Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Helsinki-Kurzurlaub, Schlechtwetterversion

Es hätte schlimmer sein können. Denn die Wettervorhersage hatte uns auf Sturm und Dauerregen von Freitagabend bis Sonntagnachmittag vorbereitet – was uns die Vorfreude aber nicht getrübt hatte, denn die liebste Freundin und ich haben Jahr für Jahr die gleichen wetterunabhängigen Pläne für unseren gemeinsamen Helsinki-Kurzurlaub: stundenlang in Cafés sitzen und ungestört reden, stundenlang planlos durch die Stadt laufen und ungestört reden und stundenlang in der Sauna sitzen und ungestört reden.

(Und man kann ja auch nicht jedes Jahr solches Glück mit dem Wetter haben wie wir es letztes Jahr hatten.)

Aber der Regen kam dann erst, als wir schon zwei Stunden kreuz und quer über Suomenlinna spaziert waren und dabei immer noch neue Ecken entdeckt hatten.

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Politische Sakralarchitektur.

Irritierenderweise habe ich auch erst diesmal gelernt, dass die gewaltige Kirche von Suomenlinna bis zur Unabhängigkeit Finnlands eine orthodoxe Kirche mit Zwiebeltürmen und allem Drum und Dran war. Dann entschied man, dass gleich zwei orthodoxe Kirchen nicht in das Bild einer finnischen Stadt passen und besonders für Suomenlinna eine Kirche, die an die russische Besatzung erinnert, unpassend ist. Innen drin wurden alle Ikonen und aller Prunk entfernt und ein schlichter evangelischer Altar errichtet, die vier kleinen Zwiebeltürme wurden abgerissen, und der Hauptturm bekam eine neue Turmhaube samt Leuchtfeuer unterm nunmehr nur noch einfachen Kreuz. Die martialische Begrenzung aus Kanonenrohren und armdicken Ketten durfte allerdings stehenbleiben.

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Suomenlinna-Lektüre.

Das Buch – bisher leider nur auf Finnisch und Italienisch erhältlich – fiel mir letztes Jahr in der Bibliothek in die Hände, und ich nahm es für den grossen Herrn Maus mit. Was ihn dazu brachte, das Buch nach zwei Kapiteln wegzulegen – „Ich kenne diese ganzen Orte da ja gar nicht, und die haben auch alle ganz seltsame Namen!“ – fand ich wiederum besonders toll. Es ist kein Muss, sich auf Suomenlinna auszukennen, um die Handlung zu verstehen – zumal vorn sogar eine Karte, auf der alle wichtigen Plätze eingezeichnet sind, abgedruckt ist – aber es ist andererseits besonders vergnüglich, wenn man den Ort der Handlung so genau kennt. (Ausserdem habe ich mich natürlich schon im dritten Kapitel in die gürteltierähnlichen Erwins, die die Bastionen und unterirdischen Gänge Suomenlinnas bewohnen, verliebt.)

Umgekehrt liebe ich es, Orte aus Büchern aufzusuchen – ich bin auch schon auf Jaroslav Seiferts Spuren durch Prag spaziert – und ohne dieses Buch hätten wir den einzigen Park Suomenlinnas samt Süsswasserteich vermutlich auch dieses Mal immer noch nicht entdeckt!

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Bahnfahren.

Die liebste Freundin und ich stimmen unsere Reisepläne immer so ab, dass wir möglichst gleichzeitig ankommen und abfahren. So kam ich nach Jahren – ich glaube, das letzte Mal war mit dem kleinen Fräulein Maus im Kinderwagen – mal wieder dazu, Pendolino zu fahren. Allerdings fehlen in Finnland die entsprechenden Kurven fürs richtige Fahrvergnügen. Kann ich auch nächstes Mal wieder Doppelstock-Intercity fahren.

„Die Schaffnerin auf der Hinfahrt sah aus wie eine Balletttänzerin“, erzählte ich dem Ähämann Sonntagabend.
„Ach, Niina?“
„Ja, genau, Konduktööri Niina! Wer das auf der Rückfahrt war, weiss ich nicht, der hatte kein Namensschild dran, und bei der Ansage hab‘ ich’s auch nicht verstanden.“
„Dann war’s vielleicht der savolainen konduktööri, der nuschelt immer so.“
„Der hatte so ’ne riesige Gürteltasche…“
„Ja, genau. Und sieht immer bisschen abgerissen aus…“
„Und schwarze Haare? Und geht so’n bisschen vornübergebeugt?“
„Ja, genau. Das war Savolainen konduktööri!“ (Der hat beim Ähämann seinen Spitznamen daher, dass mal, nachdem er eine Ansage gemacht hatte, der ganze Waggon unisono „Ein Schaffner aus Savo!“ – ausrief, denn die Leute aus Savo sind die Sachsen Finnlands oder so.)

Der Ähämann kennt sie alle.
(Dabei fährt er eine völlig andere Strecke. Finnland ist wirklich ein Dorf.)


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Urwald in der Hauptstadt

Immer, wenn wir nach Helsinki fahren, verbringen wir dort überraschend viel Zeit mitten in der Natur.

Nach Vallisaari, einer ehemaligen und seit zwanzig Jahren unbewohnten Festungsinsel, wollte ich auch schon, seit die finnische Forstbehörde sie 2016 unter Naturschutz gestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Leider gibt es nur im Sommer eine Fährverbindung auf die Insel, aber dankenswerterweise ist in Finnland in den letzten Jahren manchmal der Sommer offiziell nicht schon Mitte August, sondern erst Ende September vorbei.

Genau wie Suomenlinna war Vallisaari – und das sieht man auch schon an den Namen: während das linna in Suomenlinna Burg bedeutet, heisst Vallisaari soviel wie Wallinsel wegen der vielen Schutzwälle, die da aufgeschüttet wurden und die Insel in eine Hobbitlandschaft verwandelten – eine Festungsinsel.

Vallisaari war viel weniger städtisch als Suomenlinna, dort wurde zum Beispiel Vieh gehalten und das für beide Inseln benötigte Brennholz geschlagen, und das sieht man bis heute. Obwohl in den 1950ern bis zu 300 Menschen auf der Insel wohnten und es damals dort sogar einen eigenen Laden und eine eigene Schule gab, gibt es keine gepflasterten Strassen wie auf Suomenlinna und kaum Gebäude. Der grösste Teil der Insel besteht tatsächlich aus Wald. Und ausser Wald gibt es grasbewachsene Hobbithäuser Bunker, Munitionslager und Schutzwälle.

Seit über 20 Jahren wohnt niemand mehr dort, vor sieben Jahren verliess auch die Armee die Insel, und man kann auch auf Vallisaari sehr schön sehen, wie schnell die finnische Natur damit ist, sich wiederzuholen, was ihr zusteht.

Weil es 1937 einen grösseren Unfall gab, bei dem ein Munitionslager explodierte, liegt möglicherweise immer noch Munition in der Landschaft, weswegen man eine Hälfte der Insel gar nicht betreten und auf der anderen Hälfte der Insel den Wanderweg nicht verlassen und auch nirgends – und das ist in finnischen Wandergebieten, wo es an jedem Wanderweg mindestens eine Feuerstelle zum Würstchenbraten gibt, ja sonst grundsätzlich anders – Feuer machen darf.

So ein bisschen gruselig ist es also schon auch. Aber vor allem grün. So schön grün…!


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Autofreier Geburtstagsausflug II

Zwei Stunden mit dem Zug durch eine erst verregnete, dann sonnenbeschienene Herbstlandschaft rauschen: durch Felder mit Mähdreschern, Wälder mit dem ersten gelben Unterholz und vom Regen glänzende Felsen.

Dann erstmal den drei Familienmitgliedern, die da noch nicht waren, Oodi zeigen. (Ausserdem brauchten wir alle dringend ein Klo.)

Ein bisschen vor der Oodi in der Sonne auf dem Spielplatz rumsitzen, denn für manche Spielplätze sind unsere Kinder noch lange nicht zu alt.

Sehr, sehr lecker essen gehen. Sehr leckeren Kaffee trinken.

Drei Stunden in Finnlands schönstem Freibad planschen.

Im dunkelblauen Abendlicht die Domstufen besteigen und Herrn Engels Architektur anhimmeln.

Fünf 24h-Nahverkehrstickets aufs Handy kaufen, eine Fähre besteigen und nach Suomenlinna ins Hostel fahren, nebem dem schon der Leuchtturm seine Strahlen in den dunklen Himmel schickt. Kurz noch im Laden einkehren und ein kleines Abendbrot einkaufen, die nassen Badesachen über die Heizung werfen und alle gemeinsam ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen wieder kurz im Laden einkehren, um ein kleines Frühstück einzukaufen. Ans andere Ende der Insel zu laufen, um endlich mal eine der Tallinn-Fähren durch die enge Königspforte zwischen Suomenlinna und Vallisaari fahren zu sehen. Dabei – obwohl ich seit vielen Jahren stundenlang mit der liebsten Freundin auf Suomenlinna spazierengehe – immer noch neue Ecken entdecken.

Die Rucksäcke aus dem Hostel holen, eine Fähre besteigen, zurück zum Südhafen fahren und sehr leckere japanische Suppe essen.

Dann mit dem grossen Herrn Maus wieder eine Fähre besteigen und nach Vallisaari fahren, während der Rest der Familie in den Vergnügungspark geht.

Vier Stunden später genau gleichzeitig wieder am Dom eintreffen, Kaffee trinken, noch einmal Strassenbahn und noch einmal Metro – nicht, weil es nötig wäre, sondern weil es so viel Spass macht – fahren. Unverzichtbare Dinge für die Zugfahrt besorgen und dann zwei Stunden zwei Stunden und zwanzig Minuten durch den dunkelblauen Herbstabend rauschen zuckeln, weil Regionalzug vor uns, weil Gegenzug durchlassen, weil Halt auf freier Strecke aus unerfindlichen Gründen, weil Aufenthalt in Salo, weil rotes Signal in Piikkiö, weil weiss der Geier und trotzdem nur ganz wenig Verspätung haben.

Den Löwen Balthasar begrüssen, der das Wochenende mit Zügegucken am Turkuer Bahnhof verbracht hat, heimfahren, die immer noch nassen Badeklamotten zum Trocknen aus den Rucksäcken holen, duschen, zähneputzen, alle gemeinsam ins Bett fallen.

Das war sehr schön.


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Meer, gefrorenes

Was mich ja am meisten erstaunt hat, war, dass das Meer schon richtig gefroren ist.

Es ist ja noch gar nicht so lange Winter! Und so richtig extrem kalt ist es ja auch noch nicht gewesen!

Dennoch schnurpste sich die Suomenlinna-Fähre gleich am Freitagabend durch ziemlich dicke Eisschollen, die erst blitzschnell von schwarzen Rissen durchzogen wurden und sich dann polternd rechts und links der Fahrrinne aufeinanderschoben.

Reingehen kann man da natürlich auch.

(Aber dann gingen wir schnell zurück in die Sauna.)


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Oodi

Oder: eine Ode an die finnischen Bibliotheken.

Die Bibliotheken sind vielleicht das Beste, was Finnland mit seinen Steuergeldern finanziert.

Bibliotheken sind hier vor allem nicht nur zum Bücherausleihen da. Man kann in Bibliotheken auch Tageszeitungen lesen, in Ruhe arbeiten oder lernen, Spiele spielen, was essen, Freunde treffen, seine Kleinkinder spielen lassen, Computer benutzen. „Volkes Wohnzimmer“, heisst es manchmal.

Falls das Fräulein Maus ab nächstem Schuljahr auf ihre Wunschoberschule gehen kann, wird unsere wunderbare Stadtbibliothek wohl auch für sie sowas wie ein zweites Zuhause werden, in dem sie an den Tagen, an denen es sich nicht lohnen wird, zwischen Schule und Training oder Schule und Harfenstunde nochmal nach Hause zu fahren, ihre Hausaufgaben erledigen, Vesper essen, Zeit rumbringen wird. Wie gut, dass es so einen Platz gibt!

Helsinki hat seit Dezember auch so eine ganz besonders tolle Zentralbibliothek. Und weil am Sonnabend das Wetter nicht so unglaublich toll war wie am Sonntag, sondern ein recht kalter Wind ging und uns den Schnee in Augen, Nase, Mund und Nacken wirbelte, war das perfekt, um sie uns ausgiebig anzugucken.

Riesig ist sie. Und sehr, sehr beeindruckend.

Auf der Wendeltreppe, die hinaufführt ins zweite und dritte Stockwerk, steht eine sehr berührende Widmung, für wen diese Bibliothek gedacht ist: hunderte Worte – für Männer, für Flüchtlinge, für Verwirrte, für Träumer, für Populisten, für Obdachlose, für Bauern, für Naturfreunde, für Hippis… – die eigentlich nur eins sagen: für alle.

Überall sassen Leute – allein, zu mehreren, auf Schaukelstühlen oder Sesseln oder Sofas oder überbreiten Stufen und lasen, starrten in ihre Telefone oder hatten ihre Laptops auf dem Schoss. Ein Vater spielte mit seiner Tochter ein Brettspiel. Einer, der so aussah, als ob es sonst keinen Platz für ihn gäbe, hielt in eine Sofaecke gedrückt ein Nickerchen. Abiturienten arbeiteten zu zweit in kleinen, ruhigen Kabüffchen ihren Lernstoff durch. Manche sassen konzentriert mit ihren Laptops mit anderen an langen Tischen, andere an den Computern der Bibliothek.

Alles mögliche kann man tun und machen in der Bibliothek: Es gibt einen Drucker, mit dem man bis zu A0-Postergrösse auf die verschiedensten Materialien drucken kann, und eine Batterie 3D-Drucker samt benötigtem Rohaterial. Es gibt einen riesigen Handarbeits- und Basteltisch mit Nähmaschinen, Laminiergerät, Ansteckerstanzmaschine und eigentlich überhaupt allem, was des Bastlers Herz begehrt, und ganz sicher haben wir auch gar nicht alles gesehen.

Ganz oben, unter der schwebenden Decke, die jetzt sehr an eine gemütliche Schneehöhle erinnerte, im Sommer aber sicher eher an eine Schönwetterwattewolke, haben die Bücher ihr Zuhause, 100 000 Stück in langen, weissen Regalen – die allerdings ziemlich gerupft aussahen, weil gerade so viele Leute die neue Bibliothek angucken kommen, Bücher ausleihen und dann in den Stadtteilbibliotheken zurückgeben.

Was übrigens fehlt in finnischen Bibliotheken: Schliessfächer für Jacken und Taschen. Die darf man einfach mit reinnehmen. Und essen darf man auch in finnischen Bibliotheken: in unserer z.B. an speziell dafür ausgewiesenen Tischen, und in Helsinki gibt es jetzt sogar ein Café mitten zwischen den Bücherregalen. Und dass die neue Bibliothek den tollsten Sanitärbereich hat, den ich jemals irgendwo gesehen habe, wundert dann jetzt wohl auch niemanden mehr.

Wenn ein Land als Vorzeigeobjekt eine Bibliothek baut, dann ist das schon ziemlich… hach.


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Kurzurlaub, blauweiss

Es gibt der letztjährigen Zusammenfassung des Kurzurlaubs mit der liebsten Freundin nichts hinzuzufügen. Ausser, dass das Wetter noch besser war diesmal.

Schnee, Sonne, -16 Grad.
Mein Lieblingswetter.

Das ist der Öltanker, der die Tallinn-Fähren im Südhafen betankt und neben ihnen total winzig aussieht. Ich möchte wirklich gern mal dort sein, wenn so eine vier- oder fünfmal so grosse Fähre dort durchfährt!

Zum Glück war’s nicht so dringend.

Gilt nicht für Hasen.

Nur als das Licht kurz vor zwei doch schon wieder deutlich abendlich wurde, war klar, dass noch eine ganze Weile lang nicht März sein wird.


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Geburtstagsausflugreise

Weil ein Geburtstag ohne Reise kein richtiger Geburtstag ist und ich passenderweise an einem Freitag Geburtstag hatte und wir ein allerletztes komplett freies Wochenende vor uns hatten…

… sind wir freitagabend nach der Arbeit nach Helsinki gefahren, haben den Herrn Picasso auf dem Parkplatz, der ein echter Geheimtipp ist und den wir seit 14 Jahren bei derlei Gelegenheiten nutzen, zurückgelassen, haben uns alle per App ein Tagesticket für Bus Fähre und Bahn gekauft, sind mit der Strassenbahn ins Stadtzentrum gefahren, waren beim Kelleritaliener Abendbrot essen, sind im Abendblau mit der Fähre nach Suomenlinna gefahren, wo der Leuchtturm schon leuchtete und wir gerade noch so ein Familienzimmer im Hostel, in dem ich sonst mit der liebsten Freundin wohne, hatten ergattern können, gingen am nächsten Tag im Tortenbuffet Geburtstagstorte frühstücken, dann in Finnlands schönstes Freibad, wo man ausserdem Riesenseifenblasen fabrizieren und sich selbst mit aufblasbaren Blasen umgeben konnte, dann arabisch mittagessen, dann fuhren wir das letzte von unzähligen Malen Strassenbahn, nämlich zurück zum Herrn Picasso und fuhren mit dem nach Vantaa Tuusula auf den Felsen, wo einem bei der richtigen Windrichtung die startenden oder landenden Flugzeuge direkt über die Köpfe fliegen und wohin ich deshalb schon lange mal wollte, und die Flugzeuge starteten zwar alle in die entgegengesetzte Richtung und landeten auf einer anderen Bahn, aber es war trotzdem ganz toll und wir waren da ganz sicher nicht zum letzten Mal und überhaupt war das ein ganz wunderbarer Geburtstag!

Nur auf die Urfeuernacht mussten wir deshalb dieses Jahr verzichten.
Aber wer will auch jetzt schon diesen Sommer verabschieden?!


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Der erholsamste Kurzurlaub des Jahres

Der alljährliche Helsinki-Kurzurlaub mit der liebsten Freundin fand dieses Jahr erst im Januar statt, bestand aber wie immer aus „stundenlang in Cafés herumsitzen und ungestört reden“ und „stundenlang planlos durch die Stadt laufen und ungestört reden“ sowie natürlich – das ist dann jetzt seit letztem Jahr neuer fester Programmpunkt – einem ausgiebigen Bad im Hafenbecken.

Glückstage.

Nirgends übrigens kann man sich den Tortenhunger schöner erspazieren als auf Suomenlinna.


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Parkhöhlen

In finnischen Tiefgaragen muss ich ja immer an Himpelchen und Pimpelchen denken.

In Helsinki, zwischen Musiikkitalo und Finlandia-Halle, befindet sich ein besonders schönes und weitverzweigtes Exemplar so einer finnischen Parkhöhle.

Vom Musiikkitalo fuhren wir mit dem Fahrstuhl hinunter in die Tiefgarage, liefen durch einen grün beleuchteten und bepflanzten Gang, wendeten uns nach links, fuhren mit einem anderen Fahrstuhl eine Etage wieder nach oben in einen anderen Teil der Tiefgarage, verstauten die Harfe im Auto und schnappten uns die beiden Beutel mit den neuerstandenen Schwimmsachen, verliessen diese Tiefgarage durch einen anderen Ausgang, gingen eine Wendeltreppe hinunter, einen bunten Gang entlang, fuhren mit einem dritten Fahrstuhl nach oben und traten endlich wieder ins Freie. Uff.

100 m entfernt von der Stelle, wo wir in den Granit, auf den jede Stadt und jede Strasse hier gebaut sind, hinuntergefahren waren.