Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Sonntagsskitour

Glück ist… an einem sonst völlig vollgepackten Sonntag noch Zeit für eine Skitour im Sonnenuntergang zu haben.

Ich hatte mich – angesichts der Tatsache, dass wir vor um drei nicht loskommen würden – schon darauf eingestellt, auf irgendeine beleuchtete Loipe zu gehen. Aber dann hatten wir am Tag vorher gesehen, dass die Loipe auf der Hausinsel schon gespurt ist, und die ist erstens unser aller Lieblingsloipe, und zweitens kann man über Felder auch in der Dämmerung noch fahren. Wir liessen also zu Hause nach dem Essen alles stehen und liegen und fuhren los.

Wir erwischten sogar noch die letzten Sonnenstrahlen. Dann färbte sich der Himmel langsam von orange zu babyfarben. Dann ging der Vollmond auf, und über den weiten Schneeflächen bildeten sich Nebelschlieren. Dann begannen erst mein aus der Mütze heraushängender Zopf und dann des Ähämanns Objektiv zu bereifen. Als wir wieder am Auto waren, zeigte das Thermometer -9°C.


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Januarsonne

Der Ähämann und das Fräulein Maus sind heute an die Arbeit und in die Turnhalle zurückgekehrt. Den Ähämann fuhr ich kurz nach sechs zum Bahnhof. Es war bitterkalt, die Strassen vereist, der Schnee knirschte unter den Füssen, und die Venus war so gross, dass ich sie zuerst für ein landendes Flugzeug hielt. Als ich wieder nach Hause kam, leuchtete der Weihnachtsbaum so anheimelnd, dass ich mir eine Kerze anzündete und eine Stunde lang in der sonst dunklen und stillen Wohnung Kaffee trank, ein Brötchen ass und dabei las. Als es schon ganz sachte zu dämmern anfing, legte ich mich wieder hin und wachte erst nach zwei Stunden wieder auf. Da war es kurz vor halb elf, und alle drei Kinder schliefen immer noch. Ferien…! <3

Nachmittags fuhren wir das Fräulein Maus zur Turnhalle, und die Herren Maus und ich fuhren – denn es gibt nichts Besseres, was man bei diesem Wetter machen kann – zur Eisbadesauna. Da war es dann schon halb drei, und die Sonne stand schon wieder sehr, sehr niedrig. Eine Stunde später war sie untergegangen, noch eine Stunde später leuchtete der Himmel in allen Farben von dunkelblau bis tieforange. Als wir zum zweiten Mal ins Wasser gingen, hatte sich auf dem Meer eine Eishaut gebildet, und von Saunagang zu Saunagang konnten wir zugucken, wie sie dicker und grösser wurde.

Dann aber mussten wir uns sputen, um den Ähämann vom Bahnhof abzuholen, der mit dem kleinen Herrn Maus nach Hause fuhr und das Fräulein Maus aus der Turnhalle abholte, während der grosse Herr Maus und ich ins Kino gingen. Und noch als wir mit dem Bus nach Hause gefahren und die letzten 500 m gelaufen waren, fühlten wir uns ganz saunawarm. Von aussen und innen.


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Skitour auf Südwestfinnisch

Der Turkuer Winter ist – wenn er nicht sowieso ganz ausfällt – im allgemeinen so: einen Tag schneit es, am nächsten Tag herrscht tiefer Frost, am übernächsten Tag regnet es, am überübernächsten gefriert der ganze Kladderadatsch wieder (was der Turkuer lakonisch Schädelbruchwetter nennt).

Gestern Abend ging der Regen endlich wieder in Schnee über, und in der Nacht zog ein heulender, wirbelnder Schneesturm über die Stadt. Heute früh lagen offiziell 6 cm Neuschnee – was allerdings heisst, dass er an manchen Stellen zu 20 cm dicken Schneehaufen zusammengeweht war und an anderen das blanke Eis rausguckte. Das Ganze bedeckt von vom Sturm heruntergezausten Nadeln und Ästchen.

Ich sag‘ mal so: wir sind schon bei besserem Wetter skigefahren. Aber die Sonne schien – für zwei, drei Stunden auf Augenhöhe ab und zu zwischen den Bäumen hindurch – und allein dafür hat sich der Ausflug bei beissendem Wind auf abwechselnd Kunstschnee, stumpfem Neuschnee und spiegelblankem Eis gelohnt!

Die Wetteraussichten für die folgenden Tage: morgen -14°C und Sonne, übermorgen +2°C und Regen. Ohne Scheiss. So ist das hier.


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Novembersonntage

Der November hat uns nicht gerade mit Sonne verwöhnt. Aber wenn sie schien, dann dankenswerterweise meist am Wochenende. Also so von zehn bis drei, wobei wir üblicherweise vor zwei gar nicht rauskommen und wenn, dann meist nur mit zwei von drei Kindern in wechselnder Besetzung. Ausserdem steht die Sonne so katastrophal niedrig, dass man sich eigentlich auf freiem Feld aufhalten müsste, um überhaupt ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen.

Aber egal. Im November muss man an Sonne und Frischluft nehmen, was man kriegen kann. Eine Runde durch den Wald neben der Schwimmhalle marschieren, während der kleine Herr Maus Schwimmtraining hat. Oder schnell einmal falschrum durchs Citymoor laufen und Eis aus den Kolken polken.


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Schlittschuhtour mit Rekonvaleszent

Wir haben immer noch bestes Märzwetter. Und hatten das Wochenende sehnlichst erwartet: Lüften und Vitamin D tanken!

Leider war der grosse Herr Maus Donnerstag und Freitag krank und gestern immer noch recht schwach. Aber was hilft besser beim Gesundwerden als Sonne und frische Luft?! Und der Tretschlitten war wirklich eine prima Anschaffung: eignet sich auch als Krankentransport für Kinder, die dem Kinderwagenalter längst entwachsen sind. Mit singenden Kufen sauste er, völlig mühelos für den Schiebenden, über das zugefrorene Meer.

Augen auf beim Schlittschuhlaufen: das Ergebnis der -20 Grad kalten Nächte der letzten Woche!

Wir waren übrigens nicht die einzigen, die, auf Schlittschuhen stehend, irgendwas – Kinderwagen, Schlitten, Hunde… – vor sich herschoben oder hinter sich herzogen. Und alle Eisläufer hatten das gleiche glückselige Lächeln im Gesicht wie wir: es war wärmer als letzte Woche, das Eis glatter und die Sonne noch heller. Ein Traum!


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Krönender Ferienabschluss

Ich musste mich in diesen Skiferien immerzu kneifen.

Weil sie – und damit hat ja in Zeiten des Klimawandels schon gar niemand mehr wirklich gerechnet! – vom ersten bis zum letzten Tag so unglaublich schön waren. Skiferien, die ihren Namen wirklich verdient haben. Mit dem schönsten Winterwetter, das es gibt: eiskalte Nächte, Schnee, Eis und Sonne, die jeden Tag zehn Minuten länger scheint und mittags schon richtig wärmt.

Sogar auf dem Meer schlittschuhlaufen kann man seit dieser Woche! Und zwar nicht nur so ein bisschen hin und her, sondern auf einem kilometerlangen Netz von Schlittschuhbahnen, die auf dem Meer vor Naantali angelegt wurden. Gestern und heute glitten wir insgesamt 16 km übers Meer und rund um Inseln! (Und zwar verschiedene Strecken!)

Bei Sauli vorm Sommerhaus. ;-)

Und das Allerbeste ist, dass immer noch kein Tauwetter in Sicht ist!


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Skiferien, perfekte

„Kommt doch zu uns ins Mökki, da liegt immer Schnee!“, sagte die deutsche Bekannte, als wir vor ein paar Wochen über unsere Skiferienpläne sprachen, und vier Kinder machten jubelnd Luftsprünge und besiegelten die Sache.

Es gab nicht nur Schnee. Es gab einen Hund und eine wunderbare uralte Sauna. Zur Freude der Stadtkinder Wasser aus dem Brunnen und Sauna, Kamin und Küchenherd, die mit Holz geheizt werden mussten. Selbstangelegte Loipen durch dick verschneiten Märchenwald und über glitzernde Felder. Bitterkalte Nächte, strahlendblauen Himmel und Sonnenschein von früh bis abends. Das Fräulein Maus kam nach drei Tagen mit Sommersprossen zurück nach Turku.


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Winterwunderwochenende

Als der Ähämann die Einladung nach Mittelfinnland zu einer Verteidigung und Doktorfeier erhielt, beschlossen wir sofort und einstimmig, dass wir die Skiferien einen Tag vorfristig anfangen und alle gemeinsam hinfahren würden.

So eine Chance auf drei Tage richtigen Winter soll man sich schliesslich nicht entgehen lassen! (Und auch keine einzige Chance, seine Freunde zu treffen! So oft wie in diesem Jahr habe ich die liebste Freundin das letzte Mal vermutlich gesehen, als wir noch zusammen studierten!)

Es war ganz wunderbar: Aussichtsturmbesteigung und Museumsbesuch. Schlittschuhlaufen auf dem See – als ich das letzte Mal auf diesem See schlittschuhlaufen war, schob ich übrigens das Fräulein Maus im Kinderwagen vor mir her – Rodeln in der Mittagssonne, Skitour durch Märchenwald. Danach Aufwärmen von innen im Pfannkuchenrestaurant. Das Fräulein Maus war drei Tage bei ihrer besten Freundin einquartiert, und die Herren Maus waren ganz fasziniert davon, einmal mitten im Stadtzentrum zu wohnen.

Drei Tage lang Schnee, beissende Kälte und Sonne. Fast schon März!

Heute und morgen kurzes Zwischenspiel in Turku, weil das Fräulein Maus Trainingslager hat. Ab morgen Nachmittag Fortsetzung der Skiferien.