Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Elektra

Am Sonnabend hatten wir sie schon an ihrem zukünftigen Einsatzort bewundert. „Falco“ und „Sterna“, beide für über 60 Autos ausgelegt, kurvten vorsichtig um sie herum und sahen echt winzig aus.

Gestern stand die funkelnagelneue Hybridfähre – die hauptsächlich mit Elektromotor fahren wird; die beiden Dieselmotoren sind nur für den Notfall – für vier Stunden zur Besichtigung am Aurajoki, und da mussten – während das Fräulein Maus Deutschunterricht hatte – die Herren Maus und ich natürlich hin!

Neun Minuten Überfahrt, fünf Minuten Laden am Anleger. Durchschnittlich 72 Mal am Tag. So der Plan.

Fünf knapp 100 m lange Autospuren = 90 PKWs.
(Nie mehr Stau!)

Jede Menge Solarzellen für Heizung und Beleuchtung und wofür man sonst kleinere Mengen Strom braucht.

Ganz schön hoch.

Unsere brennendste Frage: Dürfen wir dann während der Überfahrt wieder die Aussicht geniessen? „Nein, man wird da nicht hochdürfen. Ja, leider. Ich weiss, echt schade. So eine tolle Landschaft! Natürlich wollen die Leute gucken…! Aber die Sicherheitsvorschriften, du weisst ja…“
(Beidseitiges Seufzen.)
((Es waren übrigens mehr Aufpasser – sowie eine ganze Gruppe Sanitäter, denn man weiss ja nie… – als Leute von der Besatzung, die man was hätte fragen können, an Bord.))

„Zum Maschinenraum“.
Die Männer da unten waren mit Abstand die auskunftsfreudigsten und begeistertsten. Klar.

Näher konnte man dem Elektromotor nicht kommen. Er befindet sich in einem etwas niedrigeren Teil des Maschinenraums. Das Publikum könnte sich die Köpfe stossen. (…)

Jede Menge Akkus.

Der Dieselmotor für den Notfall. (Dickes Eis im Winter zum Beispiel.)

Taufe war heute auch. Aber nur für ausgewählte Gäste. (Weniger aufmüpfige als wir, garantiert.)

„Kinder, guckt euch in aller Ruhe um! Den Maschinenraum sehen wir vielleicht nie wieder!“ Wir gingen dann direkt noch eine zweite Runde.


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kaksisataakuusikymmentäviisi

Ich bin ja immer wieder gleichermassen fasziniert – die Geschwindigkeit! – wie befremdet – dieser Irrsinn! – wenn ich so detailliert nachverfolgen kann, wie Dinge in 24 Stunden durch halb Europa transportiert werden.

Ich bin dann jetzt übrigens noch mehr zufrieden mit meinem neuen ein Jahr alten Handy als bisher schon – sowieso und überhaupt wegen des ethischen Konzepts und wegen so toller Sachen wie austauschbarem Akku und Platz für eine zweite SIM-Karte und auch weil ich es in meiner Lieblingsfarbe bestellen konnte, aber – und das ist ja wichtig bei Dingen, die man nicht einfach im Laden kaufen kann – auch wegen des, wie ich jetzt weiss, grossartigen Kundendienstes. Ich hatte die Anfrage noch nicht richtig abgeschickt, da bekam ich schon Antwort, und zwei Stunden später war Ersatz für meine heissgeliebte, aber leider schadhafte blaudurchsichtige Handyrückseite als Garantiefall auf dem Weg zu mir.

Und während ich gestern also von der Turnhalle zum Fussballplatz fuhr und hoffte, dass die SMS mit dem Code für den Paketautomaten rechtzeitig ankäme, damit ich auf dem Weg vom Fussballplatz zurück zur Turnhalle gleich dort vorbeifahren könne – vorher hatte ich übrigens an der Ampel hinter einer 541 gestanden, vor der eine 540 stand; so weit war ich aber leider noch nicht – kam mir eine 265 entgegen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264]


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Nördlich vom Weltuntergang

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinem Jahresrückblick auf dem Blog, was ich mir für das neue Jahr wünsche: „Mal wieder ohne Beklemmung Zeitung lesen zu können.“

Was war ich naiv. Ich dachte tatsächlich, die Welt würde sich vorwärtsdrehen und die Hiobsbotschaften irgendwann wieder abnehmen…!

Und auch wenn sie oft genug nichts Aufmunterndes zu berichten haben, bin ich dankbar für seriöse Zeitungen, die der Massenhysterie der sozialen Netzwerke gelassene, fundierte Artikel entgegenzusetzen haben. Oder die den ganzen weltpolitischen Mist auch mal mit Galgenhumor zu nehmen wissen:

Dear Mr Trump, this is why you should come to Finland
[…] Why Finland? Because Finland is the best country in the world. The best. It’s no fake news – we have statistics to prove it. We have some great statisticians in Finland. So great. […]
We have some 1 340 kilometers (832 miles) of border with Russia, and here we are, strong and independent, having a party. And mind you, no wall! There was no way the Russians were going to pay for it. […]“

Ich habe so gelacht.
(Die Bildunterschriften!)


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kaksisataaviisikymmentäneljä

Die 254 wohnt neben dem Kindergarten. Da komme ich zweimal am Tag vorbei, und meistens ist sie da. Und ja, ich wiederhole mich, aber ich freue mich durchaus zu sehen, dass es auch noch andere Autos gibt, die nicht in täglicher Benutzung sind.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253]


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Vatertag, verspätet

Letzte Woche war hier Vatertag, so mit Geschenken und Kinder-decken-den-Frühstückstisch und Gemeinsam-schön-essen-gehen. Auf den letzten Punkt haben wir aus Gründen verzichtet; weil den Ähämann aber mal wieder nach einem Steak gelüstete, planten wir schon letzten Sonntag, heute nach Nauvo ins Allzeitlieblingsrestaurant zu fahren.

Und mal zu gucken, wie weit die Brückenbauarbeiten am Anleger für die neue Hybridfähre schon gediehen sind.

Ab nächstem Sommer fahren wir nämlich mit Strom übers Meer, jeee!

(Darauf einen „Zeltkakao“!)


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Gegen Windmühlenflügel

Lieber Vater, der du immer den Motor laufen lässt, während du dein Kind aus dem Kindergarten abholst, liebe Eltern, die ihr früh eure Kinder nicht etwa auf eurem Arbeitsweg, sondern extra in die Schule fahrt, lieber Nachbar, der du deiner Familie die 50 m Weg bis zum Parkplatz nicht zumuten willst und sie mit laufendem Motor vor der Haustür erwartest, liebe finnische Autofahrer, die ihr euch Autos mit benzinbetriebenen Standheizungen kauft, obwohl es hier an jedem Parkplatz Steckdosen zum Autovorheizen gibt…

… der Ähämann und ich fahren auch für eure Kinder jeden Tag Fahrrad.


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Rot, grün, gelb, blau

„Wie, Plastik?“, fragte die Frau im Büro des Studentendorfes verwundert, als der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich sie ein paar Tage nach unserem Einzug fragten, wo wir denn – denn es gab ja schliesslich auch Container für Altpapier, für Pappe, für Glas und für Metall – unseren Plastikmüll hinsortieren könnten. „Plaste kann man doch verbrennen?!“, wunderte sie sich über unsere Frage. „Das könnt ihr in den brennbaren Müll tun. Da wird Fernwärme draus gemacht.“

Ihr müssen danach jahrelang die Ohren geklungen haben, denn jedes Mal, wenn bei uns die Müllbeutel überquollen, sagten wir zueinander: „Wir machen Fernwärme! Uns wird nicht kalt werden!“

Vielleicht müssen wir nächsten Winter ein bisschen frieren. Denn nur so ungefähr fünfundzwanzig Jahre später als im Rest Europas wird ab sofort auch in Finnland Plastik recycelt. Yeah!

So für mich als Deutsche (und Ökologin ;-) ) nähert sich unsere Küche jetzt langsam einem gewissen Idealzustand an:

Metall, Glas, Papier. Und Plaste!

Die Turkuer Müllverbrennungsanlage wurde übrigens letztes Jahr wegen Veraltung stillgelegt und abgerissen. Seither wird der Turkuer Müll ins 400 km entfernte Pieksämäki gefahren oder nach Stockholm verschifft.

Dass wir den Plastemüll jetzt auch nicht einfach in den hausgemeinschaftseigenen Containern entsorgen können, sondern ihn zu Sammelstellen fahren müssen, fühlt sich da eigentlich nur logisch an.