Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Finnisierung XLVI

Ich weiss auch nicht, wie es passieren konnte.

Jahrelang fand ich die Vorstellung, sich zu Weihnachten Hyazinthen in die Wohnung zu stellen, völlig absurd.

Dann hat mir vermutlich mal eins der Hortkinder vor Weihnachten eine geschenkt. Und was soll ich sagen… eigentlich passen Hyazinthen doch sehr gut zu Engel und Bergmann.

Ursprünglich waren es übrigens keine Hyazinthen, sondern Maiglöckchen, die sich die Finnen zu Weihnachten in die Wohnungen holten.


[Finnisierung I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, VIIIa, IX, X, XI, XII, XIII, XIV, XV, XVI, XVII, XVIII, XIX, XX, XXI, XXII, XXIII, XXIV, XXV, XXVI, XXVII, XXVIII, XXIX, XXX, XXXI, XXXII, XXXIII, XXXIV, XXXV, XXXVI, XXXVII, XXXVIII, XXXIX, XL, XLI, XLII, offizielle, XLIII, XLIV, XLV]


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Kurz vor Weihnachtsferien

Die Klasse des kleinen Herrn Maus hat ihre Quarantäne hinter sich gebracht. Heute durfte sie zum ersten Mal wieder in die Schule gehen. Und zum letzten Mal in diesem Jahr.

Ab morgen haben alle Turkuer 4. bis 9. Klassen – die Abiturstufe macht schon seit Wochen Onlineunterricht – für den Rest der Woche, also bis Weihnachtsferienbeginn bzw. Halbjahresende, Fernunterricht.

Das heisst auch, dass wir heute zum letzten Mal in diesem Jahr um 6:10 Uhr aufstehen mussten. Und dass wir um die Zeugnisausgabe am Samstagmorgen drumrumkommen werden. (Es wird dieses Jahr einfach gar keine gedruckten Halbjahreszeugnisse geben. Stattdessen werden die Halbjahresnoten ab Samstag um neun im Wilma stehen.) Wir werden unsere Weihnachtsferien so ausgeschlafen wie noch nie beginnen!

Beste Nachricht des Tages übrigens (gänzlich coronafrei): Finnland hat die Bildungspflicht bis 18 beschlossen. Das heisst, dass niemand mehr als Hilfsarbeiter von der Schule abgehen darf, sondern nach der 9. Klasse entweder einen Berufsabschluss oder das Abitur machen muss. Und das heisst auch, dass man als Familie und bei den hiesigen Buchpreisen nicht mehr verarmt, wenn vielleicht drei Kinder Abitur machen wollen und man für die letzten drei Schuljahre – anders als in den neun Schuljahren zuvor, in denen das Schulkind sämtliche Bücher, Hefte, Stifte, Malsachen, Bastelutensilien und ein digitales Endgerät kostenlos zur Verfügung gestellt sowie jeden Tag ein kostenloses Mittagessen vorgesetzt bekommen hat – alle Schulmaterialien selbst bezahlen muss. Denn: Bildungspflicht gleich Lernmittelfreiheit.

(Grösser könnte übrigens der Unterschied zwischen unserer vorherigen und unserer jetzigen Regierung kaum sein. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte…)


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Typisch 2020

Auch abseits von Corona gehen hier derzeit sehr ausführlich sehr gruselige Dinge durch die Presse.

Zum Beispiel ist in den letzten Monaten wieder viel von der „Estonia“ zu lesen gewesen, um die es eigentlich nach dem zehnten Jahrestag ihres Untergangs auch hier recht ruhig geworden war.
Klar, man kann bis heute nicht nach Utö fahren, ohne von irgendjemandem darauf angesprochen zu werden. Und die Kinder erinnern sich immer mal daran, dass der weltbeste BootchauffeurFeldassistent, mit dem ich 2004 bis in den September hinein da draussen arbeitete, mir damals erzählt hat, dass er 1994 in dieser stürmischen Herbstnacht auf einer Vogelbeobachtungsstation auf einer Insel ganz in der Nähe war und die ganze Nacht die Hubschrauber gehört, aber erst am nächsten Morgen von dem Unglück erfahren hat „… und Mama, war das nicht so, dass er Angst hatte, er könnte zufällig einen angespülten Toten finden, und er hat dann aber nur eine Schwimmweste gefunden?“ (Kategorie: Oma erzählt vom Krieg Mama erzählt von ihrer Doktorarbeit.)
Jetzt aber gibt es auf einmal nicht nur neue Vermutungen und Verschwörungstheorien zur Unglücksursache der „Estonia“, sondern es wird jetzt auch nach 33 Jahren ein sehr gruseliger Mordfall auf der Viking „Sally“, die damals als Fährschiff zwischen Stockholm und Turku unterwegs war, neu aufgerollt. Das unheimlichste Detail an dieser Mordgeschichte ist für mich jedoch, dass auf dem selben Schiff sieben Jahre später unvorstellbar viel mehr Menschen umkamen: die „Sally“ war nämlich die spätere „Estonia“.

Diesen Donnerstag gab es dann einen Störfall im nahegelegenen Kernkraftwerk. Der Reaktor wurde sofort heruntergefahren, es ist keine Strahlung ausgetreten und niemand zu Schaden gekommen; in der Presse geht es jetzt hoch her, ob man den 12 Jahre nach geplanter Inbetriebnahme immer noch im Bau befindlichen dritten Reaktor überhaupt noch fertigstellen sollte ob zu spät und zu wenig informiert wurde und wer die in der ersten Stunde danach um das 25fache gestiegenen Strompreise zu zahlen hat.

(Danke, 2020, lass gut sein, reicht jetzt!)


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Coronaalltag

Montagmorgen kam dann der obligatorische Anruf – den wir eigentlich schon am Sonntag erwartet hatten, wir waren ja dank Wilma vorgewarnt – wegen des Quarantänekinds.

„War er denn die ganze letzte Woche in der Schule?“ „Nein, am Freitag nicht, da war er krank.“ „Krank? Was hatte er denn für Symptome?“ „Also eigentlich…*weitaushol*… war die ganze Familie die ganze letzte Woche krank. Uns geht’s aber allen wieder gut, nur die grosse Schwester hat noch bisschen Halsschmerzen.“ „Na dann sollten die beiden unbedingt nochmal zum Test gehen! Habt ihr ein Auto? Passt euch heute Abend halb acht? Hast du noch Fragen?“ „Naja, also, ich möchte in der Situation eigentlich nicht so gerne auf Arbeit gehen, ich arbeite in einem Schulhort, und…“ „Musst du ja nicht. Du hast ja Anspruch auf Quarantänegeld, wenn du mit einem Kind unter Quarantäne zu Hause bleibst.“ „Ja, nee, klar, die Frage ist eher, ob ich überhaupt auf Arbeit darf. Also wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich, solange ich keine Symptome habe, und ich werde auch ganz dringend gebraucht auf Arbeit, aber ich habe da wirklich kein gutes Gewissen dabei, dass wir anderen aus der Familie jetzt weiter ganz normal auf Arbeit und in die Schule gehen, noch dazu, wo man ja auch schon ansteckend ist, bevor man Symptome hat…“ „Ja, da bin ich ganz deiner Meinung. Wenn es irgendwie geht*, dann bleib zu Hause. Aber wenn wir alle Familienmitglieder offiziell unter Quarantäne stellen würden, dann würde hier gleich wieder alles zusammenbrechen. Zum Glück gibt’s nächstes Jahr die Impfung!“

Im Parkhaus war’s eisig kalt. Wir mussten ja nur mal kurz das Autofenster runterlassen, aber die armen Krankenschwestern, die da stundenlang arbeiten müssen…! Die eine hatte zwischen Mütze und Maske fürchterlich müde Augen. Die andere, die unseren Kindern die Teststäbchen in die Nase schob, hatte sich einen kleinen Schmetterling auf das Visier ihres Weltraumhelms geklebt und war so fröhlich und nett, dass die Kinder vermuteten, sie arbeite sonst sicher auf der Kinderstation. Sogar in so einem eiskalten, zugigen, neonlichtbeleuchteten Parkhaus kann man sich in diesem Krankenhaus noch gut aufgehoben fühlen!

Fernunterricht läuft genauso prima wie im Frühjahr. Das einzige, was sich geändert hat, ist, dass die Klasse jetzt immer erst um neun mit Schule anfängt – etwas, das, wenn auch aus anderen Gründen, im Dezember genauso willkommen ist wie im Mai – ansonsten gibt es Videounterricht nach Stundenplan, und in den Pausen stecken sie über den gleichen Kanal die Köpfe zusammen, erzählen sich die neuesten Neuigkeiten, giggeln oder spielen gemeinsam Minecraft. Es hat dann auch nur einen Tag gedauert, bis sie herausgefunden hatten, wer aus der Klasse den positiven Coronatest hatte: ein Kind, das mit dem kleinen Herrn Maus am gleichen Tisch sitzt. Hm.

Dass Dienstagabend der negative Testbescheid für das Fräulein Maus und den kleinen Herrn Maus kam, war da zumindest vorläufig zumindest ein bisschen beruhigend.
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*Nein, es geht gerade überhaupt nicht.


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Einschläge, näherkommende

Diese Woche waren wir alle krank.

Der grosse Herr Maus hat es uns eingeschleppt; er fing schon letztes Wochenende an zu husten und ging deshalb am Montag zum Coronatest.

Am Dienstag hatte der Ähämann Halsschmerzen und fing an zu husten, und das Fräulein Maus kam völlig fertig und mit Halsschmerzen aus der Schule heim. Dienstagabend kam das negative Testergebnis des grossen Herrn Maus, deshalb verzichteten der Ähämann und das Fräulein Maus auf einen eigenen Test.

Am Mittwochmorgen wachte ich völlig gerädert und mit Halsschmerzen auf. Wenn ich nicht die Arbeit hätte, die ich eben habe, hätte ich vermutlich auch auf den Coronatest verzichtet, aber so quälte ich mich aus dem Bett, rief Punkt acht beim Turkuer Coronatelefon an, wurde um 8:26 Uhr zurückgerufen und bekam noch schneller als die Kinder sonst immer einen Termin: „Kannst du um 10:20 Uhr? Ach, nee, schade, der ist gerade vergeben worden… warte… passt dir 11:45 Uhr?“ Und so kam ich als letztes Familienmitglied auch endlich zu einem Ausflug ins Krankenhausparkhaus zur Turkuer Drive-in-Teststation. Wir kamen um 11:42 Uhr an, vor uns waren zwei Autos, alle drei Container Teststationen waren besetzt – Fussgänger und Radfahrer haben inzwischen eine eigene Wartespur, werden aber auch wie alle anderen im Parkhaus getestet – dann wurden wir rangewinkt, Autofenster auf, ich musste Name und Personenkennzahl ansagen, bekam sehr routiniert ein Teststäbchen in die Nase geschoben – weswegen ich, im Gegensatz zum Coronatest auf der „Norröna“ im Sommer, die Testerin diesmal auch nicht erstmal anniesen musste – ich lehnte dankend das dreiseitige Infopamphlet über die Quarantänevorschriften, das wir nun wirklich schon auswendig herbeten können, ab, und 11:48 Uhr – da standen hinter uns in der Schlange dann ungefähr sechs Autos – fuhren wir wieder heim.

Am Donnerstag verliess der kleine Herr Maus als einziger das Haus. Donnerstagnachmittag hatte er Halsschmerzen und wollte abends freiwillig ins Bett. Kurz vor halb zehn kam die SMS mit meinem Testergebnis, weswegen wir darauf verzichteten, uns den Wecker für Freitag auf fünf vor acht zu stellen, um Punkt acht beim Schüler-Coronatelefon anzurufen und einen Testtermin für den kleinen Herrn Maus zu machen.

Am Freitag schliefen wir alle fünf aus und versuchten, jetzt dann möglichst schnell und möglichst alle wieder gesund zu werden.

Samstagabend halb zehn kam eine Wilma-Nachricht vom Rektor der Herren Maus. Allerdings nur eine – normalerweise kommen die Nachrichten vom Rektor der Grundschule bei uns ja in doppelter Ausführung an – und noch bevor ich sie aufmachte, war mir deshalb klar, was darin stehen würde; spannend war nur noch, ob es sich um die Klasse des grossen oder des kleinen Herrn Maus handelt.

Der kleine Herr Maus und seine Klasse haben ab Montag wieder Fernunterricht. Und stehen die nächsten zehn Tage unter Quarantäne.

Noch zehn Schultage bis Weihnachtsferien.


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Unkomplizierte Ausflüge ins Parkhaus für alle

Seit letzter Woche ist der grosse Herr Maus das einzige Familienmitglied, das noch nicht in den Genuss eines Coronatests gekommen ist.

Mittlerweile ist auch das schon Routine. Seit ein paar Wochen gibt es in Turku ein eigenes Coronatelefon für Schulkinder; wenn man da gleich früh um acht anruft, wird man nach ein paar Minuten zurückgerufen und bekommt einen Testtermin noch am gleichen Tag. Getestet wird hier derzeit auch wieder bei den kleinsten Symptomen, denn Turku war zwei Wochen lang einer der Coronahotspots Finnlands, und vor allem auch Kinder, denn viele Fälle waren vor allem in Schulen aufgetreten. Nur wenn schon ein Familienmitglied beim Test war und die anderen die gleichen Symptome haben, müssen sie nicht zum Test, und so ging vor zwei Wochen nur das Fräulein Maus zum Test (schon zum zweiten Mal), während die Herren Maus, die erst am nächsten Tag Halsweh bekamen, zu Hause auf dem Sofa blieben und gemeinsam mit der grossen Schwester aufs Testergebnis warteten. Letzten Donnerstag gewann dann der kleine Herr Maus mit einer sehr rauen und tiefen Stimme seinen ersten Coronatest.

„Ja, wir wissen, in welchem Parkhaus getestet wird, wir waren da schon öfter“, erklärte ich donnerstagfrüh der Frau am Coronatelefon, und „Nein, danke, wir wissen inzwischen auswendig, was auf dem Infozettel steht“, lehnte der Coronatestchauffeur Ähämann sechs Stunden später den dreiseitigen Papierstapel ab.

Das Testergebnis kommt mittlerweile recht zuverlässig ca. 25 Stunden nach Testnahme per SMS. Und inzwischen muss da auch keine arme Krankenschwester mehr sitzen und den ganzen Tag SMSe tippen, sondern es kommt – im Falle eines negativen Testergebnisses; bei einem positiven würde man umgehend angerufen – eine automatisch erstellte SMS; so eine, wie auch 24 Stunden vor einem Arzt- oder Zahnarzttermin als Erinnerung geschickt wird oder als Benachrichtigung, dass ein e-Rezept ausgestellt wurde und eingelöst werden kann. Apropos. Dafür muss man neuerdings nicht mal mehr in der Poliklinik anrufen, sondern kann sich einfach in seine digitale Patientenakte einloggen, bei dem Medikament, das man gern neu verschrieben hätte, ein Häkchen setzen und damit ein neues Rezept dafür beantragen. Das letzte Mal hat es keine Stunde gedauert, bis das e-Rezept fertig war und ich in die Apotheke gehen konnte.

Die Erinnerung an die Tage – ach was, Wochen! – die ich in meinem Leben schon in deutschen Wartezimmern abgesessen habe, erscheint mir mittlerweile wie ein schlechter Traum.


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kolmesataaseitsemänkymmentäseitsemän, kolmesataaseitsemänkymmentäkahdeksan

Oder: Was hier so los war in den zwei Wochen nach den Herbstferien.

Traditionell bekommt der kleine Herr Maus nach den Herbstferien seine neongelben Anzippdinger an den Ranzen – nach den Skiferien können sie dann wieder ab – und fast hätten wir uns dazu hinreissen lassen, den Herren Maus sonntagabend noch schnell Spikereifen auf die Räder zu machen. Wir entschieden uns dann dagegen, weil es nach den beiden kalten Nächten – die dann nicht mal so kalt waren wie vorhergesagt und demzufolge die Radwege auch nicht glatt – jetzt vermutlich wieder etliche Wochen dauern wird, bis man eventuell das nächste Mal Spikereifen brauchen wird.

Weil es immer noch keine richtige Frostnacht gegeben hat und nach Aila auch keinen richtigen Herbststurm mehr, sind noch ziemlich viele gelbe Blätter an den Bäumen, die normalerweise bei uns nach den Herbstferien – Herbstferien in Estland sind immer so eine Gnadenfrist – schon komplett kahl sind. Das tut gut, vor allem an den Tagen, an denen es unter der Wolkendecke erst gar nicht richtig hell wird und ich den ganzen Tag denke, ich hätte versehentlich die Sonnenbrille auf.

Letzten Montag fuhr ich auf dem Heimweg noch am Baumarkt vorbei, um einen mittelgrossen S-Haken zu kaufen. Die Haken waren komplett ausverkauft. Es ist ja jetzt die Zeit, wo alle wieder Laternen in die Bäume und vor ihre Haustüren hängen. (Der Ähämann hatte aber, das wusste ich nicht, noch einen zu Hause rumliegen, also hätte ich den unnötigen Umweg gar nicht machen müssen – ausser natürlich, um auf dem Weg vom Baumarkt nach Hause einer 377 zu begegnen.)

Auf Arbeit haben wir direkt nach den Herbstferien damit begonnen, die Erst- und Zweitklässler in getrennten Räumen zu betreuen. Darüber nachgedacht hatten wir schon länger, aber da sich in der Schule alle immer noch lockerlustig vermischen dürfen, hatten wir es noch aufgeschoben. Es macht keinen Spass – aber was muss, das muss, und lieber sind wir mit allem zwei Schritte voraus – siehe Maskentragen – als zwei Schritte hinterher.

Letzten Freitag überraschte mich der Ähämann nach der Arbeit neben meinem Fahrrad wartend mit Kaffee in der Thermoskanne, selbstgebackenen Waffeln und Schlagcreme, und wir setzten uns damit in den kleinen Park neben dem Fahrradständer. Mal wieder ausgehen wäre schön, aber wenn man hierzulande in fast keinem Restaurant und keinem Café mehr draussen sitzen kann, muss man sich eben so behelfen.

Seit der Zeitumstellung – die letzte, hatte man uns ja eigentlich versprochen, aber wer will sich im Moment mit solchen Lappalien befassen – ist es gefühlt noch dunkler geworden als in der Woche zuvor, denn jetzt stehen wir nicht nur im Stockfinstern auf, sondern ich komme auch erst im Stockfinstern wieder nach Hause. Ich bin so froh, dass ich jeden Mittag zwei Kilometer durchs Stadtzentrum wandern und jeden Nachmittag mindestens eine Stunde auf Spielplätzen herumstehen muss und wenigtens ein bisschen Tageslicht sehe! (Oder mir eben dabei die 378 über den Weg fährt.)

In der Schule der Herren Maus gab es diese Woche den ersten Coronafall. Leider gibt es offensichtlich grosse Unterschiede zwischen den Schulen – denn während es in der Schule des Fräulein Maus noch am gleichen Tag eine Pressemitteilung gab, alle Eltern per Wilma-Nachricht benachrichtigt wurden und alle Klassen am nächsten Tag für zwei Wochen auf Fernunterricht umstiegen, erfuhren wir diesmal eher nebenher und überhaupt erst mit vier Tagen Verzögerung davon, und für alle ausser die, die in Quarantäne müssen, läuft der Unterricht ganz normal weiter. Finde ich jetzt nicht ganz so lustig.

Am Donnerstag hatte sich übrigens die finnische Gesundheitsbehörde vorsichtig positiv geäussert, weil sich die Kurve der Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen deutlich abgeflacht hatte. Aber wie alle Mütter wissen, die jemals laut ausgesprochen haben, dass ihr Kind jetzt durchschläft, kam es, wie es kommen musste: am Freitag wurde eine Rekordzahl an Neuinfektionen (sowohl in Turku als auch in ganz Finnland) innerhalb der letzten 24 Stunden verkündet.

Trotzdem sieht es in Finnland noch vergleichsweise gut aus.

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Grüsse von der Deutschen Post

Als neulich das Paket mit den bei der finnischen Kinder-Outdoorklamottenmarke bestellten – aus Gründen! – neuen Wintersachen für den grossen Herrn Maus, den langen Lulatsch, ankam, musste ich erst dreimal auf das Paket gucken, ehe ich meinen Augen traute.

Der hier von allen als ach so finnische Firma geschätzte Hersteller produziert also inzwischen nicht nur in China, sondern hat noch nicht mal mehr sein Zentrallager in Finnland. Grmpf!

(Wir haben es dann mit einer Grossbestellung kuscheliger Kinderwinterstiefel für die Herren Maus und mich wieder gutgemacht, die sowohl in Finnland produziert als auch aus Finnland verschickt werden. Noch lieber hätten wir die auf dem Rückweg von unserem Herbsturlaub gleich selbst mitgenommen, aber im Werksverkauf haben sie offensichtlich andere Sachen als in ihrem Versandlager. Immerhin haben sie endlich einen Versand, halleluja!)