Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Im Hafenbecken baden

Das einzige, was im Hostel auf Suomenlinna fehlt, ist eine Sauna. (Es handelt sich bei dem Hostel um ein historisches Schulgebäude. Vielleicht wäre es zu kompliziert geworden, eine Sauna einzubauen.)

Aber es gibt da ja seit Neuestem Abhilfe.

Vorfreudig hatten wir die erst diesen Herbst eröffnete Sauna und das Schwimmbecken im Hafen schon mehrmals von der Fähre aus beäugt, dann aber beschlossen, dass es im Dunklen bestimmt noch schöner wäre, da zu baden.

(Und wir nach ausgedehnten Stadtspaziergängen auch durchgefroren genug, um Sauna und warmes Badewasser besonders nötig zu haben.)

Es war dann auch tatsächlich sehr schön – und ein bisschen skurril – mit Blick auf den angestrahlten Dom und neben den haushohen Schwedenfähren quasi im Hafenbecken herumzuschwimmen.

Bewacht von in Daunenjacken mit Pelzkragen verpackten Rettungsschwimmern, die ausserdem alle zwei Minuten das Eis von der Treppe kratzen mussten, weil Frost und nasse Füsse, die von der Sauna ins Schwimmbecken und noch nassere Füsse, die vom Schwimmbecken zurück in die Sauna tapsen, nun mal keine besonders günstige Kombination sind.

(Nächstes Mal denke ich beim Packen besser nicht nur ans Saunamützchen, sondern auch an die Eisbadeschuhe!)


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Unter Schafen

Gestern so in der Eltern-Facebookgruppe von des Fräulein Maus‘ Mannschaft:

Trainerin: „Die Mädchen haben jetzt eine WhatsApp-Gruppe. Es fehlen noch drei, A., E. und das Fräulein Maus.“
Wir so: „In unserer Familie benutzen wir kein WhatsApp. Hat das nicht sowieso auch eine Altersbeschränkung?! Ausserdem gibt es sicherere und bessere Alternativen, z.B. Threema.“
Trainerin: „Ich habe überhaupt keine Ahnung von diesen Sachen. Aber da nun mal alle WhatsApp benutzen…“

Kopf -> Tischkante.

(Mal davon abgesehen, dass ich mich ernsthaft frage, wozu Neun- und Zehnjährige diese Art der Kommunikation brauchen, findet man in finnischsprachigen Medien tatsächlich keinerlei kritische Auseinandersetzung mit WhatsApp oder Besprechungen von Alternativen.)


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Am Montag kam das Fräulein Maus aus der Schule und berichtete: “Jussu hat uns heute gefragt, wer von uns Skier hat, und da haben sich nur sechs Kinder gemeldet. Also erst haben sich nur drei gemeldet, die Skier haben, und dann nochmal drei, die gesagt haben, sie haben Skier zu Hause, aber die sind wahrscheinlich zu klein. Deswegen gehen wir morgen im Sport wieder schlittschuhfahren.”

Es ist ja nicht so, dass ich über gewisse Animositäten nicht informiert wäre. Aber ein Siebentel finde ich jetzt doch ein bisschen… erschreckend.

(Schlittschuhe sind selbstverständlich.)


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Gummiparagraph

“Spikereifen dürfen vom 1. November bis zum 31. März oder dem auf den Ostermontag folgenden Montag – je nachdem, welches dieser Daten später ist – benutzt werden. Spikereifen dürfen auch zu anderen Zeiten benutzt werden, wenn die Witterung oder der Strassenzustand es erforden.” [Asetus ajoneuvojen käytöstä tiellä, §17]

Unsere sind dann jetzt jedenfalls ab.


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satakahdeksankymmentäkahdeksan

„Die fahren heute alle wie die Weihnachtsmänner!“, warnte mich der Ähämann am Montagabend bei der Wach- und Autoschlüsselübergabe. „Fahr bloss vorsichtig!“

Es ist ja nicht nur so, dass hier die meisten Autofahrer fahren wie vor zehn, fünfzehn Jahren – als man auf finnischen Strassen ruhig ein bisschen herumtrödeln und unaufmerksam sein konnte – und gar nicht mitzukriegen scheinen, dass die Verkehrsdichte in den letzten Jahren so ein ganz kleines bisschen zugenommen hat. Von Zeit zu Zeit entwickeln sie ausserdem lemminghaft irgendwelche Marotten. Die neueste: an der roten Ampel mit vier, fünf Metern Abstand zum Vordermann anhalten. Habe ich da irgendeine Kampagne verpasst?!

(Ich hätte da übrigens so den einen oder anderen Vorschlag für wirklich sinnvolle verkehrserzieherische Kampagnen: Wir halten ab sofort immer am Zebrastreifen an. Wir lernen das Reissverschlussprinzip. Wir biegen nicht ohne Schulterblick rechts ab. Ausserdem könnte man endlich mal Hauptstrassenschilder aufstellen lassen, dann würden an manchen Kreuzungen nicht immer alle verunsichert anhalten, während an anderen Kreuzungen alle gleichzeitig der Meinung sind, sie hätten Vorfahrt. Ich mein‘ ja nur…)

Und jetzt kommt dann noch diese Finsternis dazu. Jedes Jahr wieder frage ich mich, ob das nur die Umstellung von „Immer hell“ auf „Plötzlich wieder finster“ ist, oder ob die finnische Dunkelheit tatsächlich finsterer ist als anderswo. Egal, wie hell die Scheinwerfer sind, egal, wie gut beleuchtet die Strassen in der Stadt – es gibt so Tage, da habe ich das Gefühl, die Dunkelheit saugt jegliches Licht auf. Fussgänger kleiden sich zudem bevorzugt von Kopf bis Fuss in Schwarz. Viele behängen sich wenigstens mit – gesetzlich vorgeschriebenen! – Reflektoren, aber viele auch nicht. Radfahrer fahren oft ganz ohne Licht oder wenigstens ohne Rücklicht, oder, auch sehr schön für den sowieso schon vom Starren in die Dunkelheit angespannten Autofahrer: mit blinkendem Vorderlicht, mit weisser Stirnlampe nach hinten gedreht, mit rotem Batterielicht mal eben an die Lenkstange montiert…

Ich fuhr also vorsichtig. Und versuchte, in der Finsternis niemanden anzufahren. Dass ich die 188 überhaupt wahrgenommen habe, wundert mich jetzt selber.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187]