Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Nachtfrost und Schneeschauer

Wir sind ja eigentlich dran gewöhnt.

An unserem ersten Ostern in Finnland machten der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich eine Radtour mit Zelt. Als wir nach dem Frühstück unser Geschirr abspülen wollten, mussten wir erstmal ein Loch ins über Nacht wieder zugefrorene Meer klopfen.

Aber gut, dass wir heute verabredet waren. Sonst wären wir bei 1°C Tageshöchsttemperatur vermutlich trotzdem nicht zu einer Wanderung aufgebrochen.

Dabei war es natürlich wie immer: wenn man erstmal draussen ist, ist es richtig schön.

Alles Wasser im Moor war mit einer Eishaut überzogen. Der Schnee, der ab und zu fiel, war nicht der sonst für diese Jahreszeit typische windgepeitschte Schneeregen, sondern segelte wie Frau Holles feinste Daunen vom Himmel. Viel besser als Regenschauer!

Und die Sonne wärmte schon richtig. Ist ja schliesslich schon Mitte April.


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kaksisataakuusikymmentäyksi

Als ich vorhin im Schneetreiben (ja, richtig gelesen) mit dem kleinen Herrn Maus schnell ins Einkaufszentrum fuhr, um noch drei Geschenke für einen Kindergeburtstag am Freitag zu besorgen, waren wir beide recht froh, dass es dort eine Tiefgarage gibt und wir uns nicht dicke, nasse Schneeflocken in den Nacken wehen lassen mussten. (Aus der Tiefgarage kam uns, genau in dem Augenblick, als wir hineinfuhren, eine 261 entgegen.)

Jetzt allerdings steht der kleine Herr Maus schon seit einer Stunde im Schneeregen im Hof und guckt den echten Akselis dabei zu, wie sie den Splitt wegmachen.

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Fast wie November

Wir hatten es schon nebenher beim Tatort*-Gucken gesehen. Gebannt musste ich zwischendurch immer wieder aus dem Fenster auf die riesigen Flocken gucken, die im Laternenlicht tanzten.

Kurz nach Mitternacht schlich der kleine Herr Maus aufs Klo. Er kam nicht sofort wieder zurück ins Bett, sondern tappelte vorsichtig zum Wohnzimmerfenster. ”Mama! Schnee!”, hauchte er, als er unter meine Bettdecke kroch.

”Ach, Schnee!”, sagte das Fräulein Maus teilnahmslos, als ich sie heute früh weckte, und liess sich wieder ins Bett zurücksinken.

Der grosse Herr Maus warf nach dem Aufstehen einen Blick in den Garten und knurrte: „Jetzt wird ja nie Sommer!“

Ich verordnete Gummistiefel für alle. Denn heute Nachmittag, da hat sich das weisse Zeug garantiert in Wasser aufgelöst.

Und ob er kommen wird, der Sommer!!!


*Der spielte diesmal gar nicht nur in Weimar. Schon beim Vorspann musste ich vom Sofa aufspringen – unser Haus! Das da ist unser Haus! Das Haus, in dem wir einst im elften Stock mit dem wunderbaren Blick über das ganze Saaletal gewohnt hatten!