Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Frühling!

Dieses Wochenende ist der Frühling ausgebrochen.

Freilich, der Kompost ist noch gefroren. (Weswegen aus dem Erdesieben und Kompostumsetzen dann doch noch nichts wurde.) In dunklen Ecken liegen noch letzte angegraute Schneereste. Auch der Waldboden ist bis auf die oberste dünne Schicht noch steinhart gefroren.

Aber wir hatten fast 20 Grad. Und Sonnenschein von früh um sechs bis abends um neun. Und wolkenlosen Himmel.

Wir fanden die ersten Gänseblümchen im Garten und die ersten Leberblümchen im Wald. Hummeln und Zitronenfalter torkelten von Blüte zu Blüte. Wir assen alle Mahlzeiten auf der Terrasse. Wir tauschten die dicken Federbetten gegen die dünnen Sommerdecken aus. Ich wusch alle unsere Anoraks und Winterstiefel (Kein Satzbaufehler – unsere kuscheligen finnischen Kinderwinterstiefel kann man in der Waschmaschine waschen!), um sie dann jetzt endgültig wegzuräumen. (Ich war schon mal so weit gekommen, aber dann fuhren wir sechs Stunden übers Meer und verbrachten vier Tage auf Utö, wofür wir beides nochmal dringend brauchten.)

Auf dem Hof ist, wie jedes Jahr, Bullerbü ausgebrochen. Die 15 Nachbarskinder zwischen 6 und 16 verbringen immer noch am liebsten jede warme Minute gemeinsam draussen. (Der 16-Jährige und der 12-Jährige spielen neuerdings draussen gemeinsam Schach.) Am liebsten hätten sich unsere Kinder von Freitagnachmittag bis Sonntagabend nicht von unserem Hof wegbewegt.

Sie waren dann aber doch einverstanden, für zwei, drei Stunden in den Wald mitzukommen, dorthin wo der Berg mit der tollen Aussicht ist und wo wir letztes Jahr waren, als Uusimaa zugemacht wurde.

Die nächste Kaltfront kommt ganz sicher. Am Donnerstag voraussichtlich. Aber fürs erste war der Frühling schon mal ganz wunderbar.


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Sowas wie Berge

„Wandern…!“, stöhnte der kleine Herr Maus gestern am Frühstückstisch. „Skifahren macht Spass! Aber Wandern…! Ausser in den Bergen. Auf hohe Berge wandern! Und über Felsen klettern! An Seilen und mit Leitern! Das ist toll!“

Tjanun. As close as  it gets.

(Der Wanderweg hatte zudem eine unseren Wünschen für den sonnigen Sonntag angemessene Länge. Lang genug, um Sonne, Waldluft und Vogelgezwitscher zu tanken. Kurz genug, um nachmittags noch im Garten werkeln (wir Eltern) und sich mit den Nachbarskindern austoben (die Kinder) zu können. Alle glücklich abends.)


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Frühling, so eine Art

Die Buchten sind noch lückenlos zugefroren. Das Eis trägt nicht mehr – ausser Eisangler und andere Verrückte, von zehn Schutzengeln getragen – aber es liegt als eine solide, blendende Platte auf dem Wasser und lässt den Gedanken, dass in reichlich zwei Monaten schon Sommerferien sind, dass man in reichlich zwei Monaten vielleicht schon wieder im Meer baden kann, völlig absurd erscheinen. Die ersten Leberblümchen im Wald sind nur eine Sinnestäuschung, weil die Sonne so hell strahlt. Im Gegenteil, der Waldboden ist noch viel lückenloser mit Schnee bedeckt, als wir alle – der kleine Herr Maus, der mit Turnschuhen loszog, und wir Eltern, die ihn gewähren liessen – uns vorher vorstellen konnten.

Aber nicht mehr lange.


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Märzsonne

Ich trauere der dieses Jahr fast in greifbare Nähe gerückten Möglichkeit, mal wieder einen richtigen März zu erleben, bis in den Frühling hinein skifahren zu können, noch hinterher.

Aber diese sonnigen Tage, an denen man nicht weiss – Ist noch Winter? Ist schon Frühling? – die sind schon sehr, sehr schön.


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Letzter Ferientag

Auch in diesem Jahr fühlten sich die Weihnachtsferien sehr lang an.

Zweieinhalb Wochen lang haben wir ausgeschlafen und dem Nichtstun gefrönt, haben zwei große Feste gefeiert und sind viel an der frischen Luft gewesen. Einmal sogar auf Skiern, und gestern waren wir wenigstens für anderthalb Stunden auf der Turkuer 500-Meter-Kunsteisbahn schlittschuhlaufen. Die Wettervorhersage, so wie sie derzeit aussieht, verspricht für die nächsten zehn Tage entweder Schnee oder wenigstens ausreichend Kälte, um auf dem See schlittschuhzulaufen, oder mit ganz viel Glück sogar beides.

Heute sind wir nochmal zu Fuss unterwegs gewesen, bei -7°C immerhin zwischen hübsch bereiften Bäumen. Es gibt tatsächlich immer noch Wanderwege in der näheren Umgebung, die wir noch nicht kennen, und dieser war besonders schön: er führte über grosse Felsbrocken, durch finsteren Hexenwald und über viele, viele umgestürzte und liegengelassene Bäume.

Hinterher bestellten wir in unserer beim letzten Lieblingsstrandbesuch entdeckten neuen Lieblingspizzeria in Parainen – damals nahmen wir die Pizza mit an den Strand – ein spätes Mittagessen. Wir breiteten eine Decke über die Bank vor der Pizzeria, und die Pizza war so schön heiss, dass das #aufgrundderaktuellensituation-Draussenessen auch bei diesen Temperaturen kein Problem war.

Zu Hause schalteten wir ein letztes Mal für diese Ferien die Sauna an. Dann Ranzen packen, iPads laden, eine Löwenzahn-Folge von 1984 angucken, den Wecker auf 6:10 Uhr stellen.

Vielleicht waren die Ferien doch noch nicht lang genug.


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Weihnachtsspaziergang (2)

Seit den Herbstferien waren wir nicht mehr richtig im Wald. Weil fast immer Mistwetter war und es zu Hause zur Abwechslung ja auch mal ganz gemütlich ist.

Als es dann aber an unserem zweiten Weihnachtsferientag im verregneten Wald so schön war, merkte ich erst, wie sehr ich den Wald vermisst hatte. Und dass es schön wäre, wenn wir in den Ferien so oft wie möglich wandern gehen würden. (Skifahren wäre mir noch lieber. Aber ach…!)

Am zweiten Weihnachtsfeiertag liefen wir deshalb einen Rundweg, zu dem wir schon lange mal wollten. Er führte durch ein ehemaliges Torfabbaugebiet durchs Moor, über flechtenbewachsene Felsen, auf einen Aussichtsturm und durch dichten Wald. Wir sahen für ca. zwei Minuten die Sonne, wie sie knapp überm Horizont entlangkroch, und kurz nach drei waren wir froh, dass es bis zum Parkplatz nicht mehr weit war, denn im Wald war es da schon wieder ganz schön finster.

Es waren recht viele Menschen unterwegs, die uns aber alle überholten – nicht, weil wir so langsam gelaufen wären, sondern weil wir überall stehenblieben und guckten und staunten und uns freuten, während die anderen straffen Schrittes ihr Nach-Weihnachts-Workout möglichst schnell hinter sich zu bringen suchten. Tja.

Ein Strand auf dem Berg! (Eiszeit lässt grüssen.)

Diese Kiefern sind genauso alt wie ich.

Ob wir da mal wieder hingehen können, fragte hinterher das Fräulein Maus (!), es wäre so schön da gewesen. Machen wir ganz bestimmt!


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Weihnachtsspaziergang

In der Weihnachtsnacht ist ein Wunder geschehen: es hat ein bisschen Puderzucker geschneit!

(Und der Naturlehrpfad, den wir beim Weihnachtsbaumholen entdeckt haben, war auch sehr hübsch. Und kurz genug für die zweieinhalb Stunden Tageslicht, die wir noch zur Verfügung haben, wenn wir gefrühstückt, uns angezogen, zu Hause alles stehen und liegen gelassen haben und an einen Wanderstartpunkt unserer Wahl in der näheren Umgebung gefahren sind.)


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Zwei Tage vor Heiligabend

Es schlafen Bächlein und See unter’m Eise
es träumt der Wald einen tiefen Traum.
Durch den Schnee der leise fällt wandern wir, wandern wir
durch die weite weiße Welt.

Haha! Muss man wohl langsam mal umdichten, so manches Weihnachtslied!

Trotzdem war es im Wald schöner als nicht im Wald. Viel schöner.

Ein Teufelstöpfchen.

(Und nur zehn Minuten mit dem Fahrrad von uns entfernt!)


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Novembersonn(en)tag

Seit Tagen ist es hier kein bisschen novembergrau. Die Sonnen scheint von einem tiefblauen Himmel, und nur die langen, tiefen Schatten erinnern daran, dass November ist.

Deswegen hatte sich der Ähämann heute einen Ausflug zum „Zentimeterhochberg“ – diesen Namen hatte der kleine Herr Maus dem Berg einst verpasst, weil ihm kein Name, sondern nur unsere Spöttelei über den 64 Meter hohen „Berg“ in Erinnerung geblieben war – gewünscht.

Zum Glück kennen wir den Weg dahin – weil es einer unserer Zu-jeder-Jahreszeit-Lieblingswanderwege ist – in- und auswendig. Denn nicht nur war der Parkplatz mit einem Schlagbaum gesperrt, auch alle Markierungspflöcke und Infotafeln waren verschwunden. Was bitte soll das denn nun wieder?!