Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku

Warum wir nicht fliegen

27 Kommentare

… werden wir oft gefragt. Tja, weil.

Weil man in den Südosten Deutschlands nicht fliegen kann, obwohl Leipzig einen neuen, grossen und modernen Flughafen hat.
Weil wir nicht an einen Ort gebunden sein dürfen, sondern herumfahren wollen oder müssen. (Und weil es schwierig sein dürfte, zu einem Mietwagen auch noch drei Kindersitze zu bekommen, und zwar ordentliche.)
Weil wir sonst auch ein Transportproblem hätten. Diesmal z.B. brachten wir einen Adventsstern mit, der zwar keineswegs übermässig gross und erst recht nicht schwer ist, aber dessen Verpackungsgrösse einen Transport im Flugzeug schlicht und einfach unmöglich gemacht hätte, es sei denn, wir hätten dafür noch einen extra Flugkoffer angeschafft. Und so ein Kasten deutsches Bier transportiert sich auch nicht so gut im Flugzeug.

Also fahren wir Auto. Und Schiff. Sehr ausgiebig Schiff. (Liebe Leute, Finnland ist eben nicht fast das Gleiche wie Schweden oder Norwegen. Finnland liegt nämlich HINTER dem Meer.)

Wir haben fast alles durch:
12 Stunden Turku-Stockholm, einen Tag durch Schweden, 6 Stunden Trelleborg-Rostock. 26 Stunden Hanko-Rostock. 12 Stunden Turku-Stockholm, einen Tag durch Schweden, 14 Stunden Göteborg-Kiel. 28 Stunden Helsinki-Travemünde. 40 Stunden Helsinki-Gdynia-Rostock.

Seit wir Kinder haben, und seit Finnlines das Monopol auf die direkten Ostsee-Überfahrten hat, bleiben uns eigentlich nur noch die letzten beiden Reisewege.

Mit Finnlines kam ich übrigens damals in Finnland an. 1999. Damals fuhr man noch mondän „Hansaklasse“, gemütlich zwei Tage und zwei Nächte von Travemünde nach Helsinki. Mit Vollpension, die ein Süppchen nachts um halb drei am Tag der Abfahrt genauso einschloss wie zu einem eleganten Häufchen aufgetürmte Kugeln Eis zum Kaffee. Man bediente sich am reichhaltigen Buffet, und aufmerksame Kellnerinnen räumten die leergegessenen Teller und ausgetrunkenen Tassen sofort ab. Im Restaurant durfte man den ganzen Tag sitzen, lesen, schreiben, sich unterhalten, aufs Meer hinausschauen. Nachmittags wurde zur Besichtigung der Brücke geladen. Sonst gab’s ja auch nicht viel zu tun auf einem Frachtschiff, das eben auch PKWs und Passagiere mitnahm. Die Kinderfreundlichkeit ging so weit, dass damals auch das 23-jährige vermeintliche Kind K. von Herrn M. und Frau E. für einen Platz auf der Kinderspur berechtigte und für ein frühzeitiges An-Bord-Gehen sorgte.

Als Superfast die gleiche Strecke in nur wenig mehr als 24 Stunden schaffte, musste Finnlines nachziehen. Neue Schiffe, neue Abfahrtszeiten, neue Preise, neue… Bedingungen. Ich meckere nicht gern, aber zwei Sätze der Finnin, die wir auf der allerersten Finnlines-Fahrt trafen, und die, wie sie uns erzählte, alle neuen Schiffe und neuen Routen über die Ostsee testet, als Hobby sozusagen, zitieren wir gern und regelmässig: „Wer billig bauen lässt, der kriegt auch billig.“ Und: „Das Essen ist schlecht!“ Die meisten Deutschen, die wir an Bord treffen, sind begeistert vom Buffet, aber uns kann man nichts mehr vormachen: das ist genau der gleiche Frass das gleiche Essen, das es hier aus jeder Grossküche gibt. Wenn man Pech hat, in der Hauptsaison, wenn das Schiff voll ist, dann kommt die zweite Ladung Obstsalat und das zweite Tablett Kuchen noch halb gefroren aufs Buffet. Das Süppchen in der Nacht wurde abgeschafft, und das Mittagessen so weit nach hinten verlegt, dass man auf das Kaffeetrinken verzichten kann. Abräumen muss man auf finnische Art jetzt selbst, und aufhalten darf man sich im Restaurant nur noch zu den Essenszeiten und mit gültigem Essensticket. Was nicht schlimm wäre, wenn es noch andere Möglichkeiten gäbe. Und wenn die horrenden Preise nicht wären.

Gut, wir sind inzwischen so erfahrene Finnlines-Reisende, dass wir das Beste draus machen können. (Bei Superfast gab’s seinerzeit auch mal so eine Art Bonusmeilen-System. Hat Finnlines ja gar nicht erst nötig.)

Wenn man nett fragt, kriegt man auch die grösste Kabine der gebuchten Kategorie, eine, in die auch der Kinderwagen problemlos mit hineinpasst. Die Kinder bringen mit Nahrungsaufnahme, stundenlangen Aufenthalten im Spielzimmer und im Whirlpool und mit Mittagsschlaf (also das jeweils kleinste) die 40 Stunden Überfahrt routiniert hinter sich. Der Ähämann und ich gähnen derweil um die Wette. So müde wie auf diesen Schiffen sind wir nie. Wenn man schlafen könnte! Wenn man lesen könnte! Aber irgendwer muss ja immer ein Auge auf die Kinder haben. Und noch ein Pixi-Buch vorlesen. Und nochmal mit in den Whirlpool kommen. Und nochmal mit dem Krabbelkind die Treppen von Deck 7 bis Deck 12 erklimmen und beim Abstieg einen Absturz verhindern. Und nochmal das Laufband im Fitnessraum für die beiden Grossen anschalten…

Wenn man nett fragt und einen netten Menschen am Travemünder Check-in erwischt, wo man ab 22:00 Uhr einchecken, ab ca. 23:00 an Bord gehen kann für die Abfahrt um drei Uhr morgens, dann darf man mit drei Kindern, die eben schon mal im Auto ein paar Stunden geschlafen haben, am Check-in aber aufgewacht sind, weil das Auto anhalten musste, und nun hundemüde und weinerlich sind, eventuell vorbeifahren an all den anderen wartenden Autos und gleich nach den Motorrädern an Bord fahren. Wenn man Glück hat. Eine Kinderspur, für die man mit Kind an Bord automatisch berechtigt ist, erlebten wir zum letzten Mal mit dem halbjährigen Fräulein Maus.

Hauptsaison ist die Pest. Die Deutschen drängeln am Buffet, das Personal ist genervt, das Ausschiffen dauert Stunden.
Nebensaison ist ganz nett. Man trifft oft nette Menschen mit interessanten Lebensgeschichten. Das Personal ist entspannt und freundlich. Man muss keinen gefrorenen Kuchen essen, und zum Abendbrot steht auch schon mal eine Schachtel Pralinen neben den anderen süssen Sachen auf dem Buffet.

Diesmal waren auf der Hinfahrt nur 100 Passagiere an Bord, nach dem Zwischenstopp in Gdynia vielleicht noch 30. Sechs PKWs. Neben uns sass beim Essen eine Gruppe von Finnen, die alle auf der Finnjet, dem einst schnellsten Fährschiff der Welt, gearbeitet hatten und sozusagen als Finnjet-Gedächtnis-Gesellschaft unterwegs waren, einmal hin und einmal zurück auf der alten Route. Nur billiger. Für mehr Geld.
Wir erlebten einen echten Herbssturm, mit Windgeschwindigkeiten um die 21 m/s. (Zur Erinnerung und zum Vergleich: ab 9 m/s sind wir nicht mehr auf meine Mäuseinseln gefahren.) Die Wettervorhersage hatte es uns schon ahnen lassen, aber als der Herr Picasso und die anderen fünf Autos gleich nach dem Einweisen an Bord straff festgezurrt wurden, da wussten wir schon sicher, was uns bevorstand. Zum Glück bin ich noch nie seekrank geworden, aber geschlafen habe ich in dieser Nacht trotzdem nicht viel: über vier Meter hohe Wellen direkt von vorn, die liessen das Schiff nicht nur schaukeln, sondern das gab jedes Mal einen gewaltigen Rums, wenn es direkt auf eine traf, hochgehoben wurde und wieder runterkrachte. Dann schüttelte und vibrierte das ganze Schiff, und zuletzt klatschte noch ein Riesenschwall Wasser ans Fenster. Und immer, wenn ich gerade am Einschlafen war – RUMS! Einmal musste ich mich nachts zur Toilette hangeln, im wahrsten Sinne des Wortes, und als ich wieder im Bett lag, war mir vor lauter Müdigkeit dann doch ein bisschen flau im Magen.
Die zweite Nacht und auch die Rückfahrt waren zum Glück erholsamer. In Travemünde waren wir so zeitig an Bord wie noch nie. Weil der Mensch am Check-in nett war und weil gerade ein Geleitfahrzeug – allein darf man in diesen Frachthäfen nicht herumfahren – zwei Zu-Fuss-Passagiere aufs Schiff fuhr, durften wir diesem folgen und zwischen Exportautos und Containern schon mal an Bord fahren, bevor das Einschiffen der PKWs überhaupt begonnen hatte. Um Mitternacht lagen wir alle im Bett.

Und dann mein Lieblingsaugenblick: die Ankunft im neuen Helsinkier Frachthafen. Der ist voll von Containern und LKWs und Aufliegern von LKWs und Eisenbahnwaggons und Maschinen und Bauteilen und Exportautos und was sonst noch alles so über das Meer bewegt wird. Und überall blinkt und leuchtet es. Krähne heben Container hoch. Zugfahrzeuge holen Auflieger vom Schiff, LKWs bringen Auflieger in den Hafen. Und dann diese Containertransportfahrzeuge auf ihren vier staksigen Beinen und der KranführerFahrerkabine hoch oben! Und diese Containerhochhebefahrzeuge mit dem monströsen Greifer vorn dran! Wie in einem Ameisenhaufen geht das zu. Und nie habe ich genug Zeit zum Gucken…!

(Wenn man mich fragt, dann sollte man da einen Aussichtsturm bauen. Mittenrein. Und Eintritt nehmen. Ich nähme auch die Tageskarte. Aber man fragt mich ja nicht.)

27 Kommentare zu “Warum wir nicht fliegen

  1. Früher, früher war alles besser… singen die Wise Guys. und in manchen Punkten stimmt das ja auch. Warum nur muß alles immer schneller gehen? Zwei Tage qualitätvolle Reise sind doch sowas wie Ferien; wer das nicht will, kann ja fliegen…

    Ich habe vor *fingerzähl* 16 Jahren oder so mal in Mukran zugesehen, wie die Fähren nach Klaipeda beladen wurden. Meine Güte, das ging aber wie am Schnürchen. Heute ist da, glaube ich, total tote Hose.

    • Oh, Mukran-Klaipeda, diese Errungenschaft sozialistischer Brüderlichkeit…!Das war ja eine Zeitlang das ganz grosse Ding. Nur ich konnte mir nie merken, ob Mukran oder Klaipeda der deutsche Hafen ist, das klang beides so fremdländisch.

      Ich stand vor 27 (!) Jahren mal mit vielen anderen Leuten in Sassnitz an einem Zaun oberhalb des Hafens und sah dabei zu, wie die Fähre aus Trelleborg entladen wurde. Das war vielleicht spannend! Wo die doch „aus dem Westen“ kam! (Und dabei fuhren da eigentlich nur ein paar LKWs runter…)

  2. Und? Deutsche „Feuerwerkskörper“ an Bord gehabt? ;-)

  3. Nein, fliegen würde ich da auch nicht. Die meisten Fluggesellschaften transportieren zwar Autositze kostenlos, offiziell bis 2 Jahre. Danach braucht das Kind dann ohnehin einen eigenen Platz und sofern für Flugzeuge zugelassen, kann man den Autositz dann im Flugzeug verwenden. Aber: Fliegen mit Kindern ist alles andere als Spaß. Da gibt es nicht die Treppen zwischen 7. und 12. Stock, ein Laufband oder gar ein Whirlpool… Dafür aber maximal 40cm Sitzbreite und reichlich genervte Reisende, wenn ein Kind mal eine Weile unpässlich ist. Kürzlich wurde über eine amerikanischen Umfrage in der Zeitung geschrieben, in der sich mehr als 60% der Flugreisende dafür ausgesprochen haben, Flüge für Kinder unter 12 Jahren zu sperren oder nur ausgewählte Flüge für Familien anzubieten. Das Essen dürfte weitere Dimensionen schlechter sein (es sei denn, man fliegt mit Finna.ir). Trotz der Gepäck-Begrenzung kommen 2 Elternteile spätestens mit 2 Kindern, Koffern, Handgepäck Autositzen und Kinderwagen beim Einchecken, der Sicherheitskontrolle und auf dem Weg dann zum Mietwagen, der in Deutschland für mehr als 2-3 Tage ein kleines Vermögen kostet (v.a. im Winter, wo man einen zusätzlichen Tagespreis für die Winterreifen zahlen darf), eindeutig an die Grenzen, es sei denn man hat jemanden, der hilft. Trotz des Zeitaufwands wäre da das Flugzeug auch für mich eindeutig keine Alternative.

    Frohe Weihnachten!

  4. Das ist sicherlich jedes Mal eine logistische Herausforderung. Wie lange seid ihr eigentlich unterwegs, zwei oder drei Tage?
    Die Finnlines kenne ich nicht, war aber schon von den dänischen und schwedischen Fähren sehr angetan. Von der Finnlines weiß ich, dass sie wegen ihrer Streckenführung schöne Ostseekreuzfahrten anbieten. Das steht hier noch in der Warteschleife.

    Ich wünsche euch gute Erholung von der Reise, ein schönes Weihnachtsfest und viel Freude an dem Stern aus der Heimat!

    • Danke, euch auch. (Also das schöne Weihnachten.) Der Stern hängt schon und wird andauernd angehimmelt. :-)

      Zwei Tage dauert die Reise ungefähr. Hinzu fahren wir immer die lange Strecke über Gdynia nach Rostock, weil man da morgens ankommt und nicht abends wie in Travemünde. (Wir haben das ein einziges Mal probiert, mit den Kindern durch die Nacht zu fahren. War ein Desaster. Die Kinder schliefen nur schlecht im Auto, und wir waren hundemüde.) Zurück fahren wir aber ab Travemünde, da wir da mehr Zeit haben (zur Not eben bis früh um drei) und unterwegs ausgiebig Pause bei Freunden machen können, während wir schon gegen Mittag in Rostock sein müssten und sozusagen „vor dem Aufstehen“ losfahren, was kein Mensch will im Urlaub…

  5. Oh, wir haben „damals“ (weiss nicht mehr genau wann) eine sogenannte „Minikreuzfahrt“ mit der Finnjet gemacht. Anfang Januar, aber es war richtig klasse. Es ging von Travemünde nach Helsinki, dort einen Tag lang Aufenthalt mit Stadtbesichtigung und abends wieder zurück nach Travemünde. Und das Essen war sehr, sehr lecker. Das Tollste war, dass über der „richtigen“ Brücke nochmal eine „Besucher-Brücke“ war, mit Karten und allem drum und ran, so dass man die Reiseroute verfolgen konnte. Unvergessen auch die Einfahrt in den Hafen von Helsinki. Man sah Tallin (damals noch hinter dem „Eisernen Vorhang“) ganz deutlich liegen. Und dann…Sonnenaufgang auf dem Senatsplatz über dem leicht verschneiten Helsinki. Wenn ich daran denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut.
    Ein schönes Weihnachtsfest wünsche Ich!

  6. danke für den eindrucksvollen bericht!
    wir fliegen auch (fast) nie, auch wenn wir nur 1050km zum hafen und dann 8 – 14 stunden fährfahrt haben. aufm schiff, da ist wenigstens platz zum gehen und laufen.und dieses jahr waren wir bis mittags auf dem schiff und haben 2 wale gesehen. wale! im mittelmeer! (ok, nur die oberseite, aber geblasen haben sie beide!)
    fähre ist cool! nur die aussicht ist aus dem flieger besser ;-)

    • Oh, auf’m Mittelmeer habe ich mal den schlimmsten Sturm überhaupt erlebt. 24 Stunden schaukelten wir von Genua nach Tunis, und danach schaukelte 24 Stunden das afrikanische Festland. ;-)

      (Wir waren damals auf Exkursion und sind auch Fähre gefahren, weil wir eben nicht in den Touristenhöllen festsitzen wollten, sondern durchs ganze Land fahren. Toll war das, das alles!)

  7. Wir fliegen auch sehr selten, denn mein Mann fährt am liebsten, und wartet schon immer sehnlichst auf die echte deutsche Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung! :-)
    Und unsere Einkäufe in D passen um einiges besser in ein Auto als in Koffer im Flugzeug.

  8. ich möchte generell sowieso nicht fliegen und wegen mobilität (hier bei uns auch autositz!! reboarder zum ausleihen???) und flexibilität (wir wissen nie, wann wir zurück wollen – auch wegen papierkrempel hin und wieder) fahren wir mit dem auto von genua nach berlin, das sind bei unserem tempo ;-) zwei volle tage mit einmal übernachten auf dem weg bei einer freundin.

    • Genau, das ist ja auch noch das Tolle daran! Freunde besuchen unterwegs! :-)

      Wir machen immer ausgedehnte Pause bei der Freundin aus meinem allerersten Finnischkurs. Danach ist es so spät, dass die Kinder im Auto gleich schlafen und erst in Travemünde am Check-in wieder aufwachen.

  9. Oh, so ein schöner Bericht!!!
    1969 bin ich zum ersten mal mit derr „Finnhansa“ (schreibt man das so??) gefahren, von Lübeck nach Bornholm zu einer Jugendfreizeit. Das war schon toll, aber die Krönung war unsere erste Finnlandreise 1971 und die gut zwei Tage dauernde Überfahrt von Lübeck nach Helsinki mit all den schönen Annehmlichkeiten, die du beschrieben hast. Grandios!

    Ansonsten große Hochachtung für Eure Reise mit drei kleinen Kindern, wobei das „Mäusemädchen“ vermutlich empört sagen würde, dass sie ja gar nicht mehr klein sei….

    Ein schönes und glückliches Jahr 2012 wünsche ich der ganzen Familie.

    Wir starten jetzt gleich nach Südtirol – eine Woche Skifahren am Kronplatz mit der ganzen „Kinderhorde“ (4, von 26 – 33J.) ;-), zwei Schwiegertöchtern und einem süßen Enkel… Ich freue mich so sehr!

  10. Kurze Frage: Habt ihr als Strecke folgendes in Betracht gezogen:
    12 Stunden Turku-Stockholm, einen halben Tag durch Schweden, dann weiter nach Dänemark (von Helsingborg mit Fähre nach Helsingør oder per Brücke von Malmö nach Kopenhagen), dann von Rødby nach Puttgarden? Wenn ja, was spricht dagebgen?

    • Dass kleine Kinder nicht gerne tagelang im Auto sitzen. (Und da sind die Mäusekinder schon sehr geduldige Autofahrer…)

      Und dass wir dann noch eine Übernachtung bräuchten. Wenn wir schon Fähre fahren müssen, dann sollte wenigstens das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden. (Deswegen auch Göteborg-Kiel oder Trelleborg-Rostock über Nacht.)

      • Danke für die schnelle Antwort :)

        Die Überfahrt von Rødby nach Puttgarden dauert gerade mal drei Viertelstunden, gerade genug, um sich kurz umzusehen und an Bord einen Kaffee zu nehmen. Ist also nicht wirklich mit den anderen Fährverbindungen zu vergleichen. Die Fahrzeit sollte an sich auch ohne weitere Übernachtung machbar sein, wenn beide fahren. Und wenn man da trotzdem noch eine Übernachtung, dann sind es echt nur noch 6-7 Stunden Fahrt pro Tag von Stockholm nach Leipzig (da fahrt ihr doch hin, oder habe ich das gerade falsch im Kopf?)

        • Ich weiß nicht, ob du kleine Kinder hast. Denn ich habe den Eindruck, du hast das Problem gerade nicht – bzw. genau umgekehrt wie gemeint – erfaßt.
          In einem Kindersitz im Auto muß das Kind stillsitzen. Kann mal mit den Füßen zappeln und die Hände hochreißen, aber das ist auch alles. Und das ist, markant esagt, Folter für das Kind. Für die Erwachsenen auch, aber die sind weniger eingepaßt in ihre Sitze und tragen es eh etwas duldsamer.
          Die lange Fährüberfahrt bietet demgegenüber Möglichkeiten, daß die Kinder wenigstens in einem gewissen Rahmen sich bewegen können, spielen, Frischluft atmen. Sie bieten aber auch dem oder den Fahrern Zeit und Raum zur Erholung.
          Wenn ich könnte, würde ich auf langen Wegen Fähre oder Autozug bevorzugen – aber zwischen Nordostfrankreich und Ostfriesland, unserer bisher längsten Strecke, gibt es sowas nicht, und mit dem Wohnwagen würde es eh noch mal schwieriger. Dafür bietet der die Möglichkeit, einfach zwischendurch anzuhalten und die Strecke in drei oder vier Tage zu teilen.

  11. Ein nett geschriebener Bericht. Macht Lust auf mehr.

  12. Ah, spannend. Das hätte ich mal VOR unserer Fährfahrt lesen sollen. ;)

    In Bremerhaven gibt es übrigens einen Aussichtsturm zum Containerhafen hin! Sogar ohne Eintritt. :)

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