Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Neues Schuljahr

In der Ukraine hat diese Woche, am 1. September wie in allen ehemaligen Ostblockstaaten, die Schule wieder angefangen. Wenn, so las ich neulich, die Schule einen Luftschutzraum hat und ein Konzept, wie, in welcher Reihenfolge und mit wem im Falle des Falles die Kinder dahin gelangen.

Kann man sich nicht ausdenken.

Wenn die Schule keinen Luftschutzraum hat, wird es weiterhin Fernunterricht geben. Wenn der Schutzraum nicht für alle Schüler*innen reicht, muss entweder in Schichten unterrichtet oder priorisiert werden: dann dürfen nur die Kleinsten in die Schule kommen und die Grösseren machen Fernunterricht. Und dann gibt es natürlich noch die Eltern, die ihre Kinder unter diesen Umständen sowieso lieber nicht in die Schule schicken möchten.

(Kommt einem ja alles irgendwie bekannt vor.)

Auch für die ins Ausland geflüchteten Schüler*innen gibt es weiterhin Fernunterricht, als Ersatz oder zusätzlich zur dortigen Schule, und ich finde es wirklich bemerkenswert, dass in einem Land, das wir Deutschen bis vor Kurzem eher von oben herab betrachtet haben, in einem Land, in dem Krieg herrscht, der Fernunterricht scheinbar besser organisiert ist und besser funktioniert als es in vielen Schulen Deutschlands während Corona der Fall war.

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Wir sind schon dreieinhalb Wochen drin im neuen Schuljahr.

Am Freitag kam das Fräulein Maus mit lauter bunten Aufklebern im Gesicht aus der Schule. Die Abiturient*innen hatten den Tag, von dem an sie nur noch 100 Tage Schule haben, mit der ganzen Schule gefeiert. Die Zahl der wunderlichen finnischen Traditionen ist schier unendlich.