Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


3 Kommentare

11 km Glück und Herzhüpfen

Eigentlich hatten wir die Skifahrpläne für dieses Wochenende schon fast aufgegeben: das Fräulein Maus bekam Besuch von einer Freundin, der grosse Herr Maus hatte Samstagsschultag (um den Freitag nach Himmelfahrt vorzuarbeiten), und der kleine Herr Maus hatte am Sonntag einen Orchesterauftritt.

Ganz zu schweigen davon, dass es in Turku die ganze Nacht von Freitag auf Samstag geschneeregnet hatte.

Es stellte sich dann aber beim Frühstück gegen Samstagmittag heraus, dass eigentlich sowieso nur der kleine Herr Maus skifahren wollte, und so liessen wir alles stehen und liegen und fuhren zu dritt nach Klein-Lappland.

War eine gute Entscheidung. In Turku war Schneematsch. In Klein-Lappland war Winterwunterland.


5 Kommentare

neljäsataakaksikymmentäkahdeksan

Als wir gestern Mittag das Trüppchen müder Hortkinder – sie waren erschöpft vom Schlittschuhlaufen im Sportunterricht und schleppten schwer an den Beuteln mit ihren Schlittschuhen und Helmen; also die, die noch selber trugen, denn die beste Chefin und ich hatten uns schon mit so vielen Beuteln und Taschen wie möglich behängt – an der letzten Kreuzung auf dem Weg zwischen Schule und Hort mehr zogen und schoben und mit guten Worten antrieben als sie einfach nur sicher über die Strasse zu geleiten, stand da gleich vornean an der roten Ampel eine 428. Ein Taxi.

Weil das Wetter so schön war – Schnee, Frost, Sonne, blauer Himmel – gingen wir, nachdem alle ihre Sportutensilien von sich geschmissen hatten, gleich weiter in den Park: Schneeburgen bauen, von allen erdenklichen Hügeln rutschen, Fussball im Schnee spielen. (Ja, die selben Kinder, die eben noch fast über die Strasse getragen werden mussten…) Nach dem Vesper und schnell erledigten Hausaufgaben gingen wir in den anderen Park, den mit dem Schlittenberg. Fast habe ich meine Sonnenbrille vermisst.

Nach der Klavier- und Klarinettenstunde des kleinen Herrn Maus holten mich der Ähämann und der kleine Herr Maus von Arbeit ab und wir fuhren auf die Lieblingsloipe. Letzte Gelegenheit vor Südwind. (Wenn wir Glück haben, kommt der Niederschlag als Schnee runter nächste Nacht. Wenn wir Pech haben, regnet es sechs Stunden lang.) Über der Loipe hing eine ganz dünne Mondsichel, während das Abendblau immer dunkler und schliesslich schwarz wurde. Wir durchquerten Nebelschwaden, die sich wie ein nasser Lappen im Gesicht anfühlten und sich bei den -10°C als Raureif auf Mützen, Handschuhe, Haare und Skier legten. Wir hatten die Loipe fast für uns allein, denn die Nachmittagsskifahrer fuhren gerade nach Hause, als wir ankamen, und die Skifahrer mit den Stirnlampen kamen erst eine Stunde später.

Was für ein wunderbarer Abschluss eines wunderbaren Wintertages!

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385, 386-387, 388-389, 390, 391-393, 394, 395, 396-397, 398-399, 400, 401, 402-403, 404, 405, 406-408, 409, 410-411, 412, 413, 414, 415, 416, 417, 418, 419, 420, 421, 422, 423-424, 425, 426, 427]


16 Kommentare

Bei der Schneekönigin

Als wir in Lappland ankamen, schien die Sonne kroch die Sonne genau zwei Stunden am Tag am Horizont entlang: von 11:15 Uhr bis 13:15 Uhr.

Wir wussten, worauf wir uns eingelassen hatten. Im Januar 2000 waren der Ähämann und ich extra nach Inari gefahren, um zu erleben, wie das ist, wenn die Sonne den ganzen Tag nicht aufgeht. Ich weiss gar nicht mehr so recht, was wir erwartet hatten. Stockdunkle Nacht, vermutlich. Stattdessen erlebten wir, dass es unerwartet hell wird, wenn die Sonne zwar nicht aufgeht, aber knapp unterm Horizont entlangkriecht. Dass es unerwartet lange vor Sonnenauf- und lange nach Sonnenuntergang noch hell ist. Keine graue Dämmerung, sondern leuchtendes Zwielicht, das die weisse Schneelandschaft in ein rosa Zuckerwatteland unter einem babyblauen Himmel verwandelt.

Ich hatte schon ganz vergessen, wie schön dieses blaurosa Licht ist…!

Zum ersten Mal, nach all den Jahren, in denen wir mit Babys und Kleinkindern im blauen roten Mökki Winterurlaub gemacht hatten, konnten wir diesmal das wunderbare Loipennetz in der Umgebung wirklich nutzen, weil die Kinder endlich mehr als drei Kilometer schaffen. Wir glitten bei -15°C acht oder vierzehn oder achtzehn Kilometer auf perfekt gespurten Loipen durch dieses Zuckerwatteland, fernab der motorschlittenfahrenden oder schneeschuhschlurfenden Touristenhorden. (Ja, die gibt es leider auch schon wieder.) Ich konnte mich nicht entscheiden, ob das Licht zur Mittagszeit oder kurz nach Sonnenuntergang am schönsten war, und selbst die Loipenbeleuchtung, für die wir am Ende der Skitouren immer recht dankbar waren, hatte ihren ganz eigenen Zauber.

Neben den Loipen standen die Fichten in ihren Eispanzern – an einer Fichte können bis zu drei Tonnen Schnee kleben, las ich gerade – wie Stalagmiten. Oder wie verwunschene Fabelwesen: schlanke Prinzessinnen, Königinnen mit Krone auf dem Kopf, Zauberer im langen Umhang. Zu ihren Füssen spielten grossköpfige Fabeltierchen im Schnee, stand ein Weiblein mit verschränkten Armen und Hut auf dem Kopf, schlief ein Kind auf weichen Kissen.

Schon als wir vor ein paar Jahren die „Schneekönigin“ vom ZDF sahen, die ja zum Teil im finnischen Lappland gedreht ist, habe ich mich gefragt, warum in aller Welt sie das im März machen mussten, im gleissenden Sonnenlicht. Klar, vermutlich will niemand bei -20°C einen Film drehen, aber nichts hätte besser das Reich der Schneekönigin darstellen können als dieser Märchenwald in diesem blaurosa Zwielicht im Januar.

11:58 Uhr. Mittagssonne.

Nach drei Tagen wusste ich, dass ich diesen Märchenwald und dieses Licht den Rest des Winters schmerzlich vermissen würde. Den Rest diesen Winters und alle kommenden. Und so kam es, dass wir noch im blauen roten Mökki unseren nächsten Urlaub im blauen roten Mökki buchten.


3 Kommentare

neljäsataakaksikymmentäviisi

Als wir überlegten, wohin wir heute unsere Skier lenken könnten, sah ich zufällig, dass auf dem See schon Skiloipe und Schlittschuhbahn gespurt sind.

Das stellte uns kurzzeitig vor ein Entscheidungsproblem: sollten wir die Skier nehmen? Oder doch lieber die Schlittschuhe? Wir entschieden uns angesichts des über Nacht gefallenen Neuschnees für die Skier: auf der Eisbahn würde vielleicht zuviel Schnee liegen, aber die Loipe würde in jedem Fall befahrbar sein.

Es war genau umgekehrt: die Eisbahn war schon wieder gefegt worden; die Loipe war zum grossen Unmut des kleinen Herrn Maus, der nicht so gern einfach nur einen Fuss vor den anderen schiebt, sondern lieber skatet, ziemlich verweht.

Schön war’s trotzdem. Und auf der anderen Seite des Sees gab’s sogar ein Schlittenkarusell.

Wir hatten kurz überlegt, der Bequemlichkeit wegen mit dem Auto zum See zu fahren. Aber als wir vor die Tür traten und sahen, dass noch nirgends geräumt oder gar gestreut worden war, beschlossen wir spontan, dass wir die Skier eigentlich direkt anschnallen und auf Skiern zum See und zurück fahren könnten. Das war schön. Und als wir fast wieder zu Hause waren, überholte uns noch eine 425.

Letzter Quarantänetag übrigens. Und alle gesund!
Lasst euch impfen, Leute! Ich bin mir sicher, dass wir ohne Impfung nicht so glimpflich davongekommen wären.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385, 386-387, 388-389, 390, 391-393, 394, 395, 396-397, 398-399, 400, 401, 402-403, 404, 405, 406-408, 409, 410-411, 412, 413, 414, 415, 416, 417, 418, 419, 420, 421, 422, 423-424]


12 Kommentare

Weihnachtsspaziergang (2)

Zur Feier des Tages machten der Ähämann und ich heute gleich nach dem Frühstück, um die Mittagssonne zu nutzen, eine seiner Homeoffice-Runden auf Skiern.

(Die Kinder blieben zu Hause und arbeiteten trotz der -10°C mehrere Stunden lang an einer riesigen Schneeburg mit ausgeklügeltem Tunnelsystem, Oberlichtfenstern, Aussentreppe und Rutsche.)

Unterwegs kam der Anruf vom Gesundheitsamt. Es ist nicht Omikron.

***

Presseschau.

Tausende Rentiere werden in Lappland vermisst. Auch das eine Folge des Klimawandels.


Hinterlasse einen Kommentar

Wasserski

Gestern hatten wir die Wahl zwischen Wandern mit Gummistiefeln oder Wasserski.

(Es ist nämlich nicht so, dass, nachdem der ganze Schnee erstmal weggetaut ist, nun der Frühling kommen würde. Es gibt frühlingshafte Tage, aber dann sind eines Morgens wieder -18 Grad und dann schneit es drei Tage lang Schneematsch, mit dem man nichts anfangen kann.)

Wasserski in Klein-Lappland war gar nicht so schlecht. Vor allem da, wo die Loipen vor dem Wochenende nochmal frisch gespurt worden waren, fuhr es sich überraschend gut. Sogar ein bisschen Sonne sahen wir. (Während es in Turku regnete.)

„Achtung! Loipen gefährlich!“ Naja. Damals stand das nicht dran.

Jetzt liegt schon so deutlich Frühling in der Luft – die Vögel piepsen, und es ist hell, so hell, selbst wenn die Sonne hinter Wolken ist, und die Weiden strecken ihre pelzigen Kätzchen der Sonne entgegen – dass ich diesmal auch gar nicht so wehmütig war, dass es nun vielleicht wirklich die letzte Skitour für diesen Winter gewesen ist.

Was für einen wunderbaren Winter wir hatten!


4 Kommentare

Bis zur letzten Minute

Wir begannen unsere Skiferien am Freitagebend halb acht mit einem Ausflug zu Turkus bestem Schlittenberg. Wenn die Wettervorhersage recht behalten würde, wäre es nämlich die letzte Gelegenheit. Es war gleichzeitig auch die beste Gelegenheit: ausser uns waren vielleicht zehn andere Leute auf dem sonst meist völlig überfüllten Schlittenberg, und der Schnee war perfekt glattgefahren für unseren Familienschlitten (und alle anderen Rutschgeräte, die wir dabeihatten).

Als wir am Samstag aufstanden, war es in Turku schon so warm, dass die Schneehaufen vor dem Haus schon ganz matschig geworden waren. Im höhergelegenen Lieblingsskigebiet aber, da gab es am Samstag die vermutlich allerletzte Gelegenheit zum Skifahren, bevor auch dort die Temperaturen über Null klettern und der Südwind nicht nur warme Luft, sondern vor allem auch Regen mitbringen würde.

Ich glaube, ich habe noch nie so wehmütig eine letzte Skitour gemacht.
Auf der Heimfahrt regnete es schon in Strömen.


Ein Kommentar

kolmesataakahdeksankymmentäviisi

Letzte Woche bin ich wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren. Weil meine Monatskarte abgelaufen war – Was? Über vier Wochen Winter schon?! – und sich die Verhältnisse auf den Radwegen auch wieder beruhigt hatten: ausserhalb des Stadtzentrums waren sie von festgefahrenem, glattem, ungestreutem Schnee bedeckt, der Winterradweg im Stadtzentrum von schwarzem Eis aus wieder gefrorener Salz-Schnee-Suppe. Beides mit Spikereifen gut machbar. (Ersteres ist mein Lieblingsstrassenbelag fürs Winterfahrrad. Es fährt sich fast so mühelos wie auf Asphalt, während sich die Spikes lustig durch die harte Schneeschicht schnurpsen.)

Am Dienstag sah ich zuerst die 386 (tja nun), und auch die 380, die 381 und die 384 nochmal. (Aus dem Bus sehe ich keine Kennzeichen, da gucke ich nur ins Buch.)

Am Mittwoch fuhr ich früh ausnahmsweise doch Bus und sah dann die 385 auf der grossen Brücke, als ich Hortkinder abholen ging. Nach der Arbeit holte mich der Ähämann ab, mit Skiern.

Das hatten wir vor zwei Wochen schon gemacht, skifahren gehen, während der kleine Herr Maus Orchesterprobe und Klavierstunde hat. Vor zwei Wochen hatten wir noch eine beleuchetete Loipe gebraucht, obwohl ich auch da schon ganz aus dem Häuschen gewesen war, dass es die erste halbe Stunde noch ein bisschen hell gewesen war.

Diesen Mittwoch konnten wir schon auf die Lieblingsloipe gehen. Wir erhaschten sogar noch die allerletzten Sonnenstrahlen. Und es war schon wieder eine ganze Stunde länger hell als eben noch.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384]


2 Kommentare

Winterwochenende

Dieser Winter ist so wunderbar, dass man sogar vorsichtige Pläne machen kann; nicht nur für den nächsten oder übernächsten Tag, sondern so bis zum nächsten Wochenende ungefähr.

Wir hatten zwei für das letzte Wochenende, das eisig und sonnig werden sollte. In Klein-Lappland skifahren, weil es dort nicht nur die schneesichersten, sondern auch die schönsten Loipen gibt und wir alle schönen Loipen in der näheren Umgebung nun doch schon mindestens einmal abgefahren haben. Und endlich mal auf den See mit den Tretschlitten.

Beides als Tagesausflug machbar, aber irgendwie auch ganz schön blöd, an zwei Tagen hintereinander 75 oder 90 km in die gleiche Richtung zu fahren. Vielleicht könnten wir ja irgendwo preiswert eine Nacht übernachten.

Tjanun. Preiswert war es nicht. Und es wurden zwei Nächte; wir fuhren gleich am Freitagabend los. Dafür hatten wir einen wunderbaren Kurzurlaub im Mökki. Vorgezogene Skiferien sozusagen.

***

Samstag.

Aus Gründen fuhren wir dann doch nicht nach Klein-Lappland. Das machte aber gar nichts, denn das Beste am Mökkiurlaub ist, dass die schönste Unternehmung eigentlich ist, einfach im Mökki zu bleiben.

Die Herren Maus begannen den Tag damit, den Weiher vor dem Mökki vom Schnee zu befreien und sich eine Eisbahn anzulegen, während ich mit Freuden den Abwasch von fünf Personen per Hand erledigte, denn obwohl das Mökki eine ehemalige Bauernkate – die früher an einem anderen Ort gestanden, dann aber auf einen Schlitten geladen und mit einem Traktor an ihren jetzigen Platz gezogen wurde – war und wir uns ein bisschen wie in einem Museum fühlten, weil auch die Einrichtung grösstenteils mehr als 50 Jahre alt war, gab es einen Abtropfschrank, denn der wurde in Finnland schon 1944 erfunden. Wir bereiteten das Mittagessen am Lagerfeuer zu, wir fuhren ein bisschen schlittschuh und ein bisschen ski. Die Kinder übten, wie sie im Fall des Falles mit Hilfe der Eisahlen wieder aus dem Eis herauskämen. Wir liessen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Wir trugen Holz aus der Sauna ins Mökki und Wasser aus dem Mökki in die Sauna. Der grosse Herr Maus kümmerte sich ganz allein um das Anheizen der Sauna. Die Kinder spielten Verstecken in Schränken und Truhen, und ich konnte in aller Ruhe mehrere Kapitel lesen, tagsüber! Zwei Abende lang sassen wir lange in der Sauna und gingen dann zeitig schlafen.

Nichts ist erholsamer als Mökkiurlaub.

***
Sonntag.

Vor drei Jahren – aber erst, als das Meer und die Seen schon wieder anfingen zu tauen; und vor zwei Jahren fror hier wegen zu viel Schnee kein natürliches Gewässer überhaupt zu, und über den letzten sogenannten Winter möchte ich immer noch lieber nicht reden – hatte ich zum ersten Mal davon gehört: auf dem Köyliönjärvi, dem kleinen Bruder des riesigen Pyhäjärvi, von Turku aus nur noch 20 km weiter als Klein-Lappland, gibt es nicht nur eine 10 km lange Eisbahn, sondern auch 100 Tretschlitten zur freien Verfügung, um diese Eisbahn zu befahren, falls man nicht schlittschuhlaufen kann, möchte oder das Eis zum schlittschuhlaufen zu schlecht ist.

Wir hatten unseren eigenen Tretschlitten dabei, und Schlittschuhe auch, für alle Fälle, denn es hätte ja sein können, dass an einem sonnigen Februarsonntag alle 100 Leihtretschlitten auf dem See unterwegs wären. Waren sie auch, aber wir mussten keine zwei Minuten warten, bis uns Leute, die ihre Runde beendet hatten, drei Tretschlitten in die Hand gedrückt hatten. (Die Tretschlitten sind alle von örtlichen Firmen und Vereinen gesponsert, und ich war sehr froh, dass ich den mit der Werbung für die Ortsgruppe Köyliö der Wahren Finnen eher durch Zufall – weil ich nämlich lieber den blauen statt des holzfarbenen wollte – noch vor der Abfahrt wieder losgeworden war.) Vier Tretschlitten zu haben, war super, weil dann immer mal ein Kind geschoben werden konnte, aber keiner den jeweiligen Tretschlittenfahrern hinterherrennen musste, und auch, weil wir Eltern endlich mal Tretschlitten in der richtigen Grösse hatten. Ruckzuck waren wir knapp acht Kilometer über den See geglitten.

Den Köyliönjärvi kennt übrigens mindestens dem Namen nach jeder in Finnland, weil auf ihm seinerzeit der Bauer Lalli Bischof Henrik ermordet hat. Der grosse Herr Maus erzählte uns die Geschichte davon, die ich bisher auch nicht so richtig gekannt hatte, anderthalb Kilometer lang in aller Ausführlichkeit.

Zum Schlittschuhlaufen war tatsächlich das Eis zu schlecht. Dafür gab es an der einen der beiden Tretschlittenleihstationen ein Schlittenkarussell, das, anders als die Holzkiste in Naantali richtig schnell wurde.

Das war vielleicht der schönste Wintertag des Jahres.