Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Windstärke 7

Am Ostersonntagnachmittag, als der Wind mit 15 m/s vom offenen Meer her pfiff, gingen der Ähämann, der kleine Herr Maus und ich auf die äusserste südwestliche Landzunge Utös, legten uns, um nicht umgepustet zu werden, flach auf die Felsen und bestaunten die riesigen Wellen, die sich an der felsigen Landzunge, auf der wir am Tag vorher noch herumgeklettert waren, brachen.

Seit ich nicht mehr mit einer Nussschale dort draussen unterwegs sein muss, kann ich mich uneingeschränkt über dieses Schauspiel freuen.


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kolmesataakahdeksankymmentäkuusi, kolmesataakahdeksankymmentäseitsemän

Seit letzter Woche ist offiziell Frühling.

Die Radwege sind komplett schnee- und eisfrei. Ich fahre wieder Sommerfahrrad und fühle mich, als wäre ich auf ein Fahrrad mit Motor umgestiegen, vor allem, seit die Kehrmaschinen den unsäglichen Splitt von den Wegen gesaugt haben.

Eine Ausnahme allerdings gibt es: der allerkürzeste Radweg taut für gewöhnlich irgendwann im Mai auf ist erst seit gestern eisfrei. Und deswegen bin ich an dieser Stelle eine Woche lang einen Umweg gefahren. Jeden Tag an der 384 vorbei, die dort wohnt. (Aber als ich die gesucht habe, war an Fahrradfahren gerade überhaupt nicht zu denken.) Hmpf. Aber weil der Umweg kein Radweg, sondern eine recht viel befahrene Vorortstrasse ist, überholte mich dort letzten Dienstag eine 386.

Und die 387 sah ich genau eine Woche später gleich zweimal: mittags, als ich mit den Hortkindern von der Schule zum Hort lief, und abends, als ich den kleinen Herrn Maus in die Musikschule fuhr.

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Frühling, so eine Art

Die Buchten sind noch lückenlos zugefroren. Das Eis trägt nicht mehr – ausser Eisangler und andere Verrückte, von zehn Schutzengeln getragen – aber es liegt als eine solide, blendende Platte auf dem Wasser und lässt den Gedanken, dass in reichlich zwei Monaten schon Sommerferien sind, dass man in reichlich zwei Monaten vielleicht schon wieder im Meer baden kann, völlig absurd erscheinen. Die ersten Leberblümchen im Wald sind nur eine Sinnestäuschung, weil die Sonne so hell strahlt. Im Gegenteil, der Waldboden ist noch viel lückenloser mit Schnee bedeckt, als wir alle – der kleine Herr Maus, der mit Turnschuhen loszog, und wir Eltern, die ihn gewähren liessen – uns vorher vorstellen konnten.

Aber nicht mehr lange.


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Wasserski

Gestern hatten wir die Wahl zwischen Wandern mit Gummistiefeln oder Wasserski.

(Es ist nämlich nicht so, dass, nachdem der ganze Schnee erstmal weggetaut ist, nun der Frühling kommen würde. Es gibt frühlingshafte Tage, aber dann sind eines Morgens wieder -18 Grad und dann schneit es drei Tage lang Schneematsch, mit dem man nichts anfangen kann.)

Wasserski in Klein-Lappland war gar nicht so schlecht. Vor allem da, wo die Loipen vor dem Wochenende nochmal frisch gespurt worden waren, fuhr es sich überraschend gut. Sogar ein bisschen Sonne sahen wir. (Während es in Turku regnete.)

„Achtung! Loipen gefährlich!“ Naja. Damals stand das nicht dran.

Jetzt liegt schon so deutlich Frühling in der Luft – die Vögel piepsen, und es ist hell, so hell, selbst wenn die Sonne hinter Wolken ist, und die Weiden strecken ihre pelzigen Kätzchen der Sonne entgegen – dass ich diesmal auch gar nicht so wehmütig war, dass es nun vielleicht wirklich die letzte Skitour für diesen Winter gewesen ist.

Was für einen wunderbaren Winter wir hatten!


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Spass mit Eis

Wir hatten diesen Winter viel Spass mit Eis.

Eines Januarmorgens waren an der Eberesche vorm Haus seltsame Früchte gewachsen.

Und abends leuchtete es vorm Haus, in fünf Eislaternen aus Eimern und einem Iglu aus sehr vielen Milchpackungen.

Manche aber haben so viel Spass mit Eis, dass sie einen Weltrekord aufstellen. Indem sie eine Scheibe mit 310 m Durchmesser ins Eis eines gefrorenen Sees sägen, sie mit zwei Aussenbordmotoren ausstatten und das grösste Eiskarussell der Welt zum Drehen bringen.

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(Ein Jammer, dass der Winter schon wieder vorbei ist…!)


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Märzsonne

Ich trauere der dieses Jahr fast in greifbare Nähe gerückten Möglichkeit, mal wieder einen richtigen März zu erleben, bis in den Frühling hinein skifahren zu können, noch hinterher.

Aber diese sonnigen Tage, an denen man nicht weiss – Ist noch Winter? Ist schon Frühling? – die sind schon sehr, sehr schön.


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Was vom Winter übrig blieb

Wir haben den Winter genutzt, jede Minute.

Wir haben jede Menge Eislichter gebaut. Wir waren skifahren, auf nahezu allen Loipen in und um Turku, bei Tages- und bei Laternenlicht, im Lieblingsskigebiet, im Moor. Wir waren Tretschlitten fahren auf dem Tretschlittensee. Wir sind gerodelt. Wir waren auf unserem Stadtteilsportplatz eislaufen und auf dem zugefrorenen See.

Nur nach Naantali auf das zugefrorene Meer haben wir es nicht mehr geschafft.

Unsere Skiferien verbringen wir statt mit Skifahren oder anderen Winteraktivitäten mit Kochen (die Kinder), Backen (die Kinder), Brettspielen (wir alle), Hausarbeit (wir Eltern), Filme gucken (die Kinder), Fotobuchgestalten für eine bald Fünfzehnjährige (ich) und Arbeit (der Ähämann).

Gestern bin ich mit dem Ähämann, dem nach fast einem Jahr Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt, wenn er nicht täglich einmal rauskommt, durch das triefende Citymoor gestapft. Heute beschlossen wir spontan, einen Spaziergang durch Naantalis Altstadt zu machen, weil das vielleicht wenigstens ohne Gummistiefel mit Spikes dran zu machen wäre.

Aber dann sahen wir das Meer: auf dem Eis stand zehn Zentimeter hoch das Wasser wie ein auf dem Meer ausgelegter Spiegel, zwischen den Inseln hingen Nebelfetzen, und es waren noch jede Menge Eisangler unterwegs. (Jedes Jahr wird gewarnt, sie sollen wenigstens Schwimmwesten anziehen. Aber was lässt sich so ein Eisangler schon sagen.) Das war so faszinierend, dass wir unsere Schritte nicht nach links Richtung Altstadt, sondern nach rechts auf die Mumininsel lenkten.


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Bis zur allerletzten Minute

Sechs Wochen lang hatten wir wunderbarsten Winter.
Diese Woche haben wir „Ski“ferien.

Gestern gleich nach dem Aufstehen fragten die Kinder vorsichtig: „Ob das Eis auf dem Sportplatz noch okay ist?“ „Geht gucken!“, sagte ich, und sie zogen mit Schlittschuhen, Helmen und Eishockeyschlägern los und kamen erst zwei Stunden später wieder heim. Der Regen vom Sonntag war einfach wieder gefroren.

Heute früh um zehn kroch der kleine Herr Maus zu mir ins Bett und fragte: „Ob wir heute auch nochmal schlittschuhfahren gehen können?“ „Heute ist es zu warm“, sagte ich, „jetzt geht es wirklich nicht mehr.“ „Aber es sind drei Grad minus!“, insistierte der kleine Herr Maus.

Also gingen wir. Bis der Südwind das Eis weich pustete.

Bis zur allerletzten Minute.


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Bis zur letzten Minute

Wir begannen unsere Skiferien am Freitagebend halb acht mit einem Ausflug zu Turkus bestem Schlittenberg. Wenn die Wettervorhersage recht behalten würde, wäre es nämlich die letzte Gelegenheit. Es war gleichzeitig auch die beste Gelegenheit: ausser uns waren vielleicht zehn andere Leute auf dem sonst meist völlig überfüllten Schlittenberg, und der Schnee war perfekt glattgefahren für unseren Familienschlitten (und alle anderen Rutschgeräte, die wir dabeihatten).

Als wir am Samstag aufstanden, war es in Turku schon so warm, dass die Schneehaufen vor dem Haus schon ganz matschig geworden waren. Im höhergelegenen Lieblingsskigebiet aber, da gab es am Samstag die vermutlich allerletzte Gelegenheit zum Skifahren, bevor auch dort die Temperaturen über Null klettern und der Südwind nicht nur warme Luft, sondern vor allem auch Regen mitbringen würde.

Ich glaube, ich habe noch nie so wehmütig eine letzte Skitour gemacht.
Auf der Heimfahrt regnete es schon in Strömen.