Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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15. Dezember

Keine Weihnachtszeit ohne Museumsbesuch.

Natürlich würde ich mir lieber Weihnachtsberge und Buckelbergwerke und Weihnachtspyramiden und Räuchermännchen und Reifentiere und Moosmänneln angucken, aber immerhin haben hier in der Weihnachtszeit auch Museen geöffnet, die sonst im Herbst, Winter und Frühling geschlossen sind, und die sind dann auch alle ein bisschen weihnachtlich geschmückt – und wenn es nur die üblichen Weihnachtstische voller Festessen sind.

Heute waren wir im Apothekenmuseum. Es befindet sich im ältesten noch erhaltenen Haus Turkus – eines der wenigen, das vom Turkuer Grossbrand verschont geblieben ist. Sehr klein, aber sehr fein.

(Ansonsten war die Stadt leider voller Weihnachtseinkäufer und – obwohl man heute wie an allen Adventssamstagen zum halben Preis Bus fahren konnte – Autos.)


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13. Dezember

Gestern Abend waren wir schon wieder auf der überübernächsten Insel: in der Waldkirche.

Die dortigen Pfadfinder hatten den Weg mit Kerzen beleuchtet und läuteten die „Glocken“ der Kirche – der Altar ein moosbewachsener Felsen, das Kreuz aus zwei unbearbeiteten Fichtenstämmen – die wir schon lange hörten, während wir bergauf durch den dunklen, stillen Wald stapften. Die Pfarrerin erzählte eine kurze Geschichte über drei Engel und den Weihnachtsbaum, wir sangen vier Weihnachtslieder, es war genau kalt genug und der Wald duftete nach nassem Moos und harzigen Fichten. Danach gab’s Pfefferkuchen und Glögi am nahegelegenen Gutshaus.

Wie schön die Adventszeit hier ist! <3

Am schönsten aber war, dass wir alle drei Kinder dabeihatten. Das kommt nämlich neuerdings gerade nicht so oft vor.


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11. Dezember

Am Sonnabend bei der Pfadfinderweihnachtsfeier gab es viel Lob und Dank für den Adventskalender-Verkaufserfolg des grossen Herrn Maus.

286 Stück konnte er verkaufen! Zweihundertsechsundachtzig!!!

Vielen, vielen Dank euch allen – von mir, vom grossen Herrn Maus und seinem ganzen Pfadfinderstamm!

Dieses Jahr habe ich das goldene Wichtelabzeichen (und das normale noch dazu) übrigens sofort angenäht – jetzt sieht das hässliche braune Hemd immerhin schon ein bisschen netter aus.


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10. Dezember

Hab‘ ich schon mal gesagt, wie glücklich mich dieser Weihnachtsbaum macht?!

(Wer’s nachmachen will, aber keinen passenden Baum im Garten hat, kann sich ein paar Anregungen aus unserer näheren und weiteren Nachbarschaft holen: man kann so eine Lichterkette auch über einen Apfelbaum werfen, von seinem Schuppendach baumeln lassen, um seine Haustür winden oder um sein Trampolin (!) drapieren.)


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9. Dezember

Heute wurde es zwar gar nicht erst hell, dafür aber waren wir Weihnachtslieder singen.

Da wir letztes Jahr endlich drauf gekommen sind, dass man nicht nur im Dom schöne Weihnachtslieder singen kann, haben wir beschlossen, dieses Jahr jede Gelegenheit zu nutzen: zu singen – und neue Kirchen kennenzulernen.

Heute waren wir auf Kakskerta, der überübernächsten Insel – es gibt hier in drei Himmelsrichtungen nächste, übernächste und überübernächste Inseln; heute also die überübernächste Insel, die noch zum Stadtgebiet von Turku gehört – auf der wir schon seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr waren.

Im Jahr 1686 zogen die dortigen Fischer eines Tages einen Rekordfang an Land. Dankbar beschlossen sie, an der Stelle eine Kirche zu errichten. Der Erlös der einhundert Fässer Fisch, die sie auf dem Turkuer Markt verkauften, bildete den Grundstock zur Finanzierung des Kirchenbaus. Kriege und Missernten verzögerten den Baubeginn, schliesslich wurde eine preiswerte Holzkirche errichtet. Aber die Inselbewohner hielten an ihrer Idee einer richtigen Steinkirche fest. Der Gutsherr von Kakskerta gab Geld und stellte das Baugrundstück zur Verfügung, die Inselbewohner arbeiteten auf der Baustelle. 1769 war ihre Steinkirche endlich fertig. Direkt am Meer und so auch von noch weiter entfernten Inseln gut mit Kirchbooten zu erreichen.

So schön. Nächstes Wochenende möchte ich bitte wieder Weihnachtslieder singen gehen.


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8. Dezember

Unser Tag begann um sechs.

Das Fräulein Maus musste zum Bus gebracht werden, mit dem ihre Mannschaft zum letzten Wettkampf der Saison nach Tampere fuhr. Dann fuhren wir direkt weiter zur Schwimmhalle, wo der kleine Herr Maus um acht sein musste, um an einem kleinen Wettkampf zum Abschluss des Kurshalbjahres teilzunehmen.

Ausserdem bekam er sein Abschlusszeugnis mit nach Hause, mit der Empfehlung, im nächsten Halbjahr mit Wettkampfschwimmen – viermal die Woche Training! – anzufangen.

Es wird also auch mit den Hobbys des jüngsten Kindes nicht leichter.
Aber ich freu‘ mich so über die Kinder, die alle drei so ganz genau wissen, was sie wollen! <3

Als wir die Schwimmhalle kurz nach zehn verliessen, war es draussen übrigens immer noch stockfinster.

(Acht Stunden später passte in den Tag dann auch noch eine Pfadfinderweihnachtsfeier.)