Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Februarfrostnächte

Wir haben gerade einen etwas… *hüstel*… erhöhten Kerzenverbrauch.

(Es ist jetzt aber auch schon fast die letzte Gelegenheit. Denn obwohl nachts um die -20°C sind, wärmt die Sonne nachmittags schon so stark, dass das Eis einfach sublimiert. Und überhaupt lohnt sich Kerzen anzünden bald nicht mehr, es ist ja schon jetzt wieder bis halb sieben hell!)


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Wie im Bilderbuch

Als ich letzten Dienstag mit den Kindern wieder 150 km nach Norden fuhr, um den zweiten Teil unserer Skiferien anzutreten, kamen wir kurz vorm Ziel an einer einzeln stehenden, im Abendlicht leuchtenden, kleinen Kirche vorbei. „Guckt mal“, rief ich den Kindern zu, „die sieht ja aus wie die Koiramäki-Kirche!“

Koiramäki („Hundehügel“) ist ein historisches, von Hunden bewohntes Dorf aus den Bilderbüchern von Mauri Kunnas – der auch unser liebstes Weihnachtsmannbuch gemalt und geschrieben hat – die den Kindern auf kurzweilige Art das Leben auf dem Lande vor 200 Jahren nahebringen sollen. Vor Weihnachten erst hat der kleine Herr Maus das Buch über den Weihnachtsgottesdienst in der Kirche von Koiramäki gelesen!

Am nächsten Tag sassen wir mit unserer Gastgeberin in der Sauna und kamen vom Hölzchen aufs Stöckchen und erfuhren eher zufällig, dass die Kirche, die wir gesehen hatten, nicht nur aussieht wie die Koiramäki-Kirche, sondern tatsächlich das Vorbild für die Koiramäki-Kirche ist! 1997 brannte die 500 Jahre alte Kirche, die in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen werden sollte, vollständig ab, als ein Einbrecher seine Spuren verwischen wollte. Mauri Kunnas zeichnete daraufhin das Weihnachtskirchenbuch und spendete den gesamten Verkaufserlös für den Wiederaufbau, eine grosse finnische Papierfirma spendete das für den Druck des Buches benötigte Papier. Über 1000 Leute halfen ehrenamtlich beim Wiederaufbau.

Nun steht sie wieder. Und es war klar, dass wir auf dem Rückweg da unbedingt nochmal anhalten müssten.

„Mama! Mama! Das ist ja wirklich die Kirche aus dem Buch!“, juchzten drei Kinder von der Rückbank, als ich auf die kleine Zufahrtsstrasse einbog. „Das ist so toll!“

Der kleine Herr Maus wollte sich gern auch noch die Kirche von innen angucken: „Da sind doch die schönen Bilder an der Emporen. Da, wo auf einer Seite nur die Männer sitzen durften und auf der anderen die Frauen!“ Aber dafür müssen wir, wie das in Finnland so üblich ist, im Sommer nochmal wiederkommen.


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Krönender Ferienabschluss

Ich musste mich in diesen Skiferien immerzu kneifen.

Weil sie – und damit hat ja in Zeiten des Klimawandels schon gar niemand mehr wirklich gerechnet! – vom ersten bis zum letzten Tag so unglaublich schön waren. Skiferien, die ihren Namen wirklich verdient haben. Mit dem schönsten Winterwetter, das es gibt: eiskalte Nächte, Schnee, Eis und Sonne, die jeden Tag zehn Minuten länger scheint und mittags schon richtig wärmt.

Sogar auf dem Meer schlittschuhlaufen kann man seit dieser Woche! Und zwar nicht nur so ein bisschen hin und her, sondern auf einem kilometerlangen Netz von Schlittschuhbahnen, die auf dem Meer vor Naantali angelegt wurden. Gestern und heute glitten wir insgesamt 16 km übers Meer und rund um Inseln! (Und zwar verschiedene Strecken!)

Bei Sauli vorm Sommerhaus. ;-)

Und das Allerbeste ist, dass immer noch kein Tauwetter in Sicht ist!


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Skiferien, perfekte

„Kommt doch zu uns ins Mökki, da liegt immer Schnee!“, sagte die deutsche Bekannte, als wir vor ein paar Wochen über unsere Skiferienpläne sprachen, und vier Kinder machten jubelnd Luftsprünge und besiegelten die Sache.

Es gab nicht nur Schnee. Es gab einen Hund und eine wunderbare uralte Sauna. Zur Freude der Stadtkinder Wasser aus dem Brunnen und Sauna, Kamin und Küchenherd, die mit Holz geheizt werden mussten. Selbstangelegte Loipen durch dick verschneiten Märchenwald und über glitzernde Felder. Bitterkalte Nächte, strahlendblauen Himmel und Sonnenschein von früh bis abends. Das Fräulein Maus kam nach drei Tagen mit Sommersprossen zurück nach Turku.


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Winterwunderwochenende

Als der Ähämann die Einladung nach Mittelfinnland zu einer Verteidigung und Doktorfeier erhielt, beschlossen wir sofort und einstimmig, dass wir die Skiferien einen Tag vorfristig anfangen und alle gemeinsam hinfahren würden.

So eine Chance auf drei Tage richtigen Winter soll man sich schliesslich nicht entgehen lassen! (Und auch keine einzige Chance, seine Freunde zu treffen! So oft wie in diesem Jahr habe ich die liebste Freundin das letzte Mal vermutlich gesehen, als wir noch zusammen studierten!)

Es war ganz wunderbar: Aussichtsturmbesteigung und Museumsbesuch. Schlittschuhlaufen auf dem See – als ich das letzte Mal auf diesem See schlittschuhlaufen war, schob ich übrigens das Fräulein Maus im Kinderwagen vor mir her – Rodeln in der Mittagssonne, Skitour durch Märchenwald. Danach Aufwärmen von innen im Pfannkuchenrestaurant. Das Fräulein Maus war drei Tage bei ihrer besten Freundin einquartiert, und die Herren Maus waren ganz fasziniert davon, einmal mitten im Stadtzentrum zu wohnen.

Drei Tage lang Schnee, beissende Kälte und Sonne. Fast schon März!

Heute und morgen kurzes Zwischenspiel in Turku, weil das Fräulein Maus Trainingslager hat. Ab morgen Nachmittag Fortsetzung der Skiferien.


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Besser als Rosenmontag in Köln

Fast hätte ich es wieder verpasst.

Es ist nämlich so, dass ich in den letzten 14 Jahren noch kein einziges Mal live gesehen habe, wie die Abiturienten an ihrem letzten Schultag auf LKWs, mit denen sonst Schnee abtransportiert wird, durchs Stadtzentrum fahren und Süssigkeiten in die Menge schmeissen.

Aber heute mussten ja Hortkinder abgeholt und quer durchs Stadtzentrum eskortiert werden, und als ich erwähnte, dass ich die Penkkarit noch nie wirklich gesehen habe, wurde kurzerhand beschlossen, dass ich heute statt des Zivis mit zur Schule gehe.

Der Zivi hatte heute übrigens den ganzen Tag so ein Funkeln in den Augen, weil er selbst erst vor einem Jahr auf einem LKW durch Helsinki gefahren ist und das sehr, sehr schön gewesen sein muss. Die Hortkinder waren ganz aus dem Häuschen, weil sie auf dem Weg gemeinsam einen ganzen grossen Suppentopf voll Süssigkeiten sammeln durften, der dann geteilt wurde. Und ich hätte mir nur gewünscht, eine vernünftige Kamera dabeigehabt zu haben.

Morgen haben dann die Elftklässler ihren grossen Tag, weil sie ab jetzt die Ältesten der Schule sind, was unter Anderem mit einem grossen Ball gefeiert wird.


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kolmesataa

Die 300 ist noch da.
(Hinter hohen Schneehaufen.)

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kaksisataayhdeksänkymmentäyhdeksän

Hach!
Skifahren bei Tageslicht!
Und mehr als drei Kilometer!

Im Lieblingsskigebiet, wo es so viele Loipen gibt, dass man seine Touren je nach Lust und Laune planen und sogar unterwegs noch umplanen kann.

Kaffeepause!

Ein Tag ohne Gymnastik ist ein verlorener Tag.

Und nachdem wir auf halber Strecke im Loipencafé eingekehrt waren und nach heisser Suppe, heissem Tee und süssem Munkki endlich auch das geschwisterliche Gezänk aufhörte und wir beim Aufbruch zunächst eine sehr wenig befahrene Strasse überqueren mussten, um zurück auf die Loipe zu gelangen, kam genau da eine 299 gefahren.

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kaksisataayhdeksänkymmentäseitsemän, kaksisataayhdeksänkymmentäkahdeksan

Am Donnerstagabend fuhren wir genaugenommen gar nicht direkt von der Turnhalle zur Loipe, sondern machten erst noch einen Abstecher zum Einkaufszentrum, auf dem uns erst eine 297 entgegenkam und dann eine 298 und dann auch noch eine 298 auf dem Parkplatz stand.

Es ist nämlich so, dass ich allen drei Kindern Anfang Dezember ihre Skischuhe – mit Socken und Wollsocken! – und Skistöcke anprobiert habe, wohl wissend, dass es spätestens ab Mitte Januar schwierig werden würde, nochmal neue Sachen zu kaufen, und dass man besser gerüstet ist, bevor es das erste Mal schneit.

Alle drei passten prima in ihre Skischuhe, keiner klagte darüber, dass sie irgendwie – trotz Socken und Wollsocken! – zu eng wären. Auch mal fein, dachte ich.

Bis letzte Woche. Da kamen die beiden Herren Maus nämlich mit Wollsocken gar nicht erst in ihre Skischuhe rein. (Und ich dachte bisher immer, unsere Kinder wachsen nur im Sommer.) Der kleine Herr Maus bekam kurzerhand die Skischuhe des grossen Herrn Maus, der grosse Herr Maus die des Fräulein Maus – aber das ging natürlich nur so lange, wie nicht alle drei Kinder gleichzeitig skifahren wollten.

Nun hätte man einfach dem grossen Herrn Maus neue, grössere Schuhe kaufen können (also nein, „einfach“ nicht, denn es ist ja schon Anfang Februar, aber irgendwie vielleicht), aber da der grosse Herr Maus sowieso spätestens nächstes Jahr längere Skier und der kleine Herr Maus die Skier, die der grosse Herr Maus jetzt fährt, braucht, und der Ähämann und ich schon immer und das Fräulein Maus, seit sie das letzte Mal grössere Skier bekommen hat, aber einen anderen Typ Bindung haben und wir bei den nächsten Skiern für den grossen Herrn Maus auch darauf umsteigen wollten, war klar: der grosse Herr Maus braucht jetzt neue Skier.

Als die grossen Supermärkte noch Skier verkauften, konnte man ja selbst im Januar oder Februar noch relativ unkompliziert und preiswert neue Skier mit fertig montierter Bindung kaufen. In Turku und Umgebung haben aber sämtliche Supermärkte die Skier vor zwei Jahren aus dem Programm genommen. Lohnt sich nicht mehr. Und ich ärgere mich eigentlich seit zwei Jahren, dass wir damals, als die Supermärkte alle Skier zum halben Preis verkauften, nur dem Fräulein Maus die nächstgrösseren Skier gekauft haben und nicht einfach auf Vorrat Skier im 20-cm-Längenabstand bis zur Erwachsenengrösse. Und so suchten wir also am Donnerstag den grössten Sportladen Turkus – in den kleineren sieht es nämlich exakt genauso aus wie in den Supermärkten- auf und hoffen, dass es da noch was gäbe.

Der grosse Herr Maus hat dann jetzt übrigens die kleinste Erwachsenenskigrösse, weswegen der Skikauf trotz Winterschlussverkauf auch gar nicht sooo preiswert war, und muss noch bis nächsten Donnerstag warten, bis die es da geschafft haben werden, ihm auch eine Bindung draufzumontieren. (Merke: es hat geschneit. Die Leute gehen Skier kaufen.) Dafür hat er jetzt Skier, die in Finnland hergestellt – und nicht nur designt – wurden.

Neue Skischuhe brauchen wir ihm übrigens nicht zu kaufen. Er nimmt einfach die, in die ich nach den drei Schwangerschaften nicht mehr reinpasste.

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