Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Oder: Was hier so los war in den zwei Wochen nach den Herbstferien.

Traditionell bekommt der kleine Herr Maus nach den Herbstferien seine neongelben Anzippdinger an den Ranzen – nach den Skiferien können sie dann wieder ab – und fast hätten wir uns dazu hinreissen lassen, den Herren Maus sonntagabend noch schnell Spikereifen auf die Räder zu machen. Wir entschieden uns dann dagegen, weil es nach den beiden kalten Nächten – die dann nicht mal so kalt waren wie vorhergesagt und demzufolge die Radwege auch nicht glatt – jetzt vermutlich wieder etliche Wochen dauern wird, bis man eventuell das nächste Mal Spikereifen brauchen wird.

Weil es immer noch keine richtige Frostnacht gegeben hat und nach Aila auch keinen richtigen Herbststurm mehr, sind noch ziemlich viele gelbe Blätter an den Bäumen, die normalerweise bei uns nach den Herbstferien – Herbstferien in Estland sind immer so eine Gnadenfrist – schon komplett kahl sind. Das tut gut, vor allem an den Tagen, an denen es unter der Wolkendecke erst gar nicht richtig hell wird und ich den ganzen Tag denke, ich hätte versehentlich die Sonnenbrille auf.

Letzten Montag fuhr ich auf dem Heimweg noch am Baumarkt vorbei, um einen mittelgrossen S-Haken zu kaufen. Die Haken waren komplett ausverkauft. Es ist ja jetzt die Zeit, wo alle wieder Laternen in die Bäume und vor ihre Haustüren hängen. (Der Ähämann hatte aber, das wusste ich nicht, noch einen zu Hause rumliegen, also hätte ich den unnötigen Umweg gar nicht machen müssen – ausser natürlich, um auf dem Weg vom Baumarkt nach Hause einer 377 zu begegnen.)

Auf Arbeit haben wir direkt nach den Herbstferien damit begonnen, die Erst- und Zweitklässler in getrennten Räumen zu betreuen. Darüber nachgedacht hatten wir schon länger, aber da sich in der Schule alle immer noch lockerlustig vermischen dürfen, hatten wir es noch aufgeschoben. Es macht keinen Spass – aber was muss, das muss, und lieber sind wir mit allem zwei Schritte voraus – siehe Maskentragen – als zwei Schritte hinterher.

Letzten Freitag überraschte mich der Ähämann nach der Arbeit neben meinem Fahrrad wartend mit Kaffee in der Thermoskanne, selbstgebackenen Waffeln und Schlagcreme, und wir setzten uns damit in den kleinen Park neben dem Fahrradständer. Mal wieder ausgehen wäre schön, aber wenn man hierzulande in fast keinem Restaurant und keinem Café mehr draussen sitzen kann, muss man sich eben so behelfen.

Seit der Zeitumstellung – die letzte, hatte man uns ja eigentlich versprochen, aber wer will sich im Moment mit solchen Lappalien befassen – ist es gefühlt noch dunkler geworden als in der Woche zuvor, denn jetzt stehen wir nicht nur im Stockfinstern auf, sondern ich komme auch erst im Stockfinstern wieder nach Hause. Ich bin so froh, dass ich jeden Mittag zwei Kilometer durchs Stadtzentrum wandern und jeden Nachmittag mindestens eine Stunde auf Spielplätzen herumstehen muss und wenigtens ein bisschen Tageslicht sehe! (Oder mir eben dabei die 378 über den Weg fährt.)

In der Schule der Herren Maus gab es diese Woche den ersten Coronafall. Leider gibt es offensichtlich grosse Unterschiede zwischen den Schulen – denn während es in der Schule des Fräulein Maus noch am gleichen Tag eine Pressemitteilung gab, alle Eltern per Wilma-Nachricht benachrichtigt wurden und alle Klassen am nächsten Tag für zwei Wochen auf Fernunterricht umstiegen, erfuhren wir diesmal eher nebenher und überhaupt erst mit vier Tagen Verzögerung davon, und für alle ausser die, die in Quarantäne müssen, läuft der Unterricht ganz normal weiter. Finde ich jetzt nicht ganz so lustig.

Am Donnerstag hatte sich übrigens die finnische Gesundheitsbehörde vorsichtig positiv geäussert, weil sich die Kurve der Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen deutlich abgeflacht hatte. Aber wie alle Mütter wissen, die jemals laut ausgesprochen haben, dass ihr Kind jetzt durchschläft, kam es, wie es kommen musste: am Freitag wurde eine Rekordzahl an Neuinfektionen (sowohl in Turku als auch in ganz Finnland) innerhalb der letzten 24 Stunden verkündet.

Trotzdem sieht es in Finnland noch vergleichsweise gut aus.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376]


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Zweisprachig vorlesen

Seit ich im Hort arbeite, lesen wir jeden Tag zweisprachig vor. Immer abwechselnd jeweils einen Abschnitt – oder manchmal auch nur ein, zwei Sätze – erst auf Deutsch, dann auf Finnisch.

Es ist aber gar nicht so einfach, passenden Lesestoff zu finden.

Nicht alle Kinderbücher gibt es natürlich in beiden Sprachen. Und selbst wenn, kann die Übersetzung noch völlig schlecht und ungeeignet sein. „Petterson und Findus“ ist auf Finnisch nicht halb so lustig wie auf Deutsch. „Latte Igel“ ist so frei übersetzt, dass ganze Abschnitte in einer anderen Reihenfolge oder ganz weggelassen sind. Von der „Kleinen Hexe“, die wir in einer ganz neuen, überarbeiteten Auflage besitzen, war in der Bibliothek auf Finnisch nur eine uralte Version aufzutreiben, in der in einem Kapitel wilde Neger und blutrünstige Chinesen vorkamen, was die Kollegin dann ohne Vorwarnung auf der Stelle irgendwie umimprovisieren musste. Und in der finnischen Version von „Mini muss in die Schule“ hat Mini am ersten Schultag statt einer Zuckertüte ein Proviantpaket dabei. Ein Proviantpaket! Wo sogar unsere finnischen Deutschklässler*innen eine Zuckertüte bekommen!

Nebenher muss es sich natürlich auch noch um für Erst- und Zweitklässler*innen geeigneten Lesestoff handeln. Und entweder muss ich das Buch auf Deutsch zu Hause haben und die Bibliothek das gleiche Buch auf Finnisch, oder die Bibliothek das Buch in beiden Sprachen. Alle zwei Jahre könnten wir die Bücher natürlich auch wieder von vorn lesen, aber ich will beim Vorlesen schliesslich auch ein bisschen Spass haben…!

Deswegen habe ich mich so gefreut, als ich zufällig über den Blog von Heidi Viherjuuri, einer in Köln lebenden finnischen Autorin, gestolpert bin – diese spiegelverkehrte Sicht auf die Dinge finde ich nämlich immer sehr spannend – und dann dort gesehen habe, dass sie nicht nur genau solche Kinderbücher schreibt, von denen wir mehr gebrauchen könnten für unsere Hortkinder, sondern dass es die sogar auch auf Deutsch gibt.

Und grossartig, wie unsere Bibliothek ist, brauchte es nur einen Online-Buchanschaffungsvorschlag, und schwupps, waren die ersten zwei Hilja-Bücher auf Deutsch – und das Weihnachtsbuch, das auf Deutsch gerade erst erschienen ist, kommt auch noch – für die Turkuer Bibliothek bestellt und für mich reserviert.

Vorgestern haben wir angefangen vorzulesen.

Und schon auf der zweiten Seite musste ich sehr lachen.

Tanja Küddelsmann hat das Buch übrigens so wunderbar fast wortwörtlich übersetzt, ohne dass die Sprache darunter leidet, wie man es sich für unsere Zwecke nur wünschen kann. Und das Allerbeste ist: es gibt einen Saunawichtel in der deutschen Fassung, keinen Saunaelf. Jetzt kann ich mich uneingeschränkt auf „Hilja und der Weihnachtszauber“ vorfreuen!


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Grüsse von der Deutschen Post

Als neulich das Paket mit den bei der finnischen Kinder-Outdoorklamottenmarke bestellten – aus Gründen! – neuen Wintersachen für den grossen Herrn Maus, den langen Lulatsch, ankam, musste ich erst dreimal auf das Paket gucken, ehe ich meinen Augen traute.

Der hier von allen als ach so finnische Firma geschätzte Hersteller produziert also inzwischen nicht nur in China, sondern hat noch nicht mal mehr sein Zentrallager in Finnland. Grmpf!

(Wir haben es dann mit einer Grossbestellung kuscheliger Kinderwinterstiefel für die Herren Maus und mich wieder gutgemacht, die sowohl in Finnland produziert als auch aus Finnland verschickt werden. Noch lieber hätten wir die auf dem Rückweg von unserem Herbsturlaub gleich selbst mitgenommen, aber im Werksverkauf haben sie offensichtlich andere Sachen als in ihrem Versandlager. Immerhin haben sie endlich einen Versand, halleluja!)


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Es gibt wieder Adventskalender! [Nichtkommerzielle Werbung]

In sechs Wochen ist der 1. Advent!

Ab sofort kann er deshalb wieder bei mir bestellt werden, der diesjährige Adventskalender der finnischen Pfadfinder:

Wie immer wird der Kalender genau zum Gesamtbild passende Bildchen hinter den Türen haben sowie ein bis vier Kerzen an den jeweiligen Adventssonntagen, eine finnische Fahne am 6. Dezember und eine Lucia am 13. Dezember. Dieses Jahr lohnt es sich wieder ganz besonders, den Pfadfinderkalender zu haben – denn da da der 1. Advent schon am 29. November ist und der Pfadfinderkalender immer entweder am 1. Dezember oder am 1. Advent, je nachdem, was eher ist, anfängt, hat er dieses Jahr wieder zwei Bonustürchen: ausser den 24 Dezembertürchen auch eins für den 29. und eins für den 30. November!

Der Kalender ist 31 x 22 cm gross, dieses Jahr im Querformat, und enthält auch noch einen Bogen Geschenkaufkleber.

Der Kalender wird auch in diesem Jahr 10 € kosten, die ohne Abzug den finnischen Pfadfindern zugute kommen: 4,90 € gehen direkt an den eigenen Pfadfinderstamm, der Rest an den jeweiligen Regionalverband sowie den Landesverband.

Über die Preispolitik der finnischen Post möchte ich lieber nicht reden, aber natürlich haben sie ihre Versandkosten schon wieder erhöht. (Wir bezahlen mittlerweile schon innerhalb Finnlands 1,75 € für eine Postkarte oder einen leichten Brief, der dann statt wie früher am nächsten Tag zugestellt zu werden mehrere Tage unterwegs ist und nur noch an drei Tagen der Woche ausgetragen wird. Man möchte die Post lieber persönlich vorbeibringen.) Immerhin werden sie dieses Jahr höchstwahrscheinlich nicht streiken.

Die Preistabelle für die Adventskalender inklusive Verpackung und Versand nach Europa sieht also dieses Jahr folgendermassen aus:

1 Stück: 14,00 €
2 Stück: 26,00 €
3 Stück: 36,00 €
4 Stück: 46,00 €
5 Stück: 59,50 €
6 Stück: 69,50 €

(Versandkosten nach ausserhalb Europas teile ich gern auf Anfrage mit.)

Wie immer werde ich natürlich schöne Briefmarken draufkleben und die auch abstempeln lassen.

Bestellungen ab heute bis 16. November bitte per Mail an myyratohtori(klammeraffe)web.de. Wie gewohnt schicke ich dann eine Antwort mit den Kontodaten und dem Gesamtpreis. Nach Geldeingang verschicke ich die Kalender möglichst schnell – aber Nachschub gibt’s normalerweise montags, es kann also auch mal ein paar Tage dauern.

Der grosse Herr Maus und sein Pfadfinderstamm danken schon mal im Voraus!


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Krankenbesuch

Es geht ihr den Umständen entsprechend gut: ein aufgeschürfter Bauch und ein paar Schäden in einem Schaltraum, in den Wasser eingedrungen ist. „Nichts, was wir hier noch nicht gesehen hätten“, so der Kommentar der Reparaturwerft.

Klein sah sie aus, im riesigen Trockendock. Am Kiel wurde geschweisst und gehämmert. Auf Höhe von Deck 6 hing eine Plattform von einem Kran herab, auf der zwei Werftarbeiter standen und Farbe abschliffen, denn die eigentlich für Januar geplanten Wartungsarbeiten werden jetzt auch gleich mit erledigt. Ein Gabelstaplerfahrer, der gigantische Stahlplatten balancierte, hupte und winkte uns fröhlich zu.


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Überfüllter finnischer Wald

Auf dem Heimweg war noch Zeit für einen Nationalpark, in den ich schon lange mal wollte, der aber leider vier Stunden Autofahrt von uns entfernt ist.

Es gibt dort auf der beliebtesten, mittelkleinen Wanderrunde eine Hängebrücke, eine Fähre zum Sich-selbst-über-den-See-ziehen und einen Berg, auf den steile Treppen führen wie in der Sächsischen Schweiz, aber wenn man oben ist, könnte die Aussicht finnischer nicht sein.

Leider hatten ungefähr 2000 Leute die gleiche Idee. 2000 Leute mit 500 Hunden. Das war nach den stillen Tagen am See und im Herbstwald ein echter Kulturschock. Und weil es dort anscheinend immer so voll ist, waren leider auch die Wanderwege, bis auf den kleinen Umweg über den Berg, eher so Autobahnen statt schmaler Pfade.

Gut, dass wir nicht extra hingefahren sind, habe ich die ganze Zeit gedacht. Andererseits war der Umweg, den wir gefahren sind, ein echter Genuss. So schöne, leere Strassen durch so schöne Landschaft!


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Plan C

Plan A war: Wir fahren nach Venedig. Mit einer Nachtfähre und zwei verschiedenen Nachtzügen, denn der Weg ist ja bekanntlich das Ziel, und zum ersten Mal in acht Jahren hätten wir Zeit dazu, denn zum ersten Mal hätten wir eine ganze Woche statt zwei Tagen Herbstferien. Plan A gaben wir schon im Frühling auf.

Plan B war: Wir fahren nach Estland. Wie immer, nur eben diesmal eine ganze Woche. Plan B scheiterte vor zwei Wochen an den aktuellsten finnischen Reisebeschränkungen.

Plan C war: Wir fahren in irgendein Mökki an irgendeinen finnischen See. Plan C war gar nicht schlecht.

Höhepunkt des Urlaubs: Klempner und Abpumpauto kommen. Das Fräulein Maus und der kleine Herr Maus springen ihnen noch im Schlafanzug entgegen und kommen erst nach Abschluss der Arbeiten wieder ins Haus. Klempner und Abpumpautofahrer freuen sich über das kindliche Interesse an ihrer Arbeit und geben schmunzelnd Auskunft. Und hinterher dürfen wir zur Entschädigung für 50 € Backwaren und lokale Produkte im Dorfladen kaufen.

(Plan C hätte gegenüber Plan A oder B auch den Vorteil gehabt – wir kamen extra schon gestern Abend zurück – dass der grosse Herr Maus heute mit den Pfadfindern zu einer lange geplanten Wochenendradtour hätte aufbrechen können. Vorgestern wurde die Radtour abgesagt, da sich mehrere Betreuer wegen Kontakts mit einem Coronainfizierten in prophylaktischer Quarantäne befinden. Tja nun. Besser wird 2020 wohl nicht mehr.)


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kolmesataaseitsemänkymmentäkuusi

Gestern fuhr ich später als sonst nach Hause, weil ich mich erst noch mit zwei Leuten verquatscht hatte, die donnerstags, wenn die Hortkinder weg sind, unsere Räume für einen Deutschkurs nutzen, und dann noch beim Optiker vorbeifuhr, um meine neue Brille abzuholen.

Die Schrift war nämlich plötzlich überall so klein, jetzt, wo es wieder finster wird. Lustig ist aber, dass jetzt schon zum zweiten Mal die Optikerin meinen Sehtest gemacht hat, die am selben Tag geboren ist wie ich – mir macht das immer ein bisschen Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke, denn wer hätte im August 1976 gedacht, dass wir beide uns jemals über den Weg laufen könnten?! – und die sagt mir immer, dass sie schon viel länger eine viel stärkere Brille trägt als ich. Na da. Jedenfalls ging ich vor zwei Wochen mit dem Ähämann eine neue Brille für mich aussuchen. Meine Sonnenbrille nahm ich mit, denn die finde ich immer noch ausgesprochen schön, für die wollte ich nur neue Gläser in der neuen Stärke. Ein zweites Brillengestell hätte ich übrigens kostenlos bekommen können, das Einschleifen der neuen Gläser in das alte Gestell sollte aber allein 100 € kosten. (Ich musste dann nur 50 € zahlen, aber trotzdem.) So wird das nichts mit der Weltrettung!

Jedenfalls, als ich dann eine halbe Stunde später als sonst heimstrampelte, überholte mich eine 376. Ich musste dreimal hingucken. An der neuen Brille lag’s nicht. Aber ich war ein bisschen überrumpelt von der Geschwindigkeit, mit der ich gerade vorankomme.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375]


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kolmesataaseitsemänkymmentäneljä, kolmesataaseitsemänkymmentäviisi

Na bitte, was hab‘ ich gesagt?!

Gestern sah ich innerhalb einer halben Stunde gleich die zwei nächsten Kennzeichen – die 374 an der letzten Ampel auf meinem Weg zur Arbeit, die 375 beim Hortkinderabholen an der ersten Ampel auf dem Weg von der Schule zum Hort.

Läuft wieder.

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Am Sonntag waren wir nach dreizehn Jahren mal wieder im Automuseum in Uusikaupunki.

Damals hatten wir alle unsere Mittsommerpläne wegen einer Ohrenentzündung des Fräulein Maus‘ verschieben müssen, aber den Automuseumsbesuch habe ich trotzdem in bester Erinnerung: vielleicht, weil das fiebernde Fräulein Maus, das von Geburt an tagsüber zu schlafen doof fand, sich ganze drei Stunden schlafend (!) im Kinderwagen durch halb Uusikaupunki und das ganze Automuseum schieben liess.

Im Automuseum sind ein paar nette Raritäten ausgestellt – das allererste in Finnland gebaute Auto oder ein in Finnland zugelassener Trabi zum Beispiel – aber viel toller ist, dass jedes Modell, das jemals im Autowerk in Uusikaupunki hergestellt wurde, dort steht. Früher wurden dort hauptsächlich Saabs gebaut, aber später auch der Opel Calibra, der Lada Samara oder zwei verschiedene Porsche-Modelle. Zur Zeit wird unter Anderem die Mercedes-A-Klasse dort gebaut. Von der gab’s allerdings nur eine halbe Karosserie zu sehen, und überhaupt scheint im Museum seit 2007 die Zeit stehengeblieben zu sein. „Habt ihr Bargeld?“, fragte uns die Kassenfrau, und wir bekamen dann handschriftlich eine Rechnung zum Überweisen des Eintrittsgelds ausgestellt. Ich habe mich dann auch nicht mehr sooo sehr gewundert, dass wir unsere vorsorglich eingepackten Masken gar nicht brauchten, sondern im ganzen Museum die Einzigen waren.

Mehr noch als die vielen Automodelle haben mich diesmal die Kennzeichen beeindruckt. Der allererste Saab, der 1969 in Uusikaupunki vom Band rollte, ein Saab 96, mit dem Kennzeichen „EKA 96“ (= „Erster 96“) oder der erste Talbot aus Uusikaupunki – im Volksmund auch kurz U:ki genannt – mit dem Kennzeichen „UKI 1″oder der erste Calibra, der 1991 gebaut wurde, mit dem Kennzeichen „CAL 91“.

Weil wir gerade von Kennzeichen sprechen: ich suche schon ewig die 374. Die 373 habe ich bestimmt schon zehn Mal gesehen: das erste Mal am Tag bevor wir nach Island fuhren und das letzte Mal letzte Woche. Vielleicht fährt mir nur keine 374 über den Weg, solange ich die 373 nicht protokolliert habe. Was dann hiermit endlich geschehen wäre.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372]