Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Wir haben ja dieses Schuljahr ausgesprochenes Glück mit den Hobbyterminen unserer Kinder. Auch als die weltbeste Harfenlehrerin, die das bisher selbst nebenher mit unterrichtet hat, verkündete, das Fräulein Maus müsse nun aber wirklich endlich Theorieunterricht nehmen, riss unsere Glückssträhne nicht ab: das Fräulein Maus hat jetzt Harfenstunde und Theorieunterricht am gleichen Tag direkt hintereinander.

Nun lohnt es sich auch für anderthalb Stunden kaum, vom anderen Ende der Stadt zwischendurch nochmal heimzufahren, weswegen ich mir lieber etwas zu tun mitnehme und dort warte.

Aber am Dienstag vor unseren Herbstferien fuhr ich doch lieber schnell nochmal heim, weil der Ähämann Montagnachmittag nach Kuopio geflogen war – ja, derlei Dienstreisen macht man in Finnland mit dem Flugzeug – und erst Dienstagabend zurückkam, ich die Herren Maus nicht so lange sich selbst überlassen wollte und ja ausserdem noch Koffer Taschen gepackt werden mussten. Irgendwann während der Hin-und-her-Fahrerei kam mir eine 284 entgegen.

Am Dienstag nach den Herbstferien nutzte ich die Zeit, um ein paar Dinge zu erledigen – erst fuhr ich zu IKEA, um umweltfreundliche Handtücher für den Hort zu kaufen, und dann noch ins Einkaufszentrum, um dem Fräulein Maus für ihre in Tallinn neuerstandene Strickmütze eine Unterziehmütze zu besorgen, und dort parkte ich direkt neben einer 285.

Gestern aber, da blieb ich die anderthalb Stunden in der Musikschule und tütete Adventskalender ein.

Und deshalb habe ich auch noch keine 286 gesehen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283]


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Ausflug mit Harfe

Als vor drei Wochen der Finnische Harfenistenverein zu einem gemeinsamen Konzert – 100 Stücke zu Ehren von 100 Jahren unabhängigem Finnland – nach Helsinki einlud, freute sich nicht nur das Fräulein Maus.

Ich nämlich freue mich immer und über jede Gelegenheit, nach Helsinki zu fahren.

Ausserdem mag ich diese finnische Harfengemeinschaft sehr, weil die immer so tolle Sachen organisieren und ausserdem alle so nett sind. Man trifft auf den Konzerten, Musiklagern und Workshops übrigens nicht nur immer wieder die gleichen Leute, sondern auch immer die gleichen Harfen: „Guck mal, das Mädchen hat jetzt meine ehemalige Leihharfe!“, zeigte das Fräulein Maus, und „Das da ist die alte Harfe von meiner Lehrerin, die hat hat sich ja eine neue gekauft“, erklärte sie – wobei die neue wiederum die ausgemusterte Harfe der Turkuer Philharmoniker ist – was ich wirklich sehr amüsant finde.

Wir luden also Samstag in aller Herrgottsfrühe Kind und Kegel und Harfe ins Auto und rollten 160 km durch grün-gelb gesprenkelte Wälder über eine völlig leere Autobahn. Dann lieferten wir das Fräulein Maus zur Generalprobe im Musiikkitalo ab, während der Ähämann, die Herren Maus und ich ein nahegelegenes Café aufsuchten, um ein zweites Frühstück einzunehmen und danach wegen Planänderung spontan zwei Badetücher sowie Badehosen und -anzüge für alle zu kaufen. (Es war nicht ganz so dekadent, wie es sich anhört, denn die Kinder sind im Sommer sowieso aus ihren Badeklamotten rausgewachsen, der Ähämann hat seit zwölf Jahren die gleiche Badehose angehabt und meine Badebekleidungssituation ist auch nicht gerade üppig.) Angesichts des schönen spätsommerlichen Wetters hatten wir nämlich spontan den Plan „Wir gehen nach dem Konzert noch in irgendein Museum“ in „Wir gehen nach dem Konzert in Finnlands schönstes Freibad“ geändert.

Dann hörten wir uns die ersten 25 Stücke eines wirklich sehr schönen Konzerts an – das Fräulein Maus hat bei insgesamt sechs Stücken mitgespielt und sich während vier Stunden Probe und Konzert tatsächlich eine Blase an den Finger gespielt! – und danach gingen wir bei ganz wunderbarem Sonnenschein drei Stunden lang neben ausparkenden Schwedenfähren und mit Blick auf den Dom schwimmen und saunieren, bis wir alle ganz hungrig und schlapp waren.

Erst als schon der Leuchtturm von Suomenlinna herüberblinkte und die Steinmänner am Bahnhof ihre Leuchtkugeln angezündet hatten, traten wir den Heimweg an.

Über eine fast genauso leere Autobahn wie am Morgen übrigens, auf der man tatsächlich weite Strecken mit Fernlich fahren kann. Die Kinder schliefen nach zehn Minuten, und die 160 km fühlten sich nach dem Sommerurlaub wie ein Klacks an.

So ein schöner Tag! ♥


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Sie geben einem so viel zurück

„Danke, liebe Eltern, dass ihr euren Kindern dieses Hobby ermöglicht!“, sagte der Dirigent gestern beim Abschlusskonzert des Musiklagers. „Ein Hobby, das so viel Freude bereitet – nicht nur den Kindern, sondern auch euch selbst.“

So wahr!

Ich habe schon lange nicht mehr – also eigentlich, seit wir Kinder haben – so viel schöne Musik gehört wie im letzten Jahr.

Und ich war sehr fasziniert, wie nach nur einer Woche gemeinsamen Übens alle vier Orchester der Musiklagerteilnehmer so fantastisch spielen konnten!

Sogar die Herren Maus hielten ohne zu zappeln die zwei Stunden durch und lauschten fasziniert. Und das Fräulein Maus ist jetzt zehn Zentimeter grösser.


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kaksisataaseitsemänkymmentäyksi

Erkenntnis der Woche: tägliches Pendeln mit dem Auto ist genauso furchtbar, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Das Musiklager des Fräulein Maus fand in der Schule statt, in die die Freundin, die nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt, geht. In den Wochen, in denen sie hier wohnt, fährt ihre Mutter sie in die Schule und holt sie nachmittags von dort ab. Ich hielt das bisher für eine ganz annehmbare Lösung; weit ist es nicht – vielleicht 10 km – ein Drittel davon leere Autobahn oder wahlweise Landstrasse, über die man mit 60 km/h gemütlich dahinrollen kann. Kein Stau, keine Raser, keine Sonntagsfahrer, nicht übermässig viele Ampeln. Und dennoch – mir hing nach drei Tagen das Gefahre so dermassen zum Hals raus!

Nebenher fuhren wir auch noch täglich zwecks Urlaubsvorbereitungen in verschiedene Supermärkte und Einkaufszentren, ausserdem ein zweites Mal aufs Erdbeerfeld – weil von den sieben Kilo „Rumba“ fünf im Gefrierschrank gelandet waren und die restlichen zwei noch am gleichen Abend aufgefressen wurden – wo wir diesmal eine Eimerchen „Sonata“ pflücken durften, und als ob das alles noch nicht gereicht hätte, fuhren wir auch noch mehrmals Wäsche zum Fremdwaschen bei der alleinerziehenden Freundin, weil uns Hannelore – hier passenden Fluch einsetzen – eine Woche vorm Urlaub und einen Monat nach Ablauf der Garantiefrist mit einem Motorschaden beglückt hat.

Eigentlich komisch, dass es bei dem vielen Gefahre bis gestern Nachmittag gedauert hat, bis ich eine 271 gesehen habe.

Am allerschönsten aber in dieser Woche: am Donnerstag gab es ein kleines Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer an verschiedenen Orten auf der nahgelegenen geschichtsträchtigen Halbinsel – die Streicher fingen in der kleinen Kirche an, dann konnte man weiterlaufen zu einem alten Gutshaus, in dem die Harfenistinnen auftraten, und dann spielten noch, ganz und gar wunderbar im Spätabendsonnenschein, in den Ruinen einer alten Burg die Bläser.

„Schade, dass das Musiklager schon wieder vorbei ist!“, seufzte das Fräulein Maus vorhin, als ich sie zur Generalprobe des Abschlusskonzerts kutschierte. Begeistert erzählte sie jeden Tag von ihrer Dreiviertelstunde Einzelunterricht, vom Gruppenunterricht mit den anderen Harfenistinnen, von den Proben mit dem gesamten Orchester und von ihren vielen neuen Freundinnen. Es muss wirklich sehr schön gewesen sein.

Und jetzt ein allerletztes Mal die 10 km in den Nachbarort.

(Gerne nächstes Jahr wieder.)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270]


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Dumbledore und 33 Harfen

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor etlichen Jahren mit den Kindern am Markt an der Haltestelle stand, die Kinder kichernd auf das grosse Werbeplakat mit dem gewaltigen bärtigen Mann zeigten, und ein Passant lachend zu ihnen sagte: „Das ist aber nicht Dumbledore!“ (Er sagte – wie Finnen das so tun – „Dumm-ple-do-rrre“, und es dauerte eine Weile, bis ich kapiert hatte, was er meinte.) „Nein“, sagte ich zu den Kindern, „das ist der Chefdirigent des Turkuer Philharmonieorchesters!“

Gestern spielte das Fräulein Maus im Lieblingsdom auf einem Harfenkonzert, gemeinsam mit 32 anderen Harfenisten und Harfenistinnen vom Anfänger bis zum Berufsmusiker. Und Dumbledore dirigierte. So grossartig!

Es war ein sehr langer Tag für das Fräulein Maus und mich – mit Harfe-hin-und-her-fahren und Generalprobe und allem Drum und Dran; der Ähämann, die Herren Maus und die Papaoma direkt vom Flughafen kamen erst abends zum eigentlichen Konzert – aber das mitgebrachte Buch blieb in der Tasche. So viel zu gucken! So viel zu hören! Und überhaupt, so toll!!!


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kaksisataaneljäkymmentäneljä

Gestern beim Warten an irgendeiner Bushaltestelle – zwischen den grossen Herrn Maus erneut zum Durchleuchten begleiten und dem kleinen Herrn Maus seinen dringenden Wunsch nach mehr Kreide erfüllen und das Fräulein Maus zu ihrem Konzert samt vorausgehender zweistündiger Probe ans andere Ende der Stadt bringen – auch eine 244 gesehen.

(Ich arbeite dann neuerdings am Wochenende…)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206], 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230], 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243]


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Dienstag

Das Fräulein Maus ist zu krank, um heute in die Schule zu gehen. Wilma allerdings schläft heute noch. Egal. Die Krankmeldung kann man schliesslich auch per SMS schicken. Solange ich keine handgeschriebenen Zettel in der Schule abliefern muss…

Der ebenfalls kränkliche Ähämann bleibt mit dem Fräulein Maus zu Hause, muss aber nachmittags zu einem Meeting, und so fahre ich mittags schon wieder heim. Ich habe mich immer noch lange nicht sattgesehen an bunten Bäumen.

Ab und zu mit einem kranken Kind zu Hause zu sein tut ja auch dem Haushalt gut. Erste Amtshandlung zu Hause: Hannelore mit Arbeit beauftragen. Und weil es immer noch so schön warm und sonnig ist, dürfen die frisch gewaschenen Handtücher zwei Stunden später auch nochmal ein – vielleicht letztes für dieses Jahr – Frischluft- und Sonnenbad nehmen und sich vom Wind weichschaukeln lassen.

Der grosse Herr Maus kommt aus dem Hort, ich schwinge mich nochmal aufs Rad und hole den kleinen Herrn Maus aus dem Kindergarten. Dann fahre ich das Fräulein Maus zur Harfenstunde ans andere Ende der Stadt. Man braucht da eine Parkuhr, und heute habe ich endlich dran gedacht, die Parkuhr, die mir die liebste Freundin zum Geburtstag geschenkt hat, mit ins Auto zu nehmen. Neuerdings müssen in Finnland Parkuhren nicht mehr der Norm entsprechen, nur eindeutig sein. „Da bekommt der Polizist bestimmt gleich gute Laune, wenn er die sieht!“, sagt das Fräulein Maus. Denke ich auch.

Der kleine Herr Maus wollte übrigens mitkommen. Eigentlich wollte ich ja an seinem Fotobuch weiterarbeiten, aber angesichts der Wetteraussichten für morgen – Dauerregen den ganzen Nachmittag – ist es vielleicht sowieso besser, sich noch ein bisschen Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Der kleine Herr Maus möchte gern zur Blume, aber so weit kommen wir gar nicht, denn neben dem Konservatorium steht eine Kastanie. Offensichtlich auch an einer günstigen Stelle, denn anders als an den zwei oder drei anderen Kastanienbäumen, die wir bisher in Finnland entdeckt haben, werden ihre Früchte nicht nur überhaupt vor dem ersten Frost reif, sondern sogar richtig gross. Wir beide sammeln begeistert, wie immer unter den skeptischen Blicken vorbeikommender finnischer Eltern und Grosseltern: „Die kann man doch nicht essen, oder? Warum sammelt ihr die?!“ „Weil es Spass macht!“ „Äh… okay…“ 98 Stück; der kleine Herr Maus hat später nochmal nachgezählt.

Zwischen Abendbrot und Schlafengehen, als es endlich dunkel geworden ist, müssen wir nochmal schnell in den Garten huschen, weil die Kinder ihre Fackeln Kerzen am Stock, an denen sie seit Tagen gebastelt haben, endlich testen wollen. Sie funktionieren prima.


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Mal eben

Mein erstes finnisches Mittsommerfest verbrachte ich bei meiner finnischen „Familie“. Am Samstag würden wir dann nach Rauma fahren, teilten sie mir mit, denn am Sonntag würde dort eine Cousine konfirmiert.

Wir fuhren nicht nach dem Frühstück. Wir fuhren nicht nach dem Mittagessen. Wir fuhren auch nicht nach dem Kaffeetrinken, denn da wurde erst noch die Sauna angeheizt. Erst, als wir alle noch in aller Ruhe in der Sauna gewesen waren und hinterher noch eine Kleinigkeit gegessen hatten, stiegen wir ins Auto, um ins 300 km entfernte Rauma aufzubrechen. So gegen 18 Uhr.

Das ist hier völlig normal.

Und so fand ich auch gar nichts dabei, gestern Abend gegen vier mit dem Fräulein Maus ins Auto zu steigen und mal eben im Abendsonnenschein nach Helsinki und zurück zu fahren. 167 km. Eine Strecke.

Stolz wie Oskar sass sie vorn neben mir. (Kinder fahren bei uns grundsätzlich hinten. Ausser, wenn… die Rücksitze umgeklappt sein müssen.) Und hibbelte sehr. In Helsinki trafen wir einen netten Familienvater und zwei Katzen (die sie am liebsten mitgenommen hätte) sowie die weltbeste Harfenlehrerin.

Und nach anderthalb Stunden traten wir mit einer endlich ganz eigenen Harfe die Rückfahrt an.

Heute Abend übrigens fährt der Ähämann mal eben nach Helsinki. Zu einer Doktorfeier.


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Berühmtheiten

Sie hätte hinterher gleich Orchesterprobe, sagte die Harfenlehrerin am Freitag, ob wir noch ein bisschen dableiben und zuhören wollten. Das Fräulein Maus dürfe neben ihr sitzen, und ausserdem dirigiere Jorma Panula, das wäre ja auch toll, den mal zu sehen.

Die Fragezeichen auf meiner Stirn waren vermutlich so wie ich mir ihre vorstelle, wenn ich zu ihr gesagt hätte: „Falls du mal Ilkka Hanski sehen willst…“

(War toll! Also weniger wegen des berühmten Dirigenten als… überhaupt.)