Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Ein Kommentar

12. Mai

14 Jahre…!

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Sanna und Sauli haben gesprochen: Finnland wird schnellstmöglich der NATO beitreten.

Die liebste Freundin hat dazu Anfang der Woche schon alles gesagt:
„Politische Lage: Womöglich wird Finnland schon bald der Nato beitreten. Allein die momentane Diskussion darüber wäre noch vor einem halben Jahr undenkbar gewesen. Aber wenn man sich eine über 1000 km lange Grenze mit Russland teilt und mit der Vergangenheit vertraut ist, sieht man den Krieg in der Ukraine auch noch mal aus einer anderen Perspektive. Angst und Sorgen sind hier durchaus präsent und ich kann den Wunsch vieler Finnen gut verstehen jetzt doch der Nato beitreten zu wollen. Auch wenn ich es schade finde, denn ich war immer stolz auf die Neutralität Finnlands und seine Rolle als Vermittler. Aber was will man machen wenn der Nachbar wahnsinnig geworden ist?“

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Keines der Hortkinder hat das Einhorn auf meinem T-Shirt kommentiert. Tse.

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Das Fräulein Maus war zur 9.-Klasse-Vorsorgeuntersuchung bei der Schulschwester. Weil das die letzte ist, bevor die Jugendlichen entweder auf die Berufsschule oder ans Gymnasium wechseln, bekam das Fräulein Maus einen Stapel Zettel mit nach Hause: nicht nur die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung, sondern auch eine Auflistung aller Impfungen, die sie bisher in ihrem Leben bekommen hat, ihre Wachstumskurven von Geburt an sowie die schriftlichen Aufgaben aus der Neuvola. Ich habe laut und lange vor Entzücken gequietscht.


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Schulfreie Woche

Es widerspricht natürlich völlig dem Streikgedanken – aber unsere Familie geniesst den einwöchigen Lehrer*innenstreik gerade in vollen Zügen.

Man kann zum Beispiel mitten in der Woche Übernachtungsbesuch bekommen. Oder tagelang mit seinen fünf besten Schulfreund*innen mit dem Fahrrad durch die Gegend ziehen. (Wenn man Hunger hat, kann man auch, weil in der eigenen Familie das Mittagessen wegen des langen Ausschlafens erst später stattfindet, mit seinen Freund*innen zur Schule fahren und dort das kostenlose Schulessen, das auch in der Streikwoche angeboten wird, in Anspruch nehmen. Und dann trotzdem hungrig heimkommen, weil das Schulessen eben ist, wie es ist.)

Und man kann auch mitten in der Woche mitten am Schultag wandern gehen.

(Leider ist der schönste Wanderweg in der Nähe neuerdings ebenfalls durch einen Kahlschlag mehr oder weniger komplett zerstört. Seufz.)

Es werden noch immer überdimensionierte Fundstücke aus dem Wald nach Hause getragen.

Alles sehr schön.
Zumal in vier Wochen sowieso schon Sommerferien (Zwickt mich mal!) sind.


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Fröhliche Fuhren

Heute war ein schöner Tag.

Heute hatten die LKWs im Stadtzentrum keinen Sand geladen, keine chinesischen Pflastersteine, keinen Beton und auch keinen alten Schnee, sondern fröhliche Abiturient*innen.

Nach zwei Jahren waren endlich wieder Penkkarit.

(Stell dir vor, du bist Abiturient*in in Finnland, und es gibt keine Vanhojentanssit, keine Penkkarit und noch nicht mal eine ordentliche Zeugnisausgabe mit gemeinsamem Weisse-Mütze-Aufsetzen. Nein, stell es dir nicht vor. Es ist unvorstellbar.)

Im Februar durften die Penkkarit wegen der Coronabeschränkungen immer noch nicht stattfinden, aber immerhin fielen sie in diesem Jahr nicht aus, sondern wurden nur verschoben. Und vielleicht hat man ja auch nochmal doppelt so viel Spass dran, wenn sie nicht am letzten Schultag, vor den Abiprüfungen, stattfinden, sondern wenn man die Prüfungen schon hinter sich gebracht hat.


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Kurz vor Weihnachtsferien

Die Klasse des kleinen Herrn Maus hat ihre Quarantäne hinter sich gebracht. Heute durfte sie zum ersten Mal wieder in die Schule gehen. Und zum letzten Mal in diesem Jahr.

Ab morgen haben alle Turkuer 4. bis 9. Klassen – die Abiturstufe macht schon seit Wochen Onlineunterricht – für den Rest der Woche, also bis Weihnachtsferienbeginn bzw. Halbjahresende, Fernunterricht.

Das heisst auch, dass wir heute zum letzten Mal in diesem Jahr um 6:10 Uhr aufstehen mussten. Und dass wir um die Zeugnisausgabe am Samstagmorgen drumrumkommen werden. (Es wird dieses Jahr einfach gar keine gedruckten Halbjahreszeugnisse geben. Stattdessen werden die Halbjahresnoten ab Samstag um neun im Wilma stehen.) Wir werden unsere Weihnachtsferien so ausgeschlafen wie noch nie beginnen!

Beste Nachricht des Tages übrigens (gänzlich coronafrei): Finnland hat die Bildungspflicht bis 18 beschlossen. Das heisst, dass niemand mehr als Hilfsarbeiter von der Schule abgehen darf, sondern nach der 9. Klasse entweder einen Berufsabschluss oder das Abitur machen muss. Und das heisst auch, dass man als Familie und bei den hiesigen Buchpreisen nicht mehr verarmt, wenn vielleicht drei Kinder Abitur machen wollen und man für die letzten drei Schuljahre – anders als in den neun Schuljahren zuvor, in denen das Schulkind sämtliche Bücher, Hefte, Stifte, Malsachen, Bastelutensilien und ein digitales Endgerät kostenlos zur Verfügung gestellt sowie jeden Tag ein kostenloses Mittagessen vorgesetzt bekommen hat – alle Schulmaterialien selbst bezahlen muss. Denn: Bildungspflicht gleich Lernmittelfreiheit.

(Grösser könnte übrigens der Unterschied zwischen unserer vorherigen und unserer jetzigen Regierung kaum sein. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte…)


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Dritte Ferienwoche

Schöner wäre es natürlich, wir hätten weiterhin alle fünf gemeinsam frei, aber gut, dass der Ähämann heute wieder ins Homeoffice musste, sonst hätten wir ca. übermorgen keine sauberen Anziehsachen, keine Teller, von denen wir essen können und kein sandfreies Stückchen Fussboden mehr gehabt.

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Die Herren Maus sassen heute noch vor dem Frühstück mit ihren Handys in der Hand auf dem Sofa und jubelten: „Juhuuu! Mein neuer Stundenplan steht schon im Wilma!“ Das Fräulein Maus bekommt ihren am Donnerstag, wurde heute ebenfalls über Wilma angekündigt. Noch acht Wochen, um sich auf die Schule vorzufreuen. Der Stundenplan wird sich übrigens bis zum Beginn der nächsten Sommerferien nicht mehr ändern. Und erwähnte ich schon, dass die Kinder in ihren bisher insgesamt 15 Schuljahren noch keine einzige Stunde Unterrichtsausfall hatten?!

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Heute war es heiss. Also naja: 27 Grad; aber ab 25 Grad werden hierzulande ja Hitzewarnungen ausgegeben. Prompt stöhnten und jammerten alle. Heute zieht – laut Vorhersage; man darf gespannt sein, was dann tatsächlich eintritt – eine Gewitterfront durch, ansonsten soll es die nächsten mindestens zehn Tage so schön warm und sonnig bleiben. Wir werden das zu geniessen wissen!


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Coronaklausur, Tag 52

Finnland hat 5738 bestätigte Coronafälle.

Wie es aussieht, bleibt es jetzt an den Rektoren hängen, bis nächsten Donnerstag ein coronataugliches Konzept für ihre Schule aus dem Boden zu stampfen, das sie Schülern und Eltern gegenüber verantworten können. Die Lehrerin des grossen Herrn Maus stellte es heute früh als erstes ihrer Klasse vor, ausserdem kamen zwei Nachrichten vom Rektor der Herren Maus mit jeweils einer Kurz- und einer Langfassung der geplanten Hygienemassnahmen, die sich durchaus recht durchdacht anhören. Also nach immerhin ein bisschen Schadenslimitierung, wenn 700 Schüler gleichzeitig in voller Klassenstärke zurück in die Schule stürmen.

Der grosse Herr Maus bekam diese Woche übrigens zum ersten Mal in seiner Schullaufbahn einen Wilma-Eintrag wegen Zuspätkommens. Das war sehr lustig, ausgerechnet jetzt – aber was will man machen, wenn man seinen Englisch-Videochat um eine halbe Stunde verbaselt hat.

Wetterstatus:

Es geht jetzt ohne Wollsocken. Aber noch nicht barfuss.


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Coronaklausur, Tag 47

Finnland hat 5254 bestätigte Coronafälle.

In den zwei Wochen, in denen wir nicht draussen waren, ist der Frühling ausgebrochen: es wird grün, es gibt Blümchen, der Himmel ist blauweiss, Schmetterlinge taumeln über die grün-weissen Buschwindröschenteppiche, die Wellen schwappen mit Sommergeräuschen an die Uferfelsen, und die Vögel singen im Chor.

Das Fräulein Maus fing an, seine Sommerhausaufgabe für den Biologieunterricht zu erledigen: ein Herbarium mit mindestens 50 Pflanzen anlegen. (Darunter so Dinge wie drei verschiedene Arten Rentierflechten und fünf verschiedene Moosarten, die auf Deutsch nicht mal einen Namen haben.) Das Schulkind von heute muss allerdings kein Zeitungspapier mehr durch den Wald schleppen, sondern legt ein Digiherbarium an. Sehr cool.

Der grosse Herr Maus konnte eine weitere Aufgabe – „Besuche einen Nationalpark!“ – in seinen Fernpfadfinderpass eintragen.

Und der kleine Herr Maus, der beschloss spontan, dass es Zeit zum Anbaden sei. (Bei 14°C im Schatten. Über die Wassertemperatur reden wir gar nicht erst.)

Was hatten wir alle den Wald vermisst…! Und den Sommer!


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Coronaklausur, Tag 35

Finnland hat 4014 bestätigte Coronafälle.

Der Ähämann war gestern Abend zum ersten Mal seit neun Tagen wieder Lebensmittel einkaufen. Er kam erst nach zehn wieder heim, danach verstaute er noch eine halbe Stunde die Einkäufe nach einem ausgeklügelten, mittlerweile ganz gut etablierten System. Wie ich mich freue auf die Zeit, wenn wir uns die ersten Tage nach einem Einkauf in unserer Küche endlich nicht mehr verhalten müssen wie damals im Labor beim Mikrobiologiegrundpraktikum…!

Wir gingen zu spät ins Bett. Zum Glück hatte das Fräulein Maus heute eine Stunde später Schule und auch wir Eltern konnten bis um acht schlafen!

Kurz nach neun fühlte ich mich wie im Grossraumbüro: vier Personen murmelten gleichzeitig in ihre digitalen Endgeräte.

Die beste Chefin rief mich erst mittags altmodisch auf dem Handy an. Bis dahin gab ich mein Bestes, den dieses Jahr ausfallenden Tag der offenen Tür in unserem Hort, den wir normalerweise Anfang Mai für die zukünftigen Erstklässler und ihre Eltern veranstalten, durch einen ansprechenden Flyer zu ersetzen. Und mir natürlich ein Wissenschaftsdienstagsexperiment aus den Fingern zu saugen. (Das Heureka hat da ein paar nette Sachen auf seiner Seite.)

Ansonsten brach heute der Sommer aus, und zumindest ein Teil der schulbildungspflichtigen Kinder zog zumindest für den analogen Teil des Schultags in den Garten um.

Auch Mittagessen gab es auf der Terrasse. Nach und nach entledigten wir uns eines Kleidungsstücks nach dem anderen. Früh waren die Autos auf dem Parkplatz vorm Haus noch bereift gewesen, nachmittags liefen wir barfuss durch den Garten.

Wir holten zum ersten Mal dieses Jahr die Sonnencreme raus, und wo ich vor ein paar Monaten noch gedacht hatte: vielleicht haben wir es ein bisschen übertrieben mit der Vorratshaltung, wo wir doch im Juni guten und preiswerten Nachschub kaufen können, bin ich jetzt froh, dass wir gleich mehrere Tuben im Schrank stehen haben. An Sonnencreme wird es uns nicht mangeln diesen Sommer. (An festem Shampoo, an Bierbrause, an Spee, Fit und vor allem an einem neuen Fahrrad für den grossen Herrn Maus dagegen schon.)

Um drei schnappte sich der grosse Herr Maus seine „1,2 oder 3“-Tasche und sprang zur Buswendeschleife. Seine Lehrerin brachte Schulmaterialien: Arbeitsblätter, grosses, dickes Papier für die nächsten Kunstarbeiten, bei Bedarf auch Bücher aus der Schulbibliothek und Hefte, Bleistifte oder Radiergummis. Dem kleinen Herrn Maus brachte sie auf unsere Bitte hin ein paar Hefte mit einer Speziallineatur mit, die es im Supermarkt nicht gibt. Und für jeden hatte sie eine persönliche Karte gebastelt.

Ich habe das dann jetzt jedenfalls endlich mal zum Anlass genommen, mich bei allen drei Klassenlehrerinnen ausführlich dafür zu bedanken, dass unsere Kinder in diesen Zeiten in Finnland zur Schule gehen Unterricht haben dürfen.


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Coronaklausur, Tag 34

Finnland hat 3868 bestätigte Coronafälle.

Montags stehen für mehrere unserer Kinder Sport, Musik und Kunst auf dem Stundenplan. Auch jetzt.

Die Herren Maus bekommen für Sport immer eine genaue Aufgabe: absolviere die und die Übungen, gehe eine Stunde lang spazieren oder eine halbe Stunde joggen, fahre mit dem Fahrrad bis zur Schule und zurück. Das Fräulein Maus darf sich aus verschiedenen Angeboten selbst 60 Minuten Training zusammenstellen. Vor der Stunde müssen sich alle per Videochat anmelden und nach der Stunde unbedingt wieder zurückmelden – sonst ruft die Sportlehrerin an, um sicherzustellen, dass das Kind nicht eventuell mit verstauchtem Knöchel im Wald liegt.

„Ich ermuntere meine Schüler immer, mir ruhig alle Fragen, die sie haben, zu stellen, statt ihre Eltern, die ja ihre eigene Arbeit schaffen müssen, damit zu behelligen“, las ich heute in einem Interview einer finnischen Lehrerin zum Fernunterricht. Womit zum Unterschied zwischen Fernunterricht und Homeschooling alles gesagt wäre.

Während die Kinder Unterricht hatten, erledigte ich einen Schreibauftrag für die Deutsche Gemeinde. Als der kleine Herr Maus fertig war mit Schule und das Fräulein Maus eine Freistunde hatte, erstellten wir gemeinsam das heutige Nachmittagsprogramm für die Hortkinder. Ich hoffe, sie haben dabei genauso viel Spass wie wir es hatten.

Für heute Nachmittag hatte sich der kleine Herr Maus eine Radtour zum Flughafen gewünscht. Wir fuhren die gleiche Runde wie vor zwei Jahren, aber an einem Montagnachmittag ist es natürlich nochmal was ganz Anderes. Fast hätte man vergessen können, dass Ausnahmezustand herrscht: in den durchquerten Industriegebieten steppte der Bär. Wir sahen zu, wie an einer Baustelle tiefe Löcher in Lehm gebohrt wurden, wie ein LKW-Fahrer auf dem Seitenstreifen der Autobahn ein Rad wechselte und wie an einem Steinbruch grosse Gesteinsbrocken zerkleinert wurden. Und zum Flughafen kamen wir gerade rechtzeitig, als eins der zwei Flugzeuge, die hier pro Tag noch abfliegen – ein Passagierflugzeug nach Mariehamn und ein Frachtflugzeug nach Liège – startete.

Ein bisschen Wehmut kam nur auf der Rückfahrt auf, als wir ganz nahe am Haus des vor zwei Jahren weggezogenen besten Freunds des kleinen Herrn Maus vorbeikamen und der kleine Herr Maus eben nicht einfach hinfahren und klingeln konnte.


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Coronaklausur, Tag 30

Finnland hat 3369 bestätigte Coronafälle.

Der Schultag begann mit einem Geschichtstest für den grossen Herrn Maus und einem Mathetest für den kleinen Herrn Maus. Das Fräulein Maus zeigte dem kleinen Herrn Maus, der das noch nie gemacht hatte, wie er seinen fertigen Test im Teams hochladen kann. Den grossen Herrn Maus interviewte ich nochmal dazu, wie denn die Ehrlichkeit der Prüflinge gewährleistet wird, und er berichtete, wenn man nicht weiterkäme, dürfe man auch das Buch zu Hilfe nehmen, aber wenn man gar nichts gelernt hätte, dann wisse man ja auch gar nicht, wo man nach passenden Informationen suchen müsse. Die Kinder werden am Ende dieser Zeit so viel gelernt haben! Weit über den Lehrplan hinaus.

Nachmittags fanden in zwei Kinderzimmern längere Facetime-Sesssions mit den jeweiligen besten Freund*innen statt. Es war sehr lustig, aus dem einen Zimmer Finnisch und aus dem anderen Deutsch zu hören. Die beiden telefonierenden Mädchen räumten gemeinsam ihre Zimmer auf, die beiden telefonierenden Jungs stellten unter Anderem fest, dass sie beide das gleiche Kunstprojekt in der Schule im Fernunterricht gemacht hatten.

Ich räumte derweil die Ostersachen weg.

Irgendwie stelle ich von Jahr zu Jahr mehr fest, dass mir Ostern nicht so… äh… liegt. Das mag hauptsächlich an den finnischen Rahmenbedingungen liegen – die umgekehrt vermutlich auch erklären, warum Weihnachten hier fast genauso schön ist wie da, wo ich herkomme. Dass den Kindern Weihnachten auch wichtiger ist als Ostern, merkten wir übrigens neulich, als eins der Kinder etwas über unser – auch aus dem Erzgebirge stammendes – Hasenpaar sagen wollte und von „Engel und Bergmann“ sprach.

Aber jetzt: sommerwärts!

Hinten: zukünftige Möhren, Radieschen und Salat.
Vorne: Stachelbeeren in Startlöchern.

Ansonsten bin ich inzwischen ein bisschen müde, Leuten immer wieder… äh… grundlegende Dinge über das Wesen der Coronapandemie zu erklären. (Nein, man braucht kein Biologiestudium, um die zu verstehen. Dachte ich zumindest bisher.) Vor allem werden wir ganz sicher nicht, was immer die finnische Boulevardpresse dazu zu sagen hat, in absehbarer Zeit einfach da weitermachen, wo wir Mitte März aufgehört haben. Ich bin da ganz bei meinem Lieblingsministerpräsidenten.