Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Naturgefiltert

Am Wochenende mal den Kindern gezeigt, wo unser Trinkwasser herkommt.

Klein-Lappland ist nämlich nicht nur unser nahegelegenes Lieblingsskigebiet, sondern von dort kommt auch seit sechs Jahren unser Turkuer Trinkwasser.

Das heisst, eigentlich kommt es aus dem Kokemäenjoki, und den hatten wir uns schon auf der Fahrt in die Skiferien angesehen. Also da, wo die Strasse ihn an einer Stromschnelle überquert und der Fluss in der Kälte dampfte und weisse Eisschollen hurtig auf seinem schwarzen Rücken dahindrifteten, denn überall sonst lag er natürlich unter einer dicken Eis- und Schneeschicht verborgen.

Dann aber wird das Flusswasser nach Klein-Lappland gepumpt, wo es in die Sandschichten des Harjus einsickert und zu Grundwasser wird, und nach drei Monaten wird dieses künstliche Grundwasser wieder hochgepumpt und auf die 60 km lange Reise nach Turku geschickt. Weil Klein-Lappland so hoch ist, fliesst es von ganz allein durch die Rohre und kann sogar am Anfang der Reise noch eine kleine Turbine antreiben.

Dieses künstliche Grundwasser ist nicht unumstritten – vor allem, weil dieses zusätzliche Wasser und die Bestandteile des Flusswassers, die im Harju herausgefiltert werden, natürlich das ökologische Gleichgewicht des Harjus verändern – aber ich, in einer Gegend aufgewachsen, in der Trinkwasser grundsätzlich aus Talsperren kommt, finde das Ganze trotzdem höchst spannend.

(Man könnte Wasseruhren einführen hierzulande. Und angemessene Wasserpreise. Dann müsste man nicht immer noch effizientere Wasserquellen erschliessen. Aber ach… das ist schon wieder ein ganz anderes Thema.)

[Den Kindern gezeigt:
1) Wo die Tomaten wachsen
2) Wo die Schnee-LKWs hinfahren]