Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Tschüss, Coronaschuljahr!

Am Sonnabend, während die Kinder bei ihren Zeugnisausgaben waren, kochte ich das letzte Maskensüppchen des Schuljahres. Sie brauchten für die anderthalb Stunden jede*r nur noch eine, und so hatte ich am Freitagabend alle Viere grade sein lassen.

Ich weiss nicht, was ich gedacht hatte, als wir alle mit Schuljahresbeginn anfingen – freiwillig, denn eine Maskenempfehlung, geschweige denn eine Maskenpflicht, gab es da noch nicht – Masken in der Schule und auf Arbeit zu tragen. Dass ich von da an jeden Abend Maskensuppe kochen und jeden Morgen Filtereinlagen in die getrockneten Masken friemeln würde, an jedem einzelnen Schultag, ein ganzes Schuljahr lang, das habe ich zu dem Zeitpunkt glücklicherweise nicht einmal geahnt.

Die Kinder hatten über das Schuljahr verteilt mehrere Wochen Distanzunterricht – weil ihre Klasse in Quarantäne war oder einfach nur prophylaktisch – und waren doch die meiste Zeit in der Schule. Manchmal fühlte es sich an wie Russisches Roulette. Als endlich eine Maskenempfehlung für Schüler*innen kam – erst nur für 7. bis 9. Klasse, dann auch für Sechstklässler*innen, ab Ende Januar endlich auch für die 4. und 5. Klasse – atmeten wir alle ein bisschen auf. Für drei Wochen mussten sogar die kleinsten Schulkinder und somit auch unsere Hortkinder Maske tragen – danach war es zum Glück leidlich warm, so dass wir alle Fenster aufreissen konnten. Dass die Schulen hier fast durchgängig auf waren und es trotzdem zu keinen nennenswerten Ausbrüchen unter Schulkindern gekommen ist, haben wir, denke ich, vielleicht dem effizienten Lüftungssystem, mit dem jedes finnische Gebäude ausgestattet ist, zu verdanken.

Wir gewöhnten uns daran, die Kinder beim kleinsten Halskratzen zu Hause zu lassen, waren unzählige Male im Krankenhausparkhaus, trugen „Wartet auf das Coronatestergebnis“ als Abwesenheitsgrund ins Wilma ein und verschickten erleichterte „Negativ!“-SMSe an den Klarinettenlehrer, die Harfenlehrerin und die beste Chefin.

Apropos Musikschule. Eine der besten Errungenschaften dieses Schuljahres war für mich, dass wir für ein hustendes, schniefendes oder zu Quarantäne verpflichtetes Kind jederzeit, zur Not zwei Minuten vor Beginn der Stunde, eine Klavier-, Klarinetten- oder Harfenstunde per Skype vereinbaren konnten.

Das Schuljahr glitt vorbei als eine Aneinanderreihung gleichförmiger Schultage, gespickt mit Hygienemassnahmen. Als die Herbstferien anfingen, hatte ich das Gefühl, es sei gerade mal September. Die Weihnachtsferien fühlten sich eher wie Herbstferien an. Im März sagte der grosse Herr Maus: “Jetzt ist es schon ein ganzes Jahr her, dass wir zum ersten Mal Distanzunterricht hatten!“, und es fühlte sich an wie höchstens ein halbes. Keiner der geplanten Ausflüge ins Museum, ins Konzert, in die Oper nach Helsinki fand statt, die Wissenschaftskreuzfahrt wurde dreimal verschoben und dann endgültig abgesagt, es gab keine Weihnachtskonzerte, keine Frühlingsfeste und keine Zeugnisausgabe mit Eltern und gemeinsamem Suvivirsi-Singen. Vor allem der große Herr Maus, der ohne Eltern und die sonst üblichen Feierlichkeiten in die Oberschule verabschiedet wurde, tat mir leid.

Die Kinder waren zweieinhalb Wochen vor den Ferien komplett durch mit ihrem Schulstoff, gaben ihre Lehrbücher zurück und mussten dann, weil der Kalender so komisch verschoben ist dieses Jahr, sogar noch eine Woche länger als sonst in die Schule, bis in den Juni hinein. Die Vorfreude auf die Sommerferien war gross und hielt sich gleichzeitig in Grenzen. Kein Aufbruch zum Hafen gleich am Abend nach der Zeugnisausgabe. Überhaupt keine Reisepläne. Höchstens die unbestimmte und innige Hoffnung, vielleicht im Juli wenigstens nach Estland fahren zu können. Während letztes Jahr das der beim Schopfe gepackten Gelegenheiten war, wird es diese in diesem Jahr für noch nicht Vollgeimpfte nicht geben. Warum auch, es gibt ja schon genug vollgeimpfte Rentner Menschen. Der Preis für die unempathischste Aussage geht übrigens an den Chef der finnischen Gesundheitsbehörde: „Plant euren Sommerurlaub so, dass er erst nach der zweiten Impfung stattfindet!“, empfahl er letzte Woche. Zur Erinnerung: unsere Zweitimpfung bekommen der Ähämann und ich eine Woche nach Ende der Sommerferien. Und für die Kinder, so sie denn überhaupt geimpft werden, ist noch lange kein Impfstoff vorhanden, noch nicht einmal für eine Erstimpfung vor Beginn des nächsten Schuljahres.

Es war ein seltsames Schuljahr.
Aber immerhin sind wir gesund geblieben.


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Jeden Tag ein Fensterchen (4)

Wir hatten uns zu früh gefreut: natürlich fällt der letzte Schultag nicht einfach aus, nur weil die Kinder Fernunterricht haben.

Die Herren Maus hatten ihre Zeugnisausgabe letzte Schulstunde heute um neun, das Fräulein Maus halb zehn. Der Wecker klingelte trotzdem erst halb neun, denn der Schulweg war denkbar kurz. Die Achtklässlerin huschte im Schlafanzug vor ihren Schullaptop, um der Weihnachtsansprache ihres Rektors zu lauschen. Der kleine Herr Maus kam zehn nach neun schon wieder aus seinem Zimmer und verkündete: „So. Fertig. Ferien.“ Dann überlegte er kurz und verschwand nochmal zurück in den Videochat, weil ihm der Abschied von seiner Lehrerin – die die Klasse nach den Skiferien kurzfristig als Vertretung übernommen und noch nicht richtig kennengelernt hatte, als drei Wochen später die Schulen wegen Corona geschlossen wurden, aber den engagiertesten und tollsten Fernunterricht, den sich die Klasse nur hätte wünschen können, gemacht hat – so schwer fiel und er noch ein bisschen mit ihr reden wollte. „Wir haben Nelli gefragt, was sie jetzt macht, ob sie eine andere Klasse übernimmt, und sie hat gesagt, sie möchte gerne weiterhin Vertretungen machen, aber lieber nur tageweise, dann hat sie Zeit, einen Hühnerstall zu bauen. Sie will sich nämlich Hühner anschaffen.“ Hach.

Dann waren offiziell Ferien.

Eigentlich wollten wir heute unseren Weihnachtsbaum aus dem Wald holen. Aber es nieselte nicht nur wie vorhergesagt, sondern regnete in Strömen, und so verschoben wir das Vorhaben auf morgen.

So, wie wir auch unseren eigentlich für gestern geplanten Abendspaziergang zu den nächsten erleuchteten Fenstern im Museumsdorf auf heute Abend – da hatte es dann endlich aufgehört zu regnen; nur der Weg durch den Wald war eine einzige Rutscherei auf Matsch und nassem Gras – verschoben haben.

Wohin wir dieses Jahr an Heiligabend statt zur Weihnachtsfriedensverkündung und zum Kindergottesdienst gehen werden, wissen wir auch schon.


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Kurz vor Weihnachtsferien

Die Klasse des kleinen Herrn Maus hat ihre Quarantäne hinter sich gebracht. Heute durfte sie zum ersten Mal wieder in die Schule gehen. Und zum letzten Mal in diesem Jahr.

Ab morgen haben alle Turkuer 4. bis 9. Klassen – die Abiturstufe macht schon seit Wochen Onlineunterricht – für den Rest der Woche, also bis Weihnachtsferienbeginn bzw. Halbjahresende, Fernunterricht.

Das heisst auch, dass wir heute zum letzten Mal in diesem Jahr um 6:10 Uhr aufstehen mussten. Und dass wir um die Zeugnisausgabe am Samstagmorgen drumrumkommen werden. (Es wird dieses Jahr einfach gar keine gedruckten Halbjahreszeugnisse geben. Stattdessen werden die Halbjahresnoten ab Samstag um neun im Wilma stehen.) Wir werden unsere Weihnachtsferien so ausgeschlafen wie noch nie beginnen!

Beste Nachricht des Tages übrigens (gänzlich coronafrei): Finnland hat die Bildungspflicht bis 18 beschlossen. Das heisst, dass niemand mehr als Hilfsarbeiter von der Schule abgehen darf, sondern nach der 9. Klasse entweder einen Berufsabschluss oder das Abitur machen muss. Und das heisst auch, dass man als Familie und bei den hiesigen Buchpreisen nicht mehr verarmt, wenn vielleicht drei Kinder Abitur machen wollen und man für die letzten drei Schuljahre – anders als in den neun Schuljahren zuvor, in denen das Schulkind sämtliche Bücher, Hefte, Stifte, Malsachen, Bastelutensilien und ein digitales Endgerät kostenlos zur Verfügung gestellt sowie jeden Tag ein kostenloses Mittagessen vorgesetzt bekommen hat – alle Schulmaterialien selbst bezahlen muss. Denn: Bildungspflicht gleich Lernmittelfreiheit.

(Grösser könnte übrigens der Unterschied zwischen unserer vorherigen und unserer jetzigen Regierung kaum sein. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte…)


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Coronaalltag

Montagmorgen kam dann der obligatorische Anruf – den wir eigentlich schon am Sonntag erwartet hatten, wir waren ja dank Wilma vorgewarnt – wegen des Quarantänekinds.

„War er denn die ganze letzte Woche in der Schule?“ „Nein, am Freitag nicht, da war er krank.“ „Krank? Was hatte er denn für Symptome?“ „Also eigentlich…*weitaushol*… war die ganze Familie die ganze letzte Woche krank. Uns geht’s aber allen wieder gut, nur die grosse Schwester hat noch bisschen Halsschmerzen.“ „Na dann sollten die beiden unbedingt nochmal zum Test gehen! Habt ihr ein Auto? Passt euch heute Abend halb acht? Hast du noch Fragen?“ „Naja, also, ich möchte in der Situation eigentlich nicht so gerne auf Arbeit gehen, ich arbeite in einem Schulhort, und…“ „Musst du ja nicht. Du hast ja Anspruch auf Quarantänegeld, wenn du mit einem Kind unter Quarantäne zu Hause bleibst.“ „Ja, nee, klar, die Frage ist eher, ob ich überhaupt auf Arbeit darf. Also wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich, solange ich keine Symptome habe, und ich werde auch ganz dringend gebraucht auf Arbeit, aber ich habe da wirklich kein gutes Gewissen dabei, dass wir anderen aus der Familie jetzt weiter ganz normal auf Arbeit und in die Schule gehen, noch dazu, wo man ja auch schon ansteckend ist, bevor man Symptome hat…“ „Ja, da bin ich ganz deiner Meinung. Wenn es irgendwie geht*, dann bleib zu Hause. Aber wenn wir alle Familienmitglieder offiziell unter Quarantäne stellen würden, dann würde hier gleich wieder alles zusammenbrechen. Zum Glück gibt’s nächstes Jahr die Impfung!“

Im Parkhaus war’s eisig kalt. Wir mussten ja nur mal kurz das Autofenster runterlassen, aber die armen Krankenschwestern, die da stundenlang arbeiten müssen…! Die eine hatte zwischen Mütze und Maske fürchterlich müde Augen. Die andere, die unseren Kindern die Teststäbchen in die Nase schob, hatte sich einen kleinen Schmetterling auf das Visier ihres Weltraumhelms geklebt und war so fröhlich und nett, dass die Kinder vermuteten, sie arbeite sonst sicher auf der Kinderstation. Sogar in so einem eiskalten, zugigen, neonlichtbeleuchteten Parkhaus kann man sich in diesem Krankenhaus noch gut aufgehoben fühlen!

Fernunterricht läuft genauso prima wie im Frühjahr. Das einzige, was sich geändert hat, ist, dass die Klasse jetzt immer erst um neun mit Schule anfängt – etwas, das, wenn auch aus anderen Gründen, im Dezember genauso willkommen ist wie im Mai – ansonsten gibt es Videounterricht nach Stundenplan, und in den Pausen stecken sie über den gleichen Kanal die Köpfe zusammen, erzählen sich die neuesten Neuigkeiten, giggeln oder spielen gemeinsam Minecraft. Es hat dann auch nur einen Tag gedauert, bis sie herausgefunden hatten, wer aus der Klasse den positiven Coronatest hatte: ein Kind, das mit dem kleinen Herrn Maus am gleichen Tisch sitzt. Hm.

Dass Dienstagabend der negative Testbescheid für das Fräulein Maus und den kleinen Herrn Maus kam, war da zumindest vorläufig zumindest ein bisschen beruhigend.
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*Nein, es geht gerade überhaupt nicht.


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kolmesataaseitsemänkymmentäseitsemän, kolmesataaseitsemänkymmentäkahdeksan

Oder: Was hier so los war in den zwei Wochen nach den Herbstferien.

Traditionell bekommt der kleine Herr Maus nach den Herbstferien seine neongelben Anzippdinger an den Ranzen – nach den Skiferien können sie dann wieder ab – und fast hätten wir uns dazu hinreissen lassen, den Herren Maus sonntagabend noch schnell Spikereifen auf die Räder zu machen. Wir entschieden uns dann dagegen, weil es nach den beiden kalten Nächten – die dann nicht mal so kalt waren wie vorhergesagt und demzufolge die Radwege auch nicht glatt – jetzt vermutlich wieder etliche Wochen dauern wird, bis man eventuell das nächste Mal Spikereifen brauchen wird.

Weil es immer noch keine richtige Frostnacht gegeben hat und nach Aila auch keinen richtigen Herbststurm mehr, sind noch ziemlich viele gelbe Blätter an den Bäumen, die normalerweise bei uns nach den Herbstferien – Herbstferien in Estland sind immer so eine Gnadenfrist – schon komplett kahl sind. Das tut gut, vor allem an den Tagen, an denen es unter der Wolkendecke erst gar nicht richtig hell wird und ich den ganzen Tag denke, ich hätte versehentlich die Sonnenbrille auf.

Letzten Montag fuhr ich auf dem Heimweg noch am Baumarkt vorbei, um einen mittelgrossen S-Haken zu kaufen. Die Haken waren komplett ausverkauft. Es ist ja jetzt die Zeit, wo alle wieder Laternen in die Bäume und vor ihre Haustüren hängen. (Der Ähämann hatte aber, das wusste ich nicht, noch einen zu Hause rumliegen, also hätte ich den unnötigen Umweg gar nicht machen müssen – ausser natürlich, um auf dem Weg vom Baumarkt nach Hause einer 377 zu begegnen.)

Auf Arbeit haben wir direkt nach den Herbstferien damit begonnen, die Erst- und Zweitklässler in getrennten Räumen zu betreuen. Darüber nachgedacht hatten wir schon länger, aber da sich in der Schule alle immer noch lockerlustig vermischen dürfen, hatten wir es noch aufgeschoben. Es macht keinen Spass – aber was muss, das muss, und lieber sind wir mit allem zwei Schritte voraus – siehe Maskentragen – als zwei Schritte hinterher.

Letzten Freitag überraschte mich der Ähämann nach der Arbeit neben meinem Fahrrad wartend mit Kaffee in der Thermoskanne, selbstgebackenen Waffeln und Schlagcreme, und wir setzten uns damit in den kleinen Park neben dem Fahrradständer. Mal wieder ausgehen wäre schön, aber wenn man hierzulande in fast keinem Restaurant und keinem Café mehr draussen sitzen kann, muss man sich eben so behelfen.

Seit der Zeitumstellung – die letzte, hatte man uns ja eigentlich versprochen, aber wer will sich im Moment mit solchen Lappalien befassen – ist es gefühlt noch dunkler geworden als in der Woche zuvor, denn jetzt stehen wir nicht nur im Stockfinstern auf, sondern ich komme auch erst im Stockfinstern wieder nach Hause. Ich bin so froh, dass ich jeden Mittag zwei Kilometer durchs Stadtzentrum wandern und jeden Nachmittag mindestens eine Stunde auf Spielplätzen herumstehen muss und wenigtens ein bisschen Tageslicht sehe! (Oder mir eben dabei die 378 über den Weg fährt.)

In der Schule der Herren Maus gab es diese Woche den ersten Coronafall. Leider gibt es offensichtlich grosse Unterschiede zwischen den Schulen – denn während es in der Schule des Fräulein Maus noch am gleichen Tag eine Pressemitteilung gab, alle Eltern per Wilma-Nachricht benachrichtigt wurden und alle Klassen am nächsten Tag für zwei Wochen auf Fernunterricht umstiegen, erfuhren wir diesmal eher nebenher und überhaupt erst mit vier Tagen Verzögerung davon, und für alle ausser die, die in Quarantäne müssen, läuft der Unterricht ganz normal weiter. Finde ich jetzt nicht ganz so lustig.

Am Donnerstag hatte sich übrigens die finnische Gesundheitsbehörde vorsichtig positiv geäussert, weil sich die Kurve der Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen deutlich abgeflacht hatte. Aber wie alle Mütter wissen, die jemals laut ausgesprochen haben, dass ihr Kind jetzt durchschläft, kam es, wie es kommen musste: am Freitag wurde eine Rekordzahl an Neuinfektionen (sowohl in Turku als auch in ganz Finnland) innerhalb der letzten 24 Stunden verkündet.

Trotzdem sieht es in Finnland noch vergleichsweise gut aus.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376]


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Das ging schnell

Das erste Kind sitzt wieder in seinem Zimmer vor seinem Schullaptop und hat Fernunterricht.

Das Fräulein Maus, das bei jeder Krankheit, die rumgeht, laut „Hier! Ich!“ schreit, war in diesem Schuljahr bisher weniger in der Schule als zu Hause. Zwischendurch ist sie ein paar Tage oder eine ganze Woche gesund, dann hat sie wieder Halsschmerzen und ist schlapp. Normalerweise würde sie an vielen von diesen Tagen trotzdem zur Schule gehen, aber zur Zeit darf sie das dank der Coronavorschriften ja nicht.

Unter anderem deshalb haben wir ihr gestern einen Ausflug mit dem Auto ins abgelegenste Parkhaus des Krankenhauses organisiert, wo ihr von einer Frau im Raumanzug in der Nase herumgepokelt wurde.

Wenn das Ergebnis des Coronatests negativ ist, darf sie nämlich wieder in die Schule gehen, auch mit Halsschmerzen. Allerdings kann es bis zu vier Tage dauern, bis das Ergebnis da ist. (Es hat auch nur 26 Stunden vom Anruf bei der städtischen Coronahotline bis zum Testtermin gedauert.)

Das Fräulein Maus freute sich deshalb sehr, als gestern Abend die Wilma-Nachricht eintraf, dass wegen eines Coronafalls in ihrer Schule ab heute bis zu den Herbstferien für die gesamte Oberstufe Fernunterricht stattfindet. So kann sie nämlich heute schon wieder in die Schule gehen am Unterricht teilnehmen statt möglicherweise erst am Dienstag. Und ihre Flunssa endlich mal richtig auskurieren.

Andererseits ist das Warten aufs Testergebnis jetzt deutlich spannender geworden.


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Schule im Herbst 2020

Nach drei Wochen Schule sind heute zum ersten Mal alle drei Kinder mit Schnupfen und Halsweh zu Hause geblieben. Vielleicht hilft es doch ein bisschen, dass diesen Herbst jeder mit auch nur den kleinsten Erkältungssymptomen zu Hause bleiben soll. Denn normalerweise dauert es nach Schulbeginn nur zwei Wochen, bis es soweit ist.

Der kleine Herr Maus hatte deswegen auch gestern seine Klavierstunde per Skype. Er hätte mit seinen Erkältungssymptomen nicht hingehen dürfen, fühlte sich aber sonst mehr oder weniger gesund. Schön, dass das nach diesem Frühjahr jetzt unkompliziert und ohne längere Voranmeldung möglich ist.

Ansonsten frage ich mich, warum man im Mai so vehement darauf bestanden hat, dass alle Kinder für die letzten zweieinhalb Wochen vor den Sommerferien nochmal in die Schulen zurückkehren, weil man angeblich unter Anderem Routinen für den Herbst finden und testen wollte. Während im Mai tatsächlich wenigstens ein bisschen auf Abstand und sehr strikt auf räumliche Trennung der Klassen geachtet wurde, könnte man derzeit, wenn man sich so in den Schulen und auf den Schulhöfen umguckt, denken, Corona sei vorbei.

In unsere Familie eingeschleppt hat die Flunssa das Fräulein Maus, die als einziges unserer Kinder in der Schule bisher keine Maske getragen hat. Wir haben hierzulande ja keine Maskenpflicht – noch nicht mal eine Maskenempfehlung für andere Situationen als den öffentlichen Nahverkehr, und die zwei oder drei Masken, die man derzeit pro Bus sieht, werden es wohl auch nicht rausreissen. Erst vorgestern hat wieder ein finnischer Arzt in einem Interview gesagt, wie wichtig er es fände, eine Maskenpflicht für Innenräume einzuführen, dass man durch strikten Maskengebrauch auch die Ausbreitung der gerade grassierenden Herbstflunssa und später der Grippe stark einschränken könnte und dass die Tatsache, dass es keine Maskenempfehlung für unter 15jährige gibt, nicht heisst, dass unter 15jährige keine Maske tragen dürfen. Gehör finden solche Aussagen weder bei den Behörden noch bei der Bevölkerung. Wir waschen ja alle brav die Hände!

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Presseschau.

Bildungsministerin Li Andersson ist schwanger. „Ich bin sehr froh und glücklich über dieses Geschenk und möchte ein Beispiel dafür sein, dass Frauen sich nicht zwischen Kindern und Karriere entscheiden müssen.“ Ganz eventuell habe ich schon mal erwähnt, wie froh ich bin, unser Land derzeit von all diesen jungen Frauen regiert zu sehen?!


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Dritte Ferienwoche

Schöner wäre es natürlich, wir hätten weiterhin alle fünf gemeinsam frei, aber gut, dass der Ähämann heute wieder ins Homeoffice musste, sonst hätten wir ca. übermorgen keine sauberen Anziehsachen, keine Teller, von denen wir essen können und kein sandfreies Stückchen Fussboden mehr gehabt.

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Die Herren Maus sassen heute noch vor dem Frühstück mit ihren Handys in der Hand auf dem Sofa und jubelten: „Juhuuu! Mein neuer Stundenplan steht schon im Wilma!“ Das Fräulein Maus bekommt ihren am Donnerstag, wurde heute ebenfalls über Wilma angekündigt. Noch acht Wochen, um sich auf die Schule vorzufreuen. Der Stundenplan wird sich übrigens bis zum Beginn der nächsten Sommerferien nicht mehr ändern. Und erwähnte ich schon, dass die Kinder in ihren bisher insgesamt 15 Schuljahren noch keine einzige Stunde Unterrichtsausfall hatten?!

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Heute war es heiss. Also naja: 27 Grad; aber ab 25 Grad werden hierzulande ja Hitzewarnungen ausgegeben. Prompt stöhnten und jammerten alle. Heute zieht – laut Vorhersage; man darf gespannt sein, was dann tatsächlich eintritt – eine Gewitterfront durch, ansonsten soll es die nächsten mindestens zehn Tage so schön warm und sonnig bleiben. Wir werden das zu geniessen wissen!