Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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2009

1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
9, weil: Der letzte Winter war ein richtiger Winter. Der letzte Sommer war ein richtiger Sommer. Das Mäuseknäbchen ist kein anstrengendes Baby mehr, sondern ein fröhliches Kleinkind. Zwei Kinder zu haben ist ganz und gar toll. Nur arbeitslos sein ist nicht ganz so toll, deswegen ein Punkt Abzug. Nicht mehr als ein Punkt Abzug deshalb, weil arbeitslos sein mit zwei kleinen Kindern dann auch wieder nur halb so wild ist. ;-)

2. Zugenommen oder abgenommen?
Zugenommen. Als ich letztens in der neuvola mit dem Mäuseknäbchen auf die Waage steigen musste, weil er sich weigerte, sich auf die Babywaage legen zu lassen, da war ich doch… erstaunt.

3. Haare länger oder kürzer?
Länger. Fast wäre ich vor ein paar Wochen kurzentschlossen zum Friseur gegangen, weil sie mich so genervt haben – früher hiess es immer: „Sind die langen Haare im Sommer nicht unpraktisch?“, dabei sind sie so richtig, richtig unpraktisch im Winter, wenn sie ständig elektrisch geladen sind und unter Mützen gequetscht werden müssen! – aber mit langen Haaren fühle ich mich eigentlich doch wohler. Deswegen sind sie auch noch dran.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Immer noch ohne Brille.

5. Mehr Kohle oder weniger?
Weniger.

6. Besseren Job oder schlechteren?
Im Moment gar keinen.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?
Immerhin versucht, weniger auszugeben, wegen 5., aber spätestens beim Winterklamotteneinkauf für zwei Kinder war klar, dass daraus wohl nicht allzu viel werden würde…

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Die Erkenntnis, dass Geschwister wirklich so toll sind, wie ich mir das (so als Einzelkind) immer vorgestellt habe, und dass es davon noch mehr geben soll.

9. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr Fahrrad gefahren. Weniger Kinderwagen geschoben.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Bei der Versicherung abgerechnet habe ich letztens vier. Das sind die, wegen denen ich einen Arzt aufgesucht habe. Ansonstens hatte ich noch jede Menge flunssas, vor allem letzten Winter und letztes Frühjahr, aber seit dem Sommer ist es deutlich aufwärts gegangen.

11. Davon war für Dich die Schlimmste?
Die erste Blasenentzündung nach vielen, vielen Jahren. Und die Nebenwirkungen des dagegen verabreichten Antibiotikums.

12. Der hirnrissigste Plan?
Mich für einen Kurs am Turkuer Erwachsenenbildungszentrum anzumelden und zu hoffen, er wäre auch nur halb so toll wie mein vorheriger Finnischkurs.

13. Die gefährlichste Unternehmung?
Vermutlich, gestern Auto zu fahren…

14. Die teuerste Anschaffung?
Familienintern der Herr Picasso, an dessen Finanzierung ich mich aber nicht beteiligen durfte. ;-) Also die neuen Windeln fürs Mäuseknäbchen.

15. Das leckerste Essen?
Das Rostbrätel im „Sportlerheim Erfenschlag“. So gut, dass wir im Adventsurlaub wieder gleich wieder hinmussten.

16. Das beeindruckendste Buch?
Allzuviel gelesen habe ich nicht dieses Jahr. Aber zum wiederholten Male die “Jahrestage“, und die sind jedes Mal wieder beeindruckend.

17. Der ergreifendste Film?
Äh, hab’ ich einen Film gesehen dieses Jahr? Im Kino jedenfalls nicht. Auf DVD ein paar, aber für die Kategorie „ergreifend“ fällt mir dann doch keiner ein.

18. Die beste CD?
Der „Keinohrhasen“-Soundtrack.Gleichzeitig nämlich der Soundtrack zu unseren Sommerurlaubsfotos. ;-)

19. Das schönste Konzert?
Vielleicht beim Jahresrückblick 2019… ;-)

20. Die meiste Zeit verbracht mit?
Den Mäusekindern.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?
Mit den Mäusekindern und dem Ähämann. Natürlich. Aber auch mit den Leuten vom Finnischkurs. Ehrlich. Ich bin jeden Früh gern da hingegangen, egal, ob wir einen tollen “Wandertag“ oder langweilige Computerstunden vor uns hatten, nur, weil alle dort, Lehrer und Mitschüler, so furchtbar nett waren und wir so viel Spass miteinander hatten.

22. Zum ersten Mal getan?
Allein mit beiden Kindern verreist.
Einen Blogger getroffen.
Mit den Kindern in einen Vergnügungspark gegangen.

23. Nach langer Zeit wieder getan?
Urlaub in Deutschland gemacht.
Im Advent im Erzgebirge gewesen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Die Dauerflunssa von Weihnachten bis Juni.

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich genau die richtige Person für diverse ausgeschriebene Jobs bin.

26. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die neue Kamera, die mir der Ähämann zu Weihnachten geschenkt hat. Auch wenn wir beide uns noch aneinander gewöhnen müssen.
Und dass er mir den Weihnachtseinkauf abgenommen hat!

27. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Wenn du meinst, das ist was für dich, kannst du morgen anfangen.“

28. Dein Wort des Jahres?
KOTO-kurssi.

29. Dein Unwort des Jahres?
Flunssa. (Ehrlich, wenn man sich gegen flunssa impfen lassen könnte, ich täte es sofort!)

30. Dein Lieblingsblog des Jahres?
Schwer zu sagen. Wiederentdeckt habe ich Schussels Blog und dabei festgestellt, dass mir ihre Art, in ausführlichen Artikeln von sich und ihrem Alltag mit dem Knirps zu berichten, sehr gut gefällt, obwohl der Blogtrend ja eher hin zu Kurzmitteilungen zu gehen scheint. (Ich habe schon immer gern gelesen. Und gerne Aufsätze geschrieben.)

31. Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Ein drittes Mäusekind. Und einen Job.

[2008].


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Vom Schnee

Bevor wir ins Erzgebirge losfuhren, hatte hier überhaupt noch kein Schnee gelegen. Für unser Ankunftswochenende dort war in Chemnitz ein bisschen Schnee vorhergesagt. Ich freute mich, wagte aber nicht auf allzu viel Winter zu hoffen. Aber es schneite die ganze Woche, und auch wenn es bis zum Schluss nicht genug war, um etwas Vernünftiges – Skifahren, Schlittenfahren, Schneemannbauen – damit anzufangen, so sah es doch wunderschön aus. Als wir auf der Rückfahrt nach Travemünde bei Verwandten des Ähämanns in der Altmark Halt machten, fing dort ein Schneesturm an, der bis Travemünde nicht mehr aufhören sollte. Wir fuhren über weisse Strassen, die wir sonst nur aus Finnland kennen, zockelten hinter Autos her, die mit 40 km/h durch den Winter schlichen, und waren froh über unsere in Deutschland verbotenenen finnischen Winterreifen.

Am Tag nachdem wir abgereist waren, kam das Tauwetter. Ich hatte Angst, hier könne noch immer kein Schnee gefallen sein – denn für die Zeit unserer Abwesenheit war zwar eisige Kälte, aber kein Schneefall vorhergesagt gewesen.

Wir kamen in Helsinki an – und alles war weiss. Und es schneite weiter. Jeden Tag. Wir hatten weisse Weihnachten, so wie man sich das vorstellt. Schnee und Kälte.

Und dann wurden wir daran erinnert, dass wir in Turku wohnen. Vorgestern regnete es einen ganzen Tag lang. Auf den schönen Schnee! Und für den nächsten Tag waren -10 Grad vorhergesagt!
Zum Glück wurde es nicht sofort kalt, sondern der Regen verwandelte sich irgendwann am späten Abend wieder in Schnee. Und es schneeregnete den ganzen nächsten Tag. Wir bauten einen Schneemann und spielten mit Regenhosen überm Schneeanzug im Schnee. Abends sanken die Temperaturen endlich unter Null. Und es schneite weiter. Jetzt wohnen wir in einem Wintermärchenland.

Und wenn es nicht einen Tag lang geregnet hätte, dann wäre uns vermutlich der Winter zu Kopf gestiegen. Wenn die Autotüren nicht zugeeist wären, wenn sich der Schnee einfach vom Auto fegen lassen würde statt an einer dicken Eisschicht auf den Scheiben zu kleben, wenn sich das Briefkastenschloss noch öffnen liesse, wenn Strassen und Wege nicht unter der Schneeschicht eine hinterhältige Eisschicht hätten. Wenn es auch in Turku mal Schnee von Dezember bis März gäbe…


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Vom Weihnachtsbaum

Erwähnte ich schon mal, dass ich Nordmanntannen so überhaupt nicht mag? Die Nadeln, die Astquirle, der Stamm… ich finde, die sehen so künstlich aus. Und riechen tut so eine Nordmanntanne auch kein bisschen, dabei ist das doch das Wichtigste an einem Weihnachtsbaum!

Deswegen gibt’s bei uns Jahr für Jahr eine billige preiswerte Fichte. Und dass so eine Fichte schon ab dem ersten Tag im Zimmer wie verrückt nadelt, ist in unserer Familie auch kein Problem.

:-)


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Kein Weihnachten ohne

Weihnachten in Finnland beginnt am 24. Dezember um zwölf. Mit der Verkündung des Weihnachtsfriedens in Turku.

Wer nicht live dabei sein kann, sieht sich die Übertragung im Fernsehen an. Oder im Internet. Eine finnische Bekannte, die für einige Monate – und eben auch über Weihnachten – in Südamerika lebte, erzählte uns, dass ihre Mutter sie extra angerufen habe, damit sie übers Handy wenigstens live zuhören konnte, und wie gerührt sie gewesen wäre.

Live dabei sind, so wird geschätzt, bei gutem Wetter 15 000 Leute, bei schlechtem 10 000. Es ist also eigentlich fast vollkommen egal, wie das Wetter ist. Auch wir waren schon bei strömendem Regen, bei lebensgefährlichem Glatteis, und ja, letztes Jahr mussten wir, weil wir alle furchtbar krank waren, mit der Fernsehübertragung vorliebnehmen.

Umso schöner war es dieses Jahr wieder.

Zum ersten Mal bei Schnee. Zum ersten Mal haben wir die Mäusekinder auf dem Hörnerschlitten auf den alten Marktplatz gezogen. Und zum ersten Mal haben wir uns den Stress erspart, zwischen Weihnachtsfriedensverkündung und finnischem Familiengottesdienst in der Katariinankirkko, der schon um 14:30 Uhr anfängt, schnell nach Hause zu rasen, das jeweils noch Mittagsschlaf benötigende Mäusekind hinzulegen (wenn es denn nicht schon auf dem Heimweg eingeschlafen ist und dann vermutlich zu Hause sofort wieder aufwacht) und wieder loszurennen. Das Mäuseknäbchen schlief seinen Mittagsschlaf im Mäusevolvo, und das Mäusemädchen kam zu einem ganz besonderen Spielplatzbesuch im tiefen Schnee. Wir hatten Glögi in der Thermosflasche dabei, und Kekse, und Schokolade. Und es war wunderbar entspannt und friedlich.

Das ist nämlich das Besondere an der Weihnachtsfriedensverkündung. Wenn der letzte Marsch gespielt ist, die Glocken des Doms läuten und die 15 000 Leute nach Hause gehen, wenn die Autofahrer ihre Autos aus dem Stau gelotst haben und ab 14:00 Uhr kein Bus, kein Zug, kein gar nichts mehr fährt, alle Geschäfte geschlosssen haben, dann ist es hier so ruhig und friedlich, wie man sich Weihnachten nur denken kann.


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kuusikymmentäkuusi

”Weihnachtsgeschenk im Voraus!”, rief der Ähämann gestern frei nach Findus (dieses Jahr wurde zum ersten Mal auch für die Mäusekinder vorgelesen, nicht nur für uns) und zeigte auf die andere Strassenseite, während er den Schlitten mit dem Mäusemädchen von der Weihnachtsfriedensverkündung zur Kirche nach Kupittaa auf den Spielplatz zur Verkürzung der Zeit bis zum Beginn des Weihnachtsfamiliengottesdienstes zog (während ich das mittagsschlafende Mäuseknäbchen im Mäusevolvo vor mir her schob) – und tatsächlich stand auf der Kerttulinkatu ein rotes Nissan-pakettiauto mit der 66.

(Mehr von Weihnachten später.)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65]


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Herr Fuchs in Pionierkleidung in Finnland, oder so

Heute waren wir mit meinem neuen „Einwandererkurs“ (demnächst mehr dazu), im Aboa Vetus & Ars Nova, wo unter Anderem gerade eine klitzekleine DDR-Ausstellung stattfindet. Alles sehr schön, aber…

… wir mussten NICHT jeden Tag mit Pionierkleidung in die Schule gehen, und Herr Fuchs und Frau Elster waren ganz sicher KEINE politischen Propagandafiguren!

Man hätte mich ja einfach mal fragen können.