Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Eröffnung der Strandsaison

Es war noch nicht einmal richtig grün: die Espen sind noch ganz kahl, die Birken noch hellgrün, die erst ein paar Tage alten Eschenblätter glänzen noch. Das Schilf in den Buchten ist noch wintergelb.

Die Luft aber, die hatte 26 Grad im Schatten. Und das Wasser in der Bucht am Lieblingsstrand war immerhin schon zwölfeinhalb Grad warm. (Wozu gehen wir schliesslich den ganzen Winter eisbaden?!)

Auf den Wiesen leuchteten die Löwenzahnsonnen, die Apfelbäume hatten sich ganz in weisse Spitze gehüllt, über die Felder staksten Kraniche und Kiebitze, über die Strasse sprangen Rehe, ungerührt trippelte neben unserer Decke eine Bachstelze knicksend durch den Sand, und die Gruppe Schwäne wendete nicht einmal die Köpfe nach uns.

Wir waren auch heute wieder ganz allein am Strand.


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Im BuschwindröschenLeberblümchenwald

Weil Ostern dieses Jahr so ganz anders war als letztes Jahr, gingen wir am Ostersonntag in den Buschwindröschenwald. (Ich habe gerade einen akuten Anfall von Sentimentalitis, wenn ich die kleinen Wandersleute auf den Fotos da sehe…)

Also, es war uns natürlich klar, dass es auch in diesem Jahr für Buschwindröschen noch zu zeitig ist. Aber dafür war – und nicht einmal damit hatten wir gerechnet – schon der blaue Leberblümchenteppich ausgerollt. Und die ersten wagemutigen Buschwindröschen waren auch schon zu sehen.

Anschliessend noch ein kleiner 100-Meter-Lauf auf der Autofähre.

(Heute ist übrigens 10. Mai. Völlig verrückt. Aber schön!)


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kolmesataakolmekymmentäyksi, kolmesataakolmekymmentäkaksi

Heute war der Tag der 331.

Der griesgrämige alte Mann in dem fast genauso alten Mercedes hätte offensichtlich lieber nicht am Fussgängerüberweg für mich angehalten. (Zu seiner Ehrenrettung muss man aber sagen, dass er es immerhin getan hat.)

Danach musste ich meinen Arbeitsweg auf der linken statt auf der rechten Flussseite fortsetzen, denn auf der rechten findet gerade mal wieder einer dieser unsäglichen Grossmärkte statt. Auf der linken Flussseite aber reiht sich Baustelle an Baustelle, und die Föri liess auch aussergewöhnlich lange auf sich warten, während mir der Magen schon in den Kniekehlen hing und ich nur noch so schnell wie möglich auf Arbeit ankommen und endlich meinen Mittagessen-Thermosbehälter auspacken wollte. Dafür kam mir dann auf den letzten 200 m vorm Ziel gleich noch eine 331 entgegen.

Und auf dem Heimweg überholte mich die dritte 331 des Tages.

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In einem Monat ist Sommer!

Heute früh habe ich nämlich die erste Lerche gehört. Es waren -5°C, und die grosse Wiese, über der sie tirilierte, glitzerte in der Morgensonne. Aber hey, ein Monat nur noch!

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Der grosse Herr Maus ging heute nicht in die Schule, sondern fuhr mit seiner Deutschlehrerin nach Helsinki zum Finale eines vom Goethe-Institut organisierten Vorlesewettbewerbs für zweisprachige Kinder. Obwohl er Halsschmerzen hatte und sich auch sonst nicht so gut fühlte, las er sich auf den ersten Platz.

(Habe ich schon erwähnt, mit wie ungläubiger Bewunderung ich das mit ansehe, wie er sich vor Publikum hinstellt und Sachen vorträgt? Und was für eine wunderbare, engagierte Deutschlehrerin unsere Kinder haben?)

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Als ich heute Abend erst den kleinen Herrn Maus zum Training fuhr, dann das Fräulein Maus vom Training abholte, dann mit dem Fräulein Maus den kleinen Herrn Maus wieder vom Training abholte und zuletzt noch mit dem Fräulein Maus und dem kleinen Herrn Maus den grossen Herrn Maus vom Bahnhof abholte und zwischendrin kurz in den Lidl sprang, um Milch zu kaufen – wobei im Regal mit der Milch von glücklichen Kühen leider gähnende Leere herrschte – stand dort auf dem Parkplatz auch gleich noch eine 332.

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Und jetzt: Wochenende!!!

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Zwei Wochen

Die letzte Märzwoche war hell. So hell! Abends bis um acht, früh lange schon vorm Aufstehen, und das zeitige Aufstehen und die abendliche Taxifahrerei fühlten sich auf einmal wieder ganz leicht an.

In der letzten Märzwoche wurde der grosse Herr Maus ins Stadt-Schülerparlament gewählt. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich unsere drei Kinder sind: der grosse Herr Maus zum Beispiel erstellt mal eben eine Präsentation über sich, schüttelt ein Wahlprogramm aus dem Ärmel und stellt sich dann ohne Hemmungen vor ein grosses Publikum und trägt es vor.
(Sein politisches Engagement kam auch gut an, hat man ihm gesagt.)

Die letzte Märzwoche war auf Arbeit ziemlich anstrengend. Unsere Hortkinder hatten Projektwoche in der Schule und standen jeden Tag alle 35 gleichzeitig auf der Matte vor der Tür. Zum Glück fing in der letzten Märzwoche schon ein wenig der Frühling an, noch mit kaltem Wind, aber mit viel Sonne, und wir haben sehr viel Zeit im Freien verbracht.
(Und mit vielen Diskussionen, ob man Jacken, Mützen, gar Schuhe (!) ausziehen darf.)

In der letzten Märzwoche kam der Winter zurück. Während der kleine Herr Maus sonntagfrüh in der Schwimmhalle zum Schwimmtraining war, segelten draussen wattebauschgrosse Schneeflocken vom Himmel, eine Stunde später war alles weiss.
(So ist das hier.)

In der letzten Märzwoche hat das Fräulein Maus, wie auch die drei Wochen zuvor schon, vor sich hingekränkelt.

In der letzten Märzwoche hatte das Fräulein Maus gleich zwei Wettkämpfe. Am Sonnabend kutschierte der Ähämann sie und vier weitere Turnmädchen nach Helsinki zu einem Wettkampf in rhythmischer Sportgymnastik – was die Mädchen eher aus pädagogischen Gründen machen müssen als aus echtem Ehrgeiz. Das Fräulein Maus wurde 3. von 217! Am Sonntag hatte der Flohzirkus seinen nächsten Wettkampf und belegte einen zweiten Platz. Alle völlig fertig nach dem Wochenende, aber glücklich. Danach allerdings mussten wir feststellen, dass sich Wimpernleim – damit hatten sie Strasssteine auf die Frisur geklebt – aus Haaren auch in der extra angeheizten Sauna nicht entfernen lässt. Eine kurze, panische Recherche ergab, dass wohl Entferner für wasserfestes Make-up hilft. Der März endete damit, dass der kleine Herr Maus und ich nach der Sauna nicht die Schlafanzüge, sondern Fahrradklamotten anzogen, und im Abendsonnenschein und auf mittlerweile wieder komplett freigetauten Wegen in den mittelweit entfernten Supermarkt radelten.

Uff, dachte ich.
(Da wusste ich ja noch nicht, wie der April werden würde.)

Die erste Aprilwoche begann zusätzlich zum Uhrumstellungsjetlag auch noch damit, dass ich jeden Morgen um acht in der Schule sein muss, um meinen letzten Praktikumsteil – und gleich nach Ostern meine letzte Lehrprobe – zu absolvieren. Apropos Lehrprobe: in der ersten Aprilwoche habe ich mal wieder in jeder freien Minute an einem HENSU getippt, denn der muss drei Wochen vorher im Wilma stehen. (Ja, ich hab‘ in meiner Berufsschule auch ein Wilma.)

In der ersten Aprilwoche kränkelten das Fräulein Maus, der grosse Herr Maus und der Ähämann. Am Ende der ersten Aprilwoche stellte sich heraus, dass das Fräulein Maus Angina hat. Das Penicillin hilft leider nicht so, wie wir es uns erhofft hatten, und eine Virusinfektion obendrein hat sie nun auch noch. Deshalb konnte sie zum ersten Mal seit langer Zeit nicht an einem Wettkampf teilnehmen.
(War doof für alle, denn es gibt vermutlich keine Sportart, in der der Einzelne weniger ersetzbar ist als in der des Fräulein Maus.)

Dafür sassen wir in der ersten Aprilwoche ganz unerwartet den ganzen Sonnabend im Garten, liessen uns die Sonne auf die Nase scheinen, assen zum ersten Mal draussen und sahen besoffenen Hummeln beim Nektarsammeln und den ersten Blättchen an der Stachelbeere beim Entfalten zu.

In der ersten Aprilwoche ging der kleine Herr Maus übers Wochenende auf Wettkampfreise nach Åland. Mit Übernachtung und Anreise mit dem Schiff! „Und dann war dort auch alles auf Schwedisch, oder?“ „Ja, aber das war überhaupt kein Problem. Die haben statt Paikoillanne! [=Auf die Plätze…] eben På era platser! gesagt.“
(Zehn Zentimeter gewachsen und mit einer Bronzemedaille kam er heim.)

Die erste Aprilwoche endete damit, dass der Winter nochmal zurückkam. Als ich den kleinen Herrn Maus Sonntagabend vom Hafen abholte, fiel nasses, weisses Gelumpe vom Himmel. Eine Stunde später war alles weiss.

Ich hätte jetzt bittegerne sofort Sommer.
Aus allen erdenklichen Gründen.


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Sisu-Glöckchen

Darf ich vorstellen? Das Sisu-Glöckchen:

Schneeglöckchen gedeihen in Finnland nicht so richtig. Wir haben schon unendlich viele Schneeglöckchenzwiebeln an allen möglichen Stellen verbuddelt. Für immer und ewig.

Und jetzt streckt dieses eine nach Jahren einfach so seine grünen Ärmchen in die Luft, trotzt allen Widrigkeiten – zuletzt noch, als es schon ein paar Zentimeter über den Boden ragte, einer schneefreien Frostnacht mit -12 Grad – und bimmelt zart im Frühlingswind. <3

(Vielleicht hat ihm der wunderbare Rekordsommer genausoviel Kraft gegeben wie mir.)


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Winter? Frühling?

Manchmal weiss man’s nicht. Bis in den Mai weiss man’s manchmal nicht.

Manchmal zieht der Frühling schon übers Land, mit warmen Sonnenstrahlen, die den Schnee in Windeseile schrumpfen lassen. Am nächsten Tag lacht der Winter höhnisch und kehrt zurück, mit 10 cm Neuschnee, oder mit -15°C eines schönen Märzmorgens, an dem man sich wundert, warum denn die Amsel auf dem Dach heute nicht singt.

Manchmal zanken sich Winter und Frühling aber auch gar nicht, sondern ziehen Hand in Hand durch die Wälder und Felder und lachen sich ins Fäustchen, weil die Menschen sich wundern, wie es sein kann, dass Winter und Frühling zur gleichen Zeit herrschen.

Letztes Wochenende war das so.


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Auf glasierten Loipen

Samstagfrühmittag sassen wir bei strahlendem Sonnenschein und vier Grad plus am Frühstückstisch und überlegten, was wir mit dem Tag anfangen sollten.

Irgendwo eine kleine Runde wandern? Nun ist es zwar bis auf ein paar wenige kalte Tage seit drei Wochen warm, also über Null, aber so ein halber Meter Schnee braucht eben doch so seine Zeit, bis er weggetaut ist. Auf allen Wegen liegen noch dicke, zu Eis zusammengetrampelte Schneeschichten. Erst recht im Wald, wo keine Sonne hinkommt. Also Wandern vielleicht eher noch nicht.

Ob man dann aber vielleicht noch skifahren kann? In Klein-Lappland geht das doch immer noch bis zuletzt! Und tatsächlich, auf der Webcam sahen die Loipen nahezu perfekt aus.

Was man jedoch auf den Bildern der Webcam nicht sehen konnte: dass es dort, anders als in Turku, die ganze Nacht geregnet hatte, und dass der Regen den an den beiden vorherigen Tagen tiefgefrorenen Schnee mit einer dicken Eisschicht überzogen hatte, die auch am frühen Nachmittag im strahlenden Sonnenschein noch nicht getaut war.

Meine Fresse…! Geradeaus ging eigentlich nur mit Mit-den-Stöcken-Anschieben, bergauf nur unter Einsatz von sehr viel Armkraft, und bergab war kriminell, denn bremsen war schlicht unmöglich.

(Schnapsidee des Jahres steht hiermit wohl schon mal fest.)

Während die Kinder unerschrocken auf Skiern die Eiskanäle hinuntersausten, schnallte ich an jedem steileren oder längeren Berg die Skier ab. (Laufen war allerdings auch eher schwierig ohne Spikes.)

Am vergnüglichsten war der Heimweg am späten Nachmittag, denn auf dem gibt es eine Strecke, da geht es wie auf einer Achterbahn immer auf und ab. Bergab war’s dankenswerterweise dann in der Sonne endlich angetaut, so dass man nicht zu schnell wurde, und bergauf war’s weiterhin gefroren, so dass man bis oben einfach weitersausen konnte.

Bilanz: ein blaues Knie und drei Tage Muskelkater. (Bei mir. Der Rest der Familie ist wohlauf.)

Und jetzt im Nachhinein find‘ ich’s auch wieder lustig. Und bin froh, dass wir nochmal da waren.


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Urlaub, gemeinsamer

Ferien ohne eine Reise sind gar keine richtigen Ferien.

Wir hatten auch schon einen Plan. Aber dann hatte der grosse Herr Maus die Gelegenheit, mit den Pfadfindern für fünf Tage nach Nordkarelien zu fahren zum Skifahren, Eisangeln, im Schnee schlafen, und wer weiss, ob er jemals wieder so perfekte Skiferien haben würde! Wir liessen ihn also fahren und verzichteten auf unsere Reisepläne, und der Ähämann war gar nicht so traurig, weil er gerade mitten in einem schwierigen Projekt steckt und so ausserdem ein paar Urlaubstage sparen konnte.

Aber so gar nicht wegfahren?!

Am Ende hatten wir einen Plan, der für uns alle passte: sobald der grosse Herr Maus wieder da war, fuhren wir für zwei Tage in die Stadt, in der der Ähämann seit August arbeitet. Er konnte arbeiten, aber trotzdem seine Mittagspausen und die Abende mit uns verbringen. (Und er konnte auch mal einfach so auf Arbeit spazieren, statt zwei Stunden mit dem Fahrrad, dem Zug und zu Fuss unterwegs zu sein.)

Die Kinder und ich bestiegen also am Donnerstagmorgen einen Zug – und fuhren dem Ähämann, der zwei Stunden eher aufgebrochen war, hinterher. Frühstück gab’s erst im Zug, damit wir früh so lange wie möglich schlafen konnten. Zwei Stunden fuhren wir bei schönstem Märzwetter durch blauweisse Landschaft, und als wir da waren, waren wir uns einig, dass wir alle gern noch länger zuggefahren wären.

Ich fahre nicht nur gerne Zug, ich bin auch wirklich sehr, sehr gerne in Tampere.

Ich mag das viele Wasser – und die grosse Stromschnelle, die von Anfang an die Lebensader der Stadt gewesen ist – und auch die alten Industriebauten mitten in der Stadt sehr. Leider sind bis auf die beiden Wasserkraftwerke und eine PapierKartonfabrik keine davon mehr in Betrieb, sondern werden heutzutage als Museen, Veranstaltungsräume oder Einkaufszentren genutzt, aber Himmel, sind die trotzdem immer noch schön!

Als der Ähämann seinen Kollegen von unseren Reiseplänen erzählte, schlug ihm eine Kollegin, da wir ja mit Kindern unterwegs wären, allen Ernstes zwei Indoorspielplätze vor, die wir unbedingt besuchen müssten. Ich soll in einer Stadt, die voller Natur, Kultur und Sehenswürdigkeiten ist, in einen Indoorspielplatz gehen?! Der Ähämann und ich haben schon lange nicht mehr so heftig mit den Augen gerollt.

Tatsächlich bin ich ja auf die Idee mit dem Ausflug nach Tampere gekommen, als ich auf Instagram ein bisschen nach Bildern mit dem finnischen Hashtag für #eisbaden herumsuchte. Tampere hat neuerdings da, wo die Stromschnelle aufhört, mitten in der Stadt eine ganzjährig geöffnete Sauna. Da müssen wir hin, waren wir uns alle fünf einig.

Wir holten also den Ähämann von Arbeit ab, gingen mit ihm Mittagessen und danach gemeinsam in die Sauna, die wir zwei Stunden lang fast ganz für uns alleine hatten. Und zur Abwechslung badeten wir mal in goldenem Seewasser statt in grauem Meerwasser. So schön! Und erwähnte ich schon das Märzwetter?!

Leider sieht es mit Eisbahnen ja dieses Jahr überall ein bisschen schlecht aus, sonst hätten wir die Schlittschuhe mitgenommen, denn in einer Stadt mit so viel Wasser kann man auch (fast) mitten in der Stadt auf dem See eislaufen.

Fürs Museum war das Wetter fast ein bisschen zu schön.

Andererseits sind die finnischen Museen – mal vom ebenfalls in Tampere befindlichen Spionagemuseum abgesehen – alle viel zu schön, um nicht hinzugehen. Diesmal waren wir im Vapriikki, einem Komplex mit neun verschiedenen Museen sowie zusätzlichen wechselnden Ausstellungen unter einem Dach. Zum Glück hatten wir gut gefrühstückt, so hielten wir es immerhin drei Stunden dort aus, bis uns allen der Magen knurrte. Tage könnte man da zubringen!

Ihr Ururopa war tatsächlich stolzer Besitzer und Fahrer eines solchen Dings!

„Mama, was muss man denn da machen?“
(Ich bin Ich-kann-ein-Wählscheibentelefon-bedienen-alt.)

Kleiner Postillion.

Wir liefen kreuz und quer durch die Stadt. Wir entdeckten auch in Tampere Spuren unseres Freundes Engel. Wir bestaunten fasziniert und neidisch die Strassenbahnbaustelle. Sogar zum Entenfüttern kamen die Kinder nach Jahren zum ersten Mal wieder. (Und ja, ich weiss, dass Brot keine artgerechte Nahrung ist.)

Manche Städte bauen eine Strassenbahn.
(Andere eine Tiefgarage.)

Freitagabend fuhren wir gemeinsam mit dem Ähämann zurück nach Turku.

Aber in den nächsten Ferien machen wir das wieder, haben wir beschlossen. Ich will auch mal wieder auf den Harju. Und den Kindern die lustigen Gemälde im Dom zeigen. Und im neuen Muminmuseum waren wir auch immer noch nicht. Und überhaupt ist es ganz wunderbar, wenn wir alle zusammensein können, auch wenn einer gar nicht frei hat.


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Letzte Gelegenheit

Als wir am Sonnabend zum Eisbaden fuhren, zogen da ein paar Unerschrockene immer noch mit Skiern über die Felder. Na, dachte ich, das ist jetzt aber die letzte Gelegenheit, denn die Sonne knallte wirklich sehr auf die zusammengeschrumpfte Loipe, und die Luft war ganze sechs Grad warm.

Als wir am Sonntag ins Citymoor gingen, war der Parkplatz voller Autos, in die gerade Skier eingeladen oder aus denen gerade Skier ausgeladen wurden. Na, dachte ich, das ist jetzt aber wirklich die allerletzte Gelegenheit, denn an manchen Stellen guckte schon der Waldboden wieder raus, und Rinnsale blinkten neben dem Weg.

Aber die Loipe sah gar nicht so schlecht aus. Und so ergriffen gestern der kleine Herr Maus und ich, nachdem wir erst das Fräulein Maus zum Training gefahren und dann in der brechend vollen Schwimmhalle seine am Sonntag beim Training liegengelassene Badekappe abgeholt hatten, die wirklich allerallerletzte Gelegenheit beim Schopfe und gingen auch nochmal skifahren.

Vom Citymoor zur Skihütte auf der anderen Seite des Flughafens und wieder zurück. Es waren recht anstrengende 14 km, denn der Schnee war auf der Hinfahrt noch sehr vereist und auf der Rückfahrt sehr matschig. Aber egal. In der Skihütte konnten wir am Feuer unser mitgebrachtes Mittagessen essen, ich konnte mein durchgeschwitztes Wollunterhemd wechseln, zum Nachtisch gab’s Munkki und heissen Kaffee, und dann ging’s auch mit dem Rückweg.

Und die Loipe ist ja mal echt cool: der kleine Herr Maus erzählte noch den ganzen Abend davon, wie wir durch die Landebahnbeleuchtung des Flughafens durchgefahren sind und wie toll der startende Airbus so ganz aus der Nähe ausgesehen hatte.

Wenn es wirklich die allerallerletzte Gelegenheit zum Skifahren gewesen sein sollte, dann haben wir sie wenigstens gut genutzt.

(Heute Muskelkater. Und strömender Regen.)


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Mittagessen im Moor

Wir haben ja jetzt Skiferien.

Der Wortbestandteil „Ski“ ist allerdings angesichts der derzeitigen Temperaturen… ach, reden wir nicht drüber. Der grosse Herr Maus ist in einer schneesicheren Gegend im Pfadfinderlager, das Fräulein Maus hat vier Tage lang Intensivtraining, und bei des kleinen Herrn Maus‘ Schwimmtraining weiss man auch nichts von Ferien. Ausserdem gäbe es dreitausend Dinge im Haushalt zu erledigen, ich müsste noch mehrere kleinen Hausarbeiten schreiben sowie ein Fotobuch für eine bald Dreizehnjährige gestalten. Aber kann man drinnen bleiben, wenn draussen die Sonne lacht? Eben.

Zum Glück haben wir das Citymoor als Rettung in der Not, wenn wir eigentlich gar keine Zeit für Ausflüge haben. Und wenn man noch weniger Zeit hat als sonst, kann man da sogar mittagessen. Und Sonne und Frischluft tanken.