Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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neljäsataakaksikymmentäkaksi

Manchmal gehe ich, wenn ich Hortkinder abholen gehe, auf dem Weg noch schnell irgendwelche Besorgungen machen. Das Beste daran ist, dass ich dann zwar den einen oder anderen kleinen Umweg laufen muss, aber nicht fünfmal in der Woche, manchmal zweimal am Tag, den gleichen Weg. (Obwohl, der Weg ändert sich ja auch ganz ohne mein Zutun andauernd…)

Oft nehme ich dann den kürzesten Weg über den Schulhof der schwedischsprachigen Schule. Und dort stand, zumindest als ich monatelang vergeblich nach der 420 Ausschau hielt, jeden Tag eine 422. Als ich dann endlich die 420 und kurz darauf die 421 gesehen hatte , war sie nicht mehr da, die 422. So ein Mist!, dachte ich. Bis letzte Woche. Da war sie wieder da.

Vielleicht war sie in Quarantäne. Kommt ja jetzt öfter mal vor.

Apropos. Vielleicht wird das mit dem Coronapass hier doch noch was. Letzten Mittwoch, als der Ähämann und ich schon wieder, wie die Kinder nicht müde wurden zu betonen, ins Kino gingen, mussten wir ganz unerwartet unsere Coronapässe vorzeigen. (Zum Glück sind die Finnen ein ehrliches Volk und es scheint bisher wirklich keine Notwendigkeit zu geben, zum QR-Code auch einen Ausweis vorzeigen zu müssen. Ich hatte nämlich nur mein Handy, meine Buskarte und meine Bankkarte dabei.) Und gestern Abend zum ersten Mal auch in einem Café. Und anders als am Helsinkier Hafen haben jetzt auch alle Lese-Apps.

Der war übrigens auch sehr schön, der finnische Film auf Somalisch.

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neljäsataakaksikymmentä

Am Mittwoch war ich spät dran.

Ich habe die ganze Woche mit einer Erkältung rumgekrepelt, weswegen ich, nachdem die Kinder aus dem Haus waren, nochmal ins Bett gekrochen war.

(Doppelt Geimpfte werden in Finnland nicht mehr getestet, wenn sie nicht nachweislich mit einem Coronainfizierten Kontakt hatten. Ich habe wenigstens einen Schnelltest zu Hause gemacht, bevor ich mich auf Arbeit zu fünfundzwanzig ungeimpften Kindern begeben habe. Aber wer sonst macht das schon? Auf eigene Kosten? Und nachdem die finnische Gesundheitsbehörde erst vor zwei Wochen in einer Pressekonferenz verkündet hat, Schnelltests taugen sowieso nichts? Schreien möchte man. Und sich und vor allem sein ungeimpftes Kind einigeln bis mindestens zum nächsten Sommer.)

Danach war ich ein bisschen langsam in die Gänge gekommen, und als ich dann endlich abfahrbereit war, warf sich der Ähämann noch Regenklamotten über und holte sein Fahrrad aus dem Schuppen, weil er gleich mitkommen und in der Stadt den Wocheneinkauf erledigen wollte.

Wir radelten wegen des wirklich ekligen Nieselregens schweigend und mit eingezogenen Köpfen nebeneinander her, und gerade, als ich gedacht hatte, dass es wirklich merkwürdig ist, dass ich schon seit über einem Monat keine 420 gesehen habe, da kam eine an uns vorbeigefahren. Ziemlich genau an der gleichen Stelle wie zweieinhalb Monate vorher das Wasserauto.

Dass ich ein bisschen später auf Arbeit kam, war gut so, denn mein Arbeitstag wurde noch lang. Nach Feierabend hatten die beste Chefin und ich noch ein Treffen mit dem Förderverein der Deutschklassen zwecks besserer Zusammenarbeit und gegenseitiger Werbung. Wir hatten einen Entwurf für einen Flyer dabei, den wir den Eltern der zukünftigen Sprachklässler*innen bei Gelegenheit in die Hand drücken möchten. Alle Anwesenden priesen die Idee und lächelten unbestimmt. Eine der Fördervereinsmütter schnappte sich den Zettel, hatte ihn in Nullkommanichts durchgelesen und sagte: „Ich hätte drei Verbesserungsvorschläge, hier, hier und hier, und zwar das, das und das.“ Das war eine ehemalige Kollegin des Ähämanns.

Wenn ich eins aus meinem alten Job vermisse, dann ist es dieser Blick fürs Wesentliche und die durch jahrelanges Paperschreiben geschulte Art, das Wesentliche auch ausdrücken zu können, unter Naturwissenschaftler*innen. Insbesondere, da ich jetzt in einem Umfeld arbeite, in dem es, um nur mal ein Beispiel zu nennen, fünf Sitzungen und drei Monate braucht, um sich auf ein Modell dringend neu anzuschaffender Stühle zu einigen.

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Jahr vier

… auf der unsäglichen Baustelle ist angebrochen.

Man kann auch nicht sagen, dass irgendein Ende absehbar wäre. Zwar wurde die unsägliche Tiefgarage – wer bitte wollte die nochmal?! – schon vor einem Dreivierteljahr fristgerecht eröffnet, aber drumherum ist es noch kein bisschen besser. Im Gegenteil. Der Markt ist immer noch eine einzige, riesige Grube.

Mittlerweile hat jetzt auch noch die von Herrn Engel entworfene orthodoxe Kirche an der Nordseite der Grube Risse bekommen. (Die Baufirma schliesst einen Zusammenhang mit den Bauarbeiten aus. Natürlich.)

Mittendrin statt nur dabei, ist das neue Motto für Fussgänger, die den Markt nicht weiträumig umgehen wollen. Man wird durch komplizierte und sich mindestens täglich ändernde Labyrinthe aus Bauzäunen geleitet, direkt am immer noch nicht komplett stabilisierten Abgrund entlang, in einem Meter Abstand vorbei an bedrohlich schwankenden Betonmischern. Manchmal wird das Labyrinth zur Sackgasse, und man muss warten, bis ein Baufahrzeug die LKW-Schleuse passiert hat und das Labyrinth wieder eröffnet wird.

Ausserdem hat sich die Baustelle ausgeweitet bis auf die umliegenden Strassen. Hier wird gerade die Fussweg-Fussbodenheizung für den Winter verlegt:

Anfangs sah es so aus, als bekämen diese Strassen jetzt extrabreite Fusswege. Aber nein, die Hälfte des Fussweges ist als Parkplatz vorgesehen; nur die Bordsteinkante fällt dann jetzt weg damit die Autos bequem über den Fussweg einparken können. Kann mir einer erklären, warum man neben einer Tiefgarage, die schon keiner braucht, noch Parkplätze anlegen muss?!

Fun fact: dieser Bagger – also wirklich genau dieser! – stand Anfang des Sommers zwei Wochen auf unserem Hof. Damit sollten – wir bekamen diesen Sommer neue Zäune – die alten Zäune abgerissen werden! (Und sämtliche selbst angepflanzten Bäume und Büsche und selbstgebauten Terrassen gleich mit, offensichtlich.) Zum Glück ist die Trulla Hausverwalterin, die das mit ihrem Dolores-Umbridge-Lächeln angeordnet hat, endlich gefeuert worden seit Neuestem nicht mehr bei unserer Vermieterfirma angestellt. Ich muss jedenfalls jeden Tag, wenn ich an diesem Bagger vorbeikomme, in mich hineingrinsen. Eine Tiefbaufirma mit einer Zaunrenovierung zu beauftragen…!

Jedenfalls. Das Schlimmste ist, dass wir jeden Tag mit 25 Hortkindern über diese Baustelle müssen.

Man kann keine Erstklässler*innen allein über diese Baustelle schicken, und auch keine Zweitklässler*innen. Die Route ändert sich täglich. Manchmal öfter. Neulich gingen wir um zwölf Hortkinder abholen, und um eins ging ich nochmal Hortkinder abholen, und da hatte sich das Labyrinth an der Stelle, wo wir vor einer Stunde noch gegangen waren, geschlossen und sich dafür an einer anderen geöffnet. Vorgestern lief ich aus Versehen in die LKW-Schleuse, die am Vortag noch Fussweg gewesen war, und zwölf Zweitklässler*innen hinter mir her, und man musste uns alle zusammen zurückpfeifen.

Ein Jahr noch. (Sagen sie.)


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kolmesataayhdeksänkymmentäkuusi, kolmesataayhdeksänkymmentäseitsemän

Oder: Schnipsel aus der vergangenen Woche

Als die beste Chefin und ich am Montag Hortkinder abholen gingen, fuhren zwei 397en hintereinander neben uns her. Ich guckte mich nach allen Seiten um, ob vielleicht eine 396 zu entdecken wäre, solange eine der beiden 397en noch in Sichtweite wäre, aber nein. Die 396 kam erst auf dem Rückweg an nahezu der gleichen Stelle gefahren. Gleichzeitig näherte sich von hinten eine Feuerwehr und brauste mit Tatüü-tataa Pii-paa-pii-paa und Blaulicht an uns vorbei. Alle Feuerwehrmänner, die auf der uns zugewandten Seite sassen, winkten fröhlich unserer Kinderschar zu.

***

Am Montag hatte es auch endlich warm werden sollen. Erstmal aber regnete es noch bis Mittag, und als ich halb elf losmusste zur Arbeit, waren immer noch nur 6 Grad, so dass ich unter die Regenjacke doch noch einen Anorak und in die Gummistiefel Wollsocken zog. Nachmittags hatte es zwar aufgehört zu regnen, aber ich fror selbst mit Anorak unter der Regenjacke, Wollsocken in den Gummistiefeln und Mütze auf dem Spielplatz. Erst anderthalb Stunden später, genau wie vorhergesagt, wurde es schlagartig warm. Auf dem Heimweg fuhr ich sehr viele Klamotten in der Fahrradtasche spazieren.

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Am Dienstag waren 20 Grad. In anderen Gegenden Finnlands wurden sogar 25 Grad gemessen. In Nordkarelien fuhren die Leute in kurzen Hosen und T-Shirt Ski.

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Ebenfalls am Dienstag stand ich neben Michael Monroe an der Fussgängerampel. Keines der Hortkinder, die völlig hysterisch werden, wenn Eino und Aapeli über den Schulhof laufen, nahm ihn überhaupt war – unsere Kinder hätten vielleicht wenigstens gesagt: „Der sieht aus wie der Typ, von dem das grosse Foto am Flughafen hängt“ – und ich kam mir sehr alt vor.

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Am Mittwoch konnte man zugucken, wie es grün wurde. (Endlich!) Birkenblätter, Ahornblüten, Grashalme… alles entfaltete sich und streckte sich der Sonne und dem blauen Himmel entgegen.

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Am Donnerstag, passend zum Feiertag, war der wärmste Tag der Woche. Wir besuchten den Tomatenmann und gingen anbaden. Ich hatte befürchtet, nachdem wir jetzt schon seit über einem Jahr nicht mehr in die Eisbadesauna gehen konnten, dass ich mich diesen Sommer erst Ende Juli in die Ostsee trauen würde. Es ging allerdings überraschend gut, nur an Händen und Füssen wurde es sehr schnell unangenehm. Die Sonne wärmte sehr, und von Land her wehte ein warmer Wind. Nur wenn der Wind kurz drehte und vom Meer her kam, fühlte es sich an, als stünden wir vorm geöffneten Kühlschrank.

Die Beine sind nicht von der Sonne rot. Sondern vom kalten Wasser.

Wir hatten den Strand nicht ganz für uns allein.
(Eine harmlose Ringelnatter. Heisst auf Finnisch passenderweise „Strandschlange“.)

***

Am Freitag hatte leider niemand in unserer Familie Brückentag. Ich radelte im Zickzack – denn näher am Stadtzentrum wird an den zahlreichen Baustellen auf Radfahrer nicht so fein Rücksicht genommen wie im Nachbarort – auf Arbeit und im Zickzack von Arbeit wieder nach Hause. Während ich über den dank der Baustelle am Krankenhaus zusätzlichen Berg stöhnte und aus dem Augenwinkel auf Nummernschilder guckte und „Einhundertdreizehn“, „Achthundertsiebenundzwanzig“, „Dreihundertsiebenundneunzig“ vor mich hin murmelte… äh, Moment mal… Dreihundertsiebenundneunzig!… war ich dann noch vor dem Wochenende eine Nummer weiter gekommen.

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Partnerlook in Pandemiezeiten

Erstklässlerin: „Wir haben heute deine Tochter gesehen!“

Ich: „???“
(Das Fräulein Maus war vor Corona manchmal im Hort, um Zeit zwischen Schule und Hobbyterminen rumzubringen und Hausaufgaben zu machen, aber noch nie, seit die diesjährigen Erstklässler*innen bei uns sind.)

Erstklässlerin: „Weisst du, woran wir sie erkannt haben? Sie hatte die gleiche Maske auf wie du!“


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kolmesataaseitsemänkymmentäyhdeksän

Gestern Abend, während der Klarinettenstunde des kleinen Herrn Maus, machte das Fräulein Maus ihre letzten Hausaufgaben, und ich tütete die letzten sechs von 286 (!) Adventskalendern ein.

Die letzten vier haben mir gestern zwei meiner Hortkindern verkauft, denn nachdem der grosse Herr Maus am Montag den letzten Schwung fein säuberlich abgezählter Kalender von den Pfadfindern mitgebracht hatte, gingen spätabends noch zwei Bestellungen ein. (Merke: nächstes Jahr den letzten Bestelltermin auf Freitag vorverlegen.) Da fiel mir wieder ein, dass mich gleich Mitte Oktober eins meiner Hortkinder gefragt hatte, ob ich ihm denn einen Kalender abkaufen würde, und ich mir da schon ein bisschen schlecht vorgekommen war, dass der grosse Herr Maus dank euch immer Rekordmengen verkaufen kann, aber andere Kinder ihre obligatorischen zehn kaum loswerden. Deshalb fragte ich ihn am Mittwoch, ob er mir denn noch vier mitbringen könne, und das hörte ein anderes Pfadfinderhortkind und sagte sofort: „Ich verkaufe auch welche. Wir können es ja so machen, dass L. dir zwei mitbringt und ich auch zwei!“ So machten wir es. (Merke: nächstes Jahr jedem Pfadfinderhortkind mindestens einen Kalender zum Weiterschicken abkaufen.)

Nach der Klarinettenstunde fuhren wir das Fräulein Maus zum Ballett, und von da wollten der kleine Herr Maus und ich zum Supermarkt, um die letzten Dinge für seine wegen Halsweh schon zweimal verschobene, aber heute Abend nun hoffentlich endlich stattfindende Geburtstagsnachfeier mit seinem besten ehemaligen Schulfreund einzukaufen, und als wir auf dem Weg an der Hauptpost, die tatsächlich bis 20 Uhr geöffnet hat, vorbeikamen und auch noch ein Parkplatz frei war, schnappte ich mir kurzentschlossen die letzten drei Briefumschläge, die ich ja nun sowieso schon dabeihatte, liess den kleinen Herrn Maus im Auto sitzen und sprang in die Post. Ich war die einzige Kundin. Zwei Schalter waren offen. Ich zog brav mein Nümmerchen und kam bei einer jungen Frau dran, die ich noch nie auf der Post gesehen hatte. „Kannst du die bitte abstempeln?“, brachte ich meine nahezu tägliche Bitte der letzten vier Wochen vor. Sie sah erst mich und dann ihre ältere Kollegin ein bisschen hilflos an. Die Kollegin warf einen Blick auf meine mit Tatu und Patu verzierten Briefe, lächelte und sagte zu ihrer jungen Kollegin: „Kannst du mir geben. Davon habe ich schon viele gestempelt!“ „Sind die letzten für dieses Jahr“, sagte ich, und dann unterhielten wir uns noch ein bisschen, und dann bedankte ich mich nochmal und verabschiedete mich mit „Nächstes Jahr wieder!“.

Und beim Weiterfahren fuhr dann ein sehr schönes Kennzeichen vor uns her: unser Nachname und die 379.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376, 377-378]


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St. Martin 2020

St. Martin spielte in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, keine Rolle.
(Laternenumzüge fanden, wenn, dann an Sommerabenden statt.)

In Finnland auch nicht. Aber in Turku organisiert die Deutsche Gemeinde jedes Jahr einen Martinslauf. Wir waren genau ein Mal da, denn mir war die ganze Sache zu… äh… deutsch. Aber mit den Hortkindern ist Laternenbasteln und Martinslaufen toll.

Gebastelt haben wir dieses Jahr auch.

Wer will, kann seine eigene Laterne dazubringen. Oder sich mit seiner Laterne vor dem Laternenfenster fotografieren lassen.

Und statt Martinstag machen wir Martinswoche.

Es kann gar nicht genug – behagliches (!) – Licht geben hier im Norden in dieser Jahreszeit.


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kolmesataaseitsemänkymmentäseitsemän, kolmesataaseitsemänkymmentäkahdeksan

Oder: Was hier so los war in den zwei Wochen nach den Herbstferien.

Traditionell bekommt der kleine Herr Maus nach den Herbstferien seine neongelben Anzippdinger an den Ranzen – nach den Skiferien können sie dann wieder ab – und fast hätten wir uns dazu hinreissen lassen, den Herren Maus sonntagabend noch schnell Spikereifen auf die Räder zu machen. Wir entschieden uns dann dagegen, weil es nach den beiden kalten Nächten – die dann nicht mal so kalt waren wie vorhergesagt und demzufolge die Radwege auch nicht glatt – jetzt vermutlich wieder etliche Wochen dauern wird, bis man eventuell das nächste Mal Spikereifen brauchen wird.

Weil es immer noch keine richtige Frostnacht gegeben hat und nach Aila auch keinen richtigen Herbststurm mehr, sind noch ziemlich viele gelbe Blätter an den Bäumen, die normalerweise bei uns nach den Herbstferien – Herbstferien in Estland sind immer so eine Gnadenfrist – schon komplett kahl sind. Das tut gut, vor allem an den Tagen, an denen es unter der Wolkendecke erst gar nicht richtig hell wird und ich den ganzen Tag denke, ich hätte versehentlich die Sonnenbrille auf.

Letzten Montag fuhr ich auf dem Heimweg noch am Baumarkt vorbei, um einen mittelgrossen S-Haken zu kaufen. Die Haken waren komplett ausverkauft. Es ist ja jetzt die Zeit, wo alle wieder Laternen in die Bäume und vor ihre Haustüren hängen. (Der Ähämann hatte aber, das wusste ich nicht, noch einen zu Hause rumliegen, also hätte ich den unnötigen Umweg gar nicht machen müssen – ausser natürlich, um auf dem Weg vom Baumarkt nach Hause einer 377 zu begegnen.)

Auf Arbeit haben wir direkt nach den Herbstferien damit begonnen, die Erst- und Zweitklässler in getrennten Räumen zu betreuen. Darüber nachgedacht hatten wir schon länger, aber da sich in der Schule alle immer noch lockerlustig vermischen dürfen, hatten wir es noch aufgeschoben. Es macht keinen Spass – aber was muss, das muss, und lieber sind wir mit allem zwei Schritte voraus – siehe Maskentragen – als zwei Schritte hinterher.

Letzten Freitag überraschte mich der Ähämann nach der Arbeit neben meinem Fahrrad wartend mit Kaffee in der Thermoskanne, selbstgebackenen Waffeln und Schlagcreme, und wir setzten uns damit in den kleinen Park neben dem Fahrradständer. Mal wieder ausgehen wäre schön, aber wenn man hierzulande in fast keinem Restaurant und keinem Café mehr draussen sitzen kann, muss man sich eben so behelfen.

Seit der Zeitumstellung – die letzte, hatte man uns ja eigentlich versprochen, aber wer will sich im Moment mit solchen Lappalien befassen – ist es gefühlt noch dunkler geworden als in der Woche zuvor, denn jetzt stehen wir nicht nur im Stockfinstern auf, sondern ich komme auch erst im Stockfinstern wieder nach Hause. Ich bin so froh, dass ich jeden Mittag zwei Kilometer durchs Stadtzentrum wandern und jeden Nachmittag mindestens eine Stunde auf Spielplätzen herumstehen muss und wenigtens ein bisschen Tageslicht sehe! (Oder mir eben dabei die 378 über den Weg fährt.)

In der Schule der Herren Maus gab es diese Woche den ersten Coronafall. Leider gibt es offensichtlich grosse Unterschiede zwischen den Schulen – denn während es in der Schule des Fräulein Maus noch am gleichen Tag eine Pressemitteilung gab, alle Eltern per Wilma-Nachricht benachrichtigt wurden und alle Klassen am nächsten Tag für zwei Wochen auf Fernunterricht umstiegen, erfuhren wir diesmal eher nebenher und überhaupt erst mit vier Tagen Verzögerung davon, und für alle ausser die, die in Quarantäne müssen, läuft der Unterricht ganz normal weiter. Finde ich jetzt nicht ganz so lustig.

Am Donnerstag hatte sich übrigens die finnische Gesundheitsbehörde vorsichtig positiv geäussert, weil sich die Kurve der Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen deutlich abgeflacht hatte. Aber wie alle Mütter wissen, die jemals laut ausgesprochen haben, dass ihr Kind jetzt durchschläft, kam es, wie es kommen musste: am Freitag wurde eine Rekordzahl an Neuinfektionen (sowohl in Turku als auch in ganz Finnland) innerhalb der letzten 24 Stunden verkündet.

Trotzdem sieht es in Finnland noch vergleichsweise gut aus.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313, 314-315, 316, 317-318, 319, 320, 321-322, 323, 324, 325, 326, 327, 328, 329, 330, 331-332, 333, 334, 335, 336-337, 338, 339, 340, 341, 342, 343-344, 345, 346, 347, 348, 349, 350, 351, 352, 353-355, 356, 357, 358, 359, 360, 361, 362, 363, 364, 365, 366-367, 368, 369, 370, 371, 372, 373, 374-375, 376]