Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Samstagsskitour

Nach dem Frühstück ging der kleine Herr Maus erstmal die aktuelle Schneehöhe messen. Die ist für unsere südwestfinnische Ecke und für den noch jungen Winter durchaus beachtlich.

Deswegen mussten wir diesmal auch nicht erst eine Stunde irgendwohin fahren, wo bessere Schneebedingungen herrschen, sondern versuchten es einfach nochmal unter besseren Bedingungen im Nachbarort.

Dort sind mehrere der kurzen „Fitness“loipen, auf denen im Sommer die Jogger und im Winter die Skifahrer Runde um Runde drehen, miteinander sowie mit einer Querfeldeinloipe verbunden, so dass man da tatsächlich eine richtige Skitour machen kann.

Über weite Felder und durch dick beschneiten Märchenwald, und nur, wenn sich am Waldrand plötzlich wieder die Kräne der Werft ins Blickfeld schieben oder man die Gleise überqueren muss, auf denen schon lange kein Personenzug mehr fährt, aber über die immer noch die Autofabrik in Uusikaupunki beliefert wird, wird man daran erinnert, dass man sich nicht in den weiten finnischen Wäldern, sondern mitten in der Zivilisation befindet.

Am Scheitelpunkt der Rundtour gibt es eine kleine Skihütte, die allerdings nur von 10-14 Uhr geöffnet hat. Als wir ankamen, räumte der Betreiber gerade das Werbeschild rein, schnallte seine Skier an und wollte davonfahren. Ich konnte mir nicht verkneifen, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass am Wochenende eine Öffnungszeit von 12-16 Uhr vielleicht sinnvoller wäre, woraufhin er etwas von „Heute morgen standen um 10 die ersten Skifahrer vor der Tür“ und von bis mittags schlafenden Teenagern murmelte, und ich sag‘ mal so: dorthin werden wir auch weiterhin unseren eigenen Proviant mitbringen. Zumal es auch dort – wie an so vielen Stellen in Finnland – eine Feuerstelle samt Holzvorrat gibt.

Bitte bleib so, Winter!


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13. Dezember

Gestern Abend waren wir schon wieder auf der überübernächsten Insel: in der Waldkirche.

Die dortigen Pfadfinder hatten den Weg mit Kerzen beleuchtet und läuteten die „Glocken“ der Kirche – der Altar ein moosbewachsener Felsen, das Kreuz aus zwei unbearbeiteten Fichtenstämmen – die wir schon lange hörten, während wir bergauf durch den dunklen, stillen Wald stapften. Die Pfarrerin erzählte eine kurze Geschichte über drei Engel und den Weihnachtsbaum, wir sangen vier Weihnachtslieder, es war genau kalt genug und der Wald duftete nach nassem Moos und harzigen Fichten. Danach gab’s Pfefferkuchen und Glögi am nahegelegenen Gutshaus.

Wie schön die Adventszeit hier ist! <3

Am schönsten aber war, dass wir alle drei Kinder dabeihatten. Das kommt nämlich neuerdings gerade nicht so oft vor.


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Herbstferien, viel zu kurze

Vielleicht lag es daran, dass wir diesmal tatsächlich erst – nachdem wir am Mittwoch alle noch brav zur Schule und auf Arbeit gegangen waren – kurz vor Mitternacht ankamen: diesmal fühlten sich die vier Tage Herbstferien extrem kurz an.

Vielleicht aber waren sie einfach nur besonders schön und deshalb so schnell um.

Estland ist so wunderbar. <3


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kolmesataaneljätoista, kolmesataaviisitoista

Unser fast letztes komplett freies Wochenende dieses Jahr – neuerdings hat ein Kind samstags Training und eins sonntags – mussten wir natürlich auch nochmal zu einem etwas ausgedehnteren Ausflug nutzen. Schliesslich waren wir dieses Jahr noch gar nicht an unserem Lieblingswanderweg gewesen!

Dort war fast schon Herbst.

Wobei nicht immer so ganz klar ist, was die Folgen der langanhaltenden Trockenheit und was tatsächlich schon erste Herbstanzeichen sind: die Seilfähre, mit der man über den See gelangt, legte nicht mehr am Steg an, sondern lief schon drei Meter vom Steg entfernt auf Grund.

Der letzte Blutweiderich, das erste Heidekraut und die Sonnenflecken auf dem immer noch leuchtend grünen Waldboden waren jedenfalls über alle Massen schön!

Auf der Rückfahrt fiel uns ein, dass zu Hause die Milch komplett alle ist, und so hielten wir an einem Supermarkt unterwegs nochmal an und kauften Milch. Und natürlich – der Sommer ist schliesslich noch nicht ganz vorbei! – ein Eis für jeden. Und die 314 und die 315 waren auch da einkaufen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313]


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Abendspaziergang, Donnerstag

Gestern Abend brachten wir erst das Fräulein Maus ans andere Ende der Stadt zum Training, und dann fuhren wir zu einem nahegelegenen Wäldchen, das zwischen Hochhäusern, Eigenheimsiedlung und Ausfallstrasse gerade gross genug ist für eine sehr verschlungen angelegte, anderthalb Kilometer lange Loipe.

Es ist hier nämlich so, dass Wohngebiete um den Wald herumgebaut werden, und nicht umgekehrt, denn schliesslich hat hierzulande nicht nur jeder das Recht auf kostenlosen Zugang zu Büchern und Internet, sondern auch zum Wald. Und zwar in Laufentfernung.

Der Wald dort ist übrigens besonders schön und typisch finnisch: zottelige Fichten, ganz viele Felsen, und sogar einen zugefrorenen Weiher, auf dessen Schneedecke die Bäume im Laternenlicht lange, gerade Schatten warfen, entdeckten wir.

Und weil es so schön war und anderthalb Kilometer ja nun wirklich ein Klacks, fuhren wir die Runde einfach zweimal. Es brauchte auch nur fünf Minuten und ein bisschen Gebrüll und Gewüte, bis ausgekaspert war, dass bei der zweiten Runde dann statt des grossen der kleine Herr Maus vorneweg fahren darf.


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Während in den Supermärkten und Einkaufszentren der Stadt in diesen Tagen die Hölle los ist, wanderten wir gestern Abend durch den stillen Wald zur Weihnachtskrippe. Über uns der Sternenhimmel, der Pfad von Kerzen beleuchtet.

Auf der Nachbarinsel wird dieser kleine Weihnachtspilgerweg seit Jahren an einem Abend kurz vor Weihnachten aufgebaut. Am Anfang des Pfades bekommt jeder eine Kerze in die Hand gedrückt, die man dann an der Krippe abstellt und wo es mit jedem, der ankommt, ein bisschen heller wird. (Natürlich werden an der Krippe auch Weihnachtslieder gesungen.)

Schöner kann man den kürzesten Tag des Jahres eigentlich nicht begehen.