Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Nördlich der dritten Welle

Gestern klingelte bei uns seit langem der Wecker zum ersten Mal wieder um 6:10 Uhr. (Grässlich!) Das Fräulein Maus ging nach fünf Wochen Distanzunterricht – geplant waren anfangs drei, dann wurde nochmal um die zwei kurzen Wochen vor und nach Ostern verlängert – zum ersten Mal wieder in die Schule. Für die nächsten drei Wochen wird sie nach jeweils zwei Präsenzschultagen einen Distanzunterrichtsschultag haben. Die Klassen werden dabei nicht geteilt, aber es ist jeweils eine ganze Klassenstufe weniger in der Schule.

Finnland gibt sich übrigens gerade optimistisch, dass bis Juli alle Erwachsenen, die das wollen, geimpft sein können, und vielleicht sogar bis zum Beginn des nächsten Schuljahres schon alle Teenager. Das wäre prima! Nachdem wir ein Jahr lang wie hypnotisierte Kaninchen die steigenden Fallzahlen oder Inzidenzwerte angestarrt haben, finde ich es gerade sehr angenehm, täglich die aktuellen finnischen Impfzahlen anzugucken. (Und die Hochrechnung, an welchem Tag bei der derzeitigen Impfrate eine 70%-ige Durchimpfung der Bevölkerung erreicht sein wird. Das ist zur Zeit immer irgendein Tag im August.)

Dieser Impfneid allerorten – „Warum ist der vor mir dran?“, „Wieso darf die sich denn schon impfen lassen?“ – nervt mich übrigens unsäglich. Abgesehen davon, dass wir natürlich alle am liebsten möglichst bald selbst geimpft sein wollen, senkt doch jeder Einzelne, der schon geimpft ist, indirekt auch mein eigenes Infektionsrisiko. Ist es wirklich zu viel verlangt, statt seines eigenen Bauchnabels mal das grosse Ganze angucken?! Die finnische Regierung hat sich übrigens strikt gegen einen Impfpass, der schon Geimpften den Besuch von Veranstaltungen, Restaurants oder Museen erlauben würde, ausgesprochen, weil das gegen das Prinzip der Gleichbehandlung aller verstossen würde. (Grosse Finnlandliebe dafür, schon immer.)

Was eigentlich aus den geplanten Ausgangsbeschränkungen geworden ist? Die hat aus dem gleichen Grund der Grundgesetzausschuss des Parlaments gekippt. Wenn man private Feiern – die zuletzt der Hauptgrund für das Ansteigen der Fallzahlen waren – verhindern will, kann man nicht pauschal allen Bürgern ein Grundrecht entziehen, sondern muss gezielt dagegen angehen. Was ich sage.

Die Zahlen in Finnland sinken übrigens tatsächlich wieder. Es freut mich sehr, aber andererseits bin ich ein bisschen entsetzt, dass es reicht, Restaurants und Fitnessstudios zu schliessen. Ich wäre sehr froh über eine Beschränkung unserer vielen unfreiwilligen Sozialkontakte gewesen, denn freiwillige Kontakte haben wir alle doch sowieso schon zur Genüge reduziert. Dachte ich. Aber gut. Immerhin sind die Finnen Meister im Sich-an-Coronaregeln-Halten.


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Sowas wie Berge

„Wandern…!“, stöhnte der kleine Herr Maus gestern am Frühstückstisch. „Skifahren macht Spass! Aber Wandern…! Ausser in den Bergen. Auf hohe Berge wandern! Und über Felsen klettern! An Seilen und mit Leitern! Das ist toll!“

Tjanun. As close as  it gets.

(Der Wanderweg hatte zudem eine unseren Wünschen für den sonnigen Sonntag angemessene Länge. Lang genug, um Sonne, Waldluft und Vogelgezwitscher zu tanken. Kurz genug, um nachmittags noch im Garten werkeln (wir Eltern) und sich mit den Nachbarskindern austoben (die Kinder) zu können. Alle glücklich abends.)


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kolmesataayhdeksänkymmentä

Die 390 war auch ein Bus. Sah ich am Freitag zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle wie die 389. Nur dass die 390 in die entgegengesetzte Richtung fuhr.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385, 386-387, 388-389]


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Windstärke 7

Am Ostersonntagnachmittag, als der Wind mit 15 m/s vom offenen Meer her pfiff, gingen der Ähämann, der kleine Herr Maus und ich auf die äusserste südwestliche Landzunge Utös, legten uns, um nicht umgepustet zu werden, flach auf die Felsen und bestaunten die riesigen Wellen, die sich an der felsigen Landzunge, auf der wir am Tag vorher noch herumgeklettert waren, brachen.

Seit ich nicht mehr mit einer Nussschale dort draussen unterwegs sein muss, kann ich mich uneingeschränkt über dieses Schauspiel freuen.


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Lieblingsinsel

Ich habe ein sehr sentimentales Verhältnis zu Utö, diesem winzigen, südlichsten Aussenposten Finnlands.

Das erste Mal war ich im April 2004 da, als ich zum allerersten Mal auf den ganz kleinen Schären da draussen Mäusefangen war für meine Doktorarbeit.

Utö war das komfortabelste unserer vier Basislager. Auf Utö gab es Strom. Einen winzigen Laden, der zwar jeden Tag nur ein, zwei Stunden geöffnet hatte, in dem man aber nach einer Woche Tütennudeln und Wasser aus dem Kanister so Luxusgüter wie frisches Obst, Saft und Brot erstehen konnte. Eine Fähre, die uns einmal eine Seekarte brachte, die der Bürokollege nachgeschickt hatte, ein andermal einen leeren Benzinkanister zur Tankstelle zwei Stunden weiter mitnahm und ihn uns am nächsten Tag gefüllt zurückbrachte, und die mir in Sturm und Nebel vor allem das beruhigende Gefühl gab, uns zur Not heimbringen zu können. Und einen Leuchtturm, den ich von Anfang an als Symbol für das Gefühl des Geborgenseins, das ich auf dieser Insel hatte, empfand.

Zwei meiner Bootfahrer Feldassistenten hatten ihren Wehrdienst auf Utö abgeleistet und versorgten mich mit Fakten und Anekdoten über Utö und das äussere Schärenmeer. Einer stand mit den Lotsen auf gutem Fuss – vielleicht auch deshalb, weil er sich mit ihnen auf Schwedisch über alles Mögliche unterhielt – weswegen wir die Sauna in der Lotsenstation benutzen durften. Der andere war mit der Lehrerin und ihrem Mann befreundet, weswegen wir in Finnlands kleinster Schule duschen und manchmal auch, wenn unser Hüttchen von Vogelguckern belegt war, im Klassenzimmer schlafen durften.

Als ich zum ersten Mal auf Utö war, war dort noch die finnische Armee aktiv und man konnte nur ca. ein Drittel der Insel betreten. Die jeweils wachhabenden Wehrdienstleistenden fuhren immer mit dem Fahrrad von der Kaserne zum Wachturm an unserem Hüttchen vorbei und winkten uns freundlich zu. Wenn wir mit unserem kleinen Motorboot in den Hafen einfuhren, mussten wir zwei monströse Kanonen passieren. Seit die Armee die Insel vor 15 Jahren verlassen hat, darf man fast überall hin, und die Kanonen stehen nur noch für alle Fälle, abgedeckt und die Kanonenrohre nicht mehr drohend aufs Meer gerichtet, auf ein paar der höchsten Felsen.

Den Vogelguckern, die lieber auf die Nachbarinsel Jurmo fahren, ist Utö zu zivilisiert. Den typischen Touristen bietet Utö vermutlich zu wenige Attraktionen. (Und auch zu wenig Unterkunftsmöglichkeiten.)

Aber wir fanden, es war allerhöchste Zeit – fünf Jahre, ha! – mal wieder hinzufahren.

Wir haben auf Utö das sonnigste Ostern seit Jahren erlebt. Wir sind über Felsen geklettert, haben uns den Wind um die Ohren pusten lassen, haben dem Meeresrauschen zugehört und am Ostersonntagnachmittag riesige Wellen bestaunt. Der kleine Herr Maus ist fast immer, wenn ein Lotsenboot hinausfuhr oder zurückkam, auf den Steg gerannt und wäre am liebsten mal mitgefahren. Die Kinder haben sich gegenseitig im Milchwägelchen – das Transportmittel auf der autofreien Insel für Einkäufe, Gepäck oder eben Kinder – spazierengefahren. Wir haben Ostereier zwischen Felsen und Wacholder gesucht. Wir haben zum ersten Mal in diesem Jahr auf der Terrasse gefrühstückt (und nicht gefroren dabei). Und jeden Abend sind wir noch einmal zum Leuchtturm hinaufgestiegen, um seine funkelnde Linse zu bestaunen und seine vier dicken Lichtarme über uns hinwegziehen zu lassen.

Es ist schon wirklich sehr, sehr schön da.


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Statt Kreuzfahrt

Auch 2021 wird wohl ein Jahr der beim Schopfe gepackten Gelegenheiten werden.

Sonntagabend überlegten der Ähämann und ich, ob wir nicht doch über Ostern irgendwohin fahren sollten. Nur wohin? In Finnland bleibt einem über Ostern eigentlich nur, nach Lappland zu fahren und dort die Skisaison zu beenden, oder im Süden zu bleiben, wo es mit viel Glück wenigstens ein bisschen frühlingshaft ist.

(Tartu steht seit vielen Jahren auf dem Plan. Erst konnten wir jahrelang über Ostern nicht verreisen, weil das immer mitten in des Fräulein Maus‘ Wettkampfsaison lag. Jetzt wäre schon das zweite Ostern, an dem wir könnten. Und wieder nicht können.)

Sonntagnacht schickten wir eine Anfrage nach Utö, ohne uns allzugrosse Hoffnungen zu machen. Montagfrüh bekam ich einen Anruf, jemand hätte wegen Corona seine Mökkibuchung abgesagt, ob wir interessiert wären. Montagmittag hatte ich mehrere Telefonate geführt und ein Mökki auf Utö gebucht.

Es gab nur noch ein Problem. Wir mussten auch hinkommen.

Nach Utö kommt man, wenn man kein eigenes Boot hat, mit einer Schärenfähre. Die fährt etwa alle zweieinhalb Tage. Über Ostern war der Fahrplan so geändert worden, dass sie statt Freitagabend schon Gründonnerstagabend vom Festland nach Utö fahren würde, und statt Sonntag- erst Montagmittag zurück. Das Problem war diesmal, überhaupt mitgenommen zu werden, denn wegen Corona dürfen die Fähren zur Zeit nur die Hälfte der Passagiere mitnehmen. Ich verliess am Donnerstag zum frühestmöglichen Zeitpunkt hastig meine Arbeit. Den kleinen Herrn Maus liessen wir für die letzte Schulstunde freistellen. Das Fräulein Maus absolvierte ihre letzte Schulstunde – Distanzunterricht macht’s möglich! – im Auto.

So richtig auf Utö vorfreuen konnten wir uns aber erst, als wir, anderthalb Stunden vor Abfahrt, im Hafen fünf „Eintrittskarten“ – Tickets gibt es nicht, weil die Schärenfähren – wir zahlen gern Steuern! – kostenlos sind; im Voraus Plätze reservieren durfte man auch nicht – für „Baldur“, die isländische Fähre, die nun schon seit vielen Jahren ihren Dienst statt in der Gröndlandsee in unserem Schärenmeer tut, in die Hand gedrückt bekommen hatten.

Schärenfähre fahren ist das Schönste, was man hier draussen machen kann. Die Fahrt vom Festland nach Utö dauert sechs Stunden, und unterwegs legt die Fähre an vier anderen ganzjährig bewohnten Inseln an. Die Bewohner warten auf Post und Zeitung, die kleinen Inselläden bekommen ihre Waren mit der Fähre geliefert, auf Aspö wurde abends halb zehn eine grössere Menge Baumaterial abgeladen.

Es ist keine Kreuzfahrt. Aber es ist so viel schöner als jede Kreuzfahrt.

Suchbild: Wo ist die „Grace“?

Kurz vor Mitternacht kamen wir auf Utö an. Die Strassenlaternen waren schon ausgeschaltet. Aber der Leuchtturm leuchtete uns den Weg.

***
Zehn Stunden Schärenrundfahrt (April 2005)
Übers vereiste Meer nach Utö (März 2010)


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Als ich gestern Abend heimfahren wollte und an der ersten Ampel, die sich quasi direkt neben dem Fahrradständer befindet und immer, immer, immer erstmal rot ist in die Richtung, in die ich fahren muss, warten musste, kam von der anderen Seite eine 388 gefahren. Und als die Ampel dann endlich grün wurde und ich gerade losgefahren war, mussste ich an der Bushaltestelle gleich hinter der Ampel einen Bus überholen, und das war die 389.

Läuft.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385, 386-387]


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kolmesataakahdeksankymmentäkuusi, kolmesataakahdeksankymmentäseitsemän

Seit letzter Woche ist offiziell Frühling.

Die Radwege sind komplett schnee- und eisfrei. Ich fahre wieder Sommerfahrrad und fühle mich, als wäre ich auf ein Fahrrad mit Motor umgestiegen, vor allem, seit die Kehrmaschinen den unsäglichen Splitt von den Wegen gesaugt haben.

Eine Ausnahme allerdings gibt es: der allerkürzeste Radweg taut für gewöhnlich irgendwann im Mai auf ist erst seit gestern eisfrei. Und deswegen bin ich an dieser Stelle eine Woche lang einen Umweg gefahren. Jeden Tag an der 384 vorbei, die dort wohnt. (Aber als ich die gesucht habe, war an Fahrradfahren gerade überhaupt nicht zu denken.) Hmpf. Aber weil der Umweg kein Radweg, sondern eine recht viel befahrene Vorortstrasse ist, überholte mich dort letzten Dienstag eine 386.

Und die 387 sah ich genau eine Woche später gleich zweimal: mittags, als ich mit den Hortkindern von der Schule zum Hort lief, und abends, als ich den kleinen Herrn Maus in die Musikschule fuhr.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385]


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Halleluja!

Meine Eltern haben einen Impftermin!

Vorausgegangen waren zwei Wochen, in denen der Ähämann und ich zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtzeit das Handy zur Hand genommen und wahlweise entweder gar nicht erst auf den Terminvergabeserver gekommen waren:

oder dann eben eine freundliche Absage lesen mussten:

(Und macht ausser mir eigentlich noch jemanden dieser Rechtschreibfehler völlig fertig?!)

Ich bin sehr froh, dass wir das in die Hand genommen haben, denn meine Eltern hätten es brav alle paar Tage einmal probiert und würden vermutlich am St. Nimmerleinstag geimpft. Was für ein bescheuertes System!

In Turku bekommen schon seit drei Wochen alle alten Leute in absteigender Altersreihenfolge automatisch einen Impftermin per SMS. Gerade sind die 70- und 71-Jährigen dran. Und es wird im Messezentrum geimpft. (Und nicht in irgendwelchen vergleichsweise winzigen ehemaligen Aldi- oder Nettomärkten. Und überhaupt gibt es in jedem grösseren Ort ein eigenes Impfzentrum, während es für den gesamten Freistaat Sachsen gerade mal 15 Impfzentren gibt.) Es geht auch hier langsam, aber immerhin stetig mit den Impfungen voran: in Turku sind jetzt schon reichlich 18% der Bevölkerung geimpft, und jeden Tag steigt der Anteil um ein oder zwei Prozentpunkte.

Bis der Ähämann oder ich dran sein werden, wird trotzdem mindestens Sommer sein. Aber egal. Hauptsache, meine Eltern haben endlich einen Impftermin. Genaugenommen haben sie sogar schon zwei, und sogar der zweite wird gerade noch rechtzeitig vor ihrer schon für letzten Sommer geplanten Reise zu uns stattfinden. (Falls es keine weiteren Impfstopps und ähnliche Katastrophen geben wird.) Und das ist mehr, als wir uns überhaupt zu wünschen getraut hatten.


15 Kommentare

Alle irre

Auch Finnland befindet sich nicht mehr nördlich vom Weltuntergang.
Auch in Finnland ist die dritte Coronawelle am Anrollen.

Deshalb wird es vermutlich demnächst in den schlimmsten Corona-Hotspots – der Hauptstadtregion und Turku – Ausgangssperren geben.

Ausgangssperren wurden hier immer als allerletzte Massnahme, wenn sonst nichts mehr hilft, gehandelt.

Tjanun. Derzeit sind jedenfalls die Kindergärten auf. Erst- bis Sechstklässler gehen ganz normal in voller Klassenstärke und zum Teil auch mit zwischen den Klassen wechselnden Lehrer*innen zur Schule. (Immerhin haben wir in Turku seit dieser Woche eine Maskenempfehlung ab der 1. Klasse, halleluja!) Läden aller Art und ganze Einkaufszentren sind geöffnet. Fitnessstudios, Bibliotheken und Museen sind geöffnet, wenn sie dafür sorgen, dass sich nicht mehr als 10 Leute gleichzeitig in einem Raum aufhalten. Und Homeoffice machen offensichtlich gar nicht mal so viele Leute; zumindest legt die Menge an Leuten, die zur Mittagszeit mit Essenspaketen und Kaffeebechern in der Hand durchs Stadtzentrum ziehen, sowie an Autos, die sich zur Feierabendzeit die grossen Ausfallstrassen entlangwälzen, diesen Schluss nahe.

Mir würden da jedenfalls noch eine Menge Massnahmen einfallen, bevor man Ausgangssperren verhängen muss.

Aber gut, dann eben Ausgangssperren, sind alle diese Probleme auf einen Schlag gelöst. Bleiben wir alle drei Wochen komplett zu Hause, dann ist der Grossteil der Infektionsketten unterbrochen und die dritte Welle im Sand verlaufen, ohne Schaden anzurichten.

Ach so, nein, leider, da war noch was.

Von den Ausgangssperren ausgenommen sind Kindergarten- und Schulbesuch sowie Erwerbstätigkeit.

ABER HAUPTSACHE WIR DÜRFEN NICHT MEHR IN DEN WALD!!!