Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Wochenende, sonniges

Bei uns ist das Wetter ja gerade so, dass es immer einen Tag sonnig ist und danach einen oder mehrere Tage durchregnet.

Am Sonnabend schüttete es den ganzen Tag wie aus Eimern. Ausgerechnet. Der grosse Herr Maus hatte nämlich einen Pfadfinderwettberb zu bestreiten. Draussen, versteht sich. Mit Regenjacke, Regenhose und Gummistiefeln zog er los, und am späten Nachmittag kam ein stolzes Grüppchen zurück, das nicht, wie so viele andere, zwischendurch abgebrochen hatte. Wegen des Regens wurde es den ganzen Tag nicht richtig hell, dafür leuchteten die Bäume besonders intensiv. Als ich früh den grossen Herrn Maus auf die übernächste Insel fuhr, konnte ich mich gar nicht sattsehen an ihnen. An einer Stelle war ringsum nichts anderes zu sehen als Gelb – an beiden Strassenrändern, und geradeaus in der Ferne auch. Sonne trotz Regenwetter!

Am Sonntag schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und lockte uns nach draussen. Wir entdeckten, dass es gleich am Stadtrand ein Stück ganz besonders schönen Wald gibt. Der Regen der letzten Tage glitzerte in den Zweigen, waberte durch den Wald, hatte die Wurzeln auf dem Weg wie mit Schmierseife überzogen und floss als Bächlein den Wanderweg entlang. Das Gras und die Herbstblätter leuchteten mit der Sonne um die Wette.

(Alle Fotos vom Ähämann. Ich war mit Gucken und Vor-Freude-Hüpfen beschäftigt.)


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Fundstück

„Guck mal!“, rief der kleine Herr Maus gestern plötzlich mitten im Wald. „Da ist ja Finnland!“

(Woran man sehen kann, dass hierzulande der Patriotismus recht ausgeprägt ist. Oder die Kinder schon im Kindergarten recht anspruchsvolle Sachen lernen. Oder beides. Ich hätte jedenfalls als Vorschulkind nirgends den Umriss meines Heimatlandes erkannt. Schon gar nicht abstrakt auf dem Waldboden.)


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Kurz vorm Schlafengehen

Als ich mit dem kleinen Herrn Maus vom Fussballtraining zurückkam, sahen wir Leute mit Skiern aus dem Wald kommen. Wenn der Untergrund stimmt, reichen drei Zentimeter Schnee offensichtlich zum Skifahren.

„Mama? Was machen wir denn heute noch?“, fragte er zaghaft von der Rückbank. „Mama? Weisst du, was ich gerne noch machen würde?!“

Aber sicher.

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.


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Novembergeburtstag (2)

Geburtstag im November ist ja auch deswegen toll, weil man da immer im Finstern feiern und coole Sachen mit Knicklichtern, Kerzen und Reflektoren machen kann.

Diesmal gingen wir auf Wunsch des Geburtstagskindes „mit Taschenlampen in den Wald“.

(Dem Idioten, der in der Stunde zwischen Vorbereiten und Loslaufen die kleinen LED-Lämpchen-Anhänger von allen sechs Stationen der Schatzsuche geklaut hat, mögen die Finger abfallen und die Augen auf ewig geblendet sein. Aber ätsch, wir hatten Ersatz! Und den tollsten Kindergeburtstag ever!!!)


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Über Wasser gehen

Als ich neulich mit den Jungs in Teijo zelten war, entdeckten wir, dass es dort schon wieder einen neuen Rundweg – mit knapp 9 km in für uns machbarer Länge – gibt. (Es wird, es wird!)

Das Beste daran: er führt laut Karte mit zwei Seilfähren auf eine Insel und von da auf die andere Seite des Sees!

Da mussten wir hin! Sobald es der Zeitplan und das Wetter halbwegs erlaubten.

Also gestern.

Anders als die Kurbelfähre, die eine Zeit lang bei uns über den Fluss führte und wegen ihres komplizierten Mechanismus‘ ständig kaputt war, hängt die Wanderfähre einfach nur an einem durchgehenden Seil. Und funktioniert tadellos. (Im Frühling und im Spätherbst sollte man sich vielleicht wasserdichte Handschuhe mitnehmen, damit einem nicht die nassen Hände abgefroren sind, bevor man auf der anderen Seite ist.)

Grosser Spass.

Auch der Rest des Weges.


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Statt Mücken

Vielleicht hätte ich dann doch lieber die Mücken in Kauf genommen.

Das nämlich absolut allerekligste Viechzeug, das Finnland zu bieten hat, sind Elchfliegen, die einem im Herbst wie eine Kreuzung aus überdimensionierten Läusen, seitwärts kriechenden Spinnen und nicht kaputt zu kriegenden Zecken unter die Haare kriechen und dann da kaum wieder rauszukriegen sind.

Es schüttelt mich 20 Stunden später immer noch.

Sonst war’s aber schön, mal wieder auf dem nahegelegenen Berg mit der wunderbaren Aussicht gewesen zu sein.


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Samstagsausflug

„Mama? Können wir mit der Freundin, die nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt, zur Tankstelle gehen und ein paar Süssigkeiten kaufen?“

Ich wunderte mich kurz über solche Anwandlungen unserer Kinder – aber klar, für finnische Kinder ist samstags Karkkipäivä.

Ich begleitete sie gern dahin.
Gelegenheiten für Waldspaziergänge packe ich imer beim Schopf.