Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Darf ich mal eben Lila zitieren?

[…] Aber letztendlich glaube ich, ich wollte die Kinder, weil ich das ganze Zubehoer, Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit, diese ganze Instinktgeschichte, unheimlich genossen habe und immer mehr davon wollte. Ich wuerde jederzeit wieder ein Baby grossziehen, mit Freuden. Peinlich aber wahr, ich liebe Babies. Wenn sie dann nicht mehr in die suessen Schlafanzuege mit den Fuesschen passen, hat man sein Herz schon verloren und liebt sie auch mit mueffelnden Fussballschuhen. […]

Weil ich es niemals-nicht selber so schön ausdrücken könnte.


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Olavi

Für Alke und Anke.

Das war Olavi mit zwei Tagen.

(Ich habe damals alle „meine“ Meerschweinchen fotografiert um sie leichter wiederzuerkennen. Und eingeführt, dass alle Geschwister aus einem Wurf Namen mit gleichem Anfangsbuchstaben bekommen. Und zur besseren Unterscheidung „meiner“ Schweinchen von den Schweinchen anderer Doktoranden und Diplomanden bekamen meine natürlich finnische Namen.)

Und da ist er heute zu sehen. :-)

Ich freu’ mich immer, wenn ich sehe, dass meine Versuchsschweinchen ein gutes Zuhause gefunden haben. Hier oder hier zum Beispiel. :-)

Und ich freu’ mich, dass wir das ganze Zeugs bald veröffentlicht kriegen. Da. Und ja, Olavi hat auch dazu beigetragen. :-)


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Verspäteter „Geburtstags“eintrag

Das war ein aufregender Monat! Für uns alle. Das Mäusemädchen ist jetzt ein Kindergartenkind! Die ersten beiden Tage war sie ein bisschen verwirrt, aber seitdem bekomme ich jeden Tag beim Abholen gesagt, sie hätte schön gegessen (!), schön geschlafen (!) und schön gespielt und viel gelacht. Früh weint sie meistens noch ein bisschen, wenn der Ähämann sie hinbringt, aber wenn ich sie abhole, ist sie meist ganz vertieft in irgendeine Beschäftigung, robbt aber strahlend auf mich zu, wenn sie mich bemerkt hat. Das ist der schönste Augenblick des Tages! :-)

Immer öfter begibt sie sich zwischendurch auf die Knie und schaukelt ein bisschen hin und her. Lange wird es nicht mehr dauern, und sie hat den Dreh raus, sich auf den Knien fortzubewegen. Seit letzter Woche kann sie sich auch alleine hinsetzen!

Sie hat vier Zähne.

Alle ganz ohne Probleme gekommen. Jetzt kann sie endlich ihre Reiswaffel richtig abbeissen. Das macht sie mit Begeisterung. Wenn keine Reiswaffel zur Verfügung steht, dann beisst sie auch gern mal nur die Zähne aufeinander. Mit dem dabei entstehenden Geräusch kann sie allerdings Mama in den Wahnsinn treiben… ;-)

Abends wird jetzt immer gleich nach dem Abendbrot gestillt, und dann werden Zähne geputzt. Ich glaube, sie findet das ganz lustig, jedenfalls reisst sie bis auf Ausnahmen bereitwillig ihr Mäulchen auf.

Danach gucken wir im Bett noch zusammen ein Gute-Nacht-Bilderbuch an. Sie lächelt mich immer mit diesem ganz besonderen Blick an, wenn ich das Buch vom Nachttisch angele, und dann hält sie es selbst fest und bestimmt, wann umgeblättert wird. Das macht sie mittlerweile mit allen Bilderbüchern perfekt: angucken und umblättern, vor und zurück und zurück und vor.

Lieber noch als ausräumen räumt sie im Moment ein. Das ist prima, wenn wir abends die Spielzeugkiste wieder einräumen wollen. Dann reiche ich ihr ein Spielzeug nach dem anderen, sie nimmt es mir aus der Hand und pfeffert es mit Inbrunst in die Kiste. (Sie kann Sachen nur werfend aus der Hand geben. Dass man die Hand einfach öffnen kann um etwas fallenzulassen, das muss sie noch lernen.) :-)

Sie plappert den ganzen Tag, und wir sind gespannt, ob ihr erstes richtiges Wort ein deutsches oder ein finnisches sein wird. Aber auch wenn wir sie noch nicht verstehen, kann sie schon sehr deutlich machen, was sie möchte (und was sie nicht möchte!). Oh ja!

Noch ein Monat, und sie ist kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Wie kann die Zeit nur so schnell vergehen?!


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Ich stelle gerade mein Bild von den finnischen Männern in Frage…

Erst lief mir Big Professor Erkki über den Weg, reichte mir ein Prospekt, das er wohl gerade aus seinem Postfach geangelt hatte, und sagte lächelnd:“Da kannst du mal hingehen mit deiner Tochter!“ (Es handelt sich um eine Fischadler-Beobachtungsstation.) Das Aussergewöhnliche ist der Satzteil „mit deiner Tochter“! Die ist doch sonst nur der widrige Umstand, der mich vom konzentrierten Arbeiten abhält…!

Dann klingelte das Telefon im Büro. Markus Sowieso. Ob Pälvi dawäre. „Nein.“ „Wann kommt sie denn?“ „Wahrscheinlich heute zum Seminar. Aber dann ist sie auch nicht im Büro. Weiss also nicht…“ „Hast du ihre Handynummer?“ „Klar, geb’ ich dir.“ „Wart mal, ich muss erstmal ein Stück Papier suchen. Ich bin mitten im Wald, ich nehme gerade Wolfsspuren auf. Pälvi und ich haben das vor Jahren zusammen gemacht, und ich wollte mal wieder ihre Stimme hören und fragen wie’s ihr geht…“ Bitte?! Ein finnischer Mann, der eine Frau anrufen will, nur um ihre Stimme zu hören?! Und das auch noch sagt?! Einer anderen Frau?!

Irgendwas ist seeehr seltsam heute…


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Hiihtoloma

Der ”Skiurlaub” ist auch so eine finnische Institution… Nicht nur, dass ganz Finnland im Sommer für fünf Wochen geschlossen ist, nein, auch im Winter geht eine Woche lang gar nichts mehr. Dann allerdings regional gestaffelt, damit die Züge nach Lappland bzw. die Flüge in den warmen Süden (denn „Skiurlaub“ heisst für die Finnen schon lange nicht mehr, dass man ihn zwingend in der Kälte und auf Skiern verbringen müsste) nicht hoffnungslos überfüllt sind.

Wir haben bisher unseren ganz persönlichen Skiurlaub ja immer Anfang Januar gemacht und vom „offiziellen“ Skiurlaub nicht so viel mitbekommen. Anders dieses Jahr: gleich an des Mäusebabymädchens erstem Kindergartentag bekam ich einen Zettel mit der Ankündigung, dass in drei Wochen Skiurlaub wäre und in der Woche der Kindergarten geschlossen sei, in die Hand gedrückt. Sehr schön, wo ich doch gerade erstmal anfangen wollte mit arbeiten…

Nun traf es sich aber, dass der Ähämann in der Woche in Jyväskylä einen zweitägigen Kurs zu geben hatte (dort findet der Skiurlaub eine Woche später statt),und da wir dort ja Freunde haben, die wir sowieso viel zu selten sehen, und ich sowieso wenigstens die halbe Woche Urlaub nehmen musste (heute und morgen hat dann der Ähämann Urlaub und hütet das Mäusebabymädchen), fuhren wir also gemeinsam nach Mittelfinnland – der Ähämann zum arbeiten, das Mäusebabymädchen und ich zum „Skiurlaub“.

Und zwar mit dem Zug. Denn das müssen wir uns eigentlich nicht jedes Mal antun, noch dazu, wo wir mittlerweile jede Kreuzung und jeden Baum auf dem 350 km langen Weg kennen… Und wo wir so gerne Zug fahren!

Und die ICs haben sooo tolle Kinderabteile! Mit ganz viel Platz für Kinderwagen, einem Wickeltisch und Fläschchenwärmer, und einem extra Spielabteil mit Rutsche, einer Spieleisenbahn,

diesen Kugeldingens,

und ganz viel Büchern.

(Ich brauche nicht zu erwähnen, dass das Mäusebabymädchen im Zug KEINEN Mittagsschlaf machen wollte, weil es natürlich so viel interessanter war herumzugucken.)

Skigefahren sind wir nicht in Jyväskylä (obwohl ich gerne wäre, denn das Loipennetz rund im Jyväskylä ist einfach nur grossartig, aber auch noch die Skier und die Kiepe für das Mäusebabymädchen mitzuschleppen wäre ein bisschen viel gewesen mit dem Zug), aber wir sind in klirrender Kälte und Sonne spazierengegangen,

und sind auf der Eisbahn auf dem Jyväsjärvi schlittschuhgelaufen.

Ines und Sven haben uns drei nett beherbergt (Danke! Und besonderen Dank für Quarkkäulchen und Griessbrei!), und sogar Kekkonen hat des Mäusebabymädchens eher unsensible Annäherungsversuche geduldig ertragen.

Schön war’s! Eigentlich hätte ich viel lieber eine ganze Woche Skiurlaub gemacht als mich jetzt wieder mit meinem Mäusepaper zu beschäftigen… *seufz*

[Alle hiihtoloma-Fotos]


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Ystävänpäivä

Nichts mit Valentin. Hier in Finnland heisst das ”Freundestag”, und das ist viiieeel schöner als Valentinstag nur für Verliebte! Mit Herzen und rosa und so ist da auch nicht so viel.
(Es hat mir allerdings sehr in den Fingern gejuckt, meiner besten Freundin Pinni so eine mit rosa Kunstfell gerahmte Karte zu schicken *grins* aber dann ist es doch wieder eine “Viivi-ja-Wagner“-Karte geworden.)
Dafür bekommt man ganz viele liebe Post, und jede von uns „vole girls fand heute früh eine von einer von uns selbstgestrickte (!) Maus plus Schokolade plus Hyvää-Ystävänpäivää-Kärtchen vor dem Computer. Meeensch! *gerührtsei*

Ich bin natürlich immer noch nicht finnisch genug geworden, um alle meine Freunde mit Karten, mails und anderen Aufmerksamkeiten zu bedenken.

Hiermit deshalb für alle, die sich angesprochen fühlen: ihr seid die besten und wichtigsten Freunde der Welt! :-)

Hyvää Ystävänpäivää!


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39.5°C

Das arme Mäusemädchen. Am Sonntag. Wenn ich die Temperatur ihres Händchens, das sie mir sonntagfrüh auf die Brust gelegt hat, wieder als Thermometer hätte nutzen wollen, dann hätte das wohl bedeutet, dass hier überraschend so eine Art tropischer Sommer ausgebrochen ist.

Heute ist sie wieder im Kindergarten.

Und mit den Extremtemperaturangaben ist vorerst auch Schluss. (Wobei ich die im unteren Extrembereich gerne noch ein bisschen behalten hätte.)


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-22.3°C

Heute den früheren Bus erwischt. Leider nicht bedacht, dass der 7:35 Uhr – Bus immer ein Mercedes-Bus ist. Ich hab’ mir fast den A… abgefroren! Die Busfahrerin sass mit Daunenjacke und Handschuhen hinterm Lenkrad.

Bitte, wenn ihr schon so einen Scheiss Produkte von zweifelhafter Qualität herstellen müsst, dann exportiert die wenigstens nicht in Länder, wo die Temperaturen auch mal unter den Gefrierpunkt fallen!

Da fällt mir auch wieder ein, dass die italienischen Pendolinos in Finnland so lange funktionierten, bis sie ihren ersten Winter erlebten. Da ging nichts mehr, das war ihnen einfach zu kalt. Daraufhin wurden sie nach Russland geschickt, winterfest gemacht, und seitdem funktionieren sie bestens, auch wenn es noch so kalt ist.

Jetzt aber an die Arbeit!