Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Fundstück

„Guck mal!“, rief der kleine Herr Maus gestern plötzlich mitten im Wald. „Da ist ja Finnland!“

(Woran man sehen kann, dass hierzulande der Patriotismus recht ausgeprägt ist. Oder die Kinder schon im Kindergarten recht anspruchsvolle Sachen lernen. Oder beides. Ich hätte jedenfalls als Vorschulkind nirgends den Umriss meines Heimatlandes erkannt. Schon gar nicht abstrakt auf dem Waldboden.)


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Nicht, dass das lange Wochenende weniger verplant gewesen wäre als all die Wochenenden vorher. (Noch nie hat es sich so komisch angefühlt, dass in einer Woche schon Sommerferien sein sollen. Noch nie haben wir so dringend auf die Sommerferien gewartet.) Aber irgendwann muss man ja auch mal wieder raus.

Wir fuhren also – was wir immer tun bei solchen Gelegenheiten – auf die überübernächste Insel.

(Schon auf der nächsten Insel kam uns eine 267 entgegen.)

Autofähre fahren, essen gehen, wenigstens eine Minirunde wandern.

Wir waren rechtzeitig zurück zum Klaviervorspiel der Herren Maus.

Und abends hatte der kleine Herr Maus einen Wackelzahn.

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Nachtfrost und Schneeschauer

Wir sind ja eigentlich dran gewöhnt.

An unserem ersten Ostern in Finnland machten der Damals-noch-nicht-Ähämann und ich eine Radtour mit Zelt. Als wir nach dem Frühstück unser Geschirr abspülen wollten, mussten wir erstmal ein Loch ins über Nacht wieder zugefrorene Meer klopfen.

Aber gut, dass wir heute verabredet waren. Sonst wären wir bei 1°C Tageshöchsttemperatur vermutlich trotzdem nicht zu einer Wanderung aufgebrochen.

Dabei war es natürlich wie immer: wenn man erstmal draussen ist, ist es richtig schön.

Alles Wasser im Moor war mit einer Eishaut überzogen. Der Schnee, der ab und zu fiel, war nicht der sonst für diese Jahreszeit typische windgepeitschte Schneeregen, sondern segelte wie Frau Holles feinste Daunen vom Himmel. Viel besser als Regenschauer!

Und die Sonne wärmte schon richtig. Ist ja schliesslich schon Mitte April.


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Durchs Wasser wandern

„Nirgends kann man die geomorphologischen Veränderungen durch die Eiszeit so gut beobachten wie in Finnland.“

Das ist, wenn wir unterwegs sind, einer der meistzitierten Sätze in unserer Familie. (Aus dem Lieblingsfilm.) Gestern erst wieder. Bei der Wanderplanung stach mir der gelbe Weg mitten durch den See ins Auge. Hä?

Es stellte sich dann heraus, dass es sich dabei um einen Harju handelt, auf dem man fast anderthalb Kilometer lang zwischen zwei Seen entlangspazieren kann.

Und dann natürlich noch ein bisschen weiter durch Wald und über Felsen und an drei weiteren Seen vorbei.

Es war fürchterlich kalt und finster. Aber nach einem Kilometer hörte das Gebrüll und Gezänk der Kinder, die seit dem Aufwachen gestritten hatten, schlagartig auf. Und die ersten Schneeflocken sahen wir auch fallen.


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Über Wasser gehen

Als ich neulich mit den Jungs in Teijo zelten war, entdeckten wir, dass es dort schon wieder einen neuen Rundweg – mit knapp 9 km in für uns machbarer Länge – gibt. (Es wird, es wird!)

Das Beste daran: er führt laut Karte mit zwei Seilfähren auf eine Insel und von da auf die andere Seite des Sees!

Da mussten wir hin! Sobald es der Zeitplan und das Wetter halbwegs erlaubten.

Also gestern.

Anders als die Kurbelfähre, die eine Zeit lang bei uns über den Fluss führte und wegen ihres komplizierten Mechanismus‘ ständig kaputt war, hängt die Wanderfähre einfach nur an einem durchgehenden Seil. Und funktioniert tadellos. (Im Frühling und im Spätherbst sollte man sich vielleicht wasserdichte Handschuhe mitnehmen, damit einem nicht die nassen Hände abgefroren sind, bevor man auf der anderen Seite ist.)

Grosser Spass.

Auch der Rest des Weges.


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Statt Mücken

Vielleicht hätte ich dann doch lieber die Mücken in Kauf genommen.

Das nämlich absolut allerekligste Viechzeug, das Finnland zu bieten hat, sind Elchfliegen, die einem im Herbst wie eine Kreuzung aus überdimensionierten Läusen, seitwärts kriechenden Spinnen und nicht kaputt zu kriegenden Zecken unter die Haare kriechen und dann da kaum wieder rauszukriegen sind.

Es schüttelt mich 20 Stunden später immer noch.

Sonst war’s aber schön, mal wieder auf dem nahegelegenen Berg mit der wunderbaren Aussicht gewesen zu sein.


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Ausser Haus

„Ich will nicht im Garten zelten! Ich will irgendwohin wandern und da das Zelt aufstellen!“ wütete der grosse Herr Maus letzte Woche auf meinen wohlgemeinten Vorschlag hin.

Nun ist es ja so, dass wir zwar ein wunderbares Zelt besitzen, in das wir alle fünf passen und das sich leicht auf- und abbauen lässt – aber um es auf dem Rücken herumzutragen, ist es viel zu schwer. Mal ganz davon abgesehen, dass sich in freier Natur schwerlich ein genügend grosser Stellplatz dafür finden würde.

Als ich aber so über unser Restferienprogramm nachdachte und mir auffiel, dass am Sonntag das Fräulein Maus ins Trainingslager und der Ähämann mit Studenten nach Seili fahren würden, da beschloss ich, dass ich den Herren Maus ihren Herzenswunsch erfüllen und wir auch ausser Haus schlafen könnten.

Zu dritt reicht schliesslich auch ein wandertaugliches Zelt.


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Deutschlandreise: Sand in seiner schönsten Form

„Lass uns hinterher noch ein paar Tage in die Sächsische Schweiz fahren!“, schlug ich dem Ähämann vor. „Wenn wir schon einmal in der Nähe sind…!“

„Ach, komm, wir fahren eine ganze Woche!“, sagte der Ähämann, und ich stimmte freudig zu. Sollte das Wetter schlecht sein oder uns langweilig werden, dann wäre da ja auch noch Dresden in der Nähe mit jeder Menge toller Dinge zum Angucken.

Was soll ich sagen… wir waren auch diesmal wieder nicht im Hygienemuseum. Denn man kommt ja zu nichts, wenn jeden Tag die Sonne scheint und noch nicht alle Stiegen begangen sind…!

Gleich am ersten Tag juchzten alle drei Kinder vor Begeisterung – und schrien fortan täglich nach „Leitern in Felsspalten“ sowie Aufstiegen, die mit „schwierig“ beschildert sind. Wir taten unser Bestes, unsere Routenplanung nach diesen Forderungen auszurichten, Touristenmagnete wie die Bastei oder die Festung Königstein weiträumig zu vermeiden, und hatten die schönste Wanderwoche seit ewig.


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Deutschlandreise: Wandern mit Aussicht

Um Jena kann man einmal auf halber Höhe auf den Kalkbergen – entlang der sogenannten Horizontale – herumwandern. Wenn man dabei jedes Seitental mitnimmt, dann kommt man insgesamt auf ungefähr 100 km.

Die wandert natürlich niemand am Stück. Also eigentlich.

Neben allgemeiner Sehnsucht und einem dringend nötigen Fahrradkauf war einer unserer Gründe für den Jena-Urlaub – und zwar eine Woche bevor für unsere beiden Schulkinder die Sommerferien anfingen – dass der Ähämann mal wieder wie zu Studienzeiten bei der jährlich stattfindenden 100-Kilometer-Wanderung rund um Jena mitlaufen wollte.

Aber. Damals liefen, wenn es hoch kam, 100 Leute. Jetzt wälzen sich 1000 Leute – und wenn die Teilnehmerzahl nicht begrenzt wäre, wären es vermutlich 5000 – die schmalen Pfade entlang. Anja hat aus ähnlichem Anlass sehr schön beschrieben, was einem, der die Wanderung von früher kennt, dabei sauer aufstösst. Und warum die Motivation, das Ding durchzuziehen, mit jedem hightechausgerüsteten Marathonläufer, der sich rücksichtslos an einem vorbeiquetscht, ins Bodenlose sinkt.

Als wir dann an den restlichen Urlaubstagen die schönsten Teilstrecken nochmal gemeinsam gingen, war das eine echte Freude.

Uns begegneten in all den Tagen insgesamt zehn Menschen.