Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Letzte Gelegenheit

Obwohl die Papaoma natürlich keine Schlittschuhe hat und das Fräulein Maus gleich verkündete, nach zweieinhalb Stunden Training würde sie aber nicht noch grössere Touren auf Schlittschuhen machen, beschlossen wir, am Sonntagnachmittag nochmal auf den zugefrorenen See zu gehen. So ein bisschen in Ufernähre spazierengehen und herumrutschen jedenfalls. Bevor der ganze See wieder auftaut.

Natürlich hätte ich mir gleich denken können, dass zumindest die Herren Maus und ich der hübsch angelegten, fünfeinhalb Kilometer langen Eisbahn nicht lange widerstehen können würden.

Das Eis war durchaus schon mal besser. Es war ziemlich stumpf und voller hinterhältiger Spalten und Risse wegen der anhaltenden Temperaturschwankungen. Aber hey, wir waren nochmal auf dem See!!!

(Heute 6 Grad. Plus!)


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-15°C, Sonne, Feiertag

Auf der Forschungsstation, auf der ich meinen allerersten finnischen Winter verbrachte, hatte man mir glaubhaft versichert, 3 cm würden reichen, einen Menschen zu tragen. Nie im Leben würde ich auf nur 3 cm dickes Eis gehen… aber der See war heute schon mindestens 10 cm dick gefroren. (Das war sehr schön zu sehen, weil das Eis noch ganz klar und durchsichtig ist.) Und das nach gerade mal zwei richtig kalten Tagen!

So schön, wenn noch kein Schnee gefallen ist – das, was auf dem Eis liegt, ist gefrorene Luftfeuchtigkeit, die jeden Abend wie Sterntaler vom wolkenlosen Himmel segelt – und man fahren kann, wohin man will!

(Denn wenn erst einmal Schnee liegt, muss man warten, bis das Eis einen Traktor trägt, der eine Bahn freischieben kann. Und das dauert dann erfahrungsgemässs doch ein Weilchen.)


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Gestern

Früh machte ich schnell noch ein Foto. Damit wir uns, wenn wir am nächsten Tag mit Gummistiefeln zum Kindergarten stapfen würden, noch daran erinnern könnten, wie wir einst drei Wochen lang in einem Winterwunderland gelebt und den gleichen Weg mit dem Schlitten zurückgelegt hatten.

Abends ging der grosse Herr Maus mit seiner Pfadfindergruppe samt Eltern und Geschwistern schlittschuhlaufen. Es nieselte schon leicht, und ich sagte noch, wie froh ich sei, dass ich dank des grossen Herrn Maus jetzt den Winter wirklich bis zur letzten Minute nutzen würde, als ich – das ist mir seit Jahren nicht passiert – in hohem Bogen aufs Eis flog, mit der Schulter zuerst. Der Tag endete also mit einem Besuch in der Notaufnahme, wo mir schliesslich – ich sage ja schon immer, dass wir hier wie auf dem Dorf leben – der Vater eines Kindergartenkollegen die Schulter wieder einrenkte.

Als ich heute gegen Mittag meinen Schmerzmittelrausch ausgeschlafen hatte, wehte draussen ein frühlingshaftes Lüftchen, es regnete in Strömen, und vor dem Haus rumorte der Schneepflug und schob Matsch beiseite.

Timing kann ich immerhin.


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Sonne und Meer

Fast war es schon ein bisschen wie im März – blauer Himmel und blendende Sonne – und kalt war es auch kein bisschen mehr. Perfekt für eine laaange Schlittschuhtour über das Meer!

Der Ähämann, der sich nicht so viel aus Schlittschuhlaufen macht, nahm den Tretschlitten und transportierte damit ab und zu mal ein vorübergehend fusslahmes Kind. Aber lange hielten sie es nicht auf dem Sitz aus, dann wollten sie wieder selber fahren.

„Das ist ja auch mal schön, hier so um die Inseln zu fahren!“ sagte der kleine Herr Maus.

Und da hat er wohl recht!

(Nächste Woche soll es regnen…! *seufz*)


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Auf Kufen

Das Beste am neuen Kindergartengebäude ist mit Abstand der grosse Sportplatz gleich daneben, der im Winter zur Eisbahn umfunktioniert wird. Bestenfalls sind die Mäusekinder zweimal am Tag dort: früh mit der Kindergartengruppe, und nachmittags bringe ich meine Schlittschuhe mit, und wir fahren alle gemeinsam ein paar Runden, ehe wir uns auf den Heimweg machen.

Sehr bezeichnend für das Land, in dem die Kinder vermutlich schon mit kleinen Schlittschuhen an den Füssen auf die Welt kommen, ist übrigens, dass wir beim Abholen aus dem Kindergarten mitgeteilt bekommen: „Morgen gehen wir Schlittschuhlaufen, bringt bitte Schlittschuhe und Helm mit!“, und nicht etwa vorsichtig gefragt werden: „Ist das Fräulein Maus schon mal schlittschuhgefahren? Hat der grosse Herr Maus schon Schlittschuhe?“