Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Vappu 2018

Am Montag – nein, kein Brückentag hier – gingen die Schulkinder nur zum Feiern in die Schule. Irgendwie fiel dieses Jahr niemandem so recht ein Kostüm ein. In der grossen Schule allerdings wurde nur klassenstufenweise ein Farbcode angeordnet, also gingen der grosse Herr Maus in Schwarz (Wer bitte kommt denn auf die Idee?!) und das Fräulein Maus in Blau. Ein Vappuhütchen brauchte sie auch nicht, denn schliesslich kann Mama ja jetzt Wettkampffrisuren, die lassen sich prima abwandeln.

Der kleine Herr Maus hatte im Hort ein Hütchen gebastelt, und es wurde ein Preis für den buntesten Anzug ausgelobt. Na das kriegten wir ohne Probleme hin!

Montagabend sassen der Ähämann und ich noch lange im Sonnenschein im Garten, während die Kinder mit der Nachbarskinderschar Trampolin sprangen, und als der Ähämann und ich halb zwölf ins Bett gingen, war der Himmel im Nordwesten noch ganz hellblau!

Aber die Wettervorhersage für den 1. Mai war dieses Jahr kein alljährlicher Zweckpessimismus, sondern leider wahr.

Es regnete von früh bis abends.

Kein Picknick. Keine Frühlingswanderung. Kein Leberblümchenzählen.

Stattdessen: dringend benötigten Schlaf nachholen. Bisschen basteln. Nichtstun. Endlich den dritten Teil von „Onneli und Anneli“ angucken. Und die „Maus“ vom Sonntag gleich noch hinterher. Und vorm Schlafengehen gaaaanz lange vorlesen.

War gar nicht so schlecht.


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Urlaubsrückblick (3): Wasser von links, rechts, unten und oben

Nachdem wir ausgiebig zwischen hohen und noch höheren Bergen herumgefahren waren, machten wir uns langsam auf den Weg nach Norden. Immer möglichst nahe an der Küste entlang. Man kann da ja Wasser links, rechts und unter sich haben. Leider kam dann aber auch sehr viel Wasser von oben.

Dabei hatte der Teil der Reise ziemlich gut angefangen.

Kurz vor Trondheim nämlich, da zelteten wir am Fjord, und es war das einzige Mal, dass wir alle schon gegen acht aufwachten, weil die Sonne aufs Zelt knallte. Die Kinder freuten sich, dass sie dann gleich noch baden gehen könnten – aber noch während wir frühstückten, schrie das erste: „Der Strand ist viel kleiner als vorhin!“ Drei erlebten zum ersten Mal in ihrem Leben Ebbe und Flut!

Sie sammelten eimerweise Muscheln, Schneckenhäuser und Seeigelschalen und retteten gemeinsam eine gestrandete Qualle. (Die Nordsee hat schon so ein klitzekleines bisschen mehr zu bieten als die Ostsee…!)

Danach fuhren wir zähneknirschend ein Stück E6, um dann für die nächsten Tage auf die Küstenstrasse ganz im Westen abzubiegen. Die mit den vielen Autofähren.

Ich kann allen erdenklichen Arten von Kreuz- und sonstigen Schifffahrten nichts abgewinnen, aber Autofähre fahren ist prima! (Ich würde auch jederzeit den Bananenfrachter einem Kreuzfahrtschiff vorziehen.) Dank der Tatsache, dass man die norwegischen Autofähren – anders als unsere finnischen – bezahlen muss, waren wir auch fast die einzigen nicht-norwegischen Touristen auf dieser Route. Die Leute mit den Wohnmobilen und -anhängern und die Deutschen, denen ja generell immer alles zu teuer ist, rasten lieber auf der E6 nach Norden. (Und zahlten dafür dann jede Menge Strassenmaut. Wir sind auch schon gespannt auf unsere Post aus Norwegen.) Verglichen mit dem, was man für eine Seilbahnfahrt in der Schweiz bezahlt, ist Autofähre fahren in Norwegen allerdings ein regelrecht preiswertes Vergnügen. Und man bekommt für sein Geld auch richtig was geboten: hohe Wellen zum Beispiel. Theoretisch auch sehr viel Landschaft. Leider war von der schon ab der ersten Fährüberfahrt fast nichts mehr zu sehen.

Anfangs regnete es wenigstens nicht ununterbrochen. Wir schafften es, das Zelt zu trocknen, bevor wir es einpackten. Oder wenn wir es nass einpacken mussten, dann trocknete es abends nach dem Aufbauen. (Bevor nachts der nächste Starkregen niederging.)

Wir machten eine Wanderung, die wie gemacht war für typisch norwegisches Wetter: wenn es nämlich regnet, ist so eine Wanderung durch den Berg ja durchaus praktisch. Der kleine Herr Maus hätte so gerne noch auf den Berg gewollt – aber nicht bei dem Wetter! Als wir einmal durch den Berg hindurch und einmal halb um ihn herum zurückgelaufen waren, hatten wir einen Kofferraum voller triefnasser Regenklamotten – zusätzlich zu einem triefnassen Zelt – und der Wetterbericht versprach Besserung in ungefähr einer Woche. Vielleicht.

Berg mit Loch.

Die nächsten Tage verbrachten wir vorwiegend im Auto und auf Autofähren. Wir wählten für zwei Nächte die Weicheivariante mit festem Dach überm Kopf. Und da hatten wir es noch gut: all die netten Motorrad- und Fahrradfahrer, die wir unterwegs getroffen hatten – was sollten die denn erst sagen?!

Wir fuhren durch unglaublich schöne Landschaft – und sahen genau nichts. Wir schipperten mit der Autofähre über den Polarkreis – und sahen genau nichts. Wir fuhren über bombastische Brücken und ewig an Fjorden entlang – und sahen genau nichts.

Als nach drei Tagen unsere Laune dann doch an einem Tiefpunkt angekommen war, auch deswegen, weil plötzlich alle Hütten auf den nächstgelegenen Zeltplätzen schon ausgebucht waren, und wir aus einer gewissen Trotzhaltung heraus beschlossen hatten, dann eben – pfeif doch auf das Wetter! – wie gehabt im Zelt zu schlafen und dafür dann noch eine Stunde bis zum übernächsten Zeltplatz zu fahren, da wurde es abends halb zehn plötzlich ein bisschen heller in der Nebelsuppe, und auf einmal brach die Sonne durch ein hellblaues Loch in den Wolken und beschien grüne Wiesen und schneebedeckte Berge.

„Das ist ja wie im Märchen!“, hauchte der kleine Herr Maus von der Rückbank.
Aber echt!


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kaksisataaviisikymmentäkahdeksan

Typisch Turku. Mit 258.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257]


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Alles so hübsch glasiert

Als ich gestern nach Feierabend vor die Tür trat, nieselte es. Das war so nicht vorhergesagt, und mir schwante gleich nichts Gutes. Tatsächlich legten sich schon auf der steilen Treppe vom Unihügel hinab mehrere Leute hin. Finnen, wohlgemerkt. Die Treppe war übrigens vorbildlich gestreut – nur dass der Splitt auch mit einer hübschen Eisschicht überzogen war. Mein Fahrrad war voller WasserEisperlen. Das würde ja ein schöner Heimweg werden…!

Wurde es auch. Von den schön eisüberzogenen Pedalen rutschte ich gleich erstmal wieder ab. Und dann hatte ich zwar vor dem Aufsteigen noch getestet, ob die Bremsen eventuell eingefroren sind – waren sie nicht – aber als ich das erste Mal bremsen musste, fuhr der Pe-u-geot trotzdem einfach weiter. Logisch, die Felgen waren ja auch hübsch mit Eis glasiert. Danach ging’s. Aber die blöden vereisten Spurrillen waren auch fünfmal so glatt wie sonst schon.

Ich bin dann sehr langsam zum Kindergarten gerollert – bloss keine Schlenker fahren, bloss nicht scharf bremsen, bloss nicht in so eine Spurrille geraten, bloss kein Auto zum Bremsen zwingen… – und dort begrüsste mich der kleine Herr Maus mit den aufgeregten Worten: „Mama, es ist ganz schlimm glatt draussen!“ Ach sag‘ bloss!

Heute blieb das Fahrrad stehen. Und ich zog mir Spikes an.

(Ein halber Meter Schnee mehr und zehn Grad weniger, das wär’s…!!!)


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Typisch Turkuer Winter

Die zweimal 15 Minuten Arbeitsweg erfordern derzeit mehr Konzentration als die sieben Stunden dazwischen.

(Asphalt ohne Eis oder Splitt: super. Eis mit Splitt: okay. Asphalt mit zentimeterdicken Rollsplittschichten: schlecht. Glattes Eis ohne Splitt: okay. Matschige Spurrillen: schlecht. Gefrorene Spurrillen: sehr schlecht.)


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kaksisataaviisikymmentäyksi

Wenn ich nochmal nach Finnland auswandern sollte, dann auf gar keinen Fall wieder nach Turku. Echt mal jetzt…!

Gestern war ja mal wieder so typisches Turkuer Winterwetter – Regen auf 10 cm Schneeschicht – bei dem man auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren kann, weil man in den Spurrillen, die man sich selbst in den matschigen Schnee fährt, hängenbleibt wie in Strassenbahnschienen.

Also fuhr ich notgedrungen Bus. Und sah auf der Rückfahrt eine 251 an der grossen Kreuzung.

Heute ist dann auch wieder so typisches Turkuer Winterwetter – Glatteis und Sturm – bei dem man auf keinen Fall mit dem Fahrrad fahren kann, weil zwar das Glatteis mit den neuen Spikereifen an sich kein Problem wäre, ich es aber in Verbindung mit derartigen Sturmböen nicht drauf ankommen lassen will.

Also fuhr ich heute notgedrungen wieder Bus. Mal sehen, vielleicht sehe ich ja heute Nachmittag die 252.

(Morgen endlich wieder Schnee!)

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106], 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206], 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230], 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250]


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Anders

Eines der wenigen Dinge, von denen ich mich in Finnland sofort und endgültig verabschieden musste, ist meine Vorstellung von Ostern.

Ostern ist für mich erstes grünes Gras und Sumpfdotterblumen, bunte Eier an blühenden Forsythiensträuchern, Glockengeläut, Puppenwagenspaziergänge durch blühende Parks, ausgedehnte Radtouren, Ostereier zwischen Krokussen, Picknicks mit Hummelgebrumm.

Nicht, dass es in Deutschland zu Ostern immer warm und sonnig gewesen wäre. Nicht, dass hier in den letzten zwölf Jahren nicht auch schon einmal die Krokusse geblüht hätten und wir einmal in T-Shirts radfahren gewesen wären. Und es ist jetzt auch nicht so, dass wir jedes Jahr Ostereier im Schnee suchen würden. Meist ist es einfach nur eklig und kalt. Grau und windig.

Der Finne fährt über Ostern übrigens gern nach Lappland, zum Skifahren. Die Schneebedingungen sind dann ganz prima, und die Sonne wärmt und strahlt bis spätabends. Eigentlich genau meins. Aber nicht zu Ostern. Ostern ist Frühling. Punkt.

Überhaupt wird Ostern hier keine grössere Bedeutung beigemessen. Osterferien? Gibt es nicht. Ostereier färben? Macht keiner. Osterhase? Unbekannt. Immerhin säen die Kinder im Kindergarten Ostergras aus und basteln Küken und Hasen. Aber dass der Glaube unserer Kinder an den Osterhasen sehr viel geringer ist als der an den Weihnachtsmann, ist dann doch nicht weiter verwunderlich.

Mir fehlt das Glockenläuten am Karfreitagnachmittag und am Ostersonntagmorgen. Einmal, als wir noch keine Kinder hatten, waren wir zu einem Osternachtgottesdienst. Der war sehr schön. Aber. Vielleicht in ein paar Jahren wieder.

Manchmal bietet irgendein Museum eine Osterausstellung oder einen Ostereiweitrollwettbewerb für Kinder an. Falls Ostern spät liegt und mit gutem Wetter zu rechnen ist. Wenn Ostern schon im März ist, dann haben die Museen einfach das ganze Osterwochenende zu.

Es ist jetzt auch nicht so, dass wir vier Tage komplett frei und viel Zeit für Ausflüge hätten. Seit das Fräulein Maus unter die Leistungssportler gegangen ist, liegt Ostern immer mitten in der Wettkampfsaison. Da wird wie immer freitags, sonntags und montags trainiert. Auch wenn zufällig Karfreitag, Ostersonntag oder Ostermontag sein sollte. Und der kleine Herr Maus hat am Samstag ein dreistündiges Fussballturnier.

Die Meteorologen versprechen auch dieses Jahr wieder graue Wolken und Regen, abwechselnd mit Sonne und eisigem Wind.

Machen wir eben keinen Osterspaziergang. Bauen wir eben über Ostern die Modellbahnanlage um.

Festtagsbräuche sind schliesslich auch nicht in Stein gemeisselt.

Frohe Ostern!


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Trübe Aussichten

Vermutlich wird das der wärmste und graueste Lapplandurlaub werden, den wir je erlebt haben.

(Immerhin muss ich mich, weil bei diesen Temperaturen meine Skier sowieso nicht rutschen, sondern dezimeterdick Schnee anpappen, auch nicht ärgern, dass ich mit der Schulter jetzt sowieso eher nicht skifahren kann.)

Oder vielleicht haben sich die Meteorologen auch geirrt.
Bittebitte.