Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Winter halt

Oder: wie man einen Flughafen am Laufen halten kann, auch wenn es mehr als zwei Schneeflöckchen schneit:

(Ich kann für sowas ja durchaus grosse Kleine-Jungs-Begeisterung entwickeln…)

***

Passend dazu las ich gestern Abend einen Zeitungsartikel, in dem bemängelt wurde, dass die Radwege in München nicht gesalzt und nicht komplett schneefrei („schwarz“) gehalten werden.

Mal davon abgesehen, dass ich gesalzte Wege noch nicht mal dem 16 Jahre alten Pe-u-geot, der seit letztem Jahr nicht mehr Ganzjahres-, sondern „nur“ noch Winterfahrrad ist, zumuten wollen würde und deshalb heilfroh bin, dass hierzulande niemand auf solche Schnapsideen kommt, kommt mir das ein bisschen so vor, als würde man das Beheizen von Freibädern im Winter fordern, weil sie ja sonst nicht benutzbar seien.

(Irgendwann war Schnee im Januar doch mal ganz normal in Mitteleuropa, oder?!)


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Andere Länder…

… anderes Wohnen:

Beim Lesen dieser Geschichte neulich fiel mir wieder ein, wie vor ein paar Jahren die finnische ehemalige Mitdoktorandin, gerade nach Amsterdam gezogen, auf Facebook seufzte:

„Einfachfenster! Und unter der Tür zieht’s. Das wird noch interessant werden im Winter…!“

Woraufhin die andere finnische ehemalige Mitdoktorandin, damals schon seit zwei Jahren in Berlin lebend, antwortete:

„In Deutschland hingegen musst du erstmal einen Studiengang „Richtiges Lüften“ absolvieren, damit dir die Wohnung nicht verschimmelt…“

***

Das Fräulein Maus geht jetzt öfter mal mit zu einer Schulfreundin nach Hause, die in so einem Hochhaus im Grünen wohnt, im 6. Stock.

„Oh, so hoch oben!“, sagte ich neulich. „Von da kann man bestimmt weit gucken und viel sehen!“
„Naja… Wald“, antwortete das Fräulein Maus achselzuckend.


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Wie die kleinen Ritter und Burgfräulein

Nachdem ich gestern über Mittag – während das Fräulein Maus trainierte und der Ähämann Mittagessen kochte – mit den Herren Maus allein auf dem Schlittenberg gewesen war, mussten wir kurz vor Sonnenuntergang am Nachmittag natürlich noch einen gemeinsamen Sonntagsspaziergang Ausflug mit PopoBauchrutschern machen.

Ob die kleinen Ritter und Burgfräulein früher auch schon da runtergerutscht sind im Winter?

Dann entdeckten wir, kurz bevor der Ähämann und ich festfroren und zum Rückzug rufen wollten, dass man in den Burghof auch von hinten reingehen kann.

„Müssen wir da jetzt noch durchgehen?!“, maulten die Kinder.

Dann wandelte sich die Nörgelei in ehrfürchtiges Staunen.

Und in die dringende Frage, ob wir bald mal reingehen können in die Turkuer Burg.


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Wie im Tierfilm

Wie ich heute Abend so, während sich der kleine Herr Maus fürs Fussballtraining umzieht, zum Schlafzimmerfenster rausgucke, kommt aus Nachbars Garten hakenschlagend ein Hase, rast 20 Meter die Strasse entlang und verschwindet im Wald.

Hasen gibt es hier viele. Wird wohl ein Hund die Strasse entlanggeführt werden und den Hasen erschreckt haben, denke ich noch so.

Da kommt aus Nachbars Garten ein Fuchs, sieht irgendwie missmutig aus und trottet hinter Nachbars Haus zurück in den Wald.

(Die Geschichte, wie einmal, als der Ähämann nachts halb eins vom Flughafen kam, ein Rehbock vor unserer Haustür stand, habe ich schon mal erzählt, ja?)


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13. Januar

Mir ist es dieses Jahr sehr schwergefallen, die Weihnachtssachen wegzuräumen

Vielleicht, weil uns zehn Tage Advent fehlten.

Es kam mir jedenfalls sehr gelegen, dass die Weihnachtszeit in Finnland eine Woche später endet.

Wir zündeten auch nach Weihnachten noch alle Kerzen an, hörten auch nach Silvester noch Weihnachtslieder und fanden es am 6. Januar völlig undenkbar, den Weihnachtsbaum schon rauszuschmeissen. Jeden Tag, wenn ich von Arbeit kam, freute ich mich über den schon von Weitem leuchtenden Weihnachtsbaum im Garten. Der kleine Herr Maus spielte weiterhin mehrmals täglich „Joulupuu on rakennettu“ auf dem Klavier* – zweifingrig noch, aber schon zweihändig mit Melodie und Begleitung – und es klang so schön und kein bisschen unpassend so Anfang Januar und ganz oft sangen wir alle mit.

Vorvorgestern dann sah der Weihnachtsbaum plötzlich ganz grau und welk aus. Vorgestern haben wir ihn gemeinsam abgeschmückt. Und den Grossteil der Weihnachtssachen in ihre Kisten und Schächtelchen und die zwei grossen Umzugskartons gepackt.

Es war dann sehr leer in der Wohnung.

Aber Tulpen haben wir noch keine gekauft.

(Die sind hier auch – zu Recht! – unerschwinglich um diese Jahreszeit.)

Alles zu seiner Zeit.


* Als nächstes möchte er gerne „Dr Bargma trägt sei halles Licht“ lernen. Hat zufällig jemand der Mitlesenden aus dr Haamit die Noten und/oder den Text dafür und könnte die uns zukommen lassen?


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kaksisataaviisikymmentäyksi

Wenn ich nochmal nach Finnland auswandern sollte, dann auf gar keinen Fall wieder nach Turku. Echt mal jetzt…!

Gestern war ja mal wieder so typisches Turkuer Winterwetter – Regen auf 10 cm Schneeschicht – bei dem man auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren kann, weil man in den Spurrillen, die man sich selbst in den matschigen Schnee fährt, hängenbleibt wie in Strassenbahnschienen.

Also fuhr ich notgedrungen Bus. Und sah auf der Rückfahrt eine 251 an der grossen Kreuzung.

Heute ist dann auch wieder so typisches Turkuer Winterwetter – Glatteis und Sturm – bei dem man auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren kann, weil zwar das Glatteis mit den neuen Spikereifen an sich kein Problem wäre, ich es aber in Verbindung mit derartigen Sturmböen nicht drauf ankommen lassen will.

Also fuhr ich heute notgedrungen wieder Bus. Mal sehen, vielleicht sehe ich ja heute Nachmittag die 252.

(Morgen endlich wieder Schnee!)

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Herzhüpfen beim Autofahren

Mir macht Autofahren nicht übermässig viel Spass. Ich habe auch erst mit 19 und eher, weil meine Eltern mich quasi dazu zwangen als aus eigenem Antrieb, den Führerschein gemacht. Autofahren ist praktisch und nützlich, ja, aber besonders gern fahre ich nicht.

Ausser auf Schnee.
(Und Achterbahnen.)

Zum Glück musste heute in aller Herrgottsfrühe, noch bevor überhaupt irgendein Schneepflug unterwegs gewesen war, das Fräulein Maus zum Trainingslager gebracht werden, und dann bei IKEA eine zerdepperte Schüssel ersetzt und dann das Fräulein Maus wieder abgeholt und dann der kleine Herr Maus zum Fussballtraining gefahren und dann noch der Vorrat an Mandarinen aufgestockt werden.

(Übermorgen wieder Tauwetter…)


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-15°C, Sonne, Feiertag

Auf der Forschungsstation, auf der ich meinen allerersten finnischen Winter verbrachte, hatte man mir glaubhaft versichert, 3 cm würden reichen, einen Menschen zu tragen. Nie im Leben würde ich auf nur 3 cm dickes Eis gehen… aber der See war heute schon mindestens 10 cm dick gefroren. (Das war sehr schön zu sehen, weil das Eis noch ganz klar und durchsichtig ist.) Und das nach gerade mal zwei richtig kalten Tagen!

So schön, wenn noch kein Schnee gefallen ist – das, was auf dem Eis liegt, ist gefrorene Luftfeuchtigkeit, die jeden Abend wie Sterntaler vom wolkenlosen Himmel segelt – und man fahren kann, wohin man will!

(Denn wenn erst einmal Schnee liegt, muss man warten, bis das Eis einen Traktor trägt, der eine Bahn freischieben kann. Und das dauert dann erfahrungsgemässs doch ein Weilchen.)