Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Spass mit Eis

Wir hatten diesen Winter viel Spass mit Eis.

Eines Januarmorgens waren an der Eberesche vorm Haus seltsame Früchte gewachsen.

Und abends leuchtete es vorm Haus, in fünf Eislaternen aus Eimern und einem Iglu aus sehr vielen Milchpackungen.

Manche aber haben so viel Spass mit Eis, dass sie einen Weltrekord aufstellen. Indem sie eine Scheibe mit 310 m Durchmesser ins Eis eines gefrorenen Sees sägen, sie mit zwei Aussenbordmotoren ausstatten und das grösste Eiskarussell der Welt zum Drehen bringen.

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(Ein Jammer, dass der Winter schon wieder vorbei ist…!)


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Winterwochenende

Dieser Winter ist so wunderbar, dass man sogar vorsichtige Pläne machen kann; nicht nur für den nächsten oder übernächsten Tag, sondern so bis zum nächsten Wochenende ungefähr.

Wir hatten zwei für das letzte Wochenende, das eisig und sonnig werden sollte. In Klein-Lappland skifahren, weil es dort nicht nur die schneesichersten, sondern auch die schönsten Loipen gibt und wir alle schönen Loipen in der näheren Umgebung nun doch schon mindestens einmal abgefahren haben. Und endlich mal auf den See mit den Tretschlitten.

Beides als Tagesausflug machbar, aber irgendwie auch ganz schön blöd, an zwei Tagen hintereinander 75 oder 90 km in die gleiche Richtung zu fahren. Vielleicht könnten wir ja irgendwo preiswert eine Nacht übernachten.

Tjanun. Preiswert war es nicht. Und es wurden zwei Nächte; wir fuhren gleich am Freitagabend los. Dafür hatten wir einen wunderbaren Kurzurlaub im Mökki. Vorgezogene Skiferien sozusagen.

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Samstag.

Aus Gründen fuhren wir dann doch nicht nach Klein-Lappland. Das machte aber gar nichts, denn das Beste am Mökkiurlaub ist, dass die schönste Unternehmung eigentlich ist, einfach im Mökki zu bleiben.

Die Herren Maus begannen den Tag damit, den Weiher vor dem Mökki vom Schnee zu befreien und sich eine Eisbahn anzulegen, während ich mit Freuden den Abwasch von fünf Personen per Hand erledigte, denn obwohl das Mökki eine ehemalige Bauernkate – die früher an einem anderen Ort gestanden, dann aber auf einen Schlitten geladen und mit einem Traktor an ihren jetzigen Platz gezogen wurde – war und wir uns ein bisschen wie in einem Museum fühlten, weil auch die Einrichtung grösstenteils mehr als 50 Jahre alt war, gab es einen Abtropfschrank, denn der wurde in Finnland schon 1944 erfunden. Wir bereiteten das Mittagessen am Lagerfeuer zu, wir fuhren ein bisschen schlittschuh und ein bisschen ski. Die Kinder übten, wie sie im Fall des Falles mit Hilfe der Eisahlen wieder aus dem Eis herauskämen. Wir liessen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Wir trugen Holz aus der Sauna ins Mökki und Wasser aus dem Mökki in die Sauna. Der grosse Herr Maus kümmerte sich ganz allein um das Anheizen der Sauna. Die Kinder spielten Verstecken in Schränken und Truhen, und ich konnte in aller Ruhe mehrere Kapitel lesen, tagsüber! Zwei Abende lang sassen wir lange in der Sauna und gingen dann zeitig schlafen.

Nichts ist erholsamer als Mökkiurlaub.

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Sonntag.

Vor drei Jahren – aber erst, als das Meer und die Seen schon wieder anfingen zu tauen; und vor zwei Jahren fror hier wegen zu viel Schnee kein natürliches Gewässer überhaupt zu, und über den letzten sogenannten Winter möchte ich immer noch lieber nicht reden – hatte ich zum ersten Mal davon gehört: auf dem Köyliönjärvi, dem kleinen Bruder des riesigen Pyhäjärvi, von Turku aus nur noch 20 km weiter als Klein-Lappland, gibt es nicht nur eine 10 km lange Eisbahn, sondern auch 100 Tretschlitten zur freien Verfügung, um diese Eisbahn zu befahren, falls man nicht schlittschuhlaufen kann, möchte oder das Eis zum schlittschuhlaufen zu schlecht ist.

Wir hatten unseren eigenen Tretschlitten dabei, und Schlittschuhe auch, für alle Fälle, denn es hätte ja sein können, dass an einem sonnigen Februarsonntag alle 100 Leihtretschlitten auf dem See unterwegs wären. Waren sie auch, aber wir mussten keine zwei Minuten warten, bis uns Leute, die ihre Runde beendet hatten, drei Tretschlitten in die Hand gedrückt hatten. (Die Tretschlitten sind alle von örtlichen Firmen und Vereinen gesponsert, und ich war sehr froh, dass ich den mit der Werbung für die Ortsgruppe Köyliö der Wahren Finnen eher durch Zufall – weil ich nämlich lieber den blauen statt des holzfarbenen wollte – noch vor der Abfahrt wieder losgeworden war.) Vier Tretschlitten zu haben, war super, weil dann immer mal ein Kind geschoben werden konnte, aber keiner den jeweiligen Tretschlittenfahrern hinterherrennen musste, und auch, weil wir Eltern endlich mal Tretschlitten in der richtigen Grösse hatten. Ruckzuck waren wir knapp acht Kilometer über den See geglitten.

Den Köyliönjärvi kennt übrigens mindestens dem Namen nach jeder in Finnland, weil auf ihm seinerzeit der Bauer Lalli Bischof Henrik ermordet hat. Der grosse Herr Maus erzählte uns die Geschichte davon, die ich bisher auch nicht so richtig gekannt hatte, anderthalb Kilometer lang in aller Ausführlichkeit.

Zum Schlittschuhlaufen war tatsächlich das Eis zu schlecht. Dafür gab es an der einen der beiden Tretschlittenleihstationen ein Schlittenkarussell, das, anders als die Holzkiste in Naantali richtig schnell wurde.

Das war vielleicht der schönste Wintertag des Jahres.


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Auf dünnem Eis

Vom Hypnotisieren der Wettervohersage wird sie – ich teste das seit Tagen! – leider auch nicht besser.

Es wird davon nicht die zwei Grad kälter werden, die es am Dienstag bräuchte, damit es in Turku nicht erst nochmal einen Tag regnen wird, ehe der zweistellige Frost kommt. Hypnotisieren ändert auch nichts daran, dass es zwar für die Natur genau richtig, für die Ski- und Schlittschuhläufer aber eher ungünstig ist, wenn es erst sehr viel schneien und erst dann sehr kalt werden wird, weil dann die Seen nicht so gut zufrieren und ausserdem erst wieder befahrbar sind, wenn sie so dick zugefroren sind, dass sie einen kleinen Traktor tragen können, der eine Eisbahn freischiebt. Vom Hypnotisieren kommen (viel) Schnee und Frost auch nicht netterweise schon vor dem Wochenende, sondern eben doch erst Mitte der Woche.

Es bleibt einem nichts, als Gelegenheiten beim Schopfe zu packen, wann immer sie sich bieten.

Der grosse See fast vor unserer Haustür, der so flach ist, dass er im Sommer leider nur ziemlich ekliges Wasser zu bieten hat, könnte im Winter für die ungeduldig auf starken und langanhaltenden Frost wartenden Schlittschuhläufer nicht geeigneter sein. Weil er so flach ist, friert er schnell zu, auch schon nach ein paar Tagen mit einstelligen Minusgraden. Und man kann mindestens 100 m vom Ufer weg auf den offenen See hinausfahren, ohne Angst haben zu müssen – sollte das Eis doch noch nicht tragen – weiter als bis zu den Knien im eiskalten Wasser zu stehen.

Auf dem See ist genug Platz für die Eishockeyspieler, für die Leute, die nur ein bisschen auf Schlittschuhen hin und her gleiten möchten, für Kinder, die das Schlittschuhlaufen erst lernen, für die Tourenschlittschuhläufer, die den ganzen See umrunden, und auch für Skilangläufer, Spaziergänger, Hunde, Kinder, die im Schlitten gezogen werden, Tretschlittenfahrer und Eisangler.

Die Eisangler schätzten die Eisdicke auf 7 bis 8 cm, hörte ich. Das Eis sang unter den Kufen, wie wir es noch nie gehört hatten, als ob es nur eine dünne, schwingende Haut wäre. Wir hielten uns vorsichtshalber in Ufernähe. Ufernähe ist weit genug bei diesem See. Und hach, war das schön! So viel schöner als jeder vereiste Sportplatz und jede Kunsteisbahn!

Die Kinder aber, habe ich heute beschlossen, sind dann jetzt auch alt genug, um für den nächsten Ausflug auf derlei Eis ihre eigenen Eispickel zu bekommen. Sicherheit geht vor. Immerimmerimmer.


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kolmesataakuusikymmentäyksi

Seit dieser Woche scheint plötzlich die Sonne vormittags wieder ins Arbeitszimmer.

Nicht nur, dass sie überhaupt seit Wochen mal wieder scheint – sie schafft es jetzt auch wieder über die Bäume des Wäldchens auf der anderen Strassenseite! Ganz frühlingshaft fühlt sich das an!

Dafür war es diese Woche auch zum ersten Mal richtig kalt. Bei weitem nicht so kalt, wie es um diese Jahreszeit sein müsste, und gerade mal zwei Tage lang, und Schnee haben wir, abgesehen von den drei Zentimetern gefrorenem Matschschnee, der seit gestern auf den Strassen liegt, auch immer noch keinen, aber am Dienstag jedenfalls habe ich zum ersten Mal diesen Winter meinen „Itella-Anorak“ aus dem Schrank geholt und ausserdem den Winterhelm aufgesetzt, unter den auch zwei Mützen passen. Es waren immerhin -8°C.

Apropos Itella-Anorak. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich mir eingestehen konnte, dass man hierzulande ruhig mehrere Anoraks besitzen kann. Ich habe mittlerweile so einen ganz dünnen, leichten, der auch im Herbst und Frühling im Einsatz ist, denn Übergangsjacken braucht man hierzulande ja nicht, einen mitteldicken, der auch wasserdicht ist und im Turkuer Winter sehr oft zum Einsatz kommt, einen sehr kuscheligen Daunenanorak, der aber zum Fahrradfahren zu lang und überhaupt zu unhandlich ist, und deshalb zusätzlich noch den sehr warmen, sehr leichten „Itella-Anorak“, den ich mir gekauft habe, als ich vor sechs Jahren wieder anfing, auch bei Schnee und Frost Fahrrad zu fahren. (Damals hiess die finnische Post gerade für ein paar Jahre nicht Post, sondern Itella, und der Anorak hat fast exakt die gleichen Farben wie die der Briefträger damals, viel Blau und ein bisschen Orange.)

Alle vier Anoraks sind übrigens von September bis Mai regelmässig abwechselnd im Einsatz.

Dienstag also war ich schön warm verpackt; trotzdem aber nervten mich der Schal und die doppelte Mütze und der riesige Helm ein bisschen, weil ich damit immmer das Gefühl habe, den Kopf gar nicht mehr drehen zu können. Konnte ich aber offensichtlich, sonst hätte ich ja die 361 nicht gesehen, die mir auf der Strasse neben dem Radweg entgegenkam.

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Wollsocken im Klassenzimmer (7)

Weil mich von Zeit zu Zeit die immer gleichen Fragen per Mail erreichen – und der Dauerbrenner sind immer noch Fragen zum finnischen Schulsystem – möchte ich die nach und nach hier beantworten.
Natürlich völlig unobjektiv auf meiner Erfahrung mit drei Grundschulkindern, die derzeit die Klassen 2, 4 und 6 besuchen, basierend. Heute mit einer Frage aus aktuellem Anlass.

Bekommen finnische Kinder kältefrei?

Ich fragte gerade vorgestern die Kollegin – sie ist angehende Lehrerin – ob es eigentlich eine offizielle Frostgrenze für Grundschulkinder gibt. Wir hatten -14°C, die Sonne schien, es war komplett windstill, die Erst- und Zweitklässler sind auf unserem wunderbaren Rodelberg die ganze Zeit in Bewegung und ausserdem noch in einem Alter, in dem sie bereitwillig Stiefel, dicke Überhosen und Mützen anziehen statt sich in Turnschuhen, Knöchelsöckchen und zerrissenen Jeans durch den Winter zu zittern – und für mich war es überhaupt keine Frage, dass wir am Nachmittag mit den Hortkindern rausgehen würden. Aber nachdem ich ja nun weiss, dass in Turku Kindergartenkinder ab -10°C nicht mehr rausgehen dürfen, wollte ich doch lieber sichergehen, ob es da nicht irgendeine offizielle Anweisung gibt, die mir bisher entgangen ist.

Nein, sie wüsste da von nichts, sagte die Kollegin. (Und eine kurze Recherche ergab, dass es tatsächlich sowas wie eine offizielle Frostgrenze für Schulkinder nicht gibt.) Aber sie selbst sei in Tampere zur Schule gegangen, und da hätten sie ab -30°C in den Pausen nicht mehr rausgehen müssen.

Womit die Frage nach Kältefrei geklärt sein dürfte.

***

Wollsocken im Klassenzimmer (1): Hausaufgaben
Wollsocken im Klassenzimmer (2): Individuelles Lernen
Wollsocken im Klassenzimmer (3): Schulnoten
Wollsocken im Klassenzimmer (4): Schulkrankenschwester
Wollsocken im Klassenzimmer (5): Ferien
Wollsocken im Klassenzimmer (6): Wilma


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Februarfrostnächte

Wir haben gerade einen etwas… *hüstel*… erhöhten Kerzenverbrauch.

(Es ist jetzt aber auch schon fast die letzte Gelegenheit. Denn obwohl nachts um die -20°C sind, wärmt die Sonne nachmittags schon so stark, dass das Eis einfach sublimiert. Und überhaupt lohnt sich Kerzen anzünden bald nicht mehr, es ist ja schon jetzt wieder bis halb sieben hell!)


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Das Eislicht im Klimawandel

In den vergangenen Wochen habe ich mich ziemlich oft gewundert: als es nämlich in Deutschland mal ausnahmsweise richtig kalt war und auf einmal allüberall so komplizierte Bauanleitungen für Eislaternen zu lesen waren. Also wirklich kompliziert mit Zwei-von-der-Grösse-her-passende-Gefässe-finden und Das-innere-Gefäss-möglichst-mittig-austarieren und Dabei-hilft-dieses und Ein-Trick-ist-auch-jenes und Am-Ende-muss-man-die-Gefässe-vorsichtig-auseinanderpulen.

Als mein finnischer Diplomvater mir beibrachte, wie man ein Eislicht macht, waren seine Anweisungen dagegen ganz einfach gewesen: „Du nimmst einen Eimer, füllst ihn bis obenhin mit Wasser, stellst ihn eine Nacht lang raus, drehst ihn am nächsten Tag um und schüttest das restliche Wasser weg. Fertig.“

Ja, ich habe ihn damals auch ein bisschen ungläubig angeguckt… denn irgendwo muss doch der Hohlraum bleiben?! Irgendwo muss doch das Loch herkommen, in das ich dann die Kerze stellen kann?!

Aber das passiert ja von ganz allein! Obendrauf gefriert das Wasser logischweise am schnellsten und somit am dicksten. Das wird später der Boden der Eislaterne. Dann gefriert das Wasser im Eimer von aussen nach innen. Und erst dann am Boden. Idealerweise passt man also den Zeitpunkt ab, an dem sich am Eimerrand schon eine ausreichend dicke Eisschicht gebildet hat, aber der Eimerboden noch nicht oder zumindest noch nicht vollständig gefroren ist. (12 Stunden bei -10 Grad sind eine ganz gute Faustregel für einen 10-Liter-Eimer. Bei stärkerer Kälte entsprechend kürzer. Bei weniger als -10 Grad braucht man meiner Erfahrung nach gar nicht erst anzufangen.) Dann kann man den Eimer kurz ins Warme stellen bis die Seiten angetaut sind, dann draussen das Eis vorsichtig aus dem umgedrehten Eimer herausrutschen lassen, das restliche Wasser ausschütten, eine Kerze reinstellen, fertig.

Sollte der Boden doch schon ein bisschen gefroren sein, kann man ihn vorsichtig aufklopfen. Trotzdem habe ich in letzter Zeit erstaunlich viele Eislichter genau dabei zerdeppert. Das ist mir damals auf der mittelfinnischen Forschungsstation nie passiert! Es hat eine Weile gedauert, bis mir aufgegangen ist, was anders ist: damals stellte ich den Eimer mit Wasser abends auf mindestens 30 cm Schnee, heute steht er fast immer auf dem blanken Asphalt. Und weil Schnee so gut isoliert, gefriert das Wasser auf dem Schnee natürlich viel langsamer als auf Asphalt! Wenn man das aber erstmal herausgefunden hat, kann man da leicht was dagegen tun: ich stelle die Eimer jetzt immer auf unsere zahlreich vorhandenen Wander-Sitzunterlagen.

Wogegen man leider nichts tun kann: dass es kaum noch längere Zeit am Stück wirklich kalt ist. Es braucht nämlich mindestens -10 Grad, damit die Kerze nicht das Eislicht von innen schmilzt. (Und nein, so eine unsägliche LED-Kerze kommt mir nicht ins Haus Eislicht!)

Auch das Eislichtherstellen funktioniert also am besten, wenn die Winter so sind, wie sie sein sollten: kalt und schneereich. Aber ach…!

(Hier noch ein sehr schöner Artikel – leider nur auf finnisch, aber die Fotos sprechen für sich – über ein kleines Dorf in Ostfinnland, in dem die Einwohner jedes Jahr für die Weihnachtsnacht über 1000 Eislichter herstellen und damit ihre Dorfstrasse schmücken.)


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-15°C, Sonne, Feiertag

Auf der Forschungsstation, auf der ich meinen allerersten finnischen Winter verbrachte, hatte man mir glaubhaft versichert, 3 cm würden reichen, einen Menschen zu tragen. Nie im Leben würde ich auf nur 3 cm dickes Eis gehen… aber der See war heute schon mindestens 10 cm dick gefroren. (Das war sehr schön zu sehen, weil das Eis noch ganz klar und durchsichtig ist.) Und das nach gerade mal zwei richtig kalten Tagen!

So schön, wenn noch kein Schnee gefallen ist – das, was auf dem Eis liegt, ist gefrorene Luftfeuchtigkeit, die jeden Abend wie Sterntaler vom wolkenlosen Himmel segelt – und man fahren kann, wohin man will!

(Denn wenn erst einmal Schnee liegt, muss man warten, bis das Eis einen Traktor trägt, der eine Bahn freischieben kann. Und das dauert dann erfahrungsgemässs doch ein Weilchen.)