Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Schlittschuhtour mit Rekonvaleszent

Wir haben immer noch bestes Märzwetter. Und hatten das Wochenende sehnlichst erwartet: Lüften und Vitamin D tanken!

Leider war der grosse Herr Maus Donnerstag und Freitag krank und gestern immer noch recht schwach. Aber was hilft besser beim Gesundwerden als Sonne und frische Luft?! Und der Tretschlitten war wirklich eine prima Anschaffung: eignet sich auch als Krankentransport für Kinder, die dem Kinderwagenalter längst entwachsen sind. Mit singenden Kufen sauste er, völlig mühelos für den Schiebenden, über das zugefrorene Meer.

Augen auf beim Schlittschuhlaufen: das Ergebnis der -20 Grad kalten Nächte der letzten Woche!

Wir waren übrigens nicht die einzigen, die, auf Schlittschuhen stehend, irgendwas – Kinderwagen, Schlitten, Hunde… – vor sich herschoben oder hinter sich herzogen. Und alle Eisläufer hatten das gleiche glückselige Lächeln im Gesicht wie wir: es war wärmer als letzte Woche, das Eis glatter und die Sonne noch heller. Ein Traum!


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Krönender Ferienabschluss

Ich musste mich in diesen Skiferien immerzu kneifen.

Weil sie – und damit hat ja in Zeiten des Klimawandels schon gar niemand mehr wirklich gerechnet! – vom ersten bis zum letzten Tag so unglaublich schön waren. Skiferien, die ihren Namen wirklich verdient haben. Mit dem schönsten Winterwetter, das es gibt: eiskalte Nächte, Schnee, Eis und Sonne, die jeden Tag zehn Minuten länger scheint und mittags schon richtig wärmt.

Sogar auf dem Meer schlittschuhlaufen kann man seit dieser Woche! Und zwar nicht nur so ein bisschen hin und her, sondern auf einem kilometerlangen Netz von Schlittschuhbahnen, die auf dem Meer vor Naantali angelegt wurden. Gestern und heute glitten wir insgesamt 16 km übers Meer und rund um Inseln! (Und zwar verschiedene Strecken!)

Bei Sauli vorm Sommerhaus. ;-)

Und das Allerbeste ist, dass immer noch kein Tauwetter in Sicht ist!


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Skiferien, perfekte

„Kommt doch zu uns ins Mökki, da liegt immer Schnee!“, sagte die deutsche Bekannte, als wir vor ein paar Wochen über unsere Skiferienpläne sprachen, und vier Kinder machten jubelnd Luftsprünge und besiegelten die Sache.

Es gab nicht nur Schnee. Es gab einen Hund und eine wunderbare uralte Sauna. Zur Freude der Stadtkinder Wasser aus dem Brunnen und Sauna, Kamin und Küchenherd, die mit Holz geheizt werden mussten. Selbstangelegte Loipen durch dick verschneiten Märchenwald und über glitzernde Felder. Bitterkalte Nächte, strahlendblauen Himmel und Sonnenschein von früh bis abends. Das Fräulein Maus kam nach drei Tagen mit Sommersprossen zurück nach Turku.


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Winterwunderwochenende

Als der Ähämann die Einladung nach Mittelfinnland zu einer Verteidigung und Doktorfeier erhielt, beschlossen wir sofort und einstimmig, dass wir die Skiferien einen Tag vorfristig anfangen und alle gemeinsam hinfahren würden.

So eine Chance auf drei Tage richtigen Winter soll man sich schliesslich nicht entgehen lassen! (Und auch keine einzige Chance, seine Freunde zu treffen! So oft wie in diesem Jahr habe ich die liebste Freundin das letzte Mal vermutlich gesehen, als wir noch zusammen studierten!)

Es war ganz wunderbar: Aussichtsturmbesteigung und Museumsbesuch. Schlittschuhlaufen auf dem See – als ich das letzte Mal auf diesem See schlittschuhlaufen war, schob ich übrigens das Fräulein Maus im Kinderwagen vor mir her – Rodeln in der Mittagssonne, Skitour durch Märchenwald. Danach Aufwärmen von innen im Pfannkuchenrestaurant. Das Fräulein Maus war drei Tage bei ihrer besten Freundin einquartiert, und die Herren Maus waren ganz fasziniert davon, einmal mitten im Stadtzentrum zu wohnen.

Drei Tage lang Schnee, beissende Kälte und Sonne. Fast schon März!

Heute und morgen kurzes Zwischenspiel in Turku, weil das Fräulein Maus Trainingslager hat. Ab morgen Nachmittag Fortsetzung der Skiferien.


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Sonn(en)tag

Das neue Jahr hat uns bisher nicht gerade mit Sonne verwöhnt. Aber jeder Sonntag hat bisher seinem Namen alle Ehre gemacht!

Leider sieht bei uns der Winter zwar gerade ganz zauberhaft aus, aber das Eis ist zu dünn und die Schneedecke zu zart, um woanders als auf Kunsteis oder-schnee schlittschuh- oder skilaufen zu gehen. Und dann haben sonntags ja zwei Kinder Training, und eigentlich mussten wir auch zu Ikea…

Aber bei dem Wetter nicht rausgehen?! Zum Glück gibt es für solche Gelegenheiten das Citymoor!

„Ach, ist das toll hier!“, schwärmten der Ähämann und ich. „So nahe an der Stadt, und trotzdem völlige Wildnis, als wäre man…“, sagte ich gerade, da rümpften wir beide gleichzeitig die Nase und fingen an zu lachen. Denn mitten durch das ach so wilde Moor waberte eine dicke Kerosinwolke, die der vor zwei Minuten gestartete Airbus hinterlassen hatte.

So ist das eben, in unserem Citymoor.


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kaksisataakuusikymmentä

An einem sonnigen Märztag vor 17 Jahren nahm mich meine finnische Gastmutter zum ersten Mal mit in ihr Sommerhaus. Wir hielten uns nicht lange da auf, sondern gingen an der Sauna vorbei direkt auf den See. Auf dem See hockten Eisangler, zogen Skifahrer ihre Spuren, Kinder wurden im Schlitten gezogen, ab und zu knatterte ein Schneemobil vorbei. Wir liefen und liefen, und immer neue Ausblicke auf sich bis zum Horizont aus der weissen Schneefläche erhebende Inseln und Inselchen taten sich auf. Die Sonne knallte von einem tiefblauen Himmel auf den weissen See, und es war einer dieser Tage, an dem ich begriff, warum die finnische Fahne blau-weiss ist.

Es war eines der schönsten Dinge, die ich je erlebt habe.

Wie gut, dass die liebste Freundin neuerdings fast genauso nahe am gleichen See wohnt!

(Und als wir über den See bis zu besagtem Sommerhaus gelaufen waren, kletterten wir wieder an Land, und da stand ein Pakettiauto mit der 260 im Kennzeichen.)

Finnischer März, hach!
(Und Mittelfinnland, hach! Hach!)

Glück und Herzhüpfen.
Ganz, ganz viel Glück und Herzhüpfen!

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Doppeltes Lottchen

„Kann ich auch mal allein mit dir verreisen?“, hatte mich das Fräulein Maus vor ein paar Monaten sehnsüchtig gefragt. „Mit dem Zug?! Vielleicht zu Pauline?!“

Es ist schon sehr schön, wenn nicht nur die Mütter, sondern auch die Töchter beste Freundinnen sind. <3

„Was willst du morgen machen?“, fragte Pauline, nachdem sich das Fräulein Maus und sie am Freitagabend am Bahnhof in die Arme gerannt waren, und setzte gleich hinzu: „Ich will Handstand machen.“ Damit war das Programm fürs Wochenende abgemacht.

Handstand Nr. 128. Auf Finnlands zweitgrösstem See.


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Doof

Am vermutlich schönsten Wintertag des Jahres im Bett bleiben – weil einer der diversen Krankheitserreger, die seit Wochen in unserer Familie lustiges Ringelpiez spielen, sich jetzt bei mir niedergelassen hat – und den Ähämann mit den Kindern allein nach Klein-Lappland fahren lassen zu müssen, war echt doof.

Immerhin schickte mir der Ähämann in regelmässigen Abständen Fotos. Und die Kinder liebreizende SMSe: „Wir sind den schteilen Berg ser chnell runter gevaren!“

(Heute geht’s mir schon wieder besser. Und morgen regnet’s dann…)


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-15°C, Sonne, Feiertag

Auf der Forschungsstation, auf der ich meinen allerersten finnischen Winter verbrachte, hatte man mir glaubhaft versichert, 3 cm würden reichen, einen Menschen zu tragen. Nie im Leben würde ich auf nur 3 cm dickes Eis gehen… aber der See war heute schon mindestens 10 cm dick gefroren. (Das war sehr schön zu sehen, weil das Eis noch ganz klar und durchsichtig ist.) Und das nach gerade mal zwei richtig kalten Tagen!

So schön, wenn noch kein Schnee gefallen ist – das, was auf dem Eis liegt, ist gefrorene Luftfeuchtigkeit, die jeden Abend wie Sterntaler vom wolkenlosen Himmel segelt – und man fahren kann, wohin man will!

(Denn wenn erst einmal Schnee liegt, muss man warten, bis das Eis einen Traktor trägt, der eine Bahn freischieben kann. Und das dauert dann erfahrungsgemässs doch ein Weilchen.)