Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Das Unwort zum Sonntag

19 Kommentare

Beherbergungsverbot.

Beherbergungsverbot in Sachsen bis mindestens 12. Dezember. Adé, Erzgebirgsurlaub!

Es ist einerseits eine Erleichterung, denn angesichts der Hiobsbotschaften aus Deutschland war meine Vorfreude in den letzten Tage mehr und mehr Sorge gewichen: jetzt in eine Gegend fahren, in der die Inzidenz zehnmal so hoch ist wie hier, doppelt so hoch wie lange Zeit in Estland, als wir dachten, das sei nun wirklich unglaublich hoch und nicht mehr zu toppen? In eine Gegend fahren, in der keine Krankenhausbetten mehr frei sind für den Fall des Falles? Die Kinder ohne Not in ein… nun ja… Krisengebiet bringen? Sich vielleicht trotz Vorsicht und doppelter Impfung anstecken und dann nicht mehr nach Hause kommen, weil keiner in der Lage ist, tausend Kilometer Auto zu fahren? Die Grosseltern nicht ohne schlechtes Gewissen treffen zu können, weil man sie vielleicht doch anstecken könnte?

So gesehen ist es gut, dass uns die Entscheidung abgenommen wurde.

Aber. Wir hatten uns gefreut. Wir wären so gerne mal wieder auf einen Weihnachtsmarkt gegangen, zu einem deutschen Bäcker, in ein Eiscafé. Wir wären so gerne abends von Pyramide zu Pyramide gefahren. Wir hätten so gern Zeit mit Oma und Opa verbracht, die in einem Alter sind, in dem man besser jede Gelegenheit nutzt. Wir hatten eine ellenlange Einkaufsliste. Die Herren Maus hätten Omas und Opas noch super Fahrräder als Winterfahrräder bekommen. Und die 400 € für die Überfahrt von Trelleborg nach Rostock und zurück können wir nun vermutlich endgültig in den Wind schreiben.

Und das alles wegen der Arschkrampen von Impfverweigerern.

Man muss sich das mal vorstellen: als wir Ende April oder Anfang Mai beschlossen, unser bis zum Ende des Jahres umzubuchendes Fährticket vom Sommer 2020 für einen Adventsurlaub im Erzgebirge einzusetzen, hatten der Ähämann und ich noch nicht mal selbst einen Impftermin. Ob die Kinder bis Dezember geimpft sein könnten, stand auch noch in den Sternen. Wir aber waren zuversichtlich: bis Dezember wären, zumindest in Deutschland, so viele Leute geimpft, dass wir guten Gewissens mit ihnen hinfahren könnten.

Tja. Danke, ihr Vollidioten, die ihr lieber irgendwelchen Verschwörungstheorien Glauben schenkt als wissenschaftlichen Erkenntnissen! Vielleicht ist es gut, dass uns dann jetzt doch weiterhin 1500 km trennen.

19 Kommentare zu “Das Unwort zum Sonntag

  1. Bei uns auch – es ist zum Heulen. Wir haben Tickets für die Semperoper, aber nun kein Hotel mehr. Mal sehen, ob die Vorstellung auch abgesagt wird und wir die Tickets erstattet bekommen.
    LG Ilka

  2. Da möchte ich dir – als ansonsten stille Leserin- aus ganzem Herzen zustimmen!! Idioten wohin man schaut.
    Bleibt gesund und stark und optimistisch!
    LG Ele

  3. Und was für mich fast das Allerschlimmste ist – neben den Toten und dem großen menschlichen Leid, das zumindest zum Teil vermeidbar gewesen wäre – das Schlimmste für mich ist, das zu diesen Impfverweigerern, den Coronaleugnern und Querdenkern Leute gehören, von denen ich das nie erwartet hätte. Bekannte. Freunde. Intelligente, gebildete Leute.
    Wie geh ich jetzt mit denen um?

  4. Auch ich bin seit längerer Zeit eine stille Mitleserin und ich kann dir aus vollem Herzen zustimmen, obwohl ich in Sachsen im Erzgebirge wohne. Meine Tochter lebt mit ihrer Familie in Kopenhagen und so kann ich am 06.12. bis zum 02.01. dem Wahnsinn hier entfliehen. Mein Haus steht in dieser Zeit mehr oder weniger leer … hätte da eine ganz verwegene Idee. Bei Interesse bitte eine Mail schicken.

  5. Noch eine jahrelange stille Mitleserin hier. Wir wären über Weihnachten nach Österreich zu den Grosseltern gefahren. Auch wenn dann kein Lockdown mehr wäre, trauen wir es uns einfach nicht mit unseren ungeimpften, weil zu jungen, Kindern. Wir haben es Gott sei Dank für eine Woche im Sommer nach Österreich geschafft (das erste Mal nach eineinhalb Jahren), aber wieder einmal ein Weihnachten mit den Grosseltern zu verbringen, wäre schon toll gewesen! Mir tun vor Allem meine Eltern sehr leid, die sich seit Beginn der Pandemie an alle Vorschriften und Empfehlungen halten und jetzt schon das zweite Weihnachten alleine verbringen.

    Ich habe eine Impfverweigerin als Schwester, dass ist für die ganze Familie sehr schlimm. Meine Schwester und mich trennen 3000 km, über diese Distanz war ich noch nie so froh! Meine Eltern leiden darunter allerdings sehr. Die Gedankenwelt meiner Schwester und ihres Mannes ist für uns alle einfach nicht nachzuvollziehen. Was noch schlimmer wiegt, meine Schwester und ihr Mann sind im Gesundheits- bzw. Bildungswesen tätig. Da kommt einem das Kotzen!

  6. Da bin ich absolut deiner Meinung! Zudem bin ich aber auch total stinkig auf unsere Politikergarde, die wieder einmal sämtliche Warnungen von Fachleuten in den Wind geschlagen haben. Jetzt gibt man sich wieder überrascht und streut sehenden Auges wieder Sand ins Impf-Getriebe.
    Hier in Baden-Württemberg schloss man Ende September alle Impfzentren und sieht sich außer Stande, sie wieder aufzumachen. Stattdessen touren hier und da mobile Impftrupps durch die Gegend (dumm, wenn man ganz am Rande des Landes wohnt.) Am Samstag zog sich vor einer Aktion eine Schlange durch die ganze Altstadt von Konstanz. Mindestens 600 Impfwillige, die stundenlang draußen in Kälte und Nebel ausharrten. Es ist nicht so, dass hier lauter Impfunwillige hocken. Mein Hausarzt bot mir einen Boostertermin am 9.2.22. an. Den habe ich genommen, erstmal besser als nix. Früher wäre besser! Hier tobt eher das Ringen um die Spritze… Vielleicht warte ich auf den Impftrupp an einem Schneesturm-Tag, ich hab als wetterfeste Hundbesitzerin bestimmt die beste Ausrüstung fürs Warten…
    Meine 12jährige Enkelin in den USA hat ganz schnell und unkompliziert ohne Warten ihren Termin am Samstag bekommen.
    Es ist zum Haare raufen.
    Liebe Grüße
    Andrea

  7. Arschkrampen ist ein sehr schönes Wort. Mir fallen deftigere ein, aber wir sind ja zivilisiert. Noch eine Eigenschaft, die uns von den Vorgenannten unterscheidet. Urlaub hin oder her, wir finden uns damit ab, es bleibt uns ja nichts übrig, auch wenn es, wie die Ähäfrau schreibt, wirklich schade ist, in unserem Fall eben auch nicht nur für uns, sondern auch für die Großeltern. Es ist auch nicht nur der finanzielle Verlust, für uns natürlich, aber deutlich messbarer für die Unterkunftsbetreiberin oder all die Lokalitäten, die wir als „Touristen“ besucht hätten, der uns so zu schaffen macht (die Fähre können wir zum Glück umbuchen).

    Was mich wirklich ärgert, ist die grassierende Dummheit. Es muss einem schon mächtig mies gehen, wenn es derartiger Wahnwitzigkeit bedarf, um sich besser zu fühlen. Und da dachte ich, wir wären auf dem Weg der Besserung und hätten genug Leid und Zerstörung und Manipulation erlebt und gesehen in den vergangenen 120 Jahren. Ich schreibe bewusst „wir“, denn wir sind alle Menschen, soweit ich weiß. Niemand soll gezwungen werden, sich impfen zu lassen, wenn er oder sie damit nicht zwingend andere Menschen gefährdet, wie es in etlichen Berufen eben der Fall ist. Aber es soll auch niemand andere Menschen aufhetzen und belügen, nur um des eigenen Selbstwertgefühls willen.

    Darüberhinaus wissen die meisten Menschen heutzutage, woraus der neuartige Impfstoff besteht und haben die Schulbildung, um den Wirkmechanismus zu verstehen. Es erklärt möglicherweise sogar, warum die „klassischen“ Impfstoffe unerwartete Nebenwirkungen haben, auch das wird in den Grundlagen seit Jahrzehnten in der Schule gelehrt. Warum also Lügen glauben, wenn wir doch eigentlich stolz sein könnten auf das Erreichte, noch dazu in so kurzer Zeit? Es ist doch nichts wundersam Neues, was entwickelt wurde. Es sind doch nur verbesserte Techniken, die die Nutzung längst bekannter Mechanismen erlauben. Und es sollte auch eigentlich klar sein, dass die Leute, die sich den ganzen Verschwörungsmist ausdenken, das sehr genau wissen, sonst könnten sie ja gar nicht so gezielt dagegen hetzen.

    Ich werde die Wenigsten überzeugen können, egal, wie ich argumentiere, aber, ohne verzweifelt wirken zu wollen, ich versuche trotzdem zu tun, was immer gegen die überlaufende Ignoranz hilft.

  8. Liebe Karen,

    macht es euch zuhause gemütlich (auch wenn es kein richtiger Ersatz ist). Hin und wieder überrascht es mich hier wenn man jemanden trifft der ungeimpft ist – und dann die Argumente hört 😳.
    Wann hat das alles endlich ein Ende? Trotz allem eine schöne Adventszeit für euch!

    LG aus Bremen
    Petra

  9. Es tut mir wirklich leid für euch und auch die Großeltern, dass aus eurer Adventsreise nun nichts wird.
    Leider kann ich nur bestätigen, dass gute Argumente und wissenschaftliche Erkenntnisse hier im Erzgebirge nicht mehr
    gefragt sind. Man ist dagegen. Gegen Regeln, gegen das Einhalten von Regeln, gegen das Impfen.
    Es ist mühsam.
    Ich wünsche euch trotz allem eine stimmungsvolle Adventszeit

    LG aus Schwarzenberg
    Heike

    • Mir fällt jedesmal der Uli-Stein-Cartoon „Dagegen“ ein. Der passt immer (noch) und ist dabei schon Jahrzehnte alt. Irgendwann muss doch mal irgendjemand irgendwas lernen…

  10. Liebe Karen,
    Du schreibst mir aus der Seele!
    Impfverweigernde Arschkrampen gibt es leider auch in Österreich viel zu viele…
    Und nein, ich kann deren Gedankenwelt nicht nachvollziehen, und mein Verständnis für immer noch Zögerliche aus welchen Gründen auch immer ist mehr als endenwollend.

    LG Elena

  11. Liebe Karen, wir sind mitten unter ihnen, den Impfverweigernden Arschkrampen, die jegliches Nachdenken und ihren Gribs ausgeschaltet haben und wir können deinen Groll verstehen. Unsere Wut hier in Dresden wird immer stärker, haben soeben unsere Boosterimpfung erhalten, werden aber auch vom Staat immer mehr beschnitten. Christmas Garden unter 2G-Regel ist geschlossen, aber Reha-Sport – da bedarf es nicht einmal eines Tests und jeder hat Zugang. Das kann nicht gut enden. Seid froh über die 1500km und genießt die Adventszeit.
    Herzlichst
    Julia und Andreas

  12. Tut mir leid für euch, aber ins Hochinzidenzgebiet würde ich derzeit auch nicht reisen wollen. Ich hab leider einige Impfverweigerer in der Verwandtschaft und das ist echt schwer. Wir wären gern mal wieder nach Thüringen gefahren, aber in dieser Lage? Nein.

  13. Tja, ich hab das Wort der Hausärztin, die mich und meine Familie seit Jahren kennt und behandelt, und ein offizielles Papier von einem unabhängigen Facharzt, dass ich (30 Jahre) aus medizinischen Gründen nicht mit den derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffen geimpft werden darf. Gegen alle anderen klassischen Krankheiten (außer Grippe) bin ich geimpft, sogar einmal gegen zwei verschiedene Krankheiten am selben Tag in beide Arme, und sogar von derselben Hausärztin, die sagte, sie könne mir nicht guten Gewissens zur Corona-Impfung raten, mit der sie ihre anderen Patienten impft. Und nun? Bin ich auch ein „Arschkrampen“? :( Im Februar hatte ich Corona, nahezu symptomlos. Auf den Tag genau 6 Monate später um Mitternacht war ich angeblich nicht mehr immun, obwohl ein Antikörpernachweis aus dem Blut das Gegenteil hätte zeigen können. Warum lässt man diesen politisch nicht gelten? Es gibt doch nichts objektiveres und wissenschaftlicheres als einen Bluttest? Aus Verzweiflung habe ich sogar schon versucht, mich absichtlich erneut anzustecken, um mit Genesenenschein wenigstens 6 Monate lang in Ruhe gelassen zu werden. Beide Ärzte meinten, eine Reinfektion sei in meinem Fall garantiert weniger gefährlich als die derzeit verfügbaren Impfstoffe. Hat nicht funktioniert, da ich offensichtlich immer noch immun bin. Jetzt darf ich seit Monaten schon meine alzheimerkranke Großmutter nicht besuchen, in den wenigen letzten Wochen, in denen sie mich vielleicht noch erkennt. Werde überall ausgesperrt, beschimpft und gemobbt, bis ich Wildfremden meine doch sehr persönliche Krankengeschichte offenlege, die normalerweise niemanden etwas angehen sollte. Auf der Arbeit hat neulich der dreifach geimpfte Vater eines Kollegen seine komplett doppelt geimpfte Familie angesteckt. Jetzt redet man schon vom vierten Booster, weil die Impfung überraschenderweise doch kein unverwundbar machendes Unsterblichkeitsserum ist. Wieso gelingt es Geimpften, sich anzustecken, aber mir als vor 10 Monaten Genesener nicht? Wird diese irre Situation jemals enden? Warum sollte ich auf Politiker und Pharmakonzernbosse hören, denen mein Schicksal vollkommen egal ist, statt auf die Warnungen meiner behandelnden Ärzte? Warum soll ich mein Leben riskieren, damit Geimpfte sich „sicher“ fühlen können? Reicht ihnen mein regelmäßiges negatives Testergebnis und vor allem ihr eigener Impfschutz etwa nicht? Ich muss doch auch keine Antibabypille nehmen, damit meine Nachbarin nicht schwanger wird. So, das ist die andere Seite der Medaille. So viel zu „Arschkrampen“. :(

    • Da wüsste ich ja gern mal, was für eine Voerkrankung das sein soll, bei der eine Ansteckung mit COVID-19 ungefährlicher sein soll als die Impfung gegen COVID-19. (Im Zweifelsfall gäbe es ja auch noch Astra Zeneca als „herkömmlichen“ Impfstoff, aber ich schätze, der ist auch nicht genehm?!)

      Es gibt tatsächlich Leute – mit aus welchen Gründen auch immer eingeschränktem Immunsystem z.B. – die sich nicht impfen lassen können und die damit auf die Impfwilligkeit aller anderen angewiesen sind, weil eine Erkrankung für sie wirklich katastrophal wäre. Die machen im Allgemeinen aber nicht so einen Aufriss darum, warum sie nicht geimpft sind. ;-)

    • Unter der Annahme, dass das eine ernst gemeinte Meinung war, obwohl ich mehrere Gründe anführen könnte, die auf das Gegenteil hinweisen würden, wie zum Beispiel Phrasen wie „nahezu symptomlos“ oder „neulich der dreifach geimpfte Vater eines Kollegen seine komplett doppelt geimpfte Familie“, aber sei dem, wie es sei: Wenn du aus medizinischer Sicht nicht geimpft werden darfst und auch genesen bist und dich auch partout nicht (wieder) anstecken kannst, dann musst du dich doch von dem Blogeintrag gar nicht angesprochen fühlen und schon gar nicht so einen Aufstand machen und deine Krankengeschichte auch noch im Internet veröffentlichen. Oder hab ich das falsch verstanden? Im Gegenteil, ich würde eher erwarten, dass du um deiner selbst willen so vielen Leuten wie möglich zur Impfung rätst, denn das ist ja in deinem Fall etwas, was du wirklich guten Gewissens tun kannst. Aber ich will ja den Troll nicht füttern…

  14. Der Blogpost ist schon vier Wochen her, aber er hat mich trotzdem sehr angesprochen. Wir wären nur von Bayern nach Sachsen gefahren, haben uns aber u.a. wegen der noch nicht vollständig geimpften Kinder gegen einen Besuch über Weihnachten entschieden (fahren nur Zug). Es tut weh, wenn die eigenen Vorsicht gegen einen verwendet wird. Meine Eltern und Schwester sind dreifach geimpft, trotzdem möchte ich die Kontakte so gering wie möglich halten. Im Januar steht uns evtl. wieder Homeschooling ins Haus. Da ist es für mich nicht vertretbar, über Weihnachten viele Menschen zu sehen. Trotzdem werden wir es uns die zweieinhalb Wochen richtig schön machen. In diesem Sinne: erholsame Feiertage!

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