Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Ostermontag

Ich hatte ja die leise Hoffnung, dass, wenn Ostern so spät ist, es dann vielleicht doch ausnahmsweise mal ein bisschen warm ist.

Tja nun. Dass es an jedem der vier Feiertage schneit, hatten wir auch noch nicht.

Schneeschauer sind ja aber gar nicht so schlecht. Immerhin muss man vor denen nicht davonrennen – man wird ja nicht nass. Und es sah schon jedes Mal recht schön aus, wenn der nächste Schneeschauer so herangeweht kam und Millionen Schneeflöckchen vom Himmel tanzten. Und dann der leuchtendblaue Himmel dazu, wenn die Sonne wieder rauskam!

Heute am Meer ganz besonders.

(Nur den Anorak, den würde ich dann jetzt schon ganz gerne endlich mal einmotten.)


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Nachtfrost und Schneeschauer

Wir sind ja eigentlich dran gewöhnt.

An unserem ersten Ostern in Finnland machten der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich eine Radtour mit Zelt. Als wir nach dem Frühstück unser Geschirr abspülen wollten, mussten wir erstmal ein Loch ins über Nacht wieder zugefrorene Meer klopfen.

Aber gut, dass wir heute verabredet waren. Sonst wären wir bei 1°C Tageshöchsttemperatur vermutlich trotzdem nicht zu einer Wanderung aufgebrochen.

Dabei war es natürlich wie immer: wenn man erstmal draussen ist, ist es richtig schön.

Alles Wasser im Moor war mit einer Eishaut überzogen. Der Schnee, der ab und zu fiel, war nicht der sonst für diese Jahreszeit typische windgepeitschte Schneeregen, sondern segelte wie Frau Holles feinste Daunen vom Himmel. Viel besser als Regenschauer!

Und die Sonne wärmte schon richtig. Ist ja schliesslich schon Mitte April.


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kaksisataakuusikymmentäkolme

Das Auto vor mir scherte aus der Linksabbiegerspur gleich wieder aus. Ich hatte eigentlich den gleichen Impuls, als ich den völlig überfüllten Supermarktplatz sah, aber versprochen ist versprochen: die Kinder hatten sich Mämmi gewünscht, und ich hatte es beim letzten Einkauf vergessen, und was man nicht im Kopf hat… tja nun.

Bevor ich in den Supermarktparkplatz einbog, musste ich aber erst noch eine 263 vorbeilassen. Und dann fand ich einen sehr günstig gelegenen Parkplatz, und es war nicht nur das Mämmi in grossen Mengen gleich ganz vorn in den Tiefkühltruhen aufgestapelt, sondern auch die dazugehörige Vanillesosse gleich obendrauf gestellt, so dass ich mich nicht mal erst in die Milchabteilung durchkämpfen musste, und dank Selbstbedienungskasse war ich nach insgesamt zwei Minuten fertig mit meinem Ostereinkauf.

Grund für das „Es gibt nie wieder etwas zu essen“-Hamstergehabe gibt es übrigens nicht. Seit letztem Jahr gibt es hier gar keine gesetztlich vorgeschriebenen Ladenschlusszeiten mehr, und seitdem haben die Läden dauernd auf: nicht nur abends bis um neun oder zehn, sondern auch an sämtlichen Feiertagen, ausser an Juhannus und am ersten Weihnachtsfeiertag.

Was sich nicht geändert hat, sind die Alkoholverkaufszeiten. Der ALKO hat sonn- und feiertags, wie immer schon, geschlossen. Und worauf ich vor dreizehn Jahren das erste Mal reingefallen bin, das passiert uns immer noch: Neulich lieferte der Ähämann das Fräulein Maus in aller Herrgottsfrühe zum Wettkampf in der Turnhalle ab und erledigte auf dem Rückweg gleich einen grösseren Einkauf. Nur die zwei Dosen Weizenbier, die musste er an der Kasse zurücklassen. Es war noch vor um neun.

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Anders

Eines der wenigen Dinge, von denen ich mich in Finnland sofort und endgültig verabschieden musste, ist meine Vorstellung von Ostern.

Ostern ist für mich erstes grünes Gras und Sumpfdotterblumen, bunte Eier an blühenden Forsythiensträuchern, Glockengeläut, Puppenwagenspaziergänge durch blühende Parks, ausgedehnte Radtouren, Ostereier zwischen Krokussen, Picknicks mit Hummelgebrumm.

Nicht, dass es in Deutschland zu Ostern immer warm und sonnig gewesen wäre. Nicht, dass hier in den letzten zwölf Jahren nicht auch schon einmal die Krokusse geblüht hätten und wir einmal in T-Shirts radfahren gewesen wären. Und es ist jetzt auch nicht so, dass wir jedes Jahr Ostereier im Schnee suchen würden. Meist ist es einfach nur eklig und kalt. Grau und windig.

Der Finne fährt über Ostern übrigens gern nach Lappland, zum Skifahren. Die Schneebedingungen sind dann ganz prima, und die Sonne wärmt und strahlt bis spätabends. Eigentlich genau meins. Aber nicht zu Ostern. Ostern ist Frühling. Punkt.

Überhaupt wird Ostern hier keine grössere Bedeutung beigemessen. Osterferien? Gibt es nicht. Ostereier färben? Macht keiner. Osterhase? Unbekannt. Immerhin säen die Kinder im Kindergarten Ostergras aus und basteln Küken und Hasen. Aber dass der Glaube unserer Kinder an den Osterhasen sehr viel geringer ist als der an den Weihnachtsmann, ist dann doch nicht weiter verwunderlich.

Mir fehlt das Glockenläuten am Karfreitagnachmittag und am Ostersonntagmorgen. Einmal, als wir noch keine Kinder hatten, waren wir zu einem Osternachtgottesdienst. Der war sehr schön. Aber. Vielleicht in ein paar Jahren wieder.

Manchmal bietet irgendein Museum eine Osterausstellung oder einen Ostereiweitrollwettbewerb für Kinder an. Falls Ostern spät liegt und mit gutem Wetter zu rechnen ist. Wenn Ostern schon im März ist, dann haben die Museen einfach das ganze Osterwochenende zu.

Es ist jetzt auch nicht so, dass wir vier Tage komplett frei und viel Zeit für Ausflüge hätten. Seit das Fräulein Maus unter die Leistungssportler gegangen ist, liegt Ostern immer mitten in der Wettkampfsaison. Da wird wie immer freitags, sonntags und montags trainiert. Auch wenn zufällig Karfreitag, Ostersonntag oder Ostermontag sein sollte. Und der kleine Herr Maus hat am Samstag ein dreistündiges Fussballturnier.

Die Meteorologen versprechen auch dieses Jahr wieder graue Wolken und Regen, abwechselnd mit Sonne und eisigem Wind.

Machen wir eben keinen Osterspaziergang. Bauen wir eben über Ostern die Modellbahnanlage um.

Festtagsbräuche sind schliesslich auch nicht in Stein gemeisselt.

Frohe Ostern!