Kunstwerke an den Häuserwänden, in den Hinterhöfen und engen Strassenecken, die fand ich schon sehr schön.

Den einzigen grösseren Regenschauer, den wir in Vilnius erlebten, sassen wir bequem in einem Café in Užupis ab. Tortenstückchen werden übrigens in Litauen nach Gewicht verkauft. Ein Traum!

Tagesausklang – auch fünfzehn-, dreizehn- und fast elfjährige Kinder haben gewisse Ansprüche – auf dem Spieplatz!

(Meine Güte, wurde das zeitig finster da! Halb sieben!)

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Tag 1: Turku-Tallinn
Tag 2: Tallinn-Riga
Tag 3: Riga-Šiauliai
Tag 4: Šiauliai-Vilnius


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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 4: Šiauliai-Vilnius

Jemand hatte für uns an den Himmel über Šiauliai Kringel gemalt, als wir am späten Vormittag aus der Ferienwohnung traten.

Eigentlich hatte der Ähämann, angesichts der Tatsache, dass es in Šiauliai vermutlich nicht viel zu sehen und zu tun gäbe, unsere Weiterfahrt schon für halb neun geplant. Aber dann beschlossen wir gemeinsam, dass wir nach der späten Ankunft vielleicht lieber ausschlafen würden, und dass es auf drei Stunden eher oder später in Vilnius nicht ankommen würde; schliesslich wären wir ja noch ganze drei Tage da.

War gut so. Erstens waren wir ausgeschlafen, zweitens war vor der Weiterfahrt noch Zeit zum Kinderlüften.

Auf dem Weg zum Bahnhof stellte ich fest – und dieser Eindruck sollte sich bei jeder Stadt, durch die wir später fuhren, noch erhärten – dass Litauen eher der Slowakei ähnelt als seinen zwei baltischen Nachbarn. Nicht nur wegen des Tatramats im Bad. Auch die Plattenbauten sehen völlig anders aus als die geziegelten Hochhäuser Estlands und Lettlands. Und die Kirchen natürlich, die in Litauen auf einmal alle katholisch sind.

Auf dem Weg zum Bahnhof guckten wir noch schnell in die Georgskirche – das ist ja der Vorteil an katholischen Kirchen, dass die immer geöffnet sind – wo Georg beim Drachentöten auf dem Altargemälde zu sehen ist. Ausserdem war sie die erste von etlichen „konvertierten“ Kirchen, die wir auf der Reise noch sehen sollten. Denn mal ehrlich: das war doch garantiert mal eine orthodoxe statt einer katholischen Kirche!

„Danke, dass ihr hier wart!“, sagte ein altes Muttchen, das in der Kirche putzte.

Nach ebenfalls nur ein paar hundert Metern hatten wir den Bahnhof erreicht und noch ziemlich viel Zeit, um die Gesichter in die Sonne zu halten und Güterwagen zu zählen. Der längste Zug hatte 70 Waggons!

Güterverkehr spielt im gesamten Baltikum eine viel grössere Rolle als Personenverkehr, weswegen die Bahnhöfe, auch die von kleinen und kleinsten Orten, immer aussehen wie Modellbahnanlagen mit ihren vielen Gleisen und abgestellten Güterwaggons. Šiauliai liegt an einer besonders wichtigen Strecke: da kommen alle Güterzüge aus Asien durch, die zum Hafen nach Klaipeda fahren, und umgekehrt.

Während man in Finnland mit Singschwänen übers Land fliegt, reitet man in Litauen mit einem Ritter über Land. Auch nicht schlecht. Der Vytis, der ja auch auf den litauischen Euromünzen zu sehen ist, stammt aus dem litauischen Wappen und ist heutzutage allüberall in Litauen zu sehen. Zu Sowjetzeiten war der Vytis verboten – Litauen bekam ein nichtssagendes Sowjetwappen – und nur an genau zwei Orten in der Welt zu sehen: am Tor der Morgenröte in Vilnius sowie am – ausgerechnet! – Fürstenzug in Dresden!

Wir fuhren übrigens mit dem wahrscheinlich einzigen Zug der litauischen Bahn ohne Vytis aus Šiauliai ab – denn wir erwischten zufällig die baltische Variante – wegen unterschiedlicher Spurweiten leider nötig – des Connecting Europe Express. Wie passend! Der Dieseltriebwagen aus polnischer Produktion war übrigens der modernste und bequemste Zug unserer Reise.

Der Zug fuhr dann ohne Halt einfach zweieinhalb Stunden durch bis Vilnius.

Kurz vor Vilnius war die bis dahin platte Landschaft plötzlich hügelig geworden, und gleich, als wir am Bahnhof in die Stadt traten, war klar: jetzt sind wir wirklich eher in Südosteuropa als im Baltikum. (Mittlerweile hatten wir ja auch um die 900 km hinter uns gebracht.)

Die Kinder waren anfangs wenig begeistert: warum hier alles so abgeranzt aussehen müsse, ob wir das etwa schön fänden?! Derlei deutsches Spiessertum wird in unserer Familie natürlich weder kultiviert noch toleriert, weswegen wir uns auf dem Weg zur Ferienwohung den Mund fusselig redeten: Guckt zweimal hin! Manches sieht einfach nur anders aus, das heisst nicht, dass es schlechter ist! So viele alte Häuser, die kann man nicht alle ständig renovieren!

Die Ferienwohnung in der natürlich viel flächendeckender und aufwändiger restaurierten Altstadt, die seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe ist, war dann nach aller Geschmack, und nach einem Abendbrot mit Suppe und Pelmeni und Palatschinken – auch da hatten wir gleich an der Tür des Restaurants unsere Impfbescheinigungen vorzeigen müssen, um überhaupt eingelassen zu werden – ging’s dann auch insgesamt wieder, so dass sogar noch ein kleiner nächtlicher Spaziergang drin war.

Hallo Vilnius! Ich glaube, wir werden noch grosse Freunde werden!

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Tag 1: Turku-Tallinn
Tag 2: Tallinn-Riga
Tag 3: Riga-Šiauliai


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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 3: Riga-Šiauliai

Seit pandemiebedingt überall so wenige Touristen sind und Ferienwohnungen in Hülle und Fülle und zu annehmbaren Preisen verfügbar, bucht der Ähämann unsere Unterkünfte nach Ausblick.

Als wir aufwachten, guckten wir auf blauen Himmel, Hansehäuser und den Rigaer Dom. Vom Küchenfenster auf die Petrikirche. Und für den kleinen Herrn Maus, unseren Flaggenfan, wehte hier und dort gut sichtbar die eine oder andere lettische Flagge.

Architektonischer Fakt am Rande: genau so, wie der Turm des Rigaer Doms, würde der Turm des Turkuer Doms auch aussehen, wenn er nicht beim Grossbrand 1827 abgebrannt wäre und von Herrn Engel einen moderneren verpasst bekommen hätte.

Der Plan für den Tag war: die Rucksäcke in Schliessfächer am Bahnhof bringen, die beeindruckenden Rigaer Markthallen zwecks weiterer Reiseproviantbeschaffung aufsuchen, ein bisschen kreuz und quer durch Riga laufen, gut essen gehen und abends den nächsten Zug besteigen.

Auf dem Weg zu den Markthallen hatten wir aber alle plötzlich keine Lust mehr auf den Umweg über den Bahnhof und uns an Tag drei auch irgendwie schon an die Last auf dem Rücken gewöhnt, und so behielten wir die Rucksäcke einfach auf. Am Rest des Planes allerdings hielten wir fest.

Symbolbild Markthallenbesuch. Nein, zersägte Klumpen Fleisch haben wir nicht gekauft. Auch die halben Schweinsköpfe, riesigen Rinderzungen, Schweineherzen und Rinderlebern liessen wir schaudernd, aber staunend – „So gross sind die?“ – liegen.

Den Rest des Tages liefen wir durch ein sonnenbeschienenes, herbstgelbes, touristenleeres Riga. So schön!

Diesmal statteten wir auch Milda, die hoch oben auf dem Freiheitsdenkmal steht, einen Besuch ab. Milda ziert auch die lettischen Euromünzen, und ab jetzt – endlich! – werde ich lettische und litauische Münzen nie mehr verwechseln.

Das Freiheitsdenkmal wurde 1935, zu Zeiten der ersten Unabhängigkeit Lettlands, errichtet und hat wundersamerweise die Zeit der sowjetischen Besatzung überlebt. Dass die drei Sterne, die Milda in die Höhe hält und die drei Regionen Lettlands verkörpern sollen, in dieser Zeit offiziell zu Sowjetsternen und einem Symbol des Zusammenhalts der drei baltischen Sowjetrepubliken umgedeutet wurden, scheint mir ein recht geringer Preis dafür.

In Riga kamen zum ersten Mal überhaupt unsere vier Impf-QR-Codes zum Einsatz. Die Letten nennen es Covidpass, wie verwirrenderweise auch das lettische Covid-Einreiseformular heisst, für dessen korrektes Ausfüllen man ebenfalls einen QR-Code bekommt. Nachdem wir aus einer Bäckerei mehr oder weniger unfreundlich wieder rausgeschmissen worden waren, nachdem wir auf die Aufforderung „Covidpass!“ den Einreise-QR-Code gezeigt hatten, der aber logischerweise für die Coronapass-App der Bäckerei nicht lesbar gewesen war, ging uns auf, dass man eigentlich unsere Impfbescheinigung hatte sehen wollen.

(Lacht ruhig, wir kommen aus Finnland…!)

Ich fand es jedenfalls nach anderthalb Jahren Eigenverantwortung und Risiken-selbst-abschätzen sofort total beruhigend; schliesslich haben wir ja auch immer noch ein ungeimpftes Kind dabei. Noch beeindruckender fand ich, dass unsere finnischen Codes in der deutschen Corona-App – fragt nicht; ich glaube, ich erzähle dazu am letzten Reisetag was – mit der lettischen Impfpass-Lese-App der Kellnerin reibungslos zusammenarbeiteten. Sagte ich schon, dass EU toll ist?!

Hinterher noch kurzer Supermarktbesuch zur Vervollständigung des Reiseproviants.

Während sich, wenn wir mit dem Auto reisen, jeden Tag mehr Lebensmittel und angebrochene Lebensmittelpackungen ansammeln, waren wir als Rucksacktouristen diesmal wirklich diszipliniert (und hatten trotzdem nicht das Gefühl, auf irgendwas verzichten zu müssen). Wir kauften jeweils nur eine Halbliter-Milchpackung, die garantiert nach dem nächsten Frühstück leer wäre, nur eine Flasche Bier, nur einen Liter Saft, Kaffeesahne in Minipäckchen (die wir allerdings in des Fräulein Maus  ehemalige „250-ml- Vollmilch-in-die-Schule-transportier-Thermosflasche“ umfüllten), nur eine Sorte Käse, möglichst ein Brot, das sich sowohl für Abendbrot als auch für Frühstück eignet, den einen Milchreis, den das Fräulein Maus wollte, den einen Apfel, den sich der kleine Herr Maus wünschte. Wir zogen abends mit leichtem Gepäck in unsere Ferienwohnungen ein und am nächsten Morgen mit noch leichterem Gepäck wieder aus.

(Bis zur Rückreise jedenfalls. Da mussten wir uns leider schon mehrere Tage vor Heimkehr die Rucksäcke mit lettischem Bier, lettischem Apfelblütenhonig und estnischer Rhabarberlimonade vollladen.)

Abends halb acht bestiegen wir den nächsten Zug.

Normalerweise – ohne Pandemie und Flüchtlingskrise an der weissrussischen Grenze – könnte man mit der ukrainischen Bahn von Riga über Vilnius und Minsk bis nach Kiew fahren. Zur Zeit aber bleibt einem zwischen Riga und Vilnius eigentlich nur der Bus.

Eigentlich. Denn der Ähämann hattet uns zumindest für die Hinreise eine Reisemöglichkeit aufgetan, die möglichst viel – wenn auch nicht ausschliessliches – Zugfahren beinhaltete, dafür mit einer zusätzlichen Übernachtung in Šiauliai, einer Industriestadt im Norden Litauens, von der noch nie jemand etwas gehört hat, die aber einen für unsere Reisepläne äusserst wichtigen Bahnhof besitzt, verbunden war.

Šiauli.. was? Šiauliai. Hihi. Šiauliai! Wir alle fanden den Namen schon Wochen vor der Reise so toll, dass der kleine Herr Maus, wann immer ihn die Vorfreude übermannte, „Šiauliai!“ ausrief, woraufhin wir anderen bekräftigend, ebenfalls voller Vorfreude, „Šiauliai!!!“ antworteten. „Šiauliai!“ wurde gewissermassen zum Motto unserer Reise.

Zunächst fuhren wir mit einem weiteren lila-gelben Rumpelzug, diesmal elektrisch, ins südlettische Jelgava.

Während der Zug zwischen Valga und Riga offensichtlich irgendwann in den letzten 30 Jahren innen mal modernisiert und mit deutschen (!) Reisebussitzen ausgestatt wurde, fährt man zwischen Riga und Jelgava HolzKunstlederklasse. Sollte uns recht sein. Die lettischen Züge waren mit Abstand die coolsten. Und billigsten: wir bezahlten 1,89 € pro Person. Dafür bekommt man anderswo ja nicht mal mehr ein Strassenbahnticket!

Ein bisschen schade war, dass es schon wieder dunkel war, als wir über die grosse, eiserne Eisenbahnbrücke über die unglaublich breite Daugava rollten, die ja quasi den Anstoss zu dieser Reise gegeben hatte, und dass wir auch sonst nicht viel von der Landschaft sahen.

Nach einer Dreiviertelstunde kamen wir in Jelgava an, wo wir erst eine halbe Stunde in der Bahnhofshalle absassen und dann eine Viertelstunde bibbernd und ein bisschen aufgeregt mutterseelenallein auf dem Bahnhofsvorplatz standen und auf den Flixbus warteten, der uns hoffentlich wirklich da abholen würde. (Dass sich der Ähämann die Flixbus-App heruntergeladen hatte und wir in Echtzeit sehen konnten, wo sich der Bus gerade befand, war tatsächlich recht beruhigend.) Der Bus kam dann auf die Minute pünktlich aus dem mittlerweile schon sehr weit entfernten Tallinn und schaukelte uns eine reichliche Stunde über schnurgerade zunächst lettische, bald litauische Landstrasse von Jelgava nach Šiauliai. (Zwischendurch gab es noch einen Tankstopp, bei dem der Busfahrer knapp 200 Liter Diesel in den Bustank gluckern liess.) Wir waren nicht nur die einzigen, die in Jelgava in den Bus einstiegen, sondern auch die einzigen, die in Šiauliai wieder ausstiegen. Dann fuhr der Bus Richtung Warschau, wo er 17 Stunden nach Abfahrt in Tallinn ankommen würde, in die Nacht davon.  Ich musste an die Ukrainerin denken, die in meinem Jahr in Bielefeld im gleichen Studentenwohnheim gewohnt hatte und vom Jahnplatz aus mit dem Bus nach Kiew fuhr, wenn sie ihre Familie besuchen wollte.

Halb elf jedenfalls kamen wir in Šiauliai an, wo buchstäblich schon die Bürgersteige hochgeklappt waren, liefen die paar hundert Meter zu unserem gebuchten Apartment und freuten uns einmal mehr, dass es heutzutage Türcodes und Schlüsseltresore gibt und man sich nicht mehr zu nachtschlafener Zeit mit einem Vermieter oder einer Vermieterin verabreden muss.

Im Bad wurde mir ganz sentimental zumute: da hing ein Tatramat! Ich fühlte mich sofort an den Lieblingsurlaubsort meiner Kindheit zurückversetzt: dort hatte das Vorvorvorgängermodell im Bad gehangen und gerade so viel Wasser erhitzt, dass es für zweieinhalb kurze Duschen reichte.

Ausserdem: mitternächtliche Maskenkocherei. Was muss, das muss.

Bevor wir in unsere – angesichts der Nicht-Touristigkeit des Ortes superbilligen – Betten sanken, murmelte der grosse Herr Maus noch: „Eigentlich ist ja morgen erst der erste richtige Ferientag.“ Und wir alle nickten müde, aber glücklich und dachten: „Und was wir schon alles erlebt haben…!“

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Tag 1: Turku-Tallinn
Tag 2: Tallinn-Riga


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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 2: Tallinn-Riga

Am nächsten Tag schliefen wir, wie es sich für einen ersten Ferientag gehört, aus. Wir frühstückten in Ruhe, beluden unsere Rucksäcke wieder und machten uns auf den schönsten Weg zu einem Bahnhof, den wir je gegangen waren: er führte mitten durch die Tallinner Altstadt. Zeit für ein kleines zweites Frühstück auf dem Rathausplatz  war auch noch.

Im Bahnhofssupermarkt vervollständigten wir unseren Reiseproviant und begaben uns dann… nicht etwa auf den Bahnsteig, sondern auf den Bahnhofsvorplatz. Schienenersatzverkehr.

Zum Glück nur bis zum ersten Halt noch innerhalb Tallinns, wo wir einen orangen Triebwagen namens Tarapita bestiegen.

(In Estland haben offensichtlich nicht nur die Strassenbahnen Namen, sondern auch die Züge ♥.)

Im orangen Dieseltriebwagen schaukelten wir die nächsten dreieinhalb Stunden durch orange Landschaft. Irgendwann soll das schneller gehen, wenn die Rail Baltica fertiggestellt ist und die Züge ohne den grossen Schlenker nach Osten direkt nach Süden fahren werden, aber wir haben jede Minute der dreieinhalb Stunden genossen.

In Valga, Grenzstadt auf estnischer Seite, trifft der estnische Zug auf seinen lettischen Kumpel. Wer über die Grenze möchte, latscht über die Gleise auf den nächsten Bahnsteig und steigt in den dort wartenden Zug.

(Ist EU nicht toll?!)

Bis der losfuhr, hatten wir allerdings noch anderthalb Stunden Zeit, und deshalb begaben wir uns nach dem dringend nötigen Besuch des Bahnhofsklos, wo eine alte Frau sass und von jedem für die Toilettenbenutzung 20 cent einsammelte, Richtung „Stadtzentrum“, wobei die Kinder den ersten Kulturschock der Reise bekamen: in Valga ist wirklich der Hund begraben, und wer sonst nur geleckte Touristenorte oder saubere westeuropäische Städte kennt, der darf schon ein bisschen entsetzt sein, wenn gleich neben dem Bahnhof ein Holzhaus und ein Plattenbau gleichermassen verlassen vor sich hin verfallen. Die Kinder lernten aber auch, dass es sich lohnt, zweimal hinzugucken: auf der Rückfahrt, als wir wieder in Valga Aufenthalt hatten, sagte das Fräulein Maus: „So schlecht ist es hier eigentlich gar nicht. Eigentlich ist das auch nur eine ganz normale Stadt.“

Das einzige Café der Stadt hatte leider schon geschlossen, für das einzige Restaurant der Stadt reichte die Zeit nicht, also blieb uns nur der Supermarkt in Laufentfernung, der aber ganz überraschend – wir freuten uns alle sehr – die estnische Rhabarberlimonade im Sortiment hatte, die neuerdings so schwer zu bekommen ist.

Dann bestiegen wir endlich einen der lila-gelben Züge, die der kleine Herr Maus im Sommer so angehimmelt hatte. Und, ich gebe es zu, ich habe auch eine grosse Liebe zu sowjetischen – „russischen“ wäre in dem Fall falsch, denn die lettischen Personenzüge sind ein Produkt der Rigaer Waggonfabrik – Loks und Zügen.

Eine Fahrkarte ins rund 160 km entfernte Riga kostet tatsächlich nur 5,22 € pro Person. Zusätzlich zu den Tickets wollte die Schaffnerin auch unser Covid-Einreiseformular sehen. (Sie sprach übrigens Lettisch und Russisch. Grosser Spass. Zum Glück ist des Ähämanns Schulrussisch gar nicht so schlecht.)

Dann rumpelten wir mit dem lila-gelben Personenzug weitere drei Stunden im immer schöner werdenden Abendlicht durch herbstbunten Wald. Es hätte keine schönere Jahreszeit für diese Reise geben können!

Lettische Bahnübergänge machen übrigens „Viu-viu-viu-viu“ wie eine Polizeisirene, was bei uns erst für grosse Verwirrung sorgte: es kann doch nicht sein, dass an jedem Bahnübergang, den wir passieren, gerade ein Polizei- oder Krankenauto vorbeifährt?!

Als wir in Riga ankamen, war es schon dunkel, aber wir überhaupt nicht müde, sondern nur freudig aufgeregt: Hallo Riga! Da sind wir wieder!

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Tag 1: Turku-Tallinn


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Mit dem Zug durchs Baltikum, Tag 1: Turku-Tallinn

Bei uns ist es ja oft so, dass eine Reise den Anlass zur nächsten gibt.

Diesmal war es so: im Sommer hatte der kleine Herr Maus in Riga bei fast jedem lila-gelben Personenzug, der über die grosse, eiserne Brücke über die Daugava rollte, gefragt: „Können wir nicht auch hier mal Zug fahren?!“

Klar. Warum eigentlich nicht? Noch ehe die Sommerferien beendet waren, hatten wir einen Plan für die Herbstferien.

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Freitagnachmittag am letzten Schultag vor den Herbstferien. Die beiden Oberstufenschüler der Familie durften „Mittagskinder“ sein. Der kleine Herr Maus, der den kürzesten Schultag und den kürzesten Schulweg hat und keinesfalls die Musikstunde verpassen wollte, kam nach der letzten Stunde unverzüglich heimgeradelt. Der Ähämann und die Kinder schulterten ihre Rucksäcke und liefen zum Bus. Ich ging kurz vor den Dreierkindern aus dem Hort los und einmal quer durchs Stadtzentrum. Gleichzeitig trafen wir am Bahnhof ein.

Wir überlegten gemeinsam, dass unsere letzte gemeinsame Zugfahrt – danach waren nur das Fräulein Maus einmal zur mittelfinnischen Freundin und der Ähämann zwei- oder dreimal auf Arbeit gefahren – die nach Helsinki ins Heureka! war, noch im März 2020, als man vielleicht schon besser nicht mehr Zug gefahren wäre. Kein Wunder, dass wir alle ein bisschen vor Vorfreude, dass der schöne Teil der Reise diesmal direkt in Turku anfing, hüpften!

(Fast hatten wir uns ja schon darauf eingestellt, statt mit dem Zug mit dem Onnibus nach Helsinki fahren zu müssen, weil die Zugtickets zu Beginn und Ende der Herbstferien wahrscheinlich unbezahlbar wären. Aber – zeitige Planung zahlt sich aus: der Ähämann kaufte noch im August, noch vor Ende der Sommerferien, Tickets für uns alle fünf plus eine zusätzliche Sitzreservierung für seinen Rucksack zum sensationellen Preis von 33,00 €. Zugfahren ist ja doch viel schöner. Auch wenn jetzt endgültig alle dem Spielwaggon entwachsen sind.)

Bis auf den Ähämann sassen wir auch alle zum ersten Mal in einem Zug, der von einer Sr3 gezogen geschoben wurde:

Normalerweise hat die finnische Bahn ja keine Verspätung – es sei denn, es muss ein Rohr gewechselt werden oder es wurde ein Elch überfahren, der Sturm hat einen Baum auf die Schienen gekippt oder der Zug ist mit einem Auto zusammengestossen – aber aufgrund unglücklicher Umstände mussten wir kurz vor Helsinki doch eine Stunde lang bibbern, ob wir rechtzeitig zum Hafen kommen würden. Mit 40 Minuten Verspätung kamen wir in Helsinki an.

Das war noch nicht zu spät – aber viel Musse, den Steinmännern am Hauptbahnhof, die seit Pandemiebeginn vorbildlich Maske tragen, zuzuwinken, und die Strassenbahnfahrt vom Bahnhof zum Hafen zu geniessen, hatten wir nicht.

Das neue Fährterminal am Westhafen sahen wir zum ersten Mal aus der Fussgängerperspektive. Es ist so schön geworden! „Fast wie ein Flughafenterminal!“, sagten die Kinder. „Ein bisschen wie die Oodi!“, dachte ich.

Die Fähre war ausgebucht – zumindest die Autoplätze – und wir waren froh, dass wir inzwischen alle geimpft sind und deshalb endlich wieder Buffet gebucht haben. Damit ist nicht nur gleich das Abendbrot erledigt, sondern das spart auch den Kampf um einen bequemen Platz während der Überfahrt, wenn das Schiff so voll ist. Während bei Viking Line das Buffet nach anderthalb Stunden geschlossen wird – und auch schon nach einer Dreiviertelstunde die Vorspeisen abgeräumt werden – kann man bei Tallink, wenn man möchte, in aller Ruhe von Hafen zu Hafen im Restaurant sitzen und sich querbeet und nochmal von vorn durchs Buffet essen. Der Ähämann freute sich, dass wir diesmal beide ein Glas Wein trinken konnten. Das Auto zu Hause zu lassen, hat viele Vorteile.

Halb zehn kamen wir in Tallinn an. Neuerdings muss man für Estland auch so ein Corona-Einreiseformular ausfüllen und vor Einreise entweder geimpft, genesen oder getestet sein, aber keine Sau interessierte sich letztendlich am Hafen dafür.

Die zwei Kilometer Weg vom Hafen zu unserer Unterkunf zogen sich mit den schweren Rucksäcken und zu nächtlicher Stunde ein bisschen, aber die Reisekinder waren viel zu freudig aufgeregt, um zu murren.

Masken kochen, Zähne putzen, ins Bett fallen.
Morgen geht es schon bis nach Riga!


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Es gibt wieder Adventskalender! [Nichtkommerzielle Werbung]

Der Freundeskreis Finnische Pfadfinderadventskalender scharrt – wie mir in den letzten Tagen und Wochen auf den verschiedensten Kanälen mitgeteil wurde – schon mit den Hufen.

Ab heute kann er bei mir bestellt werden, der diesjährige Pfadfinderadventskalender.

Er ist, das kann ich aus nunmehr 18-jähriger Erfahrung sagen, der schönste und unkitschigste Bilderadventskalender, den ich kenne. Hinter jedem Türchen befindet sich ein sich genau ins Gesamtbild einfügendes Bildchen, es werden die Adventssonntage, der Unabhängigkeitstag und der Luciatag bedacht, und ausserdem wird er dieses Jahr ganze drei Bonustürchen haben: da der Kalender immer entweder am 1. Dezember oder am 1. Advent – je nachdem, was eher ist – anfängt, wird er dieses Jahr auch ein Türchen für den 28., 29. und 30 November haben. Und ich glaube jetzt schon zu wissen, dass die 24 dieses Jahr das gelungenste Türchen alles Zeiten ist. ♥

An den Adventssonntagen kann man sich übrigens seit letztem Jahr eine zum Adventskalenderbild passende Fortsetzungsgeschichte anhören – allerdings muss man dafür Finnisch oder Schwedisch können.

Der Kalender hat ungefähr A4-Format (31 x 22 cm) und enthält auch noch einen Bogen Geschenkaufkleber.

Der Kalender wird auch in diesem Jahr 10 € kosten, die ohne Abzug den finnischen Pfadfindern zugute kommen: 4,90 € gehen direkt an den eigenen Pfadfinderstamm, der Rest an den jeweiligen Regionalverband sowie den Landesverband.

Über die finnische Post, die leider zur Beförderung der Kalender nötig sein wird, möchte ich eigentlich gar nicht mehr reden. Drei augenrollende Warnungen: die Post hat das Porto natürlich schon wieder erhöht, seit letztem Jahr ist die Brieflaufzeit nach Deutschland deutlich länger als in den Jahren zuvor, und ich werde leider die Briefmarken nicht mehr von Hand abstempeln lassen können, da die letzte Turkuer Postfiliale im Januar geschlossen wurde und man Postsachen jetzt nur noch an den Infos von Supermärkten und Ähnlichem erledigen lassen kann. (Eine echte Post gibt es, soweit ich mich an den Zeitungsartikel über die Schliessung der Turkuer Hauptpost erinnern kann, mittlerweile nur noch in drei (!) finnischen Städten.) Ich verspreche aber, trotzdem schöne Briefmarken auf die Umschläge zu kleben!

Die Preistabelle für die Adventskalender inklusive Verpackung und Versand nach Europa sieht also dieses Jahr folgendermassen aus:

1 Stück: 14,50 €
2 Stück: 26,50 €
3 Stück: 36,50 €
4 Stück: 46,50 €
5 Stück: 60,00 €
6 Stück: 70,00 €

(Versandkosten nach ausserhalb Europas oder für mehr als 6 Kalender teile ich gern auf Anfrage mit.)

Bestellungen ab heute bis 10. November bitte per Mail an myyratohtori(klammeraffe)web.de. Wie gewohnt schicke ich dann eine Antwort mit den Kontodaten und dem Gesamtpreis. Nach Geldeingang verschicke ich die Kalender möglichst schnell.

Letztes Jahr schrieb mir übrigens ein Arzt aus der Schweiz, der seit vielen Jahren bei mir Pfadfinderadventskalender bestellt, dass bei einem Kind im Krankenhaus über dem Bett ebenfalls ein finnischer Pfadfinderadventskalender hing, den das Kind von seiner Lehrerin geschenkt bekommen hatte. Wir vermuten beide, dass auch dieser Kalender durch meine Hände gegangen ist, und das ist vielleicht das Wunderbaste an der ganzen Sache – mehr noch, als dass die Pfadfinder vom Verkaufserlös schöne Sachen machen können – dass sich die finnischen Kalender in der weiten Welt mittlerweile sogar begegnen und Menschen ein bisschen fröhlicher machen.