Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Coronaklausur, Tag 12

Finnland hat 1218 bestätigte Coronafälle.

Was mich gerade am meisten grämt in der derzeitigen Situation: dass die Eisbadesaison ein so jähes, anderthalb Monate zu frühes Ende genommen hat.

Zum Glück haben wir unsere eigene Sauna. Und eine Gartenbank. Und: „Mama, wir haben doch mal… weisst du noch?! Können wir das nicht jetzt auch machen?“


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So sehr ich bis zuletzt noch auf wenigstens ein, zwei Tage Winter und wenigstens eine einzige, klitzekleine Skitour gehofft hatte – nach den „Ski“ferien, nach insgesamt dreieinhalb Monaten November, hatte ich abgeschlossen mit dem diesjährigen Winter. Dann eben nicht.

Ironischerweise war dann die letzte Woche die, in der es zum ersten Mal dieses Jahr tatsächlich ein bisschen winterlich war. März. (Obgleich ohne Schnee.) Und ich wusste gar nicht, dass mich diese Sonne und diese eiskalten Morgen auch ohne Schnee und obwohl wir nun alle schon auf den Frühling warten, so glücklich machen können.

Am Dienstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem grossen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Bus, weil es dem grossen Herrn Maus bei -8°C zu kalt war zum Fahrradfahren und ich mit meiner laufenden Nase auch lieber warten wollte, bis es ein paar Stunden später, als ich zur Arbeit musste, ein bisschen wärmer geworden war. Dann fuhren der grosse Herr Maus zur Schule und ich zurück nach Hause, und während wir auf den Bus warteten, kam eine 363 gefahren.

Am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit dem kleinen Herrn Maus zum Zahnarzt; mit dem Fahrrad, weil der kleine Herr Maus immer Fahrrad fahren will, auch bei -10°C. Ich fuhr übrigens Sommerfahrrad, weil es zwar eisig kalt, aber ansonsten völlig trocken und eisfrei auf den Strassen war.

Beide Male schien schon die Sonne, als wir das Haus um halb acht verliessen. Und während ich mich vor den Skiferien ganz unbändig gefreut hatte, dass, als ich Freitagabend um fünf die Horttür hinter mir zuzog, die Sonne hellorange gerade noch so über der Hafenausfahrt hing, scheint sie jetzt, nur zwei Wochen später, schon wieder eine ganze Stunde länger.

Am Donnerstag fuhr ich mit dem Auto auf Arbeit und sammelte um fünf den Ähämann am Bahnhof, den grossen und den kleinen Herrn Maus vom Deutschunterricht und das Fräulein Maus im Stadtzentrum ein, um mit ihnen in die Sauna auf der hintersten Spitze der Hausinsel zu fahren. Es war perfektes Wetter für ein kurzes Bad im Meer.

Die Sonne schien noch eine halbe Stunde, der eisige Nordwind, der uns die ganze Woche gequält hatte, hatte sich endlich gelegt, die Ostsee schaukelte ein paar hauchdünne Eisschollen und schwappte mit kleinen, glucksenden Sommerwellen auf den Strand, und der Himmel färbte sich erst orange und dann dunkelblau. In der Ferne zogen beide Schwedenfähren vorbei, und die Möwen gaben noch eine Flugshow vorm Schlafengehen.

Als wir heimfuhren, fuhren wir lange Zeit neben der hochhaushohen Grace her, die wie eine Erdölraffinerie hinter dem schmalen Stück Wald zwischen Strasse und Meer herausleuchtete.

Gestern fiel den ganzen Tag weisses, nasses Gelumpe vom Himmel und legte sich wie eine schwere, tropfende Decke auf Dächer, Wiesen und Bäume. Heute ist alles wieder verschwunden, es weht ein laues Lüftchen und die Vögel zwitschern. Kannst ruhig kommen, Frühling!

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Skiferien 2020, Tag 4

Am vierten Ferientag gingen wir im See baden.

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Sightseeing.

Zunächst aber begannen wir den Tag mit Sightseeing. Ich bin ja nicht der Meinung, dass man in jede Kirche reinmuss. Aber den Dom von Tampere wollte ich den Kindern schon lange mal zeigen. Aus Gründen.

Der Dom, anders als ehrwürdige Sakralbauten anderswo, wurde erst 1902-1907 gebaut und ist eigentlich unserer  KitschkircheMikaelinkirkko sehr ähnlich. Aber was wirklich, wirklich sehenswert ist, sind die Gemälde im Dom!

Die wunderlichen Interpretionen der biblischen Geschichten in den Wandgemälden von Hugo Simberg nämlich: Die Schlange aus dem Paradies, die von der Decke guckt, mit kleinen Fledermausflügelchen, den Apfel noch im Mund, die aber von Engelsflügeln umgeben ist und niemandem mehr schaden kann. Die zwölf nackigen – wo gibt’s denn sowas in einer Kirche?! – Jungs, die die Apostel darstellen sollen und gleichzeitig ganz normale Leute, die jeder auf seine Art die Bürde ihres Lebens – ein Gewinde aus Rosen, Blättern und Dornen – tragen. Die sanftmütigen Tode im Garten des Todes. Und der berühmte Verwundete Engel.

Und auch das Altargemälde von Magnus Enckell, das keinen Jesus am Kreuz – überhaupt keinen Jesus! – zeigt, sondern die Auferstehung der Toten.

Nichts davon ist im biblischen Palästina angesiedelt. Für die Gemälde standen Kinder und Erwachsene aus Tampere Modell, im Hintergrund der Landschaft, durch die der verwundete Engel getragen wird, stehen zwei grosse Fabrikschornsteine, und neben dem brennenden Dornbusch fliegt eine Elster. Das gefällt mir alles sehr.

Weil Tampere nach Mailand, Paris und Brüssel die vierte Stadt in Europa war, in der elektrisches Licht eingeführt wurde, wurde der Dom nicht mit Kronleuchtern, sondern einfach mit nackten Glühbirnen ausgestattet. Wo die doch damals der neueste Schrei waren!

Sogar die Teenagerin, die vorher ein bisschen gemotzt hatte, wozu wir denn eine Kirche angucken müssten, stand andächtig vor den Wandgemälden. Und der grosse Herr Maus gab uns den Fremdenführer, denn er hatte das alles schon im Religionsunterricht durchgenommen.

Neu gelernt habe ich diesmal: die drei Glocken des Doms wurden in Apolda gegossen! Und da wäre ich fast ein bisschen rührselig geworden.

(Ich hatte mal ein Schlittenglöckchen aus Apolda.)

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Spielplatztourismus.

Immer noch besuchen wir keine Stadt, ohne nicht wenigstens einem ihrer Spielplätze einen Besuch abgestattet zu haben.

Der kleine Herr Maus beförderte mich mit Schiff, Eisenbahn und Bus in die Malá Fatra. „So, angelegt!“, rief er nach dem ersten Teil der Reise. „Angelegt!“, piepste der zweijährige finnische Junge, der uns auf Schritt und Tritt folgte. Ich hatte ein Déjá-vu.

Dann wechselten wir auf den Teil für grössere Kinder, wo man unter Anderem möglichst schnell Rechenaufgaben lösen und zur richtigen Lösung springen muss. Ich bin kläglich gescheitert. Zwar bin ich längst aus dem Stadium hinaus, in dem ich mir finnische Sätze erst übersetze bevor ich sie verstehe oder mir erst deutsche Sätze zurechtlege bevor ich etwas auf Finnisch sage – aber Rechnen auf Finnisch kann ich nicht.

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Saunatourismus.

Vor ein paar Jahren suchte ich ein Video übers Eisbaden. Schliesslich fand ich eins, das so unspektulär wie schön ist und die Stimmung in so einer finnischen Eisbadesauna perfekt wiedergibt. Es war jetzt nicht so, dass ich seitdem unbedingt mal da hin gewollt hätte, aber als wir überlegten, in welche Sauna wir in Tampere diesmal gehen könnten, fiel mir das Video wieder ein, und die Wahl fiel auf das 1929 am Ufer des Näsijärvi errichtete „Volksbad“.

Schnee und Eis allerdings muss man sich leider wegdenken.

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Wir fuhren nach des Ähämanns Arbeit mit dem Bus hin und schafften es gerade noch rechtzeitig zur blauen Stunde. Und hach, dieses goldene, weiche Seewasser…!


Ein Kommentar

Und am Sonntag…

… gingen wir endlich anbaden.

„Ihr seid aber gewachsen…!“, wurden die Kinder begrüsst, und das ist nicht nur so eine Floskel, denn sie wachsen tatsächlich hauptsächlich im Sommer.

Und mir wurde so richtig bewusst, wie lange wir schon mit ihnen da hingehen, als ich den Neunjährigen da so sitzen sah auf der obersten Saunabank zwischen Ritva und Silja, die 70 Jahre älter sind als er und immer ein freundliches Wort für die Kinder haben und schon dabeiwaren, als er als Zweijähriger nach der Sauna zum ersten Mal seine Zehenspitzen ins gefrorene Meer tunkte.


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Abschminktipp

Direkt von der Wettkampfhalle aus in die Eisbadesauna fahren.

Dann lösen sich nämlich das Makeup und der Leim, mit denen die künstlichen Wimpern und die Strasssteine auf die Haut geklebt sind, ganz von allein. Das halbe Kilo Haarklemmen – und das weiss ich sogar aus eigener Erfahrung, denn ich ging nach unserer standesamtlichen Trauung und dem Nachmittag, den wir mit unseren Freunden auf dem Sonnendeck eines Restaurantschiffes abgehangen hatten, wie jeden Freitagabend in die Mädchensauna im Studentendorf, wo wir damals wohnten – entfernt sich auch viel angenehmer, wenn man dabei wohlig in heissem Dampf sitzen kann.

Ausserdem hilft Sauna gegen Muskelkater, und frische Luft und Sonne tun nach so einem Tag in der Turnhalle auch gut.

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Diese Wettkampfschminkerei sehe ich übrigens nach anfänglichem Augenrollen sehr positiv, vor allem im Vergleich mit manchen Mädchen aus des Fräulein Maus‘ Klasse, die schon seit zwei Jahren jeden Tag geschminkt stümperhaft angemalt zur Schule kommen. Auf die Idee kämen die Turnmädchen nie, die haben ihre Blingblingmomente auch so. Und keiner hat wahrscheinlich das Schminken kunstvoller von der Pike auf gelernt als sie.

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Das Stirnband habe ich dem Fräulein Maus übrigens letztes Jahr ganz freiwillig mit den aus den letzten Jahren übriggebliebenen Strasssteinen verziert. Seit wir die Anzüge, nachdem ich jahrelang geklebt und geklebt und geklebt (180 Pailletten?! Ich muss gerade sehr lachen.) habe, nicht mehr selbst bekleben müssen, sondern bekleben lassen, war das sozusagen die Kür nach der Pflicht. (Okay, ich müsste mal ein bisschen nachbessern.)


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Urlaub, gemeinsamer

Ferien ohne eine Reise sind gar keine richtigen Ferien.

Wir hatten auch schon einen Plan. Aber dann hatte der grosse Herr Maus die Gelegenheit, mit den Pfadfindern für fünf Tage nach Nordkarelien zu fahren zum Skifahren, Eisangeln, im Schnee schlafen, und wer weiss, ob er jemals wieder so perfekte Skiferien haben würde! Wir liessen ihn also fahren und verzichteten auf unsere Reisepläne, und der Ähämann war gar nicht so traurig, weil er gerade mitten in einem schwierigen Projekt steckt und so ausserdem ein paar Urlaubstage sparen konnte.

Aber so gar nicht wegfahren?!

Am Ende hatten wir einen Plan, der für uns alle passte: sobald der grosse Herr Maus wieder da war, fuhren wir für zwei Tage in die Stadt, in der der Ähämann seit August arbeitet. Er konnte arbeiten, aber trotzdem seine Mittagspausen und die Abende mit uns verbringen. (Und er konnte auch mal einfach so auf Arbeit spazieren, statt zwei Stunden mit dem Fahrrad, dem Zug und zu Fuss unterwegs zu sein.)

Die Kinder und ich bestiegen also am Donnerstagmorgen einen Zug – und fuhren dem Ähämann, der zwei Stunden eher aufgebrochen war, hinterher. Frühstück gab’s erst im Zug, damit wir früh so lange wie möglich schlafen konnten. Zwei Stunden fuhren wir bei schönstem Märzwetter durch blauweisse Landschaft, und als wir da waren, waren wir uns einig, dass wir alle gern noch länger zuggefahren wären.

Ich fahre nicht nur gerne Zug, ich bin auch wirklich sehr, sehr gerne in Tampere.

Ich mag das viele Wasser – und die grosse Stromschnelle, die von Anfang an die Lebensader der Stadt gewesen ist – und auch die alten Industriebauten mitten in der Stadt sehr. Leider sind bis auf die beiden Wasserkraftwerke und eine PapierKartonfabrik keine davon mehr in Betrieb, sondern werden heutzutage als Museen, Veranstaltungsräume oder Einkaufszentren genutzt, aber Himmel, sind die trotzdem immer noch schön!

Als der Ähämann seinen Kollegen von unseren Reiseplänen erzählte, schlug ihm eine Kollegin, da wir ja mit Kindern unterwegs wären, allen Ernstes zwei Indoorspielplätze vor, die wir unbedingt besuchen müssten. Ich soll in einer Stadt, die voller Natur, Kultur und Sehenswürdigkeiten ist, in einen Indoorspielplatz gehen?! Der Ähämann und ich haben schon lange nicht mehr so heftig mit den Augen gerollt.

Tatsächlich bin ich ja auf die Idee mit dem Ausflug nach Tampere gekommen, als ich auf Instagram ein bisschen nach Bildern mit dem finnischen Hashtag für #eisbaden herumsuchte. Tampere hat neuerdings da, wo die Stromschnelle aufhört, mitten in der Stadt eine ganzjährig geöffnete Sauna. Da müssen wir hin, waren wir uns alle fünf einig.

Wir holten also den Ähämann von Arbeit ab, gingen mit ihm Mittagessen und danach gemeinsam in die Sauna, die wir zwei Stunden lang fast ganz für uns alleine hatten. Und zur Abwechslung badeten wir mal in goldenem Seewasser statt in grauem Meerwasser. So schön! Und erwähnte ich schon das Märzwetter?!

Leider sieht es mit Eisbahnen ja dieses Jahr überall ein bisschen schlecht aus, sonst hätten wir die Schlittschuhe mitgenommen, denn in einer Stadt mit so viel Wasser kann man auch (fast) mitten in der Stadt auf dem See eislaufen.

Fürs Museum war das Wetter fast ein bisschen zu schön.

Andererseits sind die finnischen Museen – mal vom ebenfalls in Tampere befindlichen Spionagemuseum abgesehen – alle viel zu schön, um nicht hinzugehen. Diesmal waren wir im Vapriikki, einem Komplex mit neun verschiedenen Museen sowie zusätzlichen wechselnden Ausstellungen unter einem Dach. Zum Glück hatten wir gut gefrühstückt, so hielten wir es immerhin drei Stunden dort aus, bis uns allen der Magen knurrte. Tage könnte man da zubringen!

Ihr Ururopa war tatsächlich stolzer Besitzer und Fahrer eines solchen Dings!

„Mama, was muss man denn da machen?“
(Ich bin Ich-kann-ein-Wählscheibentelefon-bedienen-alt.)

Kleiner Postillion.

Wir liefen kreuz und quer durch die Stadt. Wir entdeckten auch in Tampere Spuren unseres Freundes Engel. Wir bestaunten fasziniert und neidisch die Strassenbahnbaustelle. Sogar zum Entenfüttern kamen die Kinder nach Jahren zum ersten Mal wieder. (Und ja, ich weiss, dass Brot keine artgerechte Nahrung ist.)

Manche Städte bauen eine Strassenbahn.
(Andere eine Tiefgarage.)

Freitagabend fuhren wir gemeinsam mit dem Ähämann zurück nach Turku.

Aber in den nächsten Ferien machen wir das wieder, haben wir beschlossen. Ich will auch mal wieder auf den Harju. Und den Kindern die lustigen Gemälde im Dom zeigen. Und im neuen Muminmuseum waren wir auch immer noch nicht. Und überhaupt ist es ganz wunderbar, wenn wir alle zusammensein können, auch wenn einer gar nicht frei hat.


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Spass mit Pappschnee

Gestern war, dank Südwind und Nieselregen, bestes Schneemannbauwetter.
(Haben wir ja auch nicht so oft.)

Leider auch eben derartiges Schmuddelwetter, dass als einzige vernünftige Winteraktivät Eisbaden übrigblieb.

Zwischen zwei Saunagängen aber, da konnte man sich prima eine Schneeballschlacht liefern, oder eine Schneekugel wälzen, die mit jedem Saunagang grösser wurde.

(Der Plan war, sie am Ende mit vereinten Kräften ins Meer zu wälzen. Aber der Schnee war stärker als wir.)


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Meer, gefrorenes

Was mich ja am meisten erstaunt hat, war, dass das Meer schon richtig gefroren ist.

Es ist ja noch gar nicht so lange Winter! Und so richtig extrem kalt ist es ja auch noch nicht gewesen!

Dennoch schnurpste sich die Suomenlinna-Fähre gleich am Freitagabend durch ziemlich dicke Eisschollen, die erst blitzschnell von schwarzen Rissen durchzogen wurden und sich dann polternd rechts und links der Fahrrinne aufeinanderschoben.

Reingehen kann man da natürlich auch.

(Aber dann gingen wir schnell zurück in die Sauna.)


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Januarsonne

Der Ähämann und das Fräulein Maus sind heute an die Arbeit und in die Turnhalle zurückgekehrt. Den Ähämann fuhr ich kurz nach sechs zum Bahnhof. Es war bitterkalt, die Strassen vereist, der Schnee knirschte unter den Füssen, und die Venus war so gross, dass ich sie zuerst für ein landendes Flugzeug hielt. Als ich wieder nach Hause kam, leuchtete der Weihnachtsbaum so anheimelnd, dass ich mir eine Kerze anzündete und eine Stunde lang in der sonst dunklen und stillen Wohnung Kaffee trank, ein Brötchen ass und dabei las. Als es schon ganz sachte zu dämmern anfing, legte ich mich wieder hin und wachte erst nach zwei Stunden wieder auf. Da war es kurz vor halb elf, und alle drei Kinder schliefen immer noch. Ferien…! <3

Nachmittags fuhren wir das Fräulein Maus zur Turnhalle, und die Herren Maus und ich fuhren – denn es gibt nichts Besseres, was man bei diesem Wetter machen kann – zur Eisbadesauna. Da war es dann schon halb drei, und die Sonne stand schon wieder sehr, sehr niedrig. Eine Stunde später war sie untergegangen, noch eine Stunde später leuchtete der Himmel in allen Farben von dunkelblau bis tieforange. Als wir zum zweiten Mal ins Wasser gingen, hatte sich auf dem Meer eine Eishaut gebildet, und von Saunagang zu Saunagang konnten wir zugucken, wie sie dicker und grösser wurde.

Dann aber mussten wir uns sputen, um den Ähämann vom Bahnhof abzuholen, der mit dem kleinen Herrn Maus nach Hause fuhr und das Fräulein Maus aus der Turnhalle abholte, während der grosse Herr Maus und ich ins Kino gingen. Und noch als wir mit dem Bus nach Hause gefahren und die letzten 500 m gelaufen waren, fühlten wir uns ganz saunawarm. Von aussen und innen.