Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Ostermontag

Ich hatte ja die leise Hoffnung, dass, wenn Ostern so spät ist, es dann vielleicht doch ausnahmsweise mal ein bisschen warm ist.

Tja nun. Dass es an jedem der vier Feiertage schneit, hatten wir auch noch nicht.

Schneeschauer sind ja aber gar nicht so schlecht. Immerhin muss man vor denen nicht davonrennen – man wird ja nicht nass. Und es sah schon jedes Mal recht schön aus, wenn der nächste Schneeschauer so herangeweht kam und Millionen Schneeflöckchen vom Himmel tanzten. Und dann der leuchtendblaue Himmel dazu, wenn die Sonne wieder rauskam!

Heute am Meer ganz besonders.

(Nur den Anorak, den würde ich dann jetzt schon ganz gerne endlich mal einmotten.)


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Palmsonntagsvorbereitungen

Nein, die stehen hier nicht unter Naturschutz. (Denn bis die Weidenkätzchen blühen, blüht sowieso alles auf einmal. Und es gibt sehr, sehr viele davon.)

Aber sie spielen eine sehr wichtige Rolle am Palmsonntag. Und dass sie dafür schön bunt geschmückt werden, ist nur gut so.

Denn an Farbe, da fehlt es hier noch. Sehr.


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Eis statt Schnee

Kindergeburtstag im März ist in Finnland eher doof.

Während man im Mai prima im Garten feiern und im November spannende Sachen im Finstern machen kann, liegt im März üblicherweise noch Schnee. Allerdings kein schöner Schnee, mit dem man was anfangen könnte, sondern eher so graue Matschepampe.

Dieses Jahr wollte ich mit dem Fräulein Maus und den eingeladenen jungen Damen ins Eiscafé gehen. Also… Eiscafé… ist ja eher eine Übertreibung. Die Finnen sind zwar Weltmeister im Eisessen, allerdings gibt es überall nur überteuerte Kugeln. Allerhöchstens mit ein paar Streuseln drauf; kostet dann das Doppelte. Deshalb war ich gar nicht so enttäuscht, als ich eine Woche vor Einladungschreiben feststellen musste, dass das ins Auge gefasste Eiscafé inzwischen schon wieder pleite ist.

Wir können das selbst ja eigentlich viel besser!

Nachem jede der jungen Damen zwei Eisbecher verspeist hatte, rannten sie auf den Spielplatz und entledigten sich nach und nach ihrer Mützen, Schals und dicken Jacken. Der Ähämann und ich schmissen Reste zusammen und verspeisten sie auf der Terrasse.

Gibt eben solchen und solchen März in Finnland.


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13. Januar

Mir ist es dieses Jahr sehr schwergefallen, die Weihnachtssachen wegzuräumen

Vielleicht, weil uns zehn Tage Advent fehlten.

Es kam mir jedenfalls sehr gelegen, dass die Weihnachtszeit in Finnland eine Woche später endet.

Wir zündeten auch nach Weihnachten noch alle Kerzen an, hörten auch nach Silvester noch Weihnachtslieder und fanden es am 6. Januar völlig undenkbar, den Weihnachtsbaum schon rauszuschmeissen. Jeden Tag, wenn ich von Arbeit kam, freute ich mich über den schon von Weitem leuchtenden Weihnachtsbaum im Garten. Der kleine Herr Maus spielte weiterhin mehrmals täglich „Joulupuu on rakennettu“ auf dem Klavier* – zweifingrig noch, aber schon zweihändig mit Melodie und Begleitung – und es klang so schön und kein bisschen unpassend so Anfang Januar und ganz oft sangen wir alle mit.

Vorvorgestern dann sah der Weihnachtsbaum plötzlich ganz grau und welk aus. Vorgestern haben wir ihn gemeinsam abgeschmückt. Und den Grossteil der Weihnachtssachen in ihre Kisten und Schächtelchen und die zwei grossen Umzugskartons gepackt.

Es war dann sehr leer in der Wohnung.

Aber Tulpen haben wir noch keine gekauft.

(Die sind hier auch – zu Recht! – unerschwinglich um diese Jahreszeit.)

Alles zu seiner Zeit.


* Als nächstes möchte er gerne „Dr Bargma trägt sei halles Licht“ lernen. Hat zufällig jemand der Mitlesenden aus dr Haamit die Noten und/oder den Text dafür und könnte die uns zukommen lassen?


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Jähes Ende

Als wir uns am Neujahrsmorgen gegen 0:40 Uhr von den letzten Nachbarn, die noch so lange vor dem Haus ausgeharrt und mit ihren und unseren Kindern auch noch die allerletzten Vorräte an Knallfröschen und Feuerrädern gezündet hatten, verabschiedeten, sagte der eine grinsend zu unseren Kindern: „Gute Nacht! Und morgen geht’s wieder in die Schule!“

Solche Art Scherze sind nicht ihr Humor. Sie diskutierten lange erbost darüber, ob man „morgen“ sagen dürfe, wenn man doch noch zweimal schliefe.

Als heute früh um 6:35 Uhr der Wecker klingelte, war mir jedoch auch das Lachen vergangen.

(Nächstes Jahr wieder Weihnachtsferien bis zum 7. Januar. Gott seis getrommelt und gepfiffen!)


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Statt Neujahrsspaziergang

Bis halb elf schlafen, dann schnell meinem Lieblingsneujahrsritual nachgehen und vom Sofa aus das letzte Noch-Nicht-Schulkind für die Schule anmelden, und dann ganz schnell ans ins Meer.

Spiegelglatt und mit Eishaut heute. Sooo schön!

(Man beachte den gigantischen Sonnenstand…!)


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Silvesterritual, neu

Als ich in der ersten oder zweiten Klasse war, da machten meine Eltern mit mir zu Silvester etwas sehr Spannendes: wir fuhren kurz vor Mitternacht mit den Fahrrädern auf eine nahegelegene Anhöhe, um uns das Feuerwerk über Chemnitz, das sehr schön in einem Talkessel liegt, anzusehen.

Viele Traditionen und Rituale aus meiner Kindheit habe ich für meine Kinder übernommen. Aber dass es in Finnland nichts werden würde mit Radfahren zu Silvester, das war mir selbstverständlich klar.

Tjanun. Dieses Jahr fuhren wir schon zum zweiten Mal mit Fahrrädern zum Feuerwerk in den Nachbarstadtteil.

Denn das letzte bisschen Eis hatten die 6 Grad plus am Silvestertag dann auch noch verschwinden lassen, so dass auch die zwei Familienmitglieder ohne Spikereifen gefahrlos durch den Wald radeln konnten.

Frohes neues Jahr!


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Heiligabend

Spätestens, als wir unter den mit echten Kerzen bestückten Kronleuchtern in der kleinen Kirche sassen, die schon immer unsere Weihnachts- und Oster- (und neuerdings Unabhängigkeitstags-) kirche ist, statt des hier unüblichen Krippenspiels in der Predigt eine echte KELA-Kiste – mit Geschenken fürs Jesuskind: ein Lammfell von den Hirten, ein gestrickter Strampler von der Anna-Grossmutter, eine Taufkerze vom Cousin Johannes… – eine wichtige Rolle spielte, ich feststellte, dass mir sämtliche gesungenen Lieder mehr ans Herz gewachsen sind als es irgendein deutsches Kirchenlied je ist, alle mitsangen und mitbeteten und der Familiengottesdienst weit entfernt war von der Theaterhaftigkeit vieler deutscher Weihnachtsgottesdienste, und wir danach auf den mit Kerzen übersäten Friedhof traten, da wusste ich wieder ganz genau, warum zwar die Adventszeit nirgends so schön ist wie im Erzgebirge, aber Weihnachten nirgends so schön wie hier.


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Home sweet home

Die Uhren eine Stunde vorstellen. Zweihundert Säcke und Kisten auspacken. Die Salzkruste vom Auto waschen lassen. Das Auto wieder mit Spikereifen versehen lassen. Milch und Obst einkaufen. Die Post von den Nachbarn holen. Den Weihnachtsbaum aufstellen. Den Weihnachtsbaum schmücken. Abends kurz vor acht noch schnell ein Päckchen von der Post und eins aus dem Paketautomaten holen.

(Es ist sehr praktisch, grundsätzlich früh aus dem Urlaub zurückzukommen.)

Und jetzt: Weihnachten.