Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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satakolmekymmentäviisi

Das hat ja jetzt vergleichsweise lange gedauert. Aber als ich gestern im letzten Abendsonnenschein mit dem pausenlos kommentierenden kleinen Herrn Maus hinten auf dem Rad – „Mama, was ist das?“ „Wieso hat das Auto nicht angehalten?“ „ICH will an der Ampel drücken!“ „Da zu DEM Spielplatz sind wir mal mit dem Papa gefahren.“ „Was ist DAS da? Kann man da auch was kaufen?“ „Ah, ein Baumarkt.“ „Ich steck‘ die Hände mal hier rein, damit die nicht so kalt werden.“ „Wieso sind wir so hoch oben?“ „Ist das die Autobahn?“ „Mama wieso fährst du so schnell?“ „Da kommt ein Krankenwagen!“ „Da geht es in die Tiefgarage.“ „Sind wir jetzt da?“ „HIER kaufst du mir einen Schneeanzug?“ – ins nächstgelegene Einkaufszentrum radelte, kam auch die 135 gefahren.

Apropos Einkaufszentrum: das versteh‘ ich ja nicht, dass man hier überall ab Mitte August Schneeanzüge kaufen kann, aber wenn man dann Ende September zu Henkka&Maukka geht und nach Halskrausen fragt, dann heisst es: Die sind noch nicht reingekommen.

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Lesen dürfen

Als ich letztens zum Elternabend in der Schule war, musste ich kurz in das Pult des Fräulein Maus spickeln. (Die Kinder haben hier in der Schule so schöne altmodische Klapppulte.) Fein säuberlich hatte sie ihre Hefte aufeinandergestapelt, eine angefangene Zeichnung, eine Packung Taschentücher. Obenauf lag ein Büchlein, das sie sich beim alldienstäglichen Besuch des Bibliotheksbusses in der Schule ausgeliehen hatte.

„Also da sind ein Hund, eine Katze und eine Ente, die haben… “, erzählt sie mir auf Nachfrage am nächsten Tag, und zwar so ausführlich, dass sie schon mindestens drei Kapitel gelesen haben muss. „Wann liest du das denn?“ frage ich nach. „Immer nach dem Mittagessen, bevor wir rausgehen. Da dürfen wir lesen. Und heute durften wir sogar schon vor dem Mittagessen lesen, weil wir so schön schnell unsere Hausaufgaben aufgeschrieben haben!“

Lesen dürfen!

(Vielleicht kommt die finnische Lesebegeisterung doch nicht nur von den langen Winterabenden…)


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Zum Abgewöhnen

Wir machen das ja eher andersum: fahren unter der Woche mit Bus und Rad, und am Wochenende mit dem Auto.

Aber gut. Wenn Turku einen autofreien Sonntag ausruft, dann zeigen wir guten Willen.

Das Fräulein Maus bestand sogar darauf, zum sonntagvormittäglichen Training mit dem Rad zu fahren. Tapfer radelte sie die 5 km zur Turnhalle (die Fähre zum Selberkurbeln – oder eine Fussgängerbrücke an gleicher Stelle – könnten wir jetzt gut gebrauchen; leider wurde die nach ewigen technischen Problemen vor zwei Jahren endgültig stillgelegt), machte anderthalb Stunden Sport und radelte die 5 km wieder zurück.

Dann bestiegen wir alle gemeinsam einen Bus – heute durften Erwachsene den ganzen Tag mit einem einzigen Ticket fahren, und Kinder ab 7, die schon bezahlen müssen, kostenlos – und fuhren auf die Hausinsel.

Zusammenfassend kann ich sagen: es war zum Abgewöhnen. Und zwar nicht des Autofahrens, sondern des Busfahrens.

Der erste Busfahrer fuhr wie ein Henker. Nahm sich die Vorfahrt, liess die Kinder beim Bremsen fast von den Sitzen kullern, fuhr an der Haltestelle fast eine Mutter mit Kinderwagen und Kleinkind an der Hand über den Haufen. Im zweiten Bus hatte jemand Parfüm verschüttet, woran sich vor allem unsere sowieso schon juckenden und laufenden Herbstbegrüssungs-Rotznasen freuten. Der dritte Busfahrer zuckte nur bedauernd mit den Schultern, als wir fragten, warum uns denn jetzt nochmal 2 Euro von der Buskarte abgezogen werden. Die vierte Busfahrerin – eigentlich eine unserer Lieblingsbusfahrer – klappte uns die Tür vor der Nase zu und liess uns damit 20 Minuten bibbernd auf dem zugigen Marktplatz stehen.

Autos waren genauso viele unterwegs wie sonst auch.


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satakolmekymmentäneljä

Als wir gestern Abend mit dem Auto einmal quer durch die ganze Stadt von der Musikschule nach Hause fuhren (und die 134 sahen), kamen wir in den Genuss von etwas wie Grüner Welle. War das Zufall? Oder sollte in Finnland ein neues Zeitalter angebrochen sein?

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Ratschlagsfrei

Da ich gerade las, was deutsche Standesbeamte im Jahr 2013 von sich zu geben imstande sind (und ich mich dabei unangenehm an die zwei einzigen Trauungen auf deutschen Standesämtern, bei denen ich als Erwachsene anwesend war, erinnert fühlte), so erscheint mir die Tatsache, dass Trauungen auf finnischen Standesämtern mit dem Verlesen eines kurzen und knappen – böse Zungen könnten jetzt behaupten: dem landesüblichen Kommunikationsverhalten angepassten – Standardtexts vollzogen werden, durchaus vorteilhaft.