Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Hinterlasse einen Kommentar

„Bahne frei! Kartoffelbrei!“

Wir hatten am Wochenende sowohl volles Programm als auch bestes Rodelwetter. Ein Glück – denn so ein Abstecher zum Schlittenberg passt immer noch irgendwo dazwischen. Auch gleich zweimal.

Wir hatten natürlich die gesamte Ausrüstung mit: den blauen Plasteschlitten, die grüne Schüssel, für jedes Kind einen Poporutscher. Aber das Beste ist doch mein alter Hörnerschlitten!

„So ein toller alter Schlitten…!“ hören wir bei jedem Rodelbergbesuch mindestens dreimal. Und das ist ja auch wahr! <3


Hinterlasse einen Kommentar

Es ist gespurt!

Letzte Woche kursierte hier eine Karikatur, auf der zu sehen war, wie nach dem Schneesturm grummelnd die Autobesitzer ihre Autos ausgraben, die Hausbesitzer bergeweise Schnee wegschippen, die Hundebesitzer durch hüfttiefen Schnee waten und die Waldbesitzer die Schäden betrachten – während die Skifahrer vorfreudig hibbelnd nur eine Frage beschäftigt: Gibt’s schon Loipen?!

In Klein-Lappland gibt’s schon welche. (Und heisse Suppe und Tee und Kuchen auch, und dem Fräulein Maus wurde gleich zur Begrüssung ein Teebeutel ihrer bevorzugten Sorte Roibuschtee gereicht. Wir waren wohl doch recht oft da im letzten Winter…)

Zum Glück ist mindestens die Hälfte der Loipen beleuchtet, denn halb vier war es schon wieder finster. Nicht, dass es überhaupt irgendwie richtig hell geworden wäre… aber mittags konnte man wenigstens sehen, wo man hinfuhr.

Wie anders als im März…!
(Oder April…!!!)


3 Kommentare

Skitour auf Südwestfinnisch

Der Turkuer Winter ist – wenn er nicht sowieso ganz ausfällt – im allgemeinen so: einen Tag schneit es, am nächsten Tag herrscht tiefer Frost, am übernächsten Tag regnet es, am überübernächsten gefriert der ganze Kladderadatsch wieder (was der Turkuer lakonisch Schädelbruchwetter nennt).

Gestern Abend ging der Regen endlich wieder in Schnee über, und in der Nacht zog ein heulender, wirbelnder Schneesturm über die Stadt. Heute früh lagen offiziell 6 cm Neuschnee – was allerdings heisst, dass er an manchen Stellen zu 20 cm dicken Schneehaufen zusammengeweht war und an anderen das blanke Eis rausguckte. Das Ganze bedeckt von vom Sturm heruntergezausten Nadeln und Ästchen.

Ich sag‘ mal so: wir sind schon bei besserem Wetter skigefahren. Aber die Sonne schien – für zwei, drei Stunden auf Augenhöhe ab und zu zwischen den Bäumen hindurch – und allein dafür hat sich der Ausflug bei beissendem Wind auf abwechselnd Kunstschnee, stumpfem Neuschnee und spiegelblankem Eis gelohnt!

Die Wetteraussichten für die folgenden Tage: morgen -14°C und Sonne, übermorgen +2°C und Regen. Ohne Scheiss. So ist das hier.


Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten wie immer

„Nein, Mama, wir wollen alles so machen wie immer!“, protestierten drei Kinder, als ich vorschlug, dieses Jahr vielleicht nicht mehr zum Kindergottesdienst zu gehen, sondern ein bisschen später zu einem anderen.

Unser Weihnachten war also wie immer: mit Weihnachtsfriedensverkündung, Milchreis (der unterm Federbett quillt in unserem Bett schläft, während wir weg sind) zum Mittagessen, Kindergottesdienst, Geschenken unterm Baum und Weihnachtssauna.

Und mit -10 Grad und Schnee!!!
(Und das ist sehr viel mehr, als wir an einem „Weihnachten wie immer“ erwarten dürfen!)

Mein schönster Moment des Tages – neben dem, als alle schon aus der Kirche hinausströmten und der Organist noch in der kerzenbeleuchteten Kirche Händels „Ave Maria“ spielte – war dann auch, nach der Sauna dampfend auf der Bank im verschneiten Garten neben dem schneebedeckten, funkelnden Weihnachtsbaum zu sitzen.


4 Kommentare

22. Dezember

Heute war letzter Schultag und erster Ferientag zugleich.

Letzter Schultag, weil es Zeugnisse hier grundsätzlich am Samstagmorgen gibt, mit Eltern. Finde ich ja eigentlich nicht schlecht, aber wo die Weihnachtsferien sowieso schon so kurz sind…! Wir quälten uns heute also um 6:30 Uhr aus dem Bett, dann gingen die Kinder voraus in ihre Schulen, und wir kamen eine Stunde später nach. Der Ähämann nahm das Auto, ich den Tretschlitten. In der Schule sangen wir sehr lustige Weihnachtslieder, dann gab es Zeugnisse. Um zehn fingen endlich die Ferien an.

Statt Grossputz oder Weihnachtslebensmitteleinkauf machten wir die erste Skitour der Saison.

Den Kilometer Kunstschneeloipe, auf dem sich die Fitnessjünger drängten und fast über den Haufen fuhren, liessen wir links rechts liegen und bogen auf einen ausgedehnten Teil des Turkuer Loipennetzes ab, der zwar noch nicht gespurt ist, aber wunderbarst zu befahren war, und auf dem wir insgesamt drei Skifahrern begegneten. Ich wusste noch gar nicht, was für schönen Wald wir mitten in der Stadt haben…! Und es schneite einfach immer weiter und weiter und weiter…! Nur mit dem Tageslicht war es, am kürzesten Tag des Jahres, nicht weit her. Zum Glück sind die Loipen hier alle beleuchtet, sonst hätten wir uns seeehr beeilen müssen, rechtzeitig wieder zurück zu sein.

Die letzte Skitour zu Ostern, die erste kurz vor Weihnachten, dazwischen ein Rekordsommer. Was für ein wunderbares Jahr! <3