Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Auf glasierten Loipen

Samstagfrühmittag sassen wir bei strahlendem Sonnenschein und vier Grad plus am Frühstückstisch und überlegten, was wir mit dem Tag anfangen sollten.

Irgendwo eine kleine Runde wandern? Nun ist es zwar bis auf ein paar wenige kalte Tage seit drei Wochen warm, also über Null, aber so ein halber Meter Schnee braucht eben doch so seine Zeit, bis er weggetaut ist. Auf allen Wegen liegen noch dicke, zu Eis zusammengetrampelte Schneeschichten. Erst recht im Wald, wo keine Sonne hinkommt. Also Wandern vielleicht eher noch nicht.

Ob man dann aber vielleicht noch skifahren kann? In Klein-Lappland geht das doch immer noch bis zuletzt! Und tatsächlich, auf der Webcam sahen die Loipen nahezu perfekt aus.

Was man jedoch auf den Bildern der Webcam nicht sehen konnte: dass es dort, anders als in Turku, die ganze Nacht geregnet hatte, und dass der Regen den an den beiden vorherigen Tagen tiefgefrorenen Schnee mit einer dicken Eisschicht überzogen hatte, die auch am frühen Nachmittag im strahlenden Sonnenschein noch nicht getaut war.

Meine Fresse…! Geradeaus ging eigentlich nur mit Mit-den-Stöcken-Anschieben, bergauf nur unter Einsatz von sehr viel Armkraft, und bergab war kriminell, denn bremsen war schlicht unmöglich.

(Schnapsidee des Jahres steht hiermit wohl schon mal fest.)

Während die Kinder unerschrocken auf Skiern die Eiskanäle hinuntersausten, schnallte ich an jedem steileren oder längeren Berg die Skier ab. (Laufen war allerdings auch eher schwierig ohne Spikes.)

Am vergnüglichsten war der Heimweg am späten Nachmittag, denn auf dem gibt es eine Strecke, da geht es wie auf einer Achterbahn immer auf und ab. Bergab war’s dankenswerterweise dann in der Sonne endlich angetaut, so dass man nicht zu schnell wurde, und bergauf war’s weiterhin gefroren, so dass man bis oben einfach weitersausen konnte.

Bilanz: ein blaues Knie und drei Tage Muskelkater. (Bei mir. Der Rest der Familie ist wohlauf.)

Und jetzt im Nachhinein find‘ ich’s auch wieder lustig. Und bin froh, dass wir nochmal da waren.


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Meer, gefrorenes

Was mich ja am meisten erstaunt hat, war, dass das Meer schon richtig gefroren ist.

Es ist ja noch gar nicht so lange Winter! Und so richtig extrem kalt ist es ja auch noch nicht gewesen!

Dennoch schnurpste sich die Suomenlinna-Fähre gleich am Freitagabend durch ziemlich dicke Eisschollen, die erst blitzschnell von schwarzen Rissen durchzogen wurden und sich dann polternd rechts und links der Fahrrinne aufeinanderschoben.

Reingehen kann man da natürlich auch.

(Aber dann gingen wir schnell zurück in die Sauna.)


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Kurzurlaub, blauweiss

Es gibt der letztjährigen Zusammenfassung des Kurzurlaubs mit der liebsten Freundin nichts hinzuzufügen. Ausser, dass das Wetter noch besser war diesmal.

Schnee, Sonne, -16 Grad.
Mein Lieblingswetter.

Das ist der Öltanker, der die Tallinn-Fähren im Südhafen betankt und neben ihnen total winzig aussieht. Ich möchte wirklich gern mal dort sein, wenn so eine vier- oder fünfmal so grosse Fähre dort durchfährt!

Zum Glück war’s nicht so dringend.

Gilt nicht für Hasen.

Nur als das Licht kurz vor zwei doch schon wieder deutlich abendlich wurde, war klar, dass noch eine ganze Weile lang nicht März sein wird.


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Novembersonntage

Der November hat uns nicht gerade mit Sonne verwöhnt. Aber wenn sie schien, dann dankenswerterweise meist am Wochenende. Also so von zehn bis drei, wobei wir üblicherweise vor zwei gar nicht rauskommen und wenn, dann meist nur mit zwei von drei Kindern in wechselnder Besetzung. Ausserdem steht die Sonne so katastrophal niedrig, dass man sich eigentlich auf freiem Feld aufhalten müsste, um überhaupt ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen.

Aber egal. Im November muss man an Sonne und Frischluft nehmen, was man kriegen kann. Eine Runde durch den Wald neben der Schwimmhalle marschieren, während der kleine Herr Maus Schwimmtraining hat. Oder schnell einmal falschrum durchs Citymoor laufen und Eis aus den Kolken polken.


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Eis

Gestern Abend hatte das Fräulein Maus ein Konzert im Konservatorium. Der Ähämann fragte- schliesslich musste ja sowieso eine Harfe transportiert werden – ob er mich von Arbeit abholen und hinfahren solle. Ich aber wollte viel lieber laufen, den ganzen Weg am Fluss entlang.

Aus Gründen.

(Auf den Strassen und Fusswegen sieht es übrigens nicht viel anders aus als auf dem Fluss.)

Sogar die Föri hat Eispause. Man kann dann jetzt zu Fuss über einen extra angelegten Steg den Aurajoki überqueren.

(Das gab es zuletzt 2011!)


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Schlittschuhtour mit Rekonvaleszent

Wir haben immer noch bestes Märzwetter. Und hatten das Wochenende sehnlichst erwartet: Lüften und Vitamin D tanken!

Leider war der grosse Herr Maus Donnerstag und Freitag krank und gestern immer noch recht schwach. Aber was hilft besser beim Gesundwerden als Sonne und frische Luft?! Und der Tretschlitten war wirklich eine prima Anschaffung: eignet sich auch als Krankentransport für Kinder, die dem Kinderwagenalter längst entwachsen sind. Mit singenden Kufen sauste er, völlig mühelos für den Schiebenden, über das zugefrorene Meer.

Augen auf beim Schlittschuhlaufen: das Ergebnis der -20 Grad kalten Nächte der letzten Woche!

Wir waren übrigens nicht die einzigen, die, auf Schlittschuhen stehend, irgendwas – Kinderwagen, Schlitten, Hunde… – vor sich herschoben oder hinter sich herzogen. Und alle Eisläufer hatten das gleiche glückselige Lächeln im Gesicht wie wir: es war wärmer als letzte Woche, das Eis glatter und die Sonne noch heller. Ein Traum!


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Februarfrostnächte

Wir haben gerade einen etwas… *hüstel*… erhöhten Kerzenverbrauch.

(Es ist jetzt aber auch schon fast die letzte Gelegenheit. Denn obwohl nachts um die -20°C sind, wärmt die Sonne nachmittags schon so stark, dass das Eis einfach sublimiert. Und überhaupt lohnt sich Kerzen anzünden bald nicht mehr, es ist ja schon jetzt wieder bis halb sieben hell!)