Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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sataneljäkymmentäyksi

”Weisst du, was ich schön fände?” hatte das Fräulein Maus Anfang der Woche mit bittendem Unterton in der Stimme gesagt. „Wenn du oder der Papa mit mir in einen Spielzeugladen fahren würdet und ich dem kleinen Herrn Maus ein Geburtstagsgeschenk aussuchen dürfte.“

Es stellte sich dann heraus, dass sie viel detaillierter über die Wünsche des kleinen Bruders informiert war als wir Eltern. Sie verglich, sie probierte aus, sie erklärte mir ihre Wahl und entschied dann: „Das nehmen wir!“

Hat Spass gemacht. Und die 141 haben wir auf dem Rückweg auch noch gesehen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140]


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satakolmekymmentäyhdeksän, sataneljäkymmentä

Als ich gestern von der Uni zur Haltestelle am Dom flitzte, um dort das Fräulein Maus entgegenzunehmen – Plan C bei Dienstreise des Ähämannes, aber Anwesenheit der Oma – stand da hinter dem Dom die 139. Und als das Fräulein Maus und ich dann drei Stunden später von der Haltestelle nach Hause liefen, überholte uns die 140.

Plan C war zumindest kennzeichenmässig äusserst erfolgreich.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138]


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Nichts

Heute mal mit der Autofähre ins Nichts gefahren.

„Nichts“ ist dabei durchaus wortwörtlich zu nehmen. Ende August werden draussen im Archipelago die Bürgersteige hochgeklappt sämtliche touristische Infrastruktur winterfest gemacht, und so scheiterte nicht nur Plan A, sondern auch Plan B.

Immerhin können wir uns damit brüsten, mal wieder mit Finnlands grösster – und mit fast einem Kilometer Länge vermutlich auch längster- Seilfähre gefahren zu sein.

Und Gelb tut ja immer gut.


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Vier Herbstferientage

Man hat’s nicht leicht als finnisches Schulkind. Zwei Tage Herbstferien…!

Wir hatten trotzdem prima Ferien: mit einer richtigen Schiffsreise, mit Sandbuddeln und Wandern, mit Meer und Wald, mit Sonne und Hagelschauern.

Das Fräulein Maus durfte eine Stunde eher aus der Schule gehen. Die beiden Herren Maus waren Mittagskinder. Im Sonnenuntergang kamen wir in Tallinn an.

Bis die bis auf den allerletzten Platz ausgebuchte Fähre leer war, war es draussen stockfinster. Als wir die letzten Lichter der Stadt hinter uns gelassen hatten, begleitete uns der Mond neben der Autobahn. Die Mäusekinder zählten Sterne. Ich erfreute mich an weissen Elchwarnschildern und den Wegweisern für Blitzmerker. So Kleinigkeiten, die ein anderes Land so besonders machen.


(Wie man bei zugelassenen 110 km/h auf der Autobahn unfallfrei erfassen soll, wo und wie man wohin an der Ausfahrt abbiegen muss, ist mir ja ein Rätsel…)

Wir verliessen die Autobahn an einer weniger spektakulären Abfahrt (aber mit nicht weniger Ortsangaben – die sich dann allesamt als Ansammlung von maximal fünf Häusern entpuppten). Die vollkommen dunkle, schmale Strasse wand sich durch einen undurchdringlichen nächtlichen Märchenwald, der so dicht an die Strasse heranwuchs, dass einmal sogar ein kleines, reflektierendes, rot-weisses Schildchen vor einem knorrigen Kiefernast, der über die Strasse ragte, warnte. Ein Fuchs lief elegant über die Strasse, ein Reh kehrte wieder um, mehrere funkelnde Augen verfolgten uns aus dem Unterholz am Strassenrand. Dann wieder führte die Strasse über mondbeschienene Felder, auf denen sich Kühe zusammendrängten. Ich wusste gleich, dass wir uns mit dem ersten Nationalpark der Sowjetunion für das richtige Reiseziel entschlossen hatten.

Am ersten Tag besuchten wir das Meer. Das gleiche Meer, das doch so ganz anders aussieht als bei uns. Und allüberall finnische Findlinge!

Am zweiten Tag besuchten wir die Biber. Das nämlich hatte den Ausschlag gegeben für den Nationalpark: dass es dort jede Menge Rundwanderwege gibt. Der Biberlehrpfad ist ein ganz besonders liebevoll angelegter, der tatsächlich an mehreren Biberdeichen und benagten Bäumen vorbeiführt. Der grosse Herr Maus behauptete sogar, er habe eine Biberpfote gesehen, und wollte unbedingt warten, bis er einen ganzen, echten Biber gesehen hätte. Leider regnete es in Strömen, und das Fräulein Maus, das mir im Frühling die lustigen Krokodilgummistiefel abgetrotzt hatte, hatte nasse Füsse, weil ebenjene Gummistiefel nach nur ein paar Monaten an der Sohle durchgelaufen waren. (Unser erster Weg zu Hause führte in den grossen Supermarkt, ordentliche Nokia-Gummistiefel kaufen. Solche, die das Fräulein Maus und der grosse Herr Maus schon jeweils zwei Jahre getragen haben, und die der kleine Herr Maus jetzt immer noch mit wunderbar trockenen und warmen Füssen trägt.)

Am dritten Tag fuhren wir ans andere Ende des Nationalparks. Über winzige Strassen, vorbei an immer nur einzelnen Häuschen – oft grüne oder dunkelgelbe Holzhäuschen, die mich immer an „Timur und sein Trupp“ erinnern. Vorbei an verfallenen Ställen und Fabrikruinen, vorbei an prunkvollen Landgütern. Und überall Storchennester: auf Schornsteinen, auf Strommasten. Da wäre ich gern mal im Sommer. Als wir noch eine Kleinststadt mit trostlosen Plattenbauten, aber einem supermodernen, riesigen Spielplatz passiert hatten, waren wir am Ausgangspunkt unserer ausgewählten Wanderroute: zum sieben Meter hohen drittgrössten Findling Estlands (die beiden grösseren liegen vor der Küste im Meer rum). Es fing dann auch gleich erstmal an zu hageln. Der Weg schlängelte sich sieben Kilometer durch hohe Fichten mit Flechtenbartzotteln an den Ästen, durch Moor, über eine lange, mit Rentierflechte bewachsene Düne, durch Birkenwäldchen und an einem Bach entlang. Von einem Aussichtsturm sahen wir bis zum fernen Tallinn. „Ob man auf den Findling auch draufklettern kann?“ hatte das Fräulein Maus vorher gefragt. „Ich glaube nicht. Den kann man sich bestimmt nur von unten angucken. Sieben Meter sind ja ganz schön hoch, da kann man nicht einfach so hochklettern“, hatte ich ihr geantwortet. Und dann entdeckte sie die Leiter als erste: „Da kann man ja doch draufklettern!“ Das war das Allerbeste.

Wir assen leckere Sachen, und die Kinder freuten sich über die Spielzimmer oder wenigstens Spielecken in jedem Restaurant. (Über das deutsche Restaurant, in das es uns zufällig verschlagen hat, und das wir aus verschiedenen Gründen schnellstmöglich wieder verliessen, sage ich jetzt besser nichts…)

Am vierten Tag kauften wir im Supermarkt genug estnische Kekse, Bonbons, nostalgisch verpackte Schokolade, Käse und slowakische Käsenudeln für das nächste halbe Jahr die nächsten vier Wochen.

Dann betankten wir den Herrn Picasso mit preiswertem Benzin, fuhren zurück nach Tallinn, bestiegen eine völlig ausgebuchte Fähre, ärgerten uns ein wenig über bekloppte „Kreuzfahrer“… und als wir am blinkenden Leuchtturm von Suomenlinna vorbei in den Helsinkier Hafen einfuhren, habe ich mich schon ganz schrecklich auf die nächste Reise gevorfreut.


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Nach finnischem Gehör

In ihr Notizbüchlein hat sie geschrieben: „DONNASTAK: Fräulein Maus, grosser Herr Maus, kleiner Herr Maus BASTELN HEABSTPLETA.“

Auf einem Zettel hat sie uns angekündigt: „ÜBERRASCHUNK KOMT HOITE“

Und ins Freundebuch hat sie eingetragen: „Lieblingsspeise: GRISPRAI, Lieblingsblume: LÖVENZAN, Lieblingsfilm: SCHPUK UNTAM RISENRAT“.

(Du verstehst, liebe Deutschlehrerin, was wir uns vom Muttersprachunterricht für das Fräulein Maus erhoffen?! ;-) )


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Goldene Gnadenfrist

Dieses Jahr haben wir einen ausgesprochen sonnigen, warmen und bunten Herbst.
(So als Entschädigung für den letzten…)

Die Ahornbäume prunken in Rot, Orange und Gelb. Die Espen leuchten mit der Sonne um die Wette. Sogar die Eichen haben dieses Jahr zur Feier des Herbstes gelbe Blätter. Und zum ersten Mal sind hier – an den drei Kastanienbäumen, die wir in der näheren Umgebung (sprich: in 30 km Umkreis) kennen – sogar die Kastanien richtig reif geworden, und wir haben beutelweise die glänzenden braunen Kugeln nach Hause geschleppt.

(Finnische Kinder sammeln offensichtlich keine Kastanien. Obwohl, beim vorletzten Deutschlandurlaub hatte ich so den Eindruck, dass deutsche Kinder auch keine Kastanien mehr sammeln. Wir haben die Dinger da jedenfalls kiloweise aufgelesen. In meiner Kindheit waren die immer gleich weg. Manche schossen sie sogar mit Stöcken von den Bäumen, weil unten schon alle weggesammelt waren.)

Wir haben das ganze Wochenende lang genossen: Wir sind durch Blätter geraschelt, haben die EisWinterbadesaison eröffnet, Kastanien gesammelt, Steine gesammelt, Schiffe geguckt, die Gesichter in die Sonne gehalten.

Und das Licht…! Gelbes Licht. Goldenes Licht. Oranges Licht.

Das füllen wir uns in Dosen. Für den Winter.


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satakolmekymmentäkahdeksan

Gestern Abend war ich mit dem grossen Herrn Maus in der Musikschule zum Instrumentebasteln. Als wir mit einer kleinen Trommel (Konservendose, Luftballon), einer Kantele (Milchkarton, Gummiringeln), einem surrenden Schmetterling (Karton, Klammer, Schaschlikspiess, Luftballon, Schnur), Klanghölzern (Zeitungspapier, Klebeband) und zumindest dem Bauplan für einen Regenstab (Klopapierhülsen, Kiefernzapfen, Sand) wieder nach Hause fuhren, war ich an der roten Ampel so in den Anblick des genau im Takt zu “Wilhelm Tell“ über die Strasse galoppierenden laufenden Minicollies versunken, dass ich fast die 138 verpasst hätte.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137]