Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Ein Kommentar

kolmesataaneljätoista, kolmesataaviisitoista

Unser fast letztes komplett freies Wochenende dieses Jahr – neuerdings hat ein Kind samstags Training und eins sonntags – mussten wir natürlich auch nochmal zu einem etwas ausgedehnteren Ausflug nutzen. Schliesslich waren wir dieses Jahr noch gar nicht an unserem Lieblingswanderweg gewesen!

Dort war fast schon Herbst.

Wobei nicht immer so ganz klar ist, was die Folgen der langanhaltenden Trockenheit und was tatsächlich schon erste Herbstanzeichen sind: die Seilfähre, mit der man über den See gelangt, legte nicht mehr am Steg an, sondern lief schon drei Meter vom Steg entfernt auf Grund.

Der letzte Blutweiderich, das erste Heidekraut und die Sonnenflecken auf dem immer noch leuchtend grünen Waldboden waren jedenfalls über alle Massen schön!

Auf der Rückfahrt fiel uns ein, dass zu Hause die Milch komplett alle ist, und so hielten wir an einem Supermarkt unterwegs nochmal an und kauften Milch. Und natürlich – der Sommer ist schliesslich noch nicht ganz vorbei! – ein Eis für jeden. Und die 314 und die 315 waren auch da einkaufen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283, 284-285, 286, 287, 288, 289-290, 291, 292, 293-294, 295, 296, 297-298, 299, 300, 301, 302-303, 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310-311, 312, 313]


2 Kommentare

Mit dem Stadtbus ins Moor

Vor etlichen Wochen, als es noch nicht zu heiss zum Wandern war, fuhren wir auf der Landstrasse nach Norden. Die Landstrasse, die auch zum Nationalpark führt, aber da wollten wir nicht hin, sondern noch ein Stück weiter. Jedenfalls bog ein paar Kilomter vorm Nationalparkparkplatz, da, wo eigentlich eine Endhaltestelle ist, ein gelber Stadtbus vor uns auf die Strasse und fuhr – sehr zu unserer Verwunderung – ebenfalls nach Norden! (Obwohl er ja eigentlich nach Süden und zurück in die Stadt hätte fahren müssen.)

Nun ist es so, dass die Gemeinde Turku eine sehr eigenartige Grenze hat: in der Mitte ist die eigentliche Stadt, im Süden gehören noch ein paar Inseln dazu, und im Norden ragt eine 20 km lange Spitze Turku ins Land. So kommt es, dass eine Stadtbuslinie schon immer sehr, sehr weit, bis fast ans Ende dieser Spitze – die Spitze selbst endet an einem Felsen im Moor – hineinfährt, aber eben leider sechs Kilometer vor dem dem Nationalpark endet.

Der gelbe Stadtbus jedenfalls fuhr sechs Kilometer lang vor uns her und bog dann auf den völlig umgestalteten Wanderparkplatz ein, und siehe da, es gab da eine Haltestelle und einen Fahrplan, der uns darüber informierte, dass man in diesem Sommer die ganzen Ferien über mit dem Bus zum Wandern fahren kann.

Es war dann ja erstmal ein paar Wochen lang viel zu heiss zum Wandern, aber als es am Wochenende zum ersten Mal ein bisschen abkühlte – aber nicht zu viel: ein Bad im umrundeten See war mehr als willkommen! – ergriffen wir die fast schon letzte Gelegenheit beim Schopf.

Voll toll, umweltfreundlich und zum Stadtbustarif ins 30 km entfernte Moor fahren zu können! Das könnten sie ruhig während des gesamten Sommerfahrplans jedes Wochenende anbieten!


3 Kommentare

Reiserückblick (9): Nur eine Zwischenstation

Von der Slowakei bis nach Rostock – zur Fähre, denn wir fahren weiterhin mit Freuden durch halb Schweden in den Urlaub und zurück nach Hause – wäre es für einen Tag wirklich zu weit gewesen. Als wir überlegten, wo wir eine Zwischenübernachtung machen könnten, beschlossen wir schnell, zwei Zwischenübernachtungen einzuschieben und so auch noch einen allerletzten Lieblingsort zu besuchen.

Weil wir die allerschönsten Wege gehen wollten – „Können wir bittebitte auch wieder durch die Wilde Hölle wandern?!“, hatten die Kinder gefragt – und dafür ja nur einen Tag zur Verfügung hatten, eskalierte die Wanderung ein bisschen, aber wir waren ja gut trainiert.

Was für ein grossartiger Abschluss unserer Reise!


11 Kommentare

Reiserückblick (8): Das Lieblingsgebirge

Mit zwei – wir machten damals sehr kurze Wanderungen und sehr viele Waffelrasten – war ich das erste Mal da.

Aus Strandurlaub machte sich in meiner Familie niemand was, und so fuhren wir in meiner Kindheit jeden Sommer drei Wochen in die Malá Fatra zum Wandern. Als ich den Damals-noch-nicht-Ähämann kennenlernte, fuhren wir beide von da an gemeinsam da hin. Sogar aus Finnland waren wir noch zweimal dort, das letzte Mal vor elf Jahren, da schleppte der Ähämann das Fräulein Maus in der Kiepe über die Berge und erzählte ihr mittags zum Einschlafen was über die Entstehung von Faltengebirgen.

Und das ist dann auch der Grund, warum wir so lange nicht da waren. Es gibt in der Malá Fatra eine einzige Seilbahn, den Rest muss man sich aus eigener Kraft erlaufen – und während mein Vater mich als Einzelkind noch lange bei plötzlichen Schwächeanfällen auf den Schultern schleppte, ist das mit drei kleinen Kindern ja dann doch eher schwierig zu bewerkstelligen. Deswegen fuhren wir, wenn uns in den letzten Jahren die Bergsehnsucht packte, lieber in die Schweiz, weil man da wunderbar mit irgendeiner Bahn hochfahren, ein Stück laufen und mit einer anderen Bahn wieder runterfahren kann.

Aber die Sehnsucht blieb. Und dieses Jahr beschlossen wir, dass die Kinder jetzt alt genug wären für einen Bergurlaub, bei dem sie selbst die Berge besteigen müssten. Auch diesmal überraschten sie uns, wie schon in der Schweiz, damit, wie lange und weit sie tatsächlich wandern können, wenn sie nur wollen. Das heisst, dem kleinen Herrn Maus kann es sowieso nicht hoch und weit genug gehen, der grosse Herr Maus läuft einfach stoisch vor sich hin, und beim Fräulein Maus machte sich diesmal ganz überraschend das verstärkte generelle Fitnesstraining in der neuen Mannschaft bemerkbar. Ausserdem fanden sie es sehr motivierend, dass uns ständig erwachsene Turnschuhtouristen entgegenkamen, die wieder umkehrten, weil es ihnen zu anstrengend oder zu gefährlich war.

Nämlich. Es ist da nicht wirklich gefährlich, wenn man sich an ein paar gewisse Grundregeln hält und zumindest vernünftiges Schuhwerk trägt, es gibt Leitern und Steighilfen und Ketten, aber: es ist da schon alles durchaus sehr viel weniger gesichert und es wird sehr viel weniger (sprich: gar nicht) vor schwierigen Auf- oder Abstiegen gewarnt als in westeuropäischen Gebirgen. Viele Wege, die in der Malá Fatra normale Wanderwege sind, wären in den Alpen schon als Klettersteige ausgewiesen. Ich war übrigens sehr froh drum, dass wir unseren Kindern von klein auf – auch wenn wir nicht allzuoft Gelegenheit dazu haben – das Bergwandern beigebracht haben, denn jetzt sind sie inzwischen in einem Alter, in dem sie erstens leichtens ihren Eltern davonlaufen und zweitens an einer gewissen Selbstüberschätzung leiden; da ist der Zug dann abgefahren und wir hätten uns wahrscheinlich tatsächlich viele Wege mit ihnen nicht zu gehen getraut.

Juni war übrigens tatsächlich die perfekte Reisezeit. Wir hatten schönstes Sommerwetter, auf den Bergen blühte es wie in einem Ziergarten, und es waren noch nicht so viele Touristen da. Leider gab es fast jeden Nachmittag einen mehr oder weniger heftigen Regenschauer mit oder ohne Gewitter, so dass wir immer ein bisschen gehetzt waren, denn vor allem Gewitter ist ja nicht ohne im Gebirge. Die Kinder werden sich jedenfalls noch sehr lange an die gigantischen Blitze zwei Höhenzüge weiter erinnern, die uns allen grossen Respekt einflössten. (Und uns dann sehr schnell den Abstieg in Angriff nehmen liessen.)

Wir trafen meine Eltern, die auch immer noch Jahr für Jahr in die Malá Fatra fahren, wir lebten vom Frühstück bis zum Abendbrot quasi im Schlaraffenland, und vielleicht – wenn nur die weite Anreise nicht wäre! – machen wir das einfach nächstes Jahr wieder!


Hinterlasse einen Kommentar

Neue Wege

Vorgestern froren wir bei 7°C im beissenden Ostwind.

Gestern konnten wir die Wandersaison eröffnen. Und zwar im T-Shirt.

Wir liefen einmal zu zwei Dritteln um den See, auf dem wir sonst schlittschuhlaufen.

Das letzte Drittel müsste man an einer Strasse entlang auf einem asphaltierten Rad- und Fussweg laufen, und das hat uns tatsächlich bisher von dieser Wanderung abgehalten. Aber seit unsere Stadtbuslinie nicht mehr bei uns endet, sondern am See entlang noch bis in den Nachbarort weiterfährt, tun sich da ja ganz neue Möglichkeiten auf.

Wir fuhren vier Haltestellen Stadtbus, stiegen am See aus, wanderten fünf Kilometer, machten dabei sehr viele Pausen, stiegen an einer anderen Haltestelle am See wieder ein, fuhren zehn Haltestellen Stadtbus zurück und waren drei Stunden später wieder zu Hause.

Das ist nämlich auch mal schön, wenn man nicht erst vor und nach dem Wandern eine reichliche Stunde im Auto hocken muss!


4 Kommentare

Pest und Cholera

Die Kinder feierten gestern wegen Sommerurlaubsvorbereitungen fröhliches Wiedersehen mit ihren Bergstiefeln.

Fräulein Maus: „Wann kann ich die denn mal wieder anziehen? Wann gehen wir denn endlich mal wieder wandern?“

Kleiner Herr Maus: „Aber Fräulein Maus, du gehst doch gar nicht gerne wandern?!“

Fräulein Maus: „Doch! Viel lieber als Skifahren! Skifahren ist so doof!!!“ *

Jedes Jahr das Gleiche.


* Genaugenommen ist sowieso Gymnastik die einzig akzeptable Art sich zu bewegen.


5 Kommentare

Sonn(en)tag

Das neue Jahr hat uns bisher nicht gerade mit Sonne verwöhnt. Aber jeder Sonntag hat bisher seinem Namen alle Ehre gemacht!

Leider sieht bei uns der Winter zwar gerade ganz zauberhaft aus, aber das Eis ist zu dünn und die Schneedecke zu zart, um woanders als auf Kunsteis oder-schnee schlittschuh- oder skilaufen zu gehen. Und dann haben sonntags ja zwei Kinder Training, und eigentlich mussten wir auch zu Ikea…

Aber bei dem Wetter nicht rausgehen?! Zum Glück gibt es für solche Gelegenheiten das Citymoor!

„Ach, ist das toll hier!“, schwärmten der Ähämann und ich. „So nahe an der Stadt, und trotzdem völlige Wildnis, als wäre man…“, sagte ich gerade, da rümpften wir beide gleichzeitig die Nase und fingen an zu lachen. Denn mitten durch das ach so wilde Moor waberte eine dicke Kerosinwolke, die der vor zwei Minuten gestartete Airbus hinterlassen hatte.

So ist das eben, in unserem Citymoor.


2 Kommentare

18

Es ist seit Wochen finster. Und noch schlimmer: wir hatten seit Wochen kein freies Wochenende mehr. Denn zusätzlich zu all den Weihnachtsfeierlichkeiten im Dezember hat auch noch ein Grossteil der Freunde unserer Kinder am Jahresende Geburtstag und feiert üblicherweise samstags.

Gestern war zwar nicht völlig frei, aber immerhin bis 17:30 Uhr, und seit Wochen stand der Plan dafür – weil der immer und bei jedem Wetter geht – wir fahren Elektra!

Elektra

(Ton an! Sie ist so, so leise!)

Ausserdem sahen wir seit Wochen zum ersten Mal wieder die Sonne (wenngleich nur als orangen Streifen am Horizont, aber mehr kann man um diese Jahreszeit auch nicht erwarten) und den Wald. Und ein bisschen Schnee und Eis. Und einen rotbemützten Tonttu trafen wir auch. ;-)


8 Kommentare

Goldene Herbstferien

Estland ist nur eine kurze Schiffsreise von uns entfernt: nahe genug, dass es sich auch für vier Tage Herbstferien lohnt,und anders genug, dass es sich wie richtiger Urlaub anfühlt.

Deshalb besteigen wir, seit wir Schulkinder haben, zu Beginn jeder Herbstferien – wenn nichts dazwischenkommt – eine Fähre und fahren für vier Tage Richtung Süden.

Diesmal hatten wir eine extralange Anreise mit noch einer zweiten Fährüberfahrt, weil wir diesmal Urlaub auf Saaremaa machen wollten.

Dafür genossen wir vier Tage lang Sonnenschein, goldenen Herbst und Meer. Wir winkten hunderten Wildgänsen hinterher. Die Kinder sammelten kiloweise Hühnergötter und stellten einen neuen Wanderrekord auf, weil auch sie gern zu dem schiefen, verlassenen Leuchtturm wollten, den man nur zu Fuss erreichen kann. Wir bewunderten Windmühlen, kleine schiefe Kirchlein, einen riesigen Meteoritenkrater und Karstquellen. Wir begegneten Füchsen, Elchen und Marderhunden. (Und ausserhalb der Stadt, in die wir jeden Abend zum essen fuhren, ungefähr fünf Menschen.) Jeden Abend heizten wir die Sauna an, und wenn wir danach dampfend auf der Terrasse sassen, bestaunten wir die Milchstrasse, die ich zum letzten Mal im letzten Estlandurlaub gesehen hatte.

Estland ist weit und wild und wunderbar.

Ein Meteoritenkrater! (Echt jetzt!)

Estnischer Spielplatz abends halb acht: noch voller Kinder – und unsere sind nicht die lautesten!

Bis nächstes Jahr!


4 Kommentare

Wochenende, sonniges

Bei uns ist das Wetter ja gerade so, dass es immer einen Tag sonnig ist und danach einen oder mehrere Tage durchregnet.

Am Sonnabend schüttete es den ganzen Tag wie aus Eimern. Ausgerechnet. Der grosse Herr Maus hatte nämlich einen Pfadfinderwettberb zu bestreiten. Draussen, versteht sich. Mit Regenjacke, Regenhose und Gummistiefeln zog er los, und am späten Nachmittag kam ein stolzes Grüppchen zurück, das nicht, wie so viele andere, zwischendurch abgebrochen hatte. Wegen des Regens wurde es den ganzen Tag nicht richtig hell, dafür leuchteten die Bäume besonders intensiv. Als ich früh den grossen Herrn Maus auf die übernächste Insel fuhr, konnte ich mich gar nicht sattsehen an ihnen. An einer Stelle war ringsum nichts anderes zu sehen als Gelb – an beiden Strassenrändern, und geradeaus in der Ferne auch. Sonne trotz Regenwetter!

Am Sonntag schien die Sonne von einem strahlend blauen Himmel und lockte uns nach draussen. Wir entdeckten, dass es gleich am Stadtrand ein Stück ganz besonders schönen Wald gibt. Der Regen der letzten Tage glitzerte in den Zweigen, waberte durch den Wald, hatte die Wurzeln auf dem Weg wie mit Schmierseife überzogen und floss als Bächlein den Wanderweg entlang. Das Gras und die Herbstblätter leuchteten mit der Sonne um die Wette.

(Alle Fotos vom Ähämann. Ich war mit Gucken und Vor-Freude-Hüpfen beschäftigt.)