Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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„Bahne frei! Kartoffelbrei!“

Wir hatten am Wochenende sowohl volles Programm als auch bestes Rodelwetter. Ein Glück – denn so ein Abstecher zum Schlittenberg passt immer noch irgendwo dazwischen. Auch gleich zweimal.

Wir hatten natürlich die gesamte Ausrüstung mit: den blauen Plasteschlitten, die grüne Schüssel, für jedes Kind einen Poporutscher. Aber das Beste ist doch mein alter Hörnerschlitten!

„So ein toller alter Schlitten…!“ hören wir bei jedem Rodelbergbesuch mindestens dreimal. Und das ist ja auch wahr! <3


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Januarsonne

Der Ähämann und das Fräulein Maus sind heute an die Arbeit und in die Turnhalle zurückgekehrt. Den Ähämann fuhr ich kurz nach sechs zum Bahnhof. Es war bitterkalt, die Strassen vereist, der Schnee knirschte unter den Füssen, und die Venus war so gross, dass ich sie zuerst für ein landendes Flugzeug hielt. Als ich wieder nach Hause kam, leuchtete der Weihnachtsbaum so anheimelnd, dass ich mir eine Kerze anzündete und eine Stunde lang in der sonst dunklen und stillen Wohnung Kaffee trank, ein Brötchen ass und dabei las. Als es schon ganz sachte zu dämmern anfing, legte ich mich wieder hin und wachte erst nach zwei Stunden wieder auf. Da war es kurz vor halb elf, und alle drei Kinder schliefen immer noch. Ferien…! <3

Nachmittags fuhren wir das Fräulein Maus zur Turnhalle, und die Herren Maus und ich fuhren – denn es gibt nichts Besseres, was man bei diesem Wetter machen kann – zur Eisbadesauna. Da war es dann schon halb drei, und die Sonne stand schon wieder sehr, sehr niedrig. Eine Stunde später war sie untergegangen, noch eine Stunde später leuchtete der Himmel in allen Farben von dunkelblau bis tieforange. Als wir zum zweiten Mal ins Wasser gingen, hatte sich auf dem Meer eine Eishaut gebildet, und von Saunagang zu Saunagang konnten wir zugucken, wie sie dicker und grösser wurde.

Dann aber mussten wir uns sputen, um den Ähämann vom Bahnhof abzuholen, der mit dem kleinen Herrn Maus nach Hause fuhr und das Fräulein Maus aus der Turnhalle abholte, während der grosse Herr Maus und ich ins Kino gingen. Und noch als wir mit dem Bus nach Hause gefahren und die letzten 500 m gelaufen waren, fühlten wir uns ganz saunawarm. Von aussen und innen.


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Skitour auf Südwestfinnisch

Der Turkuer Winter ist – wenn er nicht sowieso ganz ausfällt – im allgemeinen so: einen Tag schneit es, am nächsten Tag herrscht tiefer Frost, am übernächsten Tag regnet es, am überübernächsten gefriert der ganze Kladderadatsch wieder (was der Turkuer lakonisch Schädelbruchwetter nennt).

Gestern Abend ging der Regen endlich wieder in Schnee über, und in der Nacht zog ein heulender, wirbelnder Schneesturm über die Stadt. Heute früh lagen offiziell 6 cm Neuschnee – was allerdings heisst, dass er an manchen Stellen zu 20 cm dicken Schneehaufen zusammengeweht war und an anderen das blanke Eis rausguckte. Das Ganze bedeckt von vom Sturm heruntergezausten Nadeln und Ästchen.

Ich sag‘ mal so: wir sind schon bei besserem Wetter skigefahren. Aber die Sonne schien – für zwei, drei Stunden auf Augenhöhe ab und zu zwischen den Bäumen hindurch – und allein dafür hat sich der Ausflug bei beissendem Wind auf abwechselnd Kunstschnee, stumpfem Neuschnee und spiegelblankem Eis gelohnt!

Die Wetteraussichten für die folgenden Tage: morgen -14°C und Sonne, übermorgen +2°C und Regen. Ohne Scheiss. So ist das hier.


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Im Finstern

Wochentags, wenn sie abends aufhat, in die Eisbadesauna zu gehen, ist etwas ganz Besonderes für uns. Ich liebe es, ins schwarze Meer zu tauchen, und von der Saunabank aus die Seezeichen rot und grün blinken zu sehen.

Ausserdem muss man das Elend nicht mitansehen, sieht man dann nicht so genau, dass – typisch Turkuer Winter! – sich die Schneepracht gerade mal wieder in Matsch und Glatteis verwandelt hat.


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Weihnachten wie immer

„Nein, Mama, wir wollen alles so machen wie immer!“, protestierten drei Kinder, als ich vorschlug, dieses Jahr vielleicht nicht mehr zum Kindergottesdienst zu gehen, sondern ein bisschen später zu einem anderen.

Unser Weihnachten war also wie immer: mit Weihnachtsfriedensverkündung, Milchreis (der unterm Federbett quillt in unserem Bett schläft, während wir weg sind) zum Mittagessen, Kindergottesdienst, Geschenken unterm Baum und Weihnachtssauna.

Und mit -10 Grad und Schnee!!!
(Und das ist sehr viel mehr, als wir an einem „Weihnachten wie immer“ erwarten dürfen!)

Mein schönster Moment des Tages – neben dem, als alle schon aus der Kirche hinausströmten und der Organist noch in der kerzenbeleuchteten Kirche Händels „Ave Maria“ spielte – war dann auch, nach der Sauna dampfend auf der Bank im verschneiten Garten neben dem schneebedeckten, funkelnden Weihnachtsbaum zu sitzen.


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kolmesataakaksikymmentäkolme

Diesen Herbst hat der erste Schnee recht lange auf sich warten lassen. Bis letzten Freitag noch fuhren wir alle Fahrrad. Die Strassen waren selbst bei Frost trocken und nicht glatt, und weil es noch nicht geschneit hatte, lagen auch noch keine Streusplittschichten auf den Radwegen. Perfekt.

Gestern dann war es wie immer: früh lag nur eine zarte Schneeschicht – vielleicht einen halben Zentimeter dick, aber genug, um die Kinder mit dem Bus in die Schule zu schicken und selbst zum ersten Mal diese Saison das Winterfahrrad in Benutzung zu nehmen – tagsüber schneite es weiter, und nachmittags rief mich der kleine Herr Maus an, er sei vom Hort direkt zu seinem Schulfreund zum Schlittenfahren gegangen, wie lange er denn bleiben dürfe. Ausserdem: weisse Strassen und das erste Eis auf dem Fluss.

Auch mein Fahrrad war ganz dick beschneit, als ich Feierabend hatte. Während ich es mit den Handschuhen abfegte und die Satteltasche anklipste, ärgerte ich mich über das Auto, das mit laufendem Motor direkt vor mir neben der Schule stand. Aber immerhin war es eine 323, von der ich schon fast dachte, es gibt sie gar nicht: ich habe nämlich letzte Woche mehrmals die 324 und sogar innerhalb eines Tages alle Nummern von 324 bis 326 gesehen, aber tja.

Un dann schnurrte mein doch schon recht in die Jahre gekommenes Winterfahrrad mit den Spikes leichtfüssig über festgefahrenen Schnee – ausser da natürlich, wo seit letztem Jahr blöderweise gesalzt wird – nach Hause, wo der grosse Herr Maus schon Schnee geschippt hatte und der kleine Herr Maus gerade mit roten Backen vom Schlittenfahren heimkam.

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Eis

Gestern Abend hatte das Fräulein Maus ein Konzert im Konservatorium. Der Ähämann fragte- schliesslich musste ja sowieso eine Harfe transportiert werden – ob er mich von Arbeit abholen und hinfahren solle. Ich aber wollte viel lieber laufen, den ganzen Weg am Fluss entlang.

Aus Gründen.

(Auf den Strassen und Fusswegen sieht es übrigens nicht viel anders aus als auf dem Fluss.)

Sogar die Föri hat Eispause. Man kann dann jetzt zu Fuss über einen extra angelegten Steg den Aurajoki überqueren.

(Das gab es zuletzt 2011!)