Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Mit dem Stadtbus ins Moor

Vor etlichen Wochen, als es noch nicht zu heiss zum Wandern war, fuhren wir auf der Landstrasse nach Norden. Die Landstrasse, die auch zum Nationalpark führt, aber da wollten wir nicht hin, sondern noch ein Stück weiter. Jedenfalls bog ein paar Kilomter vorm Nationalparkparkplatz, da, wo eigentlich eine Endhaltestelle ist, ein gelber Stadtbus vor uns auf die Strasse und fuhr – sehr zu unserer Verwunderung – ebenfalls nach Norden! (Obwohl er ja eigentlich nach Süden und zurück in die Stadt hätte fahren müssen.)

Nun ist es so, dass die Gemeinde Turku eine sehr eigenartige Grenze hat: in der Mitte ist die eigentliche Stadt, im Süden gehören noch ein paar Inseln dazu, und im Norden ragt eine 20 km lange Spitze Turku ins Land. So kommt es, dass eine Stadtbuslinie schon immer sehr, sehr weit, bis fast ans Ende dieser Spitze – die Spitze selbst endet an einem Felsen im Moor – hineinfährt, aber eben leider sechs Kilometer vor dem dem Nationalpark endet.

Der gelbe Stadtbus jedenfalls fuhr sechs Kilometer lang vor uns her und bog dann auf den völlig umgestalteten Wanderparkplatz ein, und siehe da, es gab da eine Haltestelle und einen Fahrplan, der uns darüber informierte, dass man in diesem Sommer die ganzen Ferien über mit dem Bus zum Wandern fahren kann.

Es war dann ja erstmal ein paar Wochen lang viel zu heiss zum Wandern, aber als es am Wochenende zum ersten Mal ein bisschen abkühlte – aber nicht zu viel: ein Bad im umrundeten See war mehr als willkommen! – ergriffen wir die fast schon letzte Gelegenheit beim Schopf.

Voll toll, umweltfreundlich und zum Stadtbustarif ins 30 km entfernte Moor fahren zu können! Das könnten sie ruhig während des gesamten Sommerfahrplans jedes Wochenende anbieten!


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Reiserückblick (1): Nach Süden segeln

Jede unserer Reisen beginnt auf dem Meer.

(So ist das, wenn man auf der anderen Seite der Ostsee wohnt.)

Sommerurlaub ist besonders schön, denn dann schiebt sich die „Grace“ nicht in finsterer Nacht, sondern im Abendsonnenschein am Badehäuschen vorbei durch den Wald aufs Meer hinaus.

Diesmal gab’s aber was Neues: schon am Hafen wunderten wir uns, was für eine sich drehende Säule die „Grace“ da neuerdings neben dem Schornstein hat.

Ein Segel! Voll cool! Und umweltfreundlich!

Man lernt nie aus…!


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Elektra

Am Sonnabend hatten wir sie schon an ihrem zukünftigen Einsatzort bewundert. „Falco“ und „Sterna“, beide für über 60 Autos ausgelegt, kurvten vorsichtig um sie herum und sahen echt winzig aus.

Gestern stand die funkelnagelneue Hybridfähre – die hauptsächlich mit Elektromotor fahren wird; die beiden Dieselmotoren sind nur für den Notfall – für vier Stunden zur Besichtigung am Aurajoki, und da mussten – während das Fräulein Maus Deutschunterricht hatte – die Herren Maus und ich natürlich hin!

Neun Minuten Überfahrt, fünf Minuten Laden am Anleger. Durchschnittlich 72 Mal am Tag. So der Plan.

Fünf knapp 100 m lange Autospuren = 90 PKWs.
(Nie mehr Stau!)

Jede Menge Solarzellen für Heizung und Beleuchtung und wofür man sonst kleinere Mengen Strom braucht.

Ganz schön hoch.

Unsere brennendste Frage: Dürfen wir dann während der Überfahrt wieder die Aussicht geniessen? „Nein, man wird da nicht hochdürfen. Ja, leider. Ich weiss, echt schade. So eine tolle Landschaft! Natürlich wollen die Leute gucken…! Aber die Sicherheitsvorschriften, du weisst ja…“
(Beidseitiges Seufzen.)
((Es waren übrigens mehr Aufpasser – sowie eine ganze Gruppe Sanitäter, denn man weiss ja nie… – als Leute von der Besatzung, die man was hätte fragen können, an Bord.))

„Zum Maschinenraum“.
Die Männer da unten waren mit Abstand die auskunftsfreudigsten und begeistertsten. Klar.

Näher konnte man dem Elektromotor nicht kommen. Er befindet sich in einem etwas niedrigeren Teil des Maschinenraums. Das Publikum könnte sich die Köpfe stossen. (…)

Jede Menge Akkus.

Der Dieselmotor für den Notfall. (Dickes Eis im Winter zum Beispiel.)

Taufe war heute auch. Aber nur für ausgewählte Gäste. (Weniger aufmüpfige als wir, garantiert.)

„Kinder, guckt euch in aller Ruhe um! Den Maschinenraum sehen wir vielleicht nie wieder!“ Wir gingen dann direkt noch eine zweite Runde.


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kaksisataakuusikymmentäviisi

Ich bin ja immer wieder gleichermassen fasziniert – die Geschwindigkeit! – wie befremdet – dieser Irrsinn! – wenn ich so detailliert nachverfolgen kann, wie Dinge in 24 Stunden durch halb Europa transportiert werden.

Ich bin dann jetzt übrigens noch mehr zufrieden mit meinem neuen ein Jahr alten Handy als bisher schon – sowieso und überhaupt wegen des ethischen Konzepts und wegen so toller Sachen wie austauschbarem Akku und Platz für eine zweite SIM-Karte und auch weil ich es in meiner Lieblingsfarbe bestellen konnte, aber – und das ist ja wichtig bei Dingen, die man nicht einfach im Laden kaufen kann – auch wegen des, wie ich jetzt weiss, grossartigen Kundendienstes. Ich hatte die Anfrage noch nicht richtig abgeschickt, da bekam ich schon Antwort, und zwei Stunden später war Ersatz für meine heissgeliebte, aber leider schadhafte blaudurchsichtige Handyrückseite als Garantiefall auf dem Weg zu mir.

Und während ich gestern also von der Turnhalle zum Fussballplatz fuhr und hoffte, dass die SMS mit dem Code für den Paketautomaten rechtzeitig ankäme, damit ich auf dem Weg vom Fussballplatz zurück zur Turnhalle gleich dort vorbeifahren könne – vorher hatte ich übrigens an der Ampel hinter einer 541 gestanden, vor der eine 540 stand; so weit war ich aber leider noch nicht – kam mir eine 265 entgegen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264]


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Nördlich vom Weltuntergang

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinem Jahresrückblick auf dem Blog, was ich mir für das neue Jahr wünsche: „Mal wieder ohne Beklemmung Zeitung lesen zu können.“

Was war ich naiv. Ich dachte tatsächlich, die Welt würde sich vorwärtsdrehen und die Hiobsbotschaften irgendwann wieder abnehmen…!

Und auch wenn sie oft genug nichts Aufmunterndes zu berichten haben, bin ich dankbar für seriöse Zeitungen, die der Massenhysterie der sozialen Netzwerke gelassene, fundierte Artikel entgegenzusetzen haben. Oder die den ganzen weltpolitischen Mist auch mal mit Galgenhumor zu nehmen wissen:

Dear Mr Trump, this is why you should come to Finland
[…] Why Finland? Because Finland is the best country in the world. The best. It’s no fake news – we have statistics to prove it. We have some great statisticians in Finland. So great. […]
We have some 1 340 kilometers (832 miles) of border with Russia, and here we are, strong and independent, having a party. And mind you, no wall! There was no way the Russians were going to pay for it. […]“

Ich habe so gelacht.
(Die Bildunterschriften!)


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kaksisataaviisikymmentäneljä

Die 254 wohnt neben dem Kindergarten. Da komme ich zweimal am Tag vorbei, und meistens ist sie da. Und ja, ich wiederhole mich, aber ich freue mich durchaus zu sehen, dass es auch noch andere Autos gibt, die nicht in täglicher Benutzung sind.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253]


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Vatertag, verspätet

Letzte Woche war hier Vatertag, so mit Geschenken und Kinder-decken-den-Frühstückstisch und Gemeinsam-schön-essen-gehen. Auf den letzten Punkt haben wir aus Gründen verzichtet; weil den Ähämann aber mal wieder nach einem Steak gelüstete, planten wir schon letzten Sonntag, heute nach Nauvo ins Allzeitlieblingsrestaurant zu fahren.

Und mal zu gucken, wie weit die Brückenbauarbeiten am Anleger für die neue Hybridfähre schon gediehen sind.

Ab nächstem Sommer fahren wir nämlich mit Strom übers Meer, jeee!

(Darauf einen „Zeltkakao“!)


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Gegen Windmühlenflügel

Lieber Vater, der du immer den Motor laufen lässt, während du dein Kind aus dem Kindergarten abholst, liebe Eltern, die ihr früh eure Kinder nicht etwa auf eurem Arbeitsweg, sondern extra in die Schule fahrt, lieber Nachbar, der du deiner Familie die 50 m Weg bis zum Parkplatz nicht zumuten willst und sie mit laufendem Motor vor der Haustür erwartest, liebe finnische Autofahrer, die ihr euch Autos mit benzinbetriebenen Standheizungen kauft, obwohl es hier an jedem Parkplatz Steckdosen zum Autovorheizen gibt…

… der Ähämann und ich fahren auch für eure Kinder jeden Tag Fahrrad.