Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

sataseitsemänkymmentä

4 Kommentare

”Juhuu, morgen fängt der Sommer an!”, waren die Kinder in Vorfreude auf kurze Hosen, T-Shirts und Sandalen den ganzen Samstag durch die Gegend getanzt. Und das stimmte auch.

Zur Feier des Tages wollten wir eigentlich nach Kasnäs fahren. Aber vermutlich hätten wir dort jämmerlich gefroren – es wäre dort nämlich ähnlich stürmisch gewesen wie beim letzten Mal.

Also fuhren wir in die andere Richtung, weg von der Küste. Ins Landwirtschaftsmuseum wollten wir immer schon mal.

Ein bisschen enttäuscht waren wir, dass die beiden Schweine ”Speck” und ”Kassler”, der Hahn ”Al Capone” mit seinen Hühnerdamen und die kleine Schafherde noch nicht da waren. Mir gefielen dann am besten die alten Landmaschinen. (Und dass die 170 auch auf dem Parkplatz stand.) Dem Fräulein Maus die verschiedenen alten Scheunen. Dem grossen Herrn Maus die Melkmaschine, die man selbst einer Modellkuh anlegen durfte. Dem kleinen Herrn Maus die Trettraktoren draussen vor dem Museum. (Und noch besser der alte, echte Traktor, auf dem er eine halbe Stunde lang sass und fachmännisch Hebel und Knöpfe bediente.)

Wir sassen lange auf der Wiese in der Sonne und machten Picknick. Dann fuhren wir über kleine, gewundene Landsträsschen heim und begegneten unterwegs noch einer etwas… äh… überdimensionierten Kirche, bei der, wie ich mir eigentlich gleich hätte denken können, Herr Engel seine Hände im Spiel gehabt hatte, und die, zum Leidwesen besonders des grossen Herrn Maus, verriegelt und verrammelt war.

”Können wir auf den Friedhof gehen?”, fragte er. (Das muss genetisch sein…) Klar. Wir betrieben dort ein bisschen Lesen, Mathematik und Sozialkunde, sprich: der grosse Herr Maus wählte einen Grabstein aus, das Fräulein Maus las die Namen vor, ich musste ausrechnen, wie alt die betroffene Person geworden war. Wir redeten lange darüber, warum so viele Menschen dort mit nur zwanzig, dreissig, vierzig Jahren gestorben waren, und wie schrecklich es sein mus, wenn ein Baby nur zwei Tage alt wird…

Dann fuhren wir noch ein Stück weiter, denn der kleine Herr Maus hatte auch einen Wunsch: ”Wenn wir an einem Spielplatz vorbeikommen, dann sollen wir dort anhalten!”. Machten wir.

Dann fuhren wir zurück nach Turku und verspeisten beim Inder einen Riesenberg Reis und gegrilltes Huhn, so dass wir die Kinder zu Hause nur noch ins Bett stopfen mussten.

Was für ein rundum schöner erster Sommertag!

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4 Kommentare zu “sataseitsemänkymmentä

  1. Der junge Herr darf mal hier in die Gegend kommen, hier gibts ganz viele Kirchen. Meist romanisch. Und die evangelischen, im neuklassizistischen Stil…
    http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89glise_de_Kanta-Loimaa könnte übrigens für die Leser, die des Finnischen nicht mächtig sind, zugänglicher sein. ;) Find ich nett, wenigstens auf französisch wird was über die Kirche erzählt. (Ob das allerdings ein „Entwurf zum Thema Protestantismus und zum Thema Finnland“ ist, wie oben drüber zu lesen ist, wage ich zu bezweifeln…)

    • Fand ich auch lustig, dass es den Artikel ausser auf Finnisch ausgerechnet auf Französisch gibt…

      Und? Sind die immer auf, die Kirchen? Manchmal sind mir die Katholiken ja sehr sympathisch…

      • Früher waren viele katholische Kirchen wirklich fast oder ganz rund um die Uhr offen. Leider nimmt überall der Vandalismus zu (verunreinigtes Weihwasser ist da fast noch das Harmloseste *bäh*). Aber meist sind hier die katholischen Kirchen zumindest tagsüber immer noch offen.

      • Viele sind offen, ja. Allem Anschein nach ist die Kriminalität hier weniger entwickelt als in anderen Gegenden.
        Und: ja, ich fände es auch gut, evangelische Kirchen „temple“ zu öffnen, und sei es als Ort der Besinnung, der Stille und – wer will – des Gebets, der sich abhebt vom Trubel auf den Straßen und Stränden.

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