Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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2016

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Abgesehen von all dem weltpolitischen Mist – für mich ganz persönlich: 9. Mindestens.

2. Zugenommen oder abgenommen?
Eher zu. Weiss ich aber nicht so genau. Seit der letzten Schwangerschaft habe ich mich schätzungsweise vier Mal gewogen.

3. Haare länger oder kürzer?
Länger.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
2017 werde ich mir eine Lesebrille zulegen.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Gleich viel.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Den gleichen.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Vermutlich ungefähr gleich viel.

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Tjanun. Der eine der sieben zu verkaufenden Rubbelloskalender, den wir behalten haben, hat uns auch dieses Jahr weder ein neues Auto, einen Traumurlaub in Europa noch einen Marimekko-Topflappen beschert…

9. Mehr bewegt oder weniger?
Spontan hätte ich gesagt: gleich viel. Aber die Strecken, die man mit den Kindern skifahren oder radfahren oder wandern kann, werden ja doch von Jahr zu Jahr länger.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Eine ausgerenkte und gebrochene Schulter. Zwei, drei Mal flunssa ohne Fieber.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Ganz objektiv: die Schulter natürlich. Andererseits: das Timing war perfekt. Die sensationellen vier Wochen Krankschreibung, waren sowohl zeitlich als auch finanziell durchaus günstig. Ich musste nicht einmal aufs Skifahren verzichten, und überhaupt habe ich an die ganze langwierige Geschichte hauptsächlich gute Erinnerungen. Schlimm ist anders.

12. Der hirnrissigste Plan?
“Ich kann ja auch von zu Hause bisschen arbeiten.“

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Wie ich seit dieser Woche weiss, offensichtlich die 37 Male, die ich auch dieses Jahr wieder mit den Kindern auf der Autofähre bis hoch unter die Brücke gestiegen bin während der Überfahrt.

14. Die teuerste Anschaffung?
Eine Harfe.

15. Das leckerste Essen?
Es gibt eine ganz kleine Gaststätte in einem kleinen Ort im Erzgebirge, in der schmeckt sogar Mischgemüse, dem ich sonst überhaupt nichts abgewinnen kann, köstlich.

16. Das beeindruckendste Buch?
”Erziehung eines Helden”.
(Überhaupt habe ich dieses Jahr sehr viele und sehr schöne Bücher gelesen. Ein Hoch auf unsere Bibliothek!)

17. Der ergreifendste Film?
Ich habe dieses Jahr (neu) gesehen: Me Rosvolat (auf DVD), „Oskar, Rico und der Diebstahlstein“ (im Kino), ”Tatu & Patu “ (im Kino), “Onneli und Anneli im Winter” (auf DVD) und “Helden des Polarkreises 2” (auf DVD). “Me Rosvolat” hat mir am besten gefallen, aber einen ergreifenden Film habe ich wohl dieses Jahr nicht gesehen.

(Ausser Joulutarina, dieses Jahr zum ersten Mal mit den Kindern angeguckt. Aber den kannte ich ja schon.)

18. Die beste CD?
Wir haben – insbesondere auf Wunsch der Kinder – sehr viel Coldplay gehört dieses Jahr.

19. Das schönste Konzert?
Der grosse Herr Maus und die anderen Klavierschüler der befreundeten Klavierlehrerin führten Anfang des Jahres gemeinsam The Snowman auf. Das war ein sehr kleines, aber sehr, sehr feines Konzert.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Mit dem Organisieren und Unter-einen-Hut-Bringen von Dingen.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Sommer geniessen. Drei Monate lang.

22. Zum ersten Mal getan?
Einen Tretschlitten gekauft.
Ein Smartphone besessen. (Als schätzungsweise vorletzter Mensch auf der Welt.)
Für eine Zeitschrift einen Artikel auf Finnisch geschrieben. (Zwei!)
Mit den Kindern eine Zeltwanderung gemacht.
Ein Kind ohne uns nach Deutschland fliegen lassen.
Mit einem Kind auch bei Schnee und Eis Fahrrad gefahren.
Einen Versandhandel für Adventskalender betrieben.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Auf dem Meer schlittschuhgelaufen.
Nachtzug gefahren und Urlaub im BlauenRoten Mökki gemacht.
Auch in Turku ausgiebig Ski gefahren.
In der Sächsischen Schweiz gewesen.
Den Wörlitzer Park besucht.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die andauernden Wutausbrüche des grossen Herrn Maus.
Diverse abendliche Besuche in der Notaufnahme.
Diesen einen Montag.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Überzeugen? Ich versuche, wenigstens mit gutem Beispiel voranzugehen. Mit eher mässigem Erfolg, fürchte ich.

26. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Eine Diamantenmuschel.

27. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
“Ich mach‘ dir dann den Arbeitsvertrag fertig – ab 1. September, und das mit den sechs Monaten geht auch klar.“

28. Dein Wort des Jahres?
Sommerferien.

29. Dein Unwort des Jahres?
Dieses Jahr wieder ganz konkret, nicht nur symbolisch: Weihnachtselfen!!!

30. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Wie immer in der Blogroll.

31. Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Weltfrieden. Echt jetzt.
(Und so für mich: ein neuer oder anderer oder überhaupt irgendwie Job für wenn das Eichhörnchenprojekt dann endgültig zu Ende ist.)

[2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015]


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kaksisataaneljäkymmentäseitsemän

Als wir heute am Frühstückstisch – so gegen halb zwölf – gemeinsam überlegten, was wir denn mit dem schönen sonnigen Tag – der allerdings trotzdem nur noch drei Stunden dauern würde – anfangen sollten, da lief es mal wieder auf Autofähre fahren, ein bisschen wandern und danach im Allzeitlieblingsrestaurant essen hinaus.

Der Rundweg, für den wir uns heute entschieden, sollte laut Beschreibung über einen sehr steilen Aufstieg mit einem Seil als Aufstiegshilfe führen. Dass man da nun hier in der Gegend keinen alpinen Wanderweg erwarten kann, dass war uns ja schon allen klar. Dennoch hatten zumindest die Kinder eher so etwas zum Hochziehen erwartet, als das, was wir dann vorfanden: ein dickes Tau am linken Wegesrand von Baum zu Baum gespannt, das weder als Absturzsicherung nach links noch zum Hochziehen und Festhalten während des kein bisschen steilen Aufstiegs gebraucht wurde.

Das passte auch sehr gut zu dem, was wir kurz vorher auf der Autofähre erlebt hatten. Als der kleine Herr Maus und ich wie immer sofort die Treppe zur Balustrade, auf der wir neulich erst noch während der Überfahrt Ausblick und Zeltkakao genossen hatten, erklimmern wollten, war die mit lauter „Zutritt verboten“-Schildern und -Pforten versehen. „Das ist gefährlich da oben!“, murmelte die Autoeinweiserin mir auf Nachfrage zu.

HIMMELHERRGOTTNOCHMAL!

Ja, ich habe in den letzten Jahren bestimmt auch fünfhundert Mal „Und immer schön auf der anderen Seite gehen!“, „Nicht rennen!“, „Nicht zum Geländer rauslehnen!“, „Mit beiden Händen festhalten!“, „Schön langsam die Treppe runtergehen!“ gesagt. Aber ich habe auch beobachtet, wie ich mich von Fährfahrt zu Fährfahrt mehr auf die Kinder verlassen konnte. Dass sie mich mit ihrem irren Durch-die-Gegend-Gespringe zur Weissglut treiben können, aber dass sie, wenn es darauf ankommt, vorsichtig sind wie sonstwas, von sich aus. Und jetzt ist das auf einmal zu gefährlich?!

ES KOTZT MICH SO AN!!!

(Die Wanderung war nett. Das Essen – sie haben da seit einiger Zeit einen estnischen Koch – war super. Und von der Fähre, mit der wir zurückfuhren, rollte eine 247.)

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Ein Kommentar

Angekommen

Richtig wieder zu Hause angekommen fühle ich mich immer erst, wenn ich im Meer war.

Auch im Winter.
Besonders im Winter.

„Na, was hat euch denn der Weihnachtsmann gebracht?“, wurden die Kinder von den Saunastammgästen begrüsst. Auch sonst drehten sich die Gespräche um Weihnachten. Es wurde durchgezählt, wer zu Heiligabend vormittags noch Eisbaden war, sich erinnert, wie früher, in der alten Sauna, dann immer die Verkündung des Weihnachtsfriedens im Fernseher lief, sowie eine Diskussion über die perfekte Zubereitung des traditionellen finnischen Weihnachtssalats geführt, die mit den Worten „Also ich kaufe den immer fertig im Supermarkt“ beschlossen wurde. Dann wurden die Kinder mit „Bis zum Bauchnabel?!“ „Bis zum Hals!“ das nächste Mal ins Meer geschickt.


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Im Arzgebirg is wahrlich schie…

Sechs Tage waren sehr kurz.

Aber immerhin. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt. Wir haben uns die Sonne auf die Nasen scheinen lassen. Wir sind über, unter und in den Wolken gewandert und sind sogar durch Schnee gestapft. Ich habe einen Besuch gemacht, der mir sehr am Herzen lag. Wir haben Schnitzel gegessen und Bratwurst und Krapfen und Zuckerwatte und Waffeln mit Schlagcreme. Wir haben uns beleuchtete Fenster angeguckt und sind abends von Pyramide zu Pyramide gefahren.

Es war so schön, wie es im Advent im Erzgebirge nur sein kann.


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Heiligabend

Spätestens, als wir unter den mit echten Kerzen bestückten Kronleuchtern in der kleinen Kirche sassen, die schon immer unsere Weihnachts- und Oster- (und neuerdings Unabhängigkeitstags-) kirche ist, statt des hier unüblichen Krippenspiels in der Predigt eine echte KELA-Kiste – mit Geschenken fürs Jesuskind: ein Lammfell von den Hirten, ein gestrickter Strampler von der Anna-Grossmutter, eine Taufkerze vom Cousin Johannes… – eine wichtige Rolle spielte, ich feststellte, dass mir sämtliche gesungenen Lieder mehr ans Herz gewachsen sind als es irgendein deutsches Kirchenlied je ist, alle mitsangen und mitbeteten und der Familiengottesdienst weit entfernt war von der Theaterhaftigkeit vieler deutscher Weihnachtsgottesdienste, und wir danach auf den mit Kerzen übersäten Friedhof traten, da wusste ich wieder ganz genau, warum zwar die Adventszeit nirgends so schön ist wie im Erzgebirge, aber Weihnachten nirgends so schön wie hier.


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Home sweet home

Die Uhren eine Stunde vorstellen. Zweihundert Säcke und Kisten auspacken. Die Salzkruste vom Auto waschen lassen. Das Auto wieder mit Spikereifen versehen lassen. Milch und Obst einkaufen. Die Post von den Nachbarn holen. Den Weihnachtsbaum aufstellen. Den Weihnachtsbaum schmücken. Abends kurz vor acht noch schnell ein Päckchen von der Post und eins aus dem Paketautomaten holen.

(Es ist sehr praktisch, grundsätzlich früh aus dem Urlaub zurückzukommen.)

Und jetzt: Weihnachten.


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Komische Dinge

„Ach so, sowas wie ein Engelsgeläut…!“
„Sooo gross?!“
„Kann man da mitfahren?“
„Stehen die das ganze Jahr da?“
„Ach da sind nicht nur Krippenfiguren drauf?!“
„Bergmänner?!“

Oder: warum es so schwer ist, zu erklären, woher das Funkeln in unser aller Augen kommt, wenn wir von der bevorstehenden Reise erzählen.

(Wir rutschen dann jetzt mal mit unseren amputierten Winterreifen vorsichtig zum Hafen und durch Schweden. )


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Unwort der Saison

Als ich gestern Abend das Bücherpaket von der Post geholt und ausgepackt hatte und kurz durch das wirklich sehr hübsche Weihnachtsbuch blätterte, sprang es mich wieder an, das Wort, das seit Harry Potter und dem Herrn der Ringe auch in das deutsche Weihnachtsvokabular wabert und mich seit Jahren wütend macht:

Weihnachtselfen.

Es. Gibt. Keine. Weihnachtselfen!!!

Elfen [engl. fairy] sind die libellenartigen, zarten Frauengestalten. Die kleinen pummeligen Wesen mit den roten Zipfelmützen heissen Wichtel [engl. elf].

(Ich werde versuchen müssen, das Wort umzuändern. Oder das Buch wird leider zurückgehen müssen.)


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Allmorgendlich

„Ich fänd‘ so einen Adventskalender schön, wo jeden Tag was zum Zusammenbauen drin ist, und am 24. ist es dann fertig.“

Zum Glück bin ich schon geübt darin, die Adventskalenderwünsche des grossen Herrn Maus vorherzusehen. Ich fand das nämlich auch eine prima Idee, noch bevor er sie ausgesprochen hatte. So toll ich nämlich die Bonustürchen des Pfadfinderadventskalenders finde, so kompliziert machen sie in Jahren, in denen der 1. Advent vor dem 1. Dezember ist, das Verschenken von drei verschiedenen Papieradventskalendern. Schokoadventskalender fand ich schon als Kind langweilig, Päckchenkalender mit 3 x 24 irgendwelchem Schnickschnack, den eigentlich keiner braucht und der dann auch nur rum- und später wegfliegt, zu packen, widerstrebt mir, und all die fertig gepackten Lego-, Playmobil-, Schmuck-, Mumin-, Pixiebuch-… kalender finde ich nicht nur überteuert, sondern vor allem fürchterlich lieblos.

Dieses Jahr also so.

(Leider gab es schon Nervenzusammenbrüche, weil die übermüdeten Wichtel bei ihrer mitternächtlichen Kalenderbefüllerei Teile vergessen hatten und dann ja nicht weitergebaut werden konnte. Der Nikolaus – in einem allerliebsten Brief um Hilfe gebeten – hat es zum Glück richten können.)