Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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3. Advent: Die drei Weisen aus dem Morgenland durchqueren gerade das Erzgebirge. Maria und Josef müssen eine Fähre nehmen – die der kleine Herr Maus ihnen gestern Abend vorsorglich hingestellt hat – um über eine Meerenge zwischen zwei Hochebenen zu gelangen.

Leicht ist sie nicht, die Reise nach Bethlehem. Aber in den nächsten sieben Tagen sicher zu schaffen.


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Zu Hause hören wir zwar ausschliesslich deutsche Weihnachtslieder (und singen sie als Schlaflied), aber im Laufe der Jahre sind mir die finnischen Weihnachtslieder sehr ans Herz gewachsen. Es wird auch wirklich viel gesungen: nicht nur in Gottesdiensten – auch auf Schulfeiern und bei der Weihnachtsfriedensverkündung. Ich finde es jedes Mal sehr berührend, wenn sich die Pfadfinder nach dem Unabhängigkeitstagsgottesdienst auf dem Friedhof oder am Ende ihrer Weihnachtsfeier alle an der Hand nehmen und Maa on niin kaunis singen. Und dann gibt es noch die öffentlichen Weihnachtsliedersingen – allein in Turku an 60 verschiedenen Terminen in verschiedenen Kirchen – die immer sehr gut besucht sind.

Bisher waren wir immer mindestens einmal in der Adventszeit im Dom Weihnachtslieder singen, aber dieses Jahr hätten wir fast keinen Termin gefunden, an dem nicht mindestens ein Kind irgendwohin gefahren hätte werden müssen. Ausser gestern Abend, in einem kleinen Holzkirchlein auf der nächsten Insel.

„Die Kirche ist leider voll.“
Zum Glück waren wir – Erfahrung macht klug – rechtzeitig da.

Sooo schön!


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Tagelang habe ich mir im Hort den Mund fusselig geredet: „Ja, ihr könnt das mit nach Hause nehmen. Nein, nicht jetzt sofort. Später. Damit wollen wir doch unseren Weihnachtsbaum schmücken! Nein, heute bekommst du das nicht mit nach Hause. Nein, auch nicht, wenn du es gleich in deinen Ranzen packst. Ja, du bekommst deine Papierkette am Ende mit nach Hause. Aber nein, nicht heute. Nein, wirklich nicht. Nein, auch du nicht.“

Dann stellten wir den Weihnachtsbaum auf.

Undhastdunichtgesehen waren – „Darf ich auch eine?“ „Ich auch?“ „Ich auch!“ – alle Papierketten auf den Baum gehängt. Sogar die eine, die schon im Ranzen verschwunden war.

(Und zwei fanden sich, die schnitten begeistert aus Goldpapier noch einen Stern für die Baumspitze.)

„Ist der schön!“, stand das wildeste der Hortmädchen mit grossen Augen reglos vor dem geschmückten Baum. „Viel schöner als unserer zu Hause!“

Kinder sind so… toll!


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Als wir noch in der alten Wohnung wohnten, kauften wir immer zwei Weihnachtsbäume: einen für drin, und einen für den Garten.

Dann zogen wir um. Da wuchs ein Weihnachtsbaum in unserem eigenen Garten!

Als wir ihn im ersten Jahr schmückten, waren die australischen Nachbarn, die ihn noch als ganz winziges Bäumchen kannten, ganz hin und weg. Wir auch. So schön sah das aus!

Im zweiten Jahr war der Baum so sehr gewachsen, dass wir uns von dem Nachbarn, den wir liebevoll Motorsägenmann nannten, weil er uns auch mal eine Motorsäge zum Ausleihen angeboten hatte, eine riesige Leiter leihen mussten. Eine zweite Lichterkette brauchten wir auch. Und eine Verteilersteckdose für draussen. Aber so schön sah der Weihnachtsbaum aus!

Im dritten Jahr war der Motorsägenmann samt seiner Leiter leider woanders hingezogen. Der Ähämann kaufte uns kurzentschlossen eine eigene, nicht ganz so grosse, und schmückte den schon wieder gewachsenen Baum. „Wie in Zwönitz auf dem Markt…!“, schwärmte ich. (Nur die Pyramide fehlt.)

Im vierten Jahr beschlossen wir schweren Herzens, unsere Fichte im Garten nicht mehr zu schmücken. Die 41 Lichter reichten nur noch für die Hälfte des Baumes, und die Leiter auch kaum noch bis zur Baumspitze. So schade, aber nicht zu ändern. Wir guckten uns den dunklen Baum eine Adventswoche lang an, dann beschloss der Ähämann zu handeln. Wir kauften zwei weitere Lichterketten, der Ähämann stieg in die Fichte, und der Weihnachtsbaum sah schöner aus als je zuvor.

Im fünften Jahr musste der grosse Herr Maus helfen. Jemand ganz leichtes musste von der obersten Leiterstufe auf die zarten obersten Fichtenäste klettern und die Kerzen dort festklipsen. Es war ein bisschen arg abenteuerlich. Aber der Baum sah so, so schön aus!

Im sechsten Jahr hatten wir den grossen Herrn Maus extra mit einem Klettergurt ausgestattet, aber der Baum war inzwischen so viel grösser als unsere Leiter, dass der Ähämann vorm Lichter-wieder-abmachen nochmal eine neue kaufte. Eine, die jetzt genauso gross war wie die, die uns der Motorsägenmann einst geliehen hatte. Irgendwann würde der Baum ja vielleicht auch endlich nicht mehr so schnell wachsen. Aber er wurde ja von Jahr zu Jahr schöner!

Letzte Woche, während ich endlich mein Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr einlöste und das Fräulein Maus zum ersten Mal über Nacht, nämlich im 300 km entfernten Seinäjoki, auf Wettkampfreise war, schmückten der Ähämann und die Herren Maus heldenhaft den Baum. Auch die ganz grosse Leiter ist inzwischen fast zu klein, und fünf einzelne Lichterketten mit Strom zu versorgen ist auch eher abenteuerlich. Dafür ist der Baum jetzt so gross, dass er uns schon von weitem über die Dächer entgegenleuchtet, wenn wir heimkommen. So wunderschön!

Nur ein bisschen bang stellen wir uns bei seinem Anblick die Frage: Wo kriegen wir nächstes Jahr einen Hubsteiger und eine Profilichterkette her?!


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Das war ein sehr schöner Geburtstag gestern.

Erst schliefen wir aus. Dann leerten wir die Nikolausstiefel. Dann assen wir jede Menge blauweisse Köstlichkeiten. Dann gingen die Kinder im Schnee spielen. Dann assen wir weitere blauweisse Köstlichkeiten. Dann ging der grosse Herr Maus auf eine Zwillingsmädchengeburtstagsfeier. Dann zündeten wir blauweisse Kerzen an. Dann holten wir den grossen Herrn Maus ab und fuhren zur blauweiss beleuchteten Turkuer Burg.

Es war übrigens ganz Finnland blauweiss beleuchtet!

Als wir vier Stunden später wieder zu Hause waren, gab es Abendbrot vorm Fernseher. Das Fräulein Maus ist jetzt übrigens so alt, dass sie gern Kleider und Frisuren gucken und kommentieren möchte. Im Gegensatz zu ihr gingen die Herren Maus halb zehn freiwillig ins Bett, und ich kam gerade rechtzeitig zu Finlandia und Feuerwerk und zum Auftritt der Semmarit wieder aus dem Jungszimmer raus. Dann musste auch das Fräulein Maus endlich ins Bett, und der Ähämann und ich stiessen mit einem Glas Wein auf das Geburtstagskind an.

Das war wirklich ein sehr schöner blauweisser Geburtstag!