Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kolmesataayhdeksänkymmentäviisi

Gestern besuchte der kleine Herr Maus seinen besten ehemaligen Schulfreund.

Mit dem Fahrrad über die Hängebrücke, durch den Wald und am Pferdehof vorbei sind es von uns bis zu ihm nur 7 km.

Der Plan war, dass der Ähämann, der grosse Herr Maus und ich den kleinen Herrn Maus hinbegleiten, wieder heimfahren, und der Ähämann und ich ihn später wieder abholen. Vielleicht mit einer Eispause am Supermarkt.

Den Rückweg nahmen wir über die nächste Stromschnelle flussaufwärts. Der Ähämann beschloss, dass er keine Lust zum Kochen hätte, und wir beschlossen gemeinsam, dass wir mal wieder zum Australier im Stadtzentrum, der jetzt wieder auf haben darf und wo man auch draussen sitzen kann, gehen könnten. Wir riefen das Fräulein Maus an, ob sie mitkommen wolle, und verabredeten uns mit ihr dort, wo sich unsere Wege kreuzen würden. Dann fuhren wir auf der einen Seite immer am Fluss entlang ins Stadtzentrum und später auf der anderen Seite immer am Fluss entlang wieder zurück. Das Fräulein Maus fuhr wieder nach Hause, der Ähämann und ich guckten auf die Uhr und stellten fest, dass wir mit einem Umweg über den Supermarkt genau zur verabredeten Zeit wieder beim kleinen Herrn Maus wären. Der grosse Herr Maus wollte auf jeden Fall noch bis zum Supermarkt zum Eisessen mitkommen und eventuell von da allein zurück nach Hause fahren, beschloss dann aber, doch die ganze Tour mit uns zu machen. Am Ende zeigte der Kilometerzähler 44 km. (Auf den letzten 12 fuhren wir auch noch Brot, Eier und Milch spazieren.)

Die Radwege am Fluss entlang Richtung Stadtzentrum und über die beiden kleinen Brücken flussaufwärts sind landschaftlich wirklich schön. Das Spannendste ist aber zur Zeit das Stück an der grossen Baustelle, wo ein neues Schnellstrassenkreuz gebaut wird und wo der Radweg umgeleitet wird: durch eine stille Parallelstrasse, quer durch eine Tankstelle, hinter statt vor dem Supermarkt entlang, auf einem mit feinstem Asphalt ausgelegten Behelfsradweg mitten durch die Baustelle. Alles perfekt mit Umleitungsschildern und -wegweisern ausgeschildert, mit extra aufgestellten Behelfsampeln und durchgängigen Bauzäunen zum Schutz vor Autos versehen. Nur einmal verfuhren wir uns ein bisschen, als wir über den grossen Supermarktparkplatz radelten statt hinter dem Supermarkt entlang.

Immerhin kamen wir so an einer parkenden 395 vorbei.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385, 386-387, 388-389, 390, 391-393, 394]


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Wochenende auf Rädern

Ich denke ja manchmal ein bisschen wehmütig an die Zeiten zurück, als sie alle noch klein waren. Aber grosse Kinder sind echt toll!

Samstag.

Mit drei grossen Kindern kann man mit dem Fahrrad nicht nur die wichtigsten Einkäufe im nächstgelegenen Einkaufszentrum erledigen – einer brauchte eine Regenjacke, eine eine Regenhose, einer einen neuen Fahrradhelm, eine neue Rollschuhe, einer kaufte sich von seinem Taschengeld ein Skateboard – sondern sogar hinterher noch den Wocheneinkauf im Supermarkt machen.

(Weil.)

Dass es im Einkaufszentrum jetzt ein Fahrradparkhaus gibt, war recht praktisch, denn es, nun ja, schneeregnete.

Sonntag.

Als ich nach dem Frühstück zu klein gewordene Rollschuhe aussortieren und die am Vortag neu erstandenen Rollschuhe in die Rollschuhkiste einräumen wollte, beschlossen der Ähämann und ich spontan, dass unsere 25 Jahre alten und in den letzten Jahren hauptsächlich von Nagetieren als Unterkunft genutzten Rollschuhe jetzt dann doch mal ausgedient haben.

Der Ähämann ergatterte das vorletzte und ich das letzte Paar in der passenden Grösse. (So ging es uns letzte Saison schon mit zwei Paar neu anzuschaffenden Skiern.)

Bei der anschliessenden Probefahrt stellten wir fest, dass wir einen weiteren Meilenstein erreicht haben: sechs Jahre, nachdem der Osterhase ihnen ihre ersten Inlineskates gebracht hat, kann man mit den Kindern richtige Touren fahren. Direkt von zu Hause aus eine Stunde am See entlangrullern, zack, 8 km!

(Es kam direkt die Frage auf, ob wir jetzt immer rullern statt wandern gehen können.)

Presseschau.

Schon bisschen älter, aber passend zum Thema: Finnlands berühmtester Inlineskater ist übrigens Sauli höchstpersönlich.


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kolmesataakahdeksankymmentäkahdeksan, kolmesataakahdeksankymmentäyhdeksän

Als ich gestern Abend heimfahren wollte und an der ersten Ampel, die sich quasi direkt neben dem Fahrradständer befindet und immer, immer, immer erstmal rot ist in die Richtung, in die ich fahren muss, warten musste, kam von der anderen Seite eine 388 gefahren. Und als die Ampel dann endlich grün wurde und ich gerade losgefahren war, mussste ich an der Bushaltestelle gleich hinter der Ampel einen Bus überholen, und das war die 389.

Läuft.

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kolmesataakahdeksankymmentäkuusi, kolmesataakahdeksankymmentäseitsemän

Seit letzter Woche ist offiziell Frühling.

Die Radwege sind komplett schnee- und eisfrei. Ich fahre wieder Sommerfahrrad und fühle mich, als wäre ich auf ein Fahrrad mit Motor umgestiegen, vor allem, seit die Kehrmaschinen den unsäglichen Splitt von den Wegen gesaugt haben.

Eine Ausnahme allerdings gibt es: der allerkürzeste Radweg taut für gewöhnlich irgendwann im Mai auf ist erst seit gestern eisfrei. Und deswegen bin ich an dieser Stelle eine Woche lang einen Umweg gefahren. Jeden Tag an der 384 vorbei, die dort wohnt. (Aber als ich die gesucht habe, war an Fahrradfahren gerade überhaupt nicht zu denken.) Hmpf. Aber weil der Umweg kein Radweg, sondern eine recht viel befahrene Vorortstrasse ist, überholte mich dort letzten Dienstag eine 386.

Und die 387 sah ich genau eine Woche später gleich zweimal: mittags, als ich mit den Hortkindern von der Schule zum Hort lief, und abends, als ich den kleinen Herrn Maus in die Musikschule fuhr.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378, 379, 380-381, 382, 383, 384, 385]


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kolmesataakahdeksankymmentäviisi

Letzte Woche bin ich wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit gefahren. Weil meine Monatskarte abgelaufen war – Was? Über vier Wochen Winter schon?! – und sich die Verhältnisse auf den Radwegen auch wieder beruhigt hatten: ausserhalb des Stadtzentrums waren sie von festgefahrenem, glattem, ungestreutem Schnee bedeckt, der Winterradweg im Stadtzentrum von schwarzem Eis aus wieder gefrorener Salz-Schnee-Suppe. Beides mit Spikereifen gut machbar. (Ersteres ist mein Lieblingsstrassenbelag fürs Winterfahrrad. Es fährt sich fast so mühelos wie auf Asphalt, während sich die Spikes lustig durch die harte Schneeschicht schnurpsen.)

Am Dienstag sah ich zuerst die 386 (tja nun), und auch die 380, die 381 und die 384 nochmal. (Aus dem Bus sehe ich keine Kennzeichen, da gucke ich nur ins Buch.)

Am Mittwoch fuhr ich früh ausnahmsweise doch Bus und sah dann die 385 auf der grossen Brücke, als ich Hortkinder abholen ging. Nach der Arbeit holte mich der Ähämann ab, mit Skiern.

Das hatten wir vor zwei Wochen schon gemacht, skifahren gehen, während der kleine Herr Maus Orchesterprobe und Klavierstunde hat. Vor zwei Wochen hatten wir noch eine beleuchetete Loipe gebraucht, obwohl ich auch da schon ganz aus dem Häuschen gewesen war, dass es die erste halbe Stunde noch ein bisschen hell gewesen war.

Diesen Mittwoch konnten wir schon auf die Lieblingsloipe gehen. Wir erhaschten sogar noch die allerletzten Sonnenstrahlen. Und es war schon wieder eine ganze Stunde länger hell als eben noch.

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In der Fahrradwerkstatt

Während ich gestern auf Arbeit war, war das geflügelte Ross in der Lieblingsfahrradwerkstatt. Das passte gut, da sich mein Arbeitsplatz jetzt wieder in Laufentfernung zur Fahrradwerkstatt befindet.

Ich war ein bisschen sauer, dass nach nur vier Jahren Kette und Zahnkränze völlig hinüber waren. Ja, ich fahre täglich und viel – aber beim inzwischen 20 Jahre alten Pe-u-ge-ot, der immer noch als Winterfahrrad im Einsatz ist, hat es 16 (!) Jahre gedauert, bis die Zahnkränze ersetzt werden mussten:

Grmpf.

Die Fahrradwerkstatt hat mir vor Jahren übrigens meine ebenfalls vielfahrradfahrende Bürokollegin und ehemalige Mitdoktorandin recherchiert, nachdem ich sie nach einer guten Werkstatt gefragt hatte. Sie konnte mir keine empfehlen – nur von einer abraten; zu Recht, denn einmal ging ich trotzdem hin, weil sie am Weg lag und ich eine neue Glühbirne fürs Vorderlicht brauchte, möglichst noch vor dem Heimweg, und der Werkstattbetreiber warf nur einen flüchtigen Blick auf mein Fahrrad und schickte mich mit den Worten „Nabendynamo mach‘ ich nicht“ quasi wieder weg – aber fing wie immer, wenn ich sie nach irgendwas gefragt oder eine Sache auch nur erwähnt hatte – wo man eine Regentonne herbekäme oder ob es in Finnland Modelleisenbahnläden gibt oder wie man denn an Minkkacke kommen könne – sofort an, das finnischsprachige Internet für mich nach dieser Sache zu durchforsten.

Ich finde die Werkstatt jedenfalls prima. Sie machen Reparaturen vergleichsweise preiswert, dafür umso besser, weil dort, so mein Eindruck, ausschliesslich Enthusiasten arbeiten. Einer hat mir mal eine Stunde lang einen Fahrradständer für mein Fahrrad passend umgearbeitet, weil ich, als ich noch mit Kindersitz hinten drauf rumfuhr, einen Ständer wollte, mit dem mir nicht jedesmal das Fahrrad beim Kind-in-den-Sitz setzen fast umkippt. Ausserdem kann man dort die guten deutschen Spikereifen kaufen, Kettenölfläschchen umweltfreundlich wiederauffüllen lassen und sogar vereinbaren – und das ist sensationell in Finnland! – dass man erst zehn Minuten nach Ladenschluss sein Fahrrad wieder abholen kommt, weil man es eher nicht von Arbeit oder vom Zug dahin schafft.

Gestern stand dort ganz unverhofft eine ehemalige Nachbarin aus unserer alten Wohnung hinterm Tresen. Wir freuten uns beide unheimlich über das Wiedersehen und redeten erstmal eine halbe Stunde. „Ihr habt damals unseren Kindern so tolle Süssigkeiten zu Halloween geschenkt!“, sagte sie, und ich konnte mich erst gar nicht daran erinnern, bis sie sagte: „Da hattet ihr noch gar keine Kinder.“ Und dann fiel mir wieder ein, wie wir gerade in die neue Wohnung eingezogen waren und der Flur voller Kisten stand und es plötzlich an der Tür klingelte und wir nicht nur erstmal die Kisten umstapeln mussten, um die Tür überhaupt öffnen zu können, sondern uns auch einfiel, dass wir überhaupt nicht auf süssigkeitensammelnde Hexen und Gespenster vorbereitet waren und dass die „tollen Süssigkeiten“ deshalb wahrscheinlich irgendwas aus unserem deutschen Vorrat waren. Und wie nett ich gleich von Anfang unsere neue Nachbarschaft fand. Die ehemalige Nachbarin ist übrigens eine weitere der unzähligen Biolog*innen, die ich kenne, die mittlerweile glücklich in einem völlig anderen Beruf arbeiten. Und das kleine Gespenst von damals studiert inzwischen Maschinenbau in Tampere.

Die Reparatur war übrigens teuer. Sie kostete so viel wie dreieinhalb Monatskarten für den Bus. So gesehen war es fast geschenkt. Das letzte Mal Bus gefahren bin ich in den Skiferien vom Bahnhof nach Hause . Das letzte Mal einen ganzen Monat Bus gefahren bin ich vorletzten Winter, als es in Turku unerwartet so oft und viel schneite, dass auf den Radwegen wochenlang erst zehn Zentimeter hoch der Schnee lag und dann der übliche gefrorene Turkuer Schneematsch.


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Sommerferien minus 13

Finnland hat 6347 bestätigte Coronafälle.

Der Sonntag begann mit Weckerklingeln um halb neun und körperlicher Betätigung. Der kleine Herr Maus hatte mit seiner Klein-Trainingsgruppe Schwimmtraining in Turkus kleinster Schwimmhalle. Wir fuhren – kein Auto wann immer es geht! – die vier Kilometer mit dem Fahrrad hin.

(Ich fuhr sie dann wieder zurück und eine Stunde später wieder hin und mit dem kleinen Herrn Maus gemeinsam wieder zurück. War nicht schlimm – ausser dass das mein Arbeitsweg seit acht Jahren ist und ich den eigentlich nicht auch noch am Wochenende brauche. Ich fühlte mich aber sehr wach danach.)

Der kleine Herr Maus war ein bisschen aufgeregt. Richtiges Schwimmtraining! Nach so langer Zeit!

„Und? Kannst du noch schwimmen?“, fragte ich ihn, als ich ihn wieder abholte. „Naja. Ich war ganz schön langsam. Das Wasser war wie Joghurt!“

Aber im Bad riecht’s jetzt wieder so, wie es sonntags riechen muss. Nach Chlor.


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Coronaklausur, Tag 8

Finnland hat 880 bestätigte Coronafälle.

Schule läuft. Fast so, als ob Schule wäre.

Früh punkt sieben treffen für die Kinder die Wilma-Nachrichten von ihren Lehrer*innen mit dem Tagesprogramm ein. Immer mit irgendeiner aufmunternden Nachricht: „Das kriegen wir gemeinsam schon hin!“ oder „Du kannst mich jederzeit anrufen, wenn du eine Frage zum Unterrichtstoff oder ein Problem mit einer Aufgabe hast!“ oder „Denk bei dem schönen Wetter dran, deine Pausen draussen zu verbringen!“

Um acht (die Oberstufenschülerin) bzw. um neun (die beiden Unterstufenschüler) verschwinden sie in ihren Zimmern, und ich sitze auf einmal wieder ganz allein am Esstisch, während ich am Nachmittagsprogramm für den Fernhort bastle. Ab und zu hört man sie durch geschlossene Türen in ihre iPads oder Telefone oder Laptops murmeln und ihre Lehrerinnen antworten, oder dass sie sich gerade ein Lernvideo angucken oder sich der kleine Herr Maus das nächste Englischkapitel von der Arttu-App vorlesen lässt, und in regelmässigen Abständen bimmelt mein Telefon und zeigt mir an, dass einer der Herren Maus wieder eine fertige Aufgabe bei SeeSaw hochgeladen hat oder seine Lehrerin das kommentiert hat.

Ich bin sehr dankbar für diese strukturierten Tage, dank denen ich kein Kind immer wieder dazu anhalten muss, jetzt vielleicht dann doch endlich mal mit seinen Aufgaben anzufangen oder sie in einer vernünftigen Zeit durchzuziehen. Dankbar dafür, dass niemand von uns Eltern erwartet, den eigentlichen Unterricht abzuhalten, sondern nur, dass wir unterstützend und motivierend zur Seite stehen. Und besonders dankbar bin ich dafür, dass in finnischen Schulen Lernen lernen von Anfang an das allerwichtigste Lernziel ist. Ich glaube, gerade das hilft jetzt ungemein.

Mittwochs hat das Fräulein Maus drei Stunden Hauswirtschaft. Genau wie in der Schule machten sie die erste Stunde Theorie – per Videokonferenz – und dann sollten sie ein Mittagessen ihrer Wahl kochen. Der Ähämann freute sich, dass er heute mal nicht in der Pflicht war, und das Fräulein Maus bereitete uns Ofenkartoffeln, Fischstäbchen und Salat. (Sie musste alle Schritte mit Fotos dokumentieren und hinterher einreichen.)

Der kleine Herr Maus bekommt auch jeden Tag drei kleine Haushaltsaufgaben von seiner Lehrerin, von denen er sich eine raussuchen und in der Mittagspause erledigen soll. Sowas wie „alle Türklinken abwischen“ oder „dein Zimmer aufräumen“ oder „den Geschirrspüler ausräumen“. Heute stand unter Anderem „bei der Wäsche helfen“ zur Auswahl, und wir haben kurzerhand, denn es war bestes Handtuchwetter, die Draussentrockensaison eröffnet. Ich habe ihm die Kinderleine gespannt, und er hat alle Stofftaschentücher und -servietten der letzten zwei Wochen ganz allein aufgehängt.

Für den Nachmittag hatte ich ihm versprochen, mit ihm mit dem Rad einmal rund um den See zu fahren. Um den See zu wandern ist deutlich schöner, weil die Radwege eher durch Industriegebiete führen als am See entlang, aber schön war’s trotzdem. Rast machten wir auf einem Vogelturm, auf den man mit dem Fahrrad hochfahren kann. Hihi.


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kolmesataakuusikymmentäkolme

So sehr ich bis zuletzt noch auf wenigstens ein, zwei Tage Winter und wenigstens eine einzige, klitzekleine Skitour gehofft hatte – nach den „Ski“ferien, nach insgesamt dreieinhalb Monaten November, hatte ich abgeschlossen mit dem diesjährigen Winter. Dann eben nicht.

Ironischerweise war dann die letzte Woche die, in der es zum ersten Mal dieses Jahr tatsächlich ein bisschen winterlich war. März. (Obgleich ohne Schnee.) Und ich wusste gar nicht, dass mich diese Sonne und diese eiskalten Morgen auch ohne Schnee und obwohl wir nun alle schon auf den Frühling warten, so glücklich machen können.

Am Dienstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem grossen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Bus, weil es dem grossen Herrn Maus bei -8°C zu kalt war zum Fahrradfahren und ich mit meiner laufenden Nase auch lieber warten wollte, bis es ein paar Stunden später, als ich zur Arbeit musste, ein bisschen wärmer geworden war. Dann fuhren der grosse Herr Maus zur Schule und ich zurück nach Hause, und während wir auf den Bus warteten, kam eine 363 gefahren.

Am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem kleinen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Fahrrad, weil der kleine Herr Maus immer Fahrrad fahren will, auch bei -10°C. Ich fuhr übrigens Sommerfahrrad, weil es zwar eisig kalt, aber ansonsten völlig trocken und eisfrei auf den Strassen war.

Beide Male schien schon die Sonne, als wir das Haus um halb acht verliessen. Und während ich mich vor den Skiferien ganz unbändig gefreut hatte, dass, als ich Freitagabend um fünf die Horttür hinter mir zuzog, die Sonne hellorange gerade noch so über der Hafenausfahrt hing, scheint sie jetzt, nur zwei Wochen später, schon wieder eine ganze Stunde länger.

Am Donnerstag fuhr ich mit dem Auto auf Arbeit und sammelte um fünf den Ähämann am Bahnhof, den grossen und den kleinen Herrn Maus vom Deutschunterricht und das Fräulein Maus im Stadtzentrum ein, um mit ihnen in die Sauna auf der hintersten Spitze der Hausinsel zu fahren. Es war perfektes Wetter für ein kurzes Bad im Meer.

Die Sonne schien noch eine halbe Stunde, der eisige Nordwind, der uns die ganze Woche gequält hatte, hatte sich endlich gelegt, die Ostsee schaukelte ein paar hauchdünne Eisschollen und schwappte mit kleinen, glucksenden Sommerwellen auf den Strand, und der Himmel färbte sich erst orange und dann dunkelblau. In der Ferne zogen beide Schwedenfähren vorbei, und die Möwen gaben noch eine Flugshow vorm Schlafengehen.

Als wir heimfuhren, fuhren wir lange Zeit neben der hochhaushohen Grace her, die wie eine Erdölraffinerie hinter dem schmalen Stück Wald zwischen Strasse und Meer herausleuchtete.

Gestern fiel den ganzen Tag weisses, nasses Gelumpe vom Himmel und legte sich wie eine schwere, tropfende Decke auf Dächer, Wiesen und Bäume. Heute ist alles wieder verschwunden, es weht ein laues Lüftchen und die Vögel zwitschern. Kannst ruhig kommen, Frühling!

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Skiferien 2020, Tag 2

Am zweiten Ferientag machten wir eine Radtour.

Die Sonne schien, es waren sieben Grad, und der letzte Wind, mit dem Dennis weiterzog, fühlte sich ganz frühlingshaft lau an. im Vorgarten blühen das Sisu-Glöckchen und die Krokusse. (Am Fluss gibt es sogar die erste Kirschblüte zu bewundern!) Eigentlich sollten jetzt -20°C sein, Mitte Februar.

Das Fräulein Maus hatte einen Augenarzttermin im Stadtzentrum, und wir beschlossen spontan, mit den Fahrrädern hinzufahren. Vorher statteten wir noch, nachdem wir die Räder umständlich einmal durch überdachte Behelfsfusswege rund um die Grube geschoben hatten, dem Markt einen Besuch ab – in der Hoffnung, dass vielleicht doch der eine oder andere Blumenverkäufer wieder da ist. Mein Lieblingsblumenmann war tatsächlich da, und wir erstanden zwei Narzissen und zwei Träubchen im Topf, um das vergammelte Heidekraut in den Blumentöpfen vor der Haustür zu ersetzen. Sollte der finnische Winter sich doch noch besinnen – was ich nicht glaube – ist das Risiko gering: es sind diese kleinen Narzissen, die mindestens 10 Grad Frost aushalten. Und kälter wird es garantiert nicht mehr dieses Jahr – wie denn auch, wenn weder Meer noch Boden ordentlich gefroren sind?!

Der Augenarzttermin war übrigens völlig für die Katz. Die Stadt Turku schliesst manchmal, wenn sie mit ihren eigenen Ärzten nicht hinterherkommt, Verträge mit privaten Ärzten, zu denen man dann zu den gleichen Bedingungen wie in die städtische Poliklinik gehen kann. Prima daran war nur, dass wir quasi sofort einen Termin bekamen. Ansonsten hat der Privataugenarzt nichts weiter gemacht als den Sehtest der Schulschwester wiederholt – sowieso hielt er das Fräulein Maus, uns Eltern, die Schulschwester sowie die Schulärztin, die die Überweisung ausgestellt hatte, ganz offensichtlich alle zusammen für Simulanten. Das nächste Mal möchte ich bittedanke wieder in die städtische Poliklinik – dort wird man unter Anderem beim Augenarzt, bei dem ich schon zweimal mit dem kleinen Herrn Maus war, nämlich nicht nur gründlichst, sondern auch freundlich untersucht und behandelt. Grmpf.

Hinterher gingen wir zum Mittagsbuffet zum Lieblingschinesen, wegen dem wir übrigens zu keinem anderen Chinesen mehr gehen können, weil es bei allen anderen gleich und jede Speise nach Chinagewürz schmeckt.

„Das war aber eine schöne Frühlingsradtour!“, sagte das Fräulein Maus, als wir wieder zu Hause waren. Immerhin.