Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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60 m2 Mai

Als wir vor zehn Jahren hier einzogen, befanden sich im Garten hinterm Haus eine halbtote Eberesche, ein mannshohes Weihnachtsbäumchen und eine kahle Rasenfläche voller Zigarettenkippen.

Es ist erstaunlich, wie einfach man so einen toten Garten zum Leben erwecken kann, wenn man ein paar dem hiesigen Klima angepasste Bäume, Büsche, Nutzpflanzen und Blumen pflanzt, den Rasen länger als 3 cm hoch wachsen lässt und nicht jedes wilde Pflänzchen, das sich von allein in den Garten verirrt hat, auf der Stelle niedermetzelt.

Ich könnte von früh bis abends wie so eine dicke Hummel von Blüte zu Blüte ziehen und vor Glück brummen.


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Wochenende auf Rädern

Ich denke ja manchmal ein bisschen wehmütig an die Zeiten zurück, als sie alle noch klein waren. Aber grosse Kinder sind echt toll!

Samstag.

Mit drei grossen Kindern kann man mit dem Fahrrad nicht nur die wichtigsten Einkäufe im nächstgelegenen Einkaufszentrum erledigen – einer brauchte eine Regenjacke, eine eine Regenhose, einer einen neuen Fahrradhelm, eine neue Rollschuhe, einer kaufte sich von seinem Taschengeld ein Skateboard – sondern sogar hinterher noch den Wocheneinkauf im Supermarkt machen.

(Weil.)

Dass es im Einkaufszentrum jetzt ein Fahrradparkhaus gibt, war recht praktisch, denn es, nun ja, schneeregnete.

Sonntag.

Als ich nach dem Frühstück zu klein gewordene Rollschuhe aussortieren und die am Vortag neu erstandenen Rollschuhe in die Rollschuhkiste einräumen wollte, beschlossen der Ähämann und ich spontan, dass unsere 25 Jahre alten und in den letzten Jahren hauptsächlich von Nagetieren als Unterkunft genutzten Rollschuhe jetzt dann doch mal ausgedient haben.

Der Ähämann ergatterte das vorletzte und ich das letzte Paar in der passenden Grösse. (So ging es uns letzte Saison schon mit zwei Paar neu anzuschaffenden Skiern.)

Bei der anschliessenden Probefahrt stellten wir fest, dass wir einen weiteren Meilenstein erreicht haben: sechs Jahre, nachdem der Osterhase ihnen ihre ersten Inlineskates gebracht hat, kann man mit den Kindern richtige Touren fahren. Direkt von zu Hause aus eine Stunde am See entlangrullern, zack, 8 km!

(Es kam direkt die Frage auf, ob wir jetzt immer rullern statt wandern gehen können.)

Presseschau.

Schon bisschen älter, aber passend zum Thema: Finnlands berühmtester Inlineskater ist übrigens Sauli höchstpersönlich.


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kolmesataaseitsemänkymmentäkuusi

Gestern fuhr ich später als sonst nach Hause, weil ich mich erst noch mit zwei Leuten verquatscht hatte, die donnerstags, wenn die Hortkinder weg sind, unsere Räume für einen Deutschkurs nutzen, und dann noch beim Optiker vorbeifuhr, um meine neue Brille abzuholen.

Die Schrift war nämlich plötzlich überall so klein, jetzt, wo es wieder finster wird. Lustig ist aber, dass jetzt schon zum zweiten Mal die Optikerin meinen Sehtest gemacht hat, die am selben Tag geboren ist wie ich – mir macht das immer ein bisschen Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke, denn wer hätte im August 1976 gedacht, dass wir beide uns jemals über den Weg laufen könnten?! – und die sagt mir immer, dass sie schon viel länger eine viel stärkere Brille trägt als ich. Na da. Jedenfalls ging ich vor zwei Wochen mit dem Ähämann eine neue Brille für mich aussuchen. Meine Sonnenbrille nahm ich mit, denn die finde ich immer noch ausgesprochen schön, für die wollte ich nur neue Gläser in der neuen Stärke. Ein zweites Brillengestell hätte ich übrigens kostenlos bekommen können, das Einschleifen der neuen Gläser in das alte Gestell sollte aber allein 100 € kosten. (Ich musste dann nur 50 € zahlen, aber trotzdem.) So wird das nichts mit der Weltrettung!

Jedenfalls, als ich dann eine halbe Stunde später als sonst heimstrampelte, überholte mich eine 376. Ich musste dreimal hingucken. An der neuen Brille lag’s nicht. Aber ich war ein bisschen überrumpelt von der Geschwindigkeit, mit der ich gerade vorankomme.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375]


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Coronaklausur, Tag 39

Finnland hat 4475 bestätigte Coronafälle.

Heute haben wir den ganzen Tag Möbeltetris gespielt.

Das Schreibezimmer ist jetzt Schlafzimmer, und das Schlafzimmer ist jetzt Harfenzimmer. Also fast. Im Harfenzimmer muss noch ein neues Hochbett aufgebaut werden, und im Schlafzimmer zählten wir heute 30 Löcher an der Wand, die wir wohl bevorzugt unter schwedischem Tapetendesign verschwinden lassen werden. Demnächst dann.

Seit sechs Wochen habe ich zum ersten Mal fast überhaupt nicht an Corona gedacht. Keiner hatte Homeoffice oder Fernunterricht, zum Nachrichtenlesen hatte ich keine Zeit, und es kamen uns auch keine Leute, riesige Bögen um uns – und wir um sie – schlagend, irgendwo entgegen.

Die günstigste Zeit für so ein Projekt ist jetzt übrigens trotzdem nicht. Letzte Woche haben wir ganz viel aussortiert, aber sämtliche Stellen, an die ich die Dinge bringen wollte – der Wertstoffhof, das Second-Hand-Kaufhaus vom Roten Kreuz und die Kleidercontainer – sind alle wegen Corona geschlossen.

Ich hatte ja zumindest damit gerechnet, dass ich die Tüte mit aussortierten Klamotten loswerde, aber an jedem einzelnen Altkleidercontainer hing ein Zettel, dass sie derzeit die Sachen nur in den Müll schmeissen könnten und man sie lieber zu Hause lagern soll, bis das Sortieren und der Weiterverkauf wieder funktionieren. Klar. Der kleine Herr Maus läuft derzeit auch mit Hochwasserhosen durch die Gegend, weil ich jetzt eben auch nicht in den Laden gehe, wo es die noch guten Sachen aus den Kleidercontainern zu kaufen gibt. (Und woanders kaufe ich ganz sicher keine Kinderhosen mehr, seitdem ich gesehen habe, wie gut erhaltene, teilweise sogar neue, Sachen dort verkauft werden. Was natürlich auch eher ein trauriges Bild auf unsere Gesellschaft wirft…) Der kleine Herr Maus kann dann jetzt ja vielleicht bald erstmal auf kurze Hosen umsteigen. Hoffe ich. Heute Nacht gab’s erstmal wieder Frost und über den Tag verteilt mehrere Hagelschauer.


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Coronaklausur, Tag 29

Finnland hat 3237 bestätigte Coronafälle.

Ich begann meinen Morgen damit, 140 Liter Regenwasser geschmolzenen Schnee von der Regentonne hinterm Haus in die Regentonne vorm Haus zu tragen. Das dürfte ungefähr die Menge sein – der unumstösslichen Wasserpauschale sei Dank – die der Nachbar bei seinen mehrstündigen Waschsessions in fünf Minuten durch den Hochdruckreiniger jagt. Aber Resignieren ist keine Option. Als ich fertig war, war die hintere Regentonne fast wieder voll, so schnell schmolz der Schnee vom Dach, und 300 Liter Regengiesswasser sind halt trotzdem 300 gesparte Liter Trinkwasser.

Nach der ersten Pause erschien ein Zettel an einer Kinderzimmertür.

Das Fräulein Maus schrieb eine Klassenarbeit. Es war eine, bei der ausdrücklich Lehrbuch, Internet und Notizen benutzt werden durften, aber sie durfte sich von niemandem helfen lassen. Deshalb mussten alle ihre Kameras anhaben; Fragen an die Lehrerin konnten sie schriftlich im Chat stellen.

Der grosse Herr Maus machte auch heute ohne zu murren Unterricht. Dabei hätte er heute einen ganz besonders tollen Tag gehabt: seine Klasse wäre auf eine 24-stündige Kreuzfahrt gegangen. Aber ohne Karaoke, Tax-Free-Shopping und besoffene Mitreisende: die wunderbare Grace hätte sich für 24 Stunden in eine schwimmende Kinderuni verwandelt, mit Laboren, Hörsälen und Teststrecken. Und es hätte natürlich eine Luxus-Mensa gegeben und gestern Abend trotzdem, wie es sich für so eine Kreuzfahrt gehört, Disco mit Livemusik. Ach, ach. Es tröstet ein bisschen, dass es schon einen Nachholtermin im Oktober gibt. Wenn.

Die Isolation der Provinz Uusima wurde heute ein bisschen überraschend vier Tage vorfristig aufgehoben. Nun sind die Leute aufgerufen, trotzdem nicht im Land herumzureisen und auch nicht ins Mökki zu fahren. Und sowieso und überhaupt natürlich eigentlich ganz zu Hause zu bleiben.

Ansonsten ist der Frühling zurück. Der Ähämann und ich tranken Kaffee Tee neben der blühenden Forsythie, und danach widmete ich mich der frühestmöglichten Bekämpfung der unkrautartigen Glockenblumen, die zwar hübsch anzusehen sind, aber den ganzen Garten überwuchern würden, wenn man sie liesse. Morgen werde ich vielleicht ein paar Blumenkästen – die man zur Not bei Nachtfrost reinholen kann – mit Radieschen- und Salatsamen bestücken.

Nicht, dass mir in den vergangenen 29 Tagen auch nur ein einziges Mal langweilig geworden wäre. Aber es ist schön, dass für diese kleinen Dinge jetzt auf einmal viel mehr Zeit ist.


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Coronaklausur, Tag 25

Finnland hat 2905 bestätigte Coronafälle.

Seit wir alle immerzu zu Hause sind, sind wir gefühlt andauernd am Putzen, Waschen, Kochen, Tischdecken, Geschirrspülereinräumen, Seifenstückewechseln. Wenn wir fertig sind, müssen wir wieder von vorn anfangen. Der Aufwasch hat sich verdoppelt, die Menge an Staub hat sich verzehnfacht, die Seife löst sich von alleine auf.

Der Ähämann ging gestern Abend zum Wocheneinkauf ins Prisma. Halb zehn, da war es recht ruhig. Gelobt seien die finnischen Ladenöffnungszeiten! (Alkoholhaltige Getränke standen ja nicht auf dem Einkaufszettel.)

Ich musste heute trotzdem nochmal in den Lidl, wegen Sachen, die es nur dort gibt. Unter anderem die einzigen Brötchen, die in Finnland diesen Namen verdient haben. Wir schaufeln die am Backstand immer in unsere wiederverwendbaren Gemüsetüten, frieren sie zu Hause ein und tauen sie dann nach und nach zum Frühstück auf. Am Backstand gibt es derzeit aber nur fertig in Papiertüten gepackte zwei oder vier Brötchen. Ob ich ein paar mehr haben könnte, gleich in meinen eigenen Beutel, fragte ich einen, der gerade einräumte. Wenn ich 20 Minuten Zeit hätte, könne er mir 18 Stück aufbacken, sagte er. Fand ich nett. Ich packte den Einkaufswagen voll mit Dingen für mindestens die nächsten sieben Tage, dann bekam ich zwei meiner Stoffbeutel gereicht mit den Worten: „Vorsicht! Die sind noch ganz heiss!“

Das Fräulein Maus hat mir vorm Einkaufen übrigens schnell noch was genäht, aus einer ehemaligen Wickelunterlage und einem ehemaligen Lieblingsschlafanzug des kleinen Herrn Maus (der so geliebt war, dass er am Ende keine Knie und keine Ellenbogen mehr hatte).

Ich stehe übrigens mit meiner finnischen Blauäugigkeit einigermassen fassungslos vor den deutschen Grabenkämpfen ums Masketragen und dass in so einer Situation tatsächlich dann auch noch Abmahnanwälte aus ihren Löchern gekrochen kommen, weil jemand einen nicht erlaubten Begriff für so ein selbstgenähtes Ding benutzt.

Ähnlich fassungslos machen mich Blogs – keine, die ich – Gott bewahre! – regelmässig lese, aber ich habe in den letzten Wochen öfter hier und da rumgelesen, weil ich es schön finde, persönliche Erfahrungen zu lesen, wie das anderswo mit der Schule und den Ausgangsbeschränkungen derzeit so läuft – in denen jetzt Coronatagebücher geschrieben und hinter den Einträgen virtuelle Hüte / Kaffeekassen / Spendendosen aufgestellt werden. Noch dazu, wo diese Einträge sowieso schon mit gesponserten Links gespickt sind und aus ihnen hervorgeht, dass keiner dieser Leute zur Zeit irgendwelche umständebedingten finanziellen Einbussen hat. Was mich dabei am meisten verwundert: dass diesen Spendenaufrufen offensichtlich tatsächlich Leute nachkommen. Nur so als Anregung, wo in diesen Zeiten Spenden dringend gebraucht würden: für die Menschen in Moria, für die Kinder in Kriegs- und Krisengebieten, für die vergessenen Völker in Afrika, die alle viel mehr unter Corona leiden werden als wir, die wir keine grösseren Sorgen haben als wo wir Toilettenpapier und Hefe herbekommen in diesen Zeiten und ob der Lehrplan unserer Kinder eingehalten werden wird.

Ansonsten war das ein sehr schöner fauler Tag. Der Ähämann hat uns leckere Steaks zubereitet, die wir bei 5°C – Aber Sonne! Und Windstille! – im Garten gegrillt haben. „Das riecht wie auf dem Weihnachtsmarkt!“, rief das Fräulein Maus begeistert. Und geschmeckt hat es fast noch besser. Offensichtlich hatte der Ähämann grosses Glück beim Fleischkauf, denn aus finnischem Fleisch ist ja normalerweise nicht viel Geschmack rauszuholen. Und Grillkäse und Mäusespeck gab’s auch noch. Dabei ist ja erst Karsamstag. Aber morgen soll’s regnen.


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Anschauungsunterricht Erneuerbare Energie

Was uns alle fünf immer wieder von neuem fasziniert, wenn wir in Deutschland sind, sind die Windkraftanlagen. Besonders im Norden, wenn wir gerade erst angekommen sind und die Windräder in riesigen Gruppen rechts und links der Autobahn stehen und mit den Armen wedeln. Oder wenn an der Autobahnraststätte auch ein Tieflader mit riesigen Rotorblättern drauf Pause macht.

Diesmal ergab es sich so, dass wir die erste Nacht in Deutschland woanders schlafen mussten als den Rest des Urlaubs. Neben vier grossen Windrädern. „Morgen will ich da hingehen!“, verkündete der kleine Herr Maus. Nach zwei Tagen im Auto tat ein Spaziergang an frischer Luft sowieso not, und ausserdem muss man so einem finnischen Kind ja auch endlich mal zeigen, wie so ein Windrad ganz aus der Nähe aussieht!

Es war ein Tag mit einem dieser Stürme, die es ja jetzt leider öfter gibt, und wir mussten uns mit aller Kraft gegen den Wind anstemmen, um überhaupt auf freiem Feld voranzukommen. Wir klappten trotz der Anstrengung alle Krägen und Kapuzen hoch, weil uns schon nach ein paar Schritten die Ohren wehtaten. Unterm Windrad legten wir uns auf den Rücken und guckten fasziniert zu, wie die riesigen Rotorblätter sanft rauschend über uns hinwegzogen.

Ich mag die Dinger übrigens wirklich. Sehr. Und die allgemeine Verweigerungshaltung macht mich einfach nur wütend und sprachlos. Hier in Finnland hörte ich einmal, Windkraft sei ja schön und gut und in Norddeutschland würden sich die Windräder ja auch ganz schön machen, aber in die finnische Landschaft mit ihren Wäldern passten sie einfach nicht. Die Frage ist nur, was von den finnischen Wäldern dann noch übrig ist, wenn hier erstmal mediterranes Klima herrscht. Oder arktisches, je nachdem, welches der möglichen Szenarien eintreten wird. Himmelherrgottnochmal!

Ein paar Tage später gingen wir den Kindern dann noch zeigen, wie man sehr simpel Energie speichern – zum Beispiel die, die an Sturmtagen produziert, aber nicht komplett gebraucht wird – und bei Bedarf wieder freisetzen kann. Zwischen zwei Weihnachtsmärkten machten wir einen Abstecher zum Pumpspeicherwerk Markersbach, das ich, in seiner Nähe aufgewachsen, immer für eher klein gehalten hatte, das aber tatsächlich eines der grössten Pumpspeicherwerke in Europa ist. (Im kleinen Erzgebirge! Wo es doch auch in Norwegen und in der Schweiz welche gibt!)

Die Dammkrone des Oberbeckens durfte man leider nicht betreten, denn es hatte ein paar Krümel geschneit und es war aus Sicherheitsgründen alles verriegelt und verrammelt. Dafür ist die Staumauer des Unterbeckens eine der wenigen in der Gegend, über die man drüberlaufen darf. Manchmal darf man auch in die Maschinenkaverne, aber es gibt dafür keine regelmässigen Termine.

Das Wasser war übrigens gerade unten.