Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


4 Kommentare

Spätsommer

Eigentlich wäre Samstagabend Sommerverabschiedung Nacht der Urfeuer gewesen.

Dass wir da dieses Jahr nicht hingehen würden, war mir schon lange klar.

(Es wird wohl auch eine Adventszeit ohne öffentliches Weihnachtsliedersingen und ein Heiligabend ohne Weihnachtsfriedensverkündung werden dieses Jahr.)

Sehr komisch fand ich jedoch, dass sämtliche kleinen Veranstalter – hier oder hier – die Veranstaltung dieses Jahr wegen Corona abgesagt hatten, Städte wie Naantali die Urfeuernacht jedoch mit allem Pipapo – Livemusik, Dampferfahrten, gemeinsamer Gottesdienst – begingen, als wäre nichts.

Wir fuhren nochmal in unsere Samstagssauna – solange noch Sommer ist und die Sauna geöffnet! Und legten zur Feier des Tages Thüringer Rostbrätel auf den finnischen Grill.


8 Kommentare

Sommerendfeuer

Nachdem es Mitte August aussah, als sei schon endgültig der Herbst ausgebrochen, hat sich der Sommer in der letzten Woche dann doch nochmal berappelt. Welch ein Glück!

Aber der Herbst kommt dann ja jetzt doch mit grossen Schritten – reifen Äpfeln, blassem Sonnenschein, dunkelblauen Abenden und feuchten Nächten – und dieses Jahr fühlte es sich auch wieder richtig an, genau jetzt den Sommer mit einem grossen Feuer zu verabschieden.

Vorher gingen wir noch in die auf halbem Weg gelegene Sauna – die war zur Feier des Tages brechend voll mit laut und fröhlich durcheinanderredenden Leuten; es war zum Beispiel sehr lustig, mit einer gerade von einem Berlin-Urlaub zurückgekehrten Gruppe Finnen lachend und kopfschüttelnd „Bei uns nur Barzahlung!“-Erlebnisse auszutauschen – und im immer noch warmen Meer schwimmen.

Das war ein sehr schöner letzter Sommertag!

Und vielleicht war es ja auch doch erst der vorletzte oder vorvorletzte Sommertag.


4 Kommentare

Urfeuernacht 2017

Jeden letzten Samstag im August werden hier entlang der Küste grosse Feuer entzündet – zur Erinnerung daran, dass solche Feuer früher als Seezeichen und Warnsignale dienten – um den Sommer zu verabschieden.

Das schönste Feuer der Schärenregion fand dieses Jahr leider nicht statt. Und so wählten wir das nächstgelegene und fuhren im Abendsonnenschein mit den Fahrrädern hin.

Das Feuer war zwar ein Spiritusfeuer im Fass, aber trotzdem ganz hübsch anzusehen, auf dem Fluss zogen beleuchtete Boote vorbei, es gab Musik und Feuerakrobatikvorführungen.

Und als wir halb elf wieder heimradelten, war es stockdunkel.

Von jetzt an wieder: Die Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Regelmässig Vitamin D einnehmen. Mützen, Handschuhe und Reflektoren herauskramen.

Tschüss, Sommer!


5 Kommentare

Urfeuernacht

„Und?“ hörte ich gestern einen Mann einen anderen fragen, als der Mond orange und riesig hinter den Bäumen am anderen Ufer aufging, Mücken surrten, kleine Wellen ans Ufer schwappten und die Bäume voller kichernder, sich nach verwurmten Äpfeln reckender Kinder hingen. „Wie war der Sommer?“ „Kurz.“

Oder wie der grosse Herr Maus es ausdrückte: „Gerade erst waren wir zum Juhannusfeuer – und jetzt ist schon wieder Urfeuer…!“


7 Kommentare

Nacht der Urfeuer

Das Feuer war riesig.

“Urfeuernacht besonders für Familien mit Kindern. Puppentheater, Buffet, Wurst vom Grill, Feuerwehrauto und das schönste Feuer der Schärenregion. Eintritt frei“, so hatte der Dorfverein der winzigen Siedlung für die kleine Veranstaltung an dem Strand, zu dem ich schon seit drei Jahren mal wieder wollte, geworben.

Entlang der Küste werden hier jedes Jahr am letzten Samstag im August in der Nacht der Urfeuer grosse Feuer entzündet, zur Erinnerung daran, dass solche Feuer früher als Seezeichen und Warnsignale dienten – aber auch, um den Sommer zu verabschieden.

Das mit dem schönsten Feuer der Region nehmen wir ihnen ohne jeglichen Vergleich ab. Es war wunderschön.

In den Apfelbäumen hingen Windlichter. Es war schon zu kalt für Mücken. Ab und zu fuhr ein Motorboot mit spärlichen Lichtern vorbei und liess kleine schwappende Wellen auf den Strand laufen. Es waren deutlich mehr Kinder als Erwachsene anwesend, vom Baby im Kinderwagen bis zum Teenager. Sie durften das Feuerwehrauto, das sowieso da sein musste, erkunden und sich die schweren Feuerwehrhelme aufsetzen, so dass sie aussahen wie kleine Astronauten. Bis es dunkel wurde und das Feuer entzündet werden konnte, gab es eine ganz wunderbare Puppentheatervorführung.

Dann standen wir lange um das riesige Feuer und starrten in die Flammen und die Funken, die hoch in den dunkelblauen Himmel stoben. Das Fräulein Maus ass die zweite Bratwurst. Kinder wuselten um uns herum und warfen verfaulte Äpfel von der Wiese ins Feuer.

Ich fragte mich, ob das nun eigentlich zeitig ist, wenn es schon wieder halb zehn dunkel wird, oder eigentlich noch ganz schön spät, wenn halb zehn der Himmel immer noch dunkelblau ist. Wo ja jetzt der Sommer offiziell vorbei ist.

Dann gähnte der kleine Herr Maus, das Fräulein Maus fror und der grosse Herr Maus hatte Durst.

Als wir auf dem Heimweg über die hohe Brücke zwischen den zwei Inseln fuhren, winkten wir dem Feuer, das in der Ferne immer noch hoch loderte, noch einmal zu. Das heisst, der Ähämann und ich. Die Mäusekinder schliefen schon tief und fest.

“Das war aber schön!” sagten sie heute früh alle drei, als sie ausgeschlafen hatten.

[„Muinaistulet hyvästelivät kesän Merimaskussa“, Turun Sanomat 1.09.2013]