Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Sommerendfeuer

Nachdem es Mitte August aussah, als sei schon endgültig der Herbst ausgebrochen, hat sich der Sommer in der letzten Woche dann doch nochmal berappelt. Welch ein Glück!

Aber der Herbst kommt dann ja jetzt doch mit grossen Schritten – reifen Äpfeln, blassem Sonnenschein, dunkelblauen Abenden und feuchten Nächten – und dieses Jahr fühlte es sich auch wieder richtig an, genau jetzt den Sommer mit einem grossen Feuer zu verabschieden.

Vorher gingen wir noch in die auf halbem Weg gelegene Sauna – die war zur Feier des Tages brechend voll mit laut und fröhlich durcheinanderredenden Leuten; es war zum Beispiel sehr lustig, mit einer gerade von einem Berlin-Urlaub zurückgekehrten Gruppe Finnen lachend und kopfschüttelnd „Bei uns nur Barzahlung!“-Erlebnisse auszutauschen – und im immer noch warmen Meer schwimmen.

Das war ein sehr schöner letzter Sommertag!

Und vielleicht war es ja auch doch erst der vorletzte oder vorvorletzte Sommertag.


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So tun als ob

„Morgen soll es ja nochmal warm werden“, sagte die Mutter der Freundin, als ich das Fräulein Maus Freitagabend zum Übernachten hinbrachte. „Vielleicht könnte man ja nochmal an einen Strand fahren.“

Naja. Warm ist anders. Aber wozu kennen wir Strände mit Sauna?!

Das Schilf war schon recht herbstlich braun. Ab und zu ging ein Regenschauer nieder. Aber der Herbststurm machte schöne Wellen, die Sonne wärmte immer noch ein bisschen und das Wasser war gerade noch warm genug.

Wir sieben Hanseln hatten übrigens lange Zeit die Sauna und den Strand ganz für uns allein. Ich weiss auch nicht, warum wir immer die Einzigen sind, die auch nach den Ferien noch Ausflüge machen…


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Sommer, nochmal

Diese Woche war hier schon sehr deutlich Herbst.

Nachts ist es stockfinster, früh neblig und der Gartentisch voller Tau. Es gewittert jeden Tag ein bisschen – keine Wärmegewitter, denn heiss ist es ganz und gar nicht, sondern diese Art Gewitter, mit denen der Herbst hier Einzug hält und nach denen es nicht mehr warm wird.

Ich bin ein bisschen wehmütig. Mein Bedarf an Sommer ist noch nicht gedeckt. Wir waren gerade mal drei Mal ohne Sauna am Strand diesen Sommer…!

Gestern war der wärmste und trockenste Tag der Woche. Für alle Fälle nahmen wir das Badezeug mit. Das Wasser war doch noch überraschend warm ohne Schnappatmung aushaltbar und die von der Sonne aufgeheizten Felsen reichten zum Aufwärmen.

Nur ab und zu kam ein kräftiger Windstoss und wirbelte eine kleine Wolke gelber Birkenblätter Richtung Wasser.

Vielleicht war es tatsächlich der allerletzte Sommertag.
*seufz*


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Duracell-Fische

Oder: Wie die Herren Maus sich einmal vornahmen, einen ganzen Kilometer zu schwimmen. Und es auch taten.

(Und dann zum Glück auch noch den Heimweg auf dem Fahrrad schafften.)

So ein Freibad mit beheiztem Wasser und Sauna ist gerade die beste einzige Wahl bei den derzeitigen Lufttemperaturen. Dieser Sommer ist ja nicht sooo schlecht – an Sonne ist kein Mangel, es hat seit Mittsommer an genau einem Tag geregnet – aber 20°C sind doch kein Sommer!!!


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Grossflächige Sauna

Was tut man am heissesten Wochenende des Jahres, wenn das Thermometer endlich auf über 30 Grad klettert?
Man fährt mit Dampfloks und besichtigt laufende Dampfmaschinen, ganz klar.

In Minkiö ist jedes Jahr im Juli „Dampffestival“. Das ist viel besser, als nur mit der Museumsschmalspurbahn hin und her zu fahren, und ich weiss wirklich nicht, warum wir vor neun Jahren zum letzten Mal dort waren. (Da war es übrigens ähnlich heiss.)

Diesmal fuhren wir gleich von Turku aus mit dem Zug hin und stiegen in Humppila in den Dampfzug um. (Was mich ja immer noch völlig begeistert, ist, dass finnische Dampfloks mit Holz statt mit Kohle befeuert werden. Und es ist auch ein bisschen verwirrend, weil für mich die Dampflok das richtige Geräusch macht, aber falsch riecht.)

Ausser all den Schmalspurloks, die sie da bei der Museumsbahn im Laufe der Jahre zusammengetragen haben, gab es auch dampfbetriebene Feuerwehrspritzen, Steinmühlen, Holzspalter und Wasserpumpen zu sehen. Für Kinder fuhr ein dampfmaschinebetriebenes Karussell! Man konnte so oft man wollte zwischen Humppila und Jokioinen hin und her fahren, man durfte eine Draisine ausprobieren, für Kinder gab es kostenlos Zuckerwatte, ein Reitpferd und eine Hüpfburg, und die allernetteste Geste war vielleicht, dass jemand einen Rasensprenger zur Abkühling auf die grosse Wiese neben der Hüpfburg gestellt hatte, um den die Kinder juchzend herumsprangen und von dem sich auch der eine oder andere Erwachsene dankbar berieseln liess.

Zurück nach Humppila brachte uns eine sowjetische Diesellok, weil der Dampflok bei 33 Grad im Schatten das Wasser zu warm war.

Und was soll ich sagen? Am Ende des Tages fühlte sich so ein elektrisch betriebener, nicht nach Holzfeuer riechender, fast lautlos auf den Schienen dahingleitender und vor allem klimatisierter Zug doch sehr angenehm an.


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Sommerabend mit Musik

Es ist wieder die schönste und intensivste Woche der Sommerferien: das Fräulein Maus hat Musiklager.

Sie spielt dieses Jahr im Streichorchester, im Blasorchester, allein und gemeinsam mit den anderen fünf Harfenisten und – „Morgen muss ich schon halb zehn da sein, ich bin nämlich auch im Chor! Das Sinfonieorchester spielt die Finlandia, und da muss ja auch gesungen werden“, teilte sie mir am Montagabend mit – singt.

Es ist anstrengend, und es ist total toll.

Sie probt jeden Tag so viel, dass sie sich alle Finger verpflastern muss. (Die Geiger haben alle einen Knutsch-blauen Fleck am Hals.) „Mir tut alles weh!“, jammerte sie heute Abend vorm Konzert, und dann zog sie ihre Harfe zu sich und fing – „Das muss ich euch unbedingt schon mal vorspielen!“ – doch gleich wieder zu spielen an.

Donnerstag ist der schönste Tag der Musiklagerwoche. Da gibt es eine Konzertreihe auf der übernächsten Insel: in der Kirche, in einem alten Gutshaus und auf den Ruinen einer Burg; in Sommergrün und Abendsonnenschein.

Da wurden heute unter Anderem sechs Harfen mit Löffeln – Schraubenzieher hatten wir ja auch schon – sowie einem zwischen die tiefen Saiten gefädelten Papierstreifen gespielt. Und Pachelbels Kanon, was ich sehr rührend fand, denn das war das allererste Stück, das das Fräulein Maus gemeinsam mit anderen gespielt hat.

21:30 Uhr.

Und sagte ich schon, wie wunderbar die finnischen Sommerabende sind?!


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kolmesataaneljäkymmentä

Als wir gestern zum Lieblingsstrand fuhren, kam uns kolonnenweise der Juhannusrückreiseverkehr entgegen. (Die 340 war auch dabei.)

Ich fand es ja – da wir uns ja die letzten drei Wochen an Temperaturen über 30 Grad gewöhnt hatten – fast ein bisschen zu kühl für Strand. Aber die Kinder mussten schliesslich unser neues Haustier ausführen.

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Sommerferienmodus an

Früh halb acht kamen wir in Turku an. Um acht waren wir zu Hause. Nach zwei sehr kurzen Nächten auf zwei verschiedenen Fähren gingen wir direkt wieder ins Bett.

Wir schliefen alle bis halb zwölf. Um zwölf assen wir Frühstück, um vier Mittag, um sieben gingen wir in die Sauna, um neun assen wir Abendbrot. Die Kinder gingen halb elf ins Bett, wir Eltern um zwei. Dunkel wurde es sowieso nicht.

Zack, Sommerferienmodus. ♥
(Nur der arme Ähämann muss morgen wieder auf Arbeit.)