Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Hinterlasse einen Kommentar

Adventliche Idylle

Oft bleibt uns über der ganzen abendlichen Herumfahrerei und all den zusätzlichen Terminen in der Adventszeit – Weihnachtsfeier hier, Weihnachtskonzert da, Weihnachtsauftritt im Einkaufszentrum, Weihnachtsessen in der Schule, Weihnachtsbasteln im Kindergarten… und seltsamerweise häufen sich auch die Geburtstagseinladungen im November und Dezember – nicht viel Zeit zum Innehalten.

Wenn ich aber an einem Tag, an dem keiner mehr irgendwohin muss, mit dem kleinen Herrn Maus nach Hause komme und da das Fräulein Maus und der grosse Herr Maus um den Korb mit den Weihnachtsbüchern sitzen und schon mal die Weihnachtsmusik angemacht haben, die Adventssterne und der Schwibbogen schon leuchten und ich nur noch die Kerzen anzünden muss und der kleine Herr Maus sich dazusetzen und wir dann alle ein bisschen lesen und ein bisschen singen und dann jeder irgendwas zu basteln anfängt und es kein bisschen Streit und Gezänk gibt, dann ist die Adventszeit für ein paar Stunden so, wie sie uns am liebsten ist.


8 Kommentare

Ein Lichtlein brennt

Am Freitagmorgen sass ich statt auf Arbeit mit dem vor Ohrenschmerzen wimmernden kleinen Herrn Maus in der Poliklinik. Er hatte die halbe Nacht nicht geschlafen, die verabreichten Schmerzmittel hatten allesamt nicht geholfen, er hatte nichts gegessen, nichts getrunken, und früh vor lauter Schmerzen auch noch gebrochen. Wir bekamen den allerersten freien Termin. Und dann endlich ein Rezept. Und nachdem der kleine Herr Maus ein bisschen an der unterwegs schnell gekauften Brezel gemümmelt hatte, ich ihm noch in der Apotheke die erste Portion Antibiotikum eingeflösst hatte und ihm fast die Augen zufielen, sagte ich zu ihm: „Jetzt wird es gleich besser. Jetzt fahren wir schnell nach Hause, und dann kannst du endlich schlafen!“ „Ja,“ seufzte er erleichert, „und danach holen wir gleich die Weihnachtskisten!“


10 Kommentare

Sie werden so schnell gross.

Der kleine Herr Maus hatte heute seine 6-Jahres-Neuvola.

(Immerhin schon eine Woche nach seinem Geburtstag fiel mir auf, dass ich da mal einen Termin machen müsste. Ich bin grad… nicht so organisiert.)

Und erst, als wir da heute früh angekommen waren, uns ausgezogen hatten und sich der kleine Herr Maus freudig auf den Trettraktor – wegen dem wir hinterher immer noch eine Viertelstunde dort bleiben müssen – gestürzt hatte, ging mir auf, dass ich heute vermutlich das allerletzte Mal in meinem Leben da sein werde.

Huch. Seufz.

Vor ein bisschen mehr als 11 Jahren war ich zum ersten Mal dort – mit dem Fräulein Maus im Bauch.

In jeder Schwangerschaft acht Mal. Mit jedem Kind im ersten halben Lebensjahr mindestens einmal im Monat, bis zum ersten Geburtstag alle zwei Monate, bis zum dritten Geburtstag alle halben Jahre und bis zum Schulanfang einmal im Jahr.

Es ist vielleicht nicht übertrieben, wenn ich sage, ich war in den letzten 11 Jahren ziemlich oft da.

Zum Herztöne hören, in Becher pullern, wiegen, messen, Aufgaben lösen, Fragebögen ausfüllen (oder auch nicht), impfen lassen. (Ausser der Reihe auch gegen Schweinegrippe, gegen FSME und mich gegen Windpocken.)

„Alles gut.“ Immer. Meistens. (Alle zu dünn, unsere Kinder.)

„Ich will da gar nicht hin! Das ist für Kleinkinder!“ hatte sich der kleine Herr Maus heute früh noch beschwert.

Ab jetzt dann zur Schulschwester.


5 Kommentare

Tatu und Patu, live und in Farbe, quasi

Während das Fräulein Maus und der Ähämann gestern den ganzen Tag auf Wettkampfreise waren und es in Turku den ganzen Tag regnete und stürmte, gingen die Herren Maus und ich endlich mal wieder ins Kino.

Wir sind ja alle grosse Fans von Filmen mit echten Schauspielern, und überraschenderweise ist „Tatu und Patu“, der ja auf den tollen gezeichneten Büchern beruht, so einer. Und das ist kein bisschen seltsam, sondern ganz wunderbar.

Tatus und Patus Erfindungen kommen natürlich auch im Film zum Einsatz – der Monstervertreiber, der Fussbodenputzanzug, die Haarwuchsmaschine… und ohne die Menschenmeerrettungsweste gäbe es vielleicht kein Happyend.

Der Film ist ausserdem für Erwachsene mindestens genauso lustig wie für Kinder.
Und er spielt in Helsinki! <3

Die Filmevorschau vor dem Film war übrigens gut – ich weiss jetzt, dass wir "Petterson und Findus" eher nicht angucken werden, aber sicher den neuen Teil von "Onneli und Anneli".

Erwähnte ich schon, dass ich finnische Kinderfilme sehr, sehr mag?!


Hinterlasse einen Kommentar

Vatertag, verspätet

Letzte Woche war hier Vatertag, so mit Geschenken und Kinder-decken-den-Frühstückstisch und Gemeinsam-schön-essen-gehen. Auf den letzten Punkt haben wir aus Gründen verzichtet; weil den Ähämann aber mal wieder nach einem Steak gelüstete, planten wir schon letzten Sonntag, heute nach Nauvo ins Allzeitlieblingsrestaurant zu fahren.

Und mal zu gucken, wie weit die Brückenbauarbeiten am Anleger für die neue Hybridfähre schon gediehen sind.

Ab nächstem Sommer fahren wir nämlich mit Strom übers Meer, jeee!

(Darauf einen „Zeltkakao“!)


Ein Kommentar

kaksisataaneljäkymmentäviisi

Donnerstags fahren wir neuerdings so viel Auto, dass unser tägliches Radfahren völlig verpufft: wir laden alle Kinder ins Auto, fahren erst den grossen Herrn Maus in den Nachbarstadtteil zum Klavierunterricht, von da ans andere Ende der Stadt das Fräulein Maus zum Training (die normalerweise auch Training im selben Nachbarstadtteil hat – ausser donnerstags), dann zurück in den Nachbarstadtteil für den Klavierunterricht des kleinen Herrn Maus, und danach mit Umweg über zu Hause / den Supermarkt / die Post / die Bibliothek wieder ans andere Ende der Stadt, das Fräulein Maus vom Training abholen, und dann endlich nach Hause, wo der Herr Picasso dann wieder bis zum Wochenende stehen bleiben darf.

Ich habe dabei in den letzten Wochen unzählige Male die 246 gesehen. Aber gestern dann doch endlich die gesuchte 245.

(Falls ich mich nicht verguckt habe im Finstern.)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206], 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230], 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244]


12 Kommentare

Urlaubsreif

Solche Wochenenden treten seltsamerweise fast ausschliesslich im November auf.

Und zwar unabhängig vom Alter der Kinder. Von Freitagabend bis Sonntagabend Gebrüll, Geheul und Gezänk schaffen auch Zehn-, Acht- und Sechsjährige noch. (Es hat auch nur mässig geholfen, dass das Fräulein Maus eigentlich den ganzen Sonnabend auf einem Wettkampf war, und dass wir gestern auf Wunsch aller in der Eisbadesauna waren.) Ein Kind musste dann gestern Abend vor der Maus ins Bett. Ein anderes sorgte dafür, dass auch keine Gute-Nacht-Geschichte gelesen wurde.

Aber als wir uns ins Bett schlichen, lagen die beiden Streithammel engumschlungen friedlich schlafend unter einer Decke. ♥

Vielleicht sind wir alle im November – wegen finster und keine Ferien seit August – einfach nur schrecklich müde und fertig. Die Aussicht auf dieses Jahr gerade mal eine Woche und drei Tage Weihnachtsferien hilft auch nicht wirklich dabei, die Zähne einfach noch ein paar Wochen zusammenzubeissen.

Wir schaffen da jetzt einfach selber Abhilfe. Und machen Adventsurlaub. In der Haamit.

Der Rektor hat auch schon gute Reise gewünscht.

Vier Wochen noch.
Augenzuunddurch.


9 Kommentare

Gegen Windmühlenflügel

Lieber Vater, der du immer den Motor laufen lässt, während du dein Kind aus dem Kindergarten abholst, liebe Eltern, die ihr früh eure Kinder nicht etwa auf eurem Arbeitsweg, sondern extra in die Schule fahrt, lieber Nachbar, der du deiner Familie die 50 m Weg bis zum Parkplatz nicht zumuten willst und sie mit laufendem Motor vor der Haustür erwartest, liebe finnische Autofahrer, die ihr euch Autos mit benzinbetriebenen Standheizungen kauft, obwohl es hier an jedem Parkplatz Steckdosen zum Autovorheizen gibt…

… der Ähämann und ich fahren auch für eure Kinder jeden Tag Fahrrad.