Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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kolmesataakuusitoista

Ich hinke hinterher mit der Kennzeichenprotokollierung.

Dabei hat das Schuljahr zwar nicht mit weniger Verpflichtungen als das letzte, aber insgesamt doch deutlich ruhiger angefangen: das Fräulein Maus fährt nachmittags allein zum Training und zur Harfenstunde, die Herren Maus fahren allein zum Deutschunterricht, und der Ähämann ist dank Pendelei mit dem Zug immer verlässlich zur gleichen Zeit zu Hause. Nur mein Arbeitsweg ist dank Schul- und Hortumzug ans entgegengesetzte Ende der Stadt jetzt knapp acht Kilomter lang und dauert doch deutliche zehn Minuten länger als sonst. (Dafür sind die letzten drei Kilometer, immer am Fluss entlang und an der Föri vorbei sehr, sehr schön. Und sie werden bestimmt noch schöner, wenn es kälter wird und ich nicht mehr um eiernde Spaziergänger und parkplatzsuchende Autos herumradeln muss.)

Gleich der erste Montag im neuen Schuljahr allerdings brach mit voller Wucht über uns herein: als ich heimkam, stand der grosse Herr Maus schon füssescharrend an der Haustür, er müsse doch zu den Pfadfindern (was ich völlig vergessen hatte), und der Ähämann, der fünf Minuten später heimkam, musste ganz dringend noch am selben Abend, weil er am nächsten Tag auf seiner neuen Arbeit einen Fototermin hatte, Bisnesmieskleidung besorgen, und das Fräulein Maus war beim Training und den kleinen Herrn Maus mussten wir mitnehmen ins Einkaufszentrum und während der Ähämann anprobierte, holte ich erst den grossen Herrn Maus wieder von den Pfadfindern ab und fuhr dann mit ihm zurück ins Einkaufszentrum und als der Ähämann endlich seinen Einkauf in Sack und Tüten hatte, hatte das Fräulein Maus schon längst Trainingsschluss, aber eine Turnkollegin leistete ihr netterweise auf dem Schulspielplatz beim Warten Gesellschaft, und dann war es schon halb neun, aber wir konnten immer noch nicht heimfahren, weil die Harfenstunde des Fräulein Maus am nächsten Tag kurzfristig an einen anderen Ort verlegt worden war und wir wenigstens mit ihr vorbeifahren mussten, um ihr zu zeigen, wo sie am nächsten Tag hinmusste und wo sie aus dem Bus aus- und später wieder einsteigen musste, und zu Hause gab es ein schnelles Abendbrot und dann fiel ich direkt mit den Kindern ins Bett und hoffte, dass es einen solchen Abend nicht so schnell wieder geben würde.

Ist bis jetzt auch noch nicht wieder vorgekommen. Und immerhin habe ich irgendwo bei der ganzen Hin-und-Her-Fahrerei die 316 gesehen.

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Projekt Liniennetzplan, Alltagsversion

Ausgerechnet an einem Samstag, an dem in der Innenstadt ein Marathon, eine (kleine) Demonstration von Neonazis und eine (grosse) Demonstration gegen Nazis sowie ein mehrstündiger Busfahrerstreik auf manchen Linien stattfinden, mit den Kindern ihre in diesem Schuljahr neuen Busstrecken zum Deutschunterricht und zu des Fräulein Maus‘ vielfältigen Trainingsorten ausprobieren zu wollen, war nicht so clever. (Man sollte doch öfter einen Blick in die Lokalpresse werfen.)

Sie wissen jetzt aber trotzdem, wo sie ein-, um- und aussteigen müssen. (Und wir müssen nur noch spätabends abholen manchmal. Unsere Autofahrerei hat sich schlagartig halbiert, jeee!!!)

Und weil wir wegen Marathon und Demos weit vorm Markt aus dem ersten Bus geworfen wurden und ein Stück laufen mussten, gingen wir zum ersten Mal in fünfzehn Jahren durch die orange Gasse, die sich fast immer hinter verschlossenen Toren befindet.

Wenn sich das mal nicht doch gelohnt hat!


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kolmesataakymmenen, kolmesataayksitoista

Am Freitag fuhren wir – dafür, dass Ferien sind und wir Urlaub haben – aussergewöhnlich viel durch die Gegend.

Erst waren wir in Naantali am Strand, dann fuhren wir das Fräulein Maus zum Training ins Stadion, dann fuhren wir die Herren Maus nach Hause, dann assen wir schnell ein Eis, dann fuhren der kleine Herr Maus, der Ähämann und ich kurz ins Einkaufszentrum – wo die 310 im Parkhaus vor uns stand – dann fuhren wir das Fräulein Maus vom Stadion abholen, wobei der kleine Herr Maus bei knapp 30 Grad erst noch mehrere Runden ums Stadion raste und wir Eltern beiden Kindern beim Sportmachen zusahen und nebenher der Musik zuhörten, die von der nahegelegenen Bühne des Rockfestivals herüberschallte, dann fuhren wir heim – wobei wir an einer geparkten 311 vorbeikamen – dann packten wir schnell eine Picknicktasche mit unserem Abendbrot und fuhren zum nahegelegenen Berg, den wir immer bei derlei Gelegenheiten aufsuchen, um auf die Mondfinsternis zu warten.

Seit Wochen war der Himmel komplett wolkenlos gewesen, aber Freitagabend hatten sich natürlich im Süden zwei grosse Gewitterwolken aufgetürmt, so dass wir zwar gegen halb elf einen wunderbaren Sonnenuntergang beobachten konnten, aber keinen Mondaufgang. Und statt sich aufzulösen, breiteteten sich die Wolken immer weiter aus. Halb zwölf hatten bis auf zwanzig alle zweitausend Leute, die die gleiche Idee wie wir gehabt hatten, den Berg verlassen. Dreiviertel zwölf lugte der blassrosa Mond – ich hatte ja befürchtet, dass man bei der Helligkeit, die hier auch nach Sonnenuntergang herrscht, nicht nur keinen Blutmond, sondern überhaupt, solange er im Schatten liegt, keinen Mond sieht – für drei Minuten durch die Wolken!

Kurz nach Mitternacht fuhren wir nach Hause, halb eins erhaschten wir noch einen Blick auf einen halb beschatteten, leuchtenden Mond von der Terrasse aus. Der kleine Herr Maus schlief am nächsten Tag bis um zwölf.

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kolmesataaneljä

Die 304 stand in Stockholm am Hafen vor uns. Nützte mir leider nichts, denn es war ein schwedisches Kennzeichen.

Als ich aber heute Vormittag des Fräulein Maus‘ Harfe ins Musiklager im Nachbarort fuhr – sie selbst war in aller Frühe erst noch zum Training geeilt und fing die Musiklagerwoche erst nachmittags an, das vielbeschäftigte Kind – begegnete mir gleich hinter der Autobahnabfahrt eine 304.

Zu irgendwas muss dieses tägliche Hin-und-Her-Gefahre während der Musiklagerwoche ja gut sein…!

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Ein Kommentar

kolmesataakaksi, kolmesataakolme

Also mit den 300er Nummern ist es mal echt nicht leicht.

Obwohl… alles relativ. Nachdem ich mich nämlich vor der gesamten Familie beschwert hatte, dass es fast genauso wenig 300er Nummern gibt wie ein- und zweistellige, sah ich vorletzten Sonntag, als ich den kleinen Herrn Maus in die Schwimmhalle fuhr, die 303, die 304, die 305, die 306 und die 307. Nur nicht in der richtigen Reihenfolge. Zum Glück, denn sonst hätte ich mich schwarzgeärgert, denn die 302 hatte ich ja immer noch nicht gesehen.

Bis letzten Freitag.

Da fuhr ich das erste Mal seit 15. März wieder mal mit dem Auto auf Arbeit, und als ich schon beschlossen hatte, in den sauren Apfel zu beissen und eben einen Parkschein für einen der vielen noch freien Parkplätze direkt vor der Haustür zu lösen, dafür aber erst noch eine grössere Runde zum Wenden durchs Zentrum fahren musste, weil Linksabbiegen da überall verboten ist, fand ich dann doch noch den letzten freien, kostenlosen Parkplatz in der Stadt.

Als ich nach der Arbeit da hinlief, stand am Strassenrand eine 302. Dann fuhr ich schnell ins Konservatorium, wo das Fräulein Maus mit Bravour eine Musikprüfung auf der Harfe ablegte und hinterher noch auf einem Festkonzert spielte, dann sprangen wir schnell ins Auto und rasten zum Bahnhof, wo unser beider liebste Freundinnen schon auf uns warteten, dann fuhren wir schnell weiter zum anderen Bahnhof der Stadt, wo zehn Minuten später der Ähämann nach insgesamt siebzehnstündiger Reise wieder bei uns eintraf, und sahen auf dem Weg dahin eine 303.

Das Wochenende verbrachten wir nichtstuend im blühenden Garten; das doppelte Lottchen zog gleich ganz in den Garten um und richtete sich Onneli-und-Anneli-mässig häuslich im Zelt ein.

(Nur viel zu kurz so ein Wochenende!)

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Immer muss ich alles sollen

Im Morgengrauen rufen die verstopfte Nase und der Kratzehals um die Wette: „Mach uns ein Dampfbad, wenn du noch ein Stündchen schlafen willst!“ und setzen höhnisch hinzu: „Du warst ja den ganzen Winter nicht krank!“

Dann ruft – und er versteckt es hinterhältig unter einem lieblichen Hornkonzert – der Wecker: „Mach mich schnell aus, bevor das Kind, das eine Stunde später Schule hat, aufwacht!“

Der Toaster und die Mikrowelle rufen: „Bing! Brötchen und Honigmilch auf den Tisch stellen, aber flott!“ (Die Kaffeemaschine ruft netterweise nicht, sondern überreicht mir meinen Kaffee mit einem „Bitteschön!“ in rotleuchtenden Buchstaben. Mehr höfliche Haushaltsgeräte, bitte!)

Drei Kinder rufen um die Wette: „Ich brauche / muss / will…! Der kleine Herr Maus ärgert mich! Ihr seid alle doof!“

Das Telefon ruft: „Drei neue Wilma-Nachrichten aus der Schule! Hol den Kalender, hopphopp!“

Hannelore ruft im Dreiklang: „Ich-bin-fer-tig! Ich-bin-fer-tig! Ich-bin-fer-tig! Ich-bin-fer-tig!“

Zahnbürste und Sonnencremetube rufen: „Karies! Hautkrebs!“

Dann ruft die Arbeit. (Sie ruft zu langen Nachmittagen im Park, und diesem Ruf folge ich ausnehmend gerne.)

Der grosse Herr Maus ruft: „Wann kommst du denn endlich nach Hause?!“

Die Radieschen, die Tomaten, die Blumen und das neugesäte Gras rufen: „Was bildest du dir eigentlich ein, uns bei 30 Grad den ganzen Tag dursten zu lassen?! Wasser her, aber schnell!“

Das Fräulein Maus ruft: „Wir müssen los! Kommst du endlich?!“

Der Herr Picasso ruft aus vollem Hals: „MACH DIE TÜR ZU!“ (Dabei sind alle Türen schon längst zu und der Herr Picasso hat nur ein ausgeprägtes Gespür für gutes Timing für spinnende Sensoren – nämlich immer genau dann, wenn der Ähämann auf Dienstreise ist und wir anderen alle krank sind und uns der Mai mit seinen zweihundert Feierlichkeiten sowieso keine Zeit für Werkstattbesuche lässt; andererseits aber auch zwei Wochen bevor wir den Fehler komfortabel in der 1600 km entfernten Werkstatt unseres Vertrauens beheben lassen können.)

Der Ähämann ruft: „Ich hab‘ Sehnsucht nach euch! Lass uns telefonieren!“

Der kleine Herr Maus ruft: „Die Zahnpasta ist alle!“

Das Fräulein Maus ruft: „Dürfen wir noch Logo angucken?!“ (Da ist es schon halb zehn.)

Der grosse Herr Maus ruft: „Aber leg‘ dich wenigstens noch kurz zu uns ins Bett!“

Dann rufen unausgepackte Einkaufsbeutel, unbeantwortete Mails, ungelegte Wäsche und ein unausgeräumter Geschirrspüler: „Du kannst uns nicht einfach so ignorieren! Tu was!“

Und dann… dann ruft ganz laut mein Bett.

***

(Noch drei Tage bis Ähämann-Rückkehr. Noch drei Wochen bis Sommerferien zwei Wochen bis Urlaubsbeginn.)


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kaksisataakahdeksankymmentäneljä, kaksisataakahdeksankymmentäviisi

Wir haben ja dieses Schuljahr ausgesprochenes Glück mit den Hobbyterminen unserer Kinder. Auch als die weltbeste Harfenlehrerin, die das bisher selbst nebenher mit unterrichtet hat, verkündete, das Fräulein Maus müsse nun aber wirklich endlich Theorieunterricht nehmen, riss unsere Glückssträhne nicht ab: das Fräulein Maus hat jetzt Harfenstunde und Theorieunterricht am gleichen Tag direkt hintereinander.

Nun lohnt es sich auch für anderthalb Stunden kaum, vom anderen Ende der Stadt zwischendurch nochmal heimzufahren, weswegen ich mir lieber etwas zu tun mitnehme und dort warte.

Aber am Dienstag vor unseren Herbstferien fuhr ich doch lieber schnell nochmal heim, weil der Ähämann Montagnachmittag nach Kuopio geflogen war – ja, derlei Dienstreisen macht man in Finnland mit dem Flugzeug – und erst Dienstagabend zurückkam, ich die Herren Maus nicht so lange sich selbst überlassen wollte und ja ausserdem noch Koffer Taschen gepackt werden mussten. Irgendwann während der Hin-und-her-Fahrerei kam mir eine 284 entgegen.

Am Dienstag nach den Herbstferien nutzte ich die Zeit, um ein paar Dinge zu erledigen – erst fuhr ich zu IKEA, um umweltfreundliche Handtücher für den Hort zu kaufen, und dann noch ins Einkaufszentrum, um dem Fräulein Maus für ihre in Tallinn neuerstandene Strickmütze eine Unterziehmütze zu besorgen, und dort parkte ich direkt neben einer 285.

Gestern aber, da blieb ich die anderthalb Stunden in der Musikschule und tütete Adventskalender ein.

Und deshalb habe ich auch noch keine 286 gesehen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267, 268-269, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 277, 278-279, 280-281, 282, 283]


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kaksisataakuusikymmentäkahdeksan, kaksisataakuusikymmentäyhdeksän

Dass ich in den drei Stunden Hin-und-her-Fahrerei heute Nachmittag nur die 268 und die 269 gesehen und nicht mindestens bis zur 275 gekommen bin, wundert mich eigentlich.

(Ferien…!)

((Noch zwei Tage.))

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264, 265, 266, 267]


2 Kommentare

kaksisataakuusikymmentäviisi

Ich bin ja immer wieder gleichermassen fasziniert – die Geschwindigkeit! – wie befremdet – dieser Irrsinn! – wenn ich so detailliert nachverfolgen kann, wie Dinge in 24 Stunden durch halb Europa transportiert werden.

Ich bin dann jetzt übrigens noch mehr zufrieden mit meinem neuen ein Jahr alten Handy als bisher schon – sowieso und überhaupt wegen des ethischen Konzepts und wegen so toller Sachen wie austauschbarem Akku und Platz für eine zweite SIM-Karte und auch weil ich es in meiner Lieblingsfarbe bestellen konnte, aber – und das ist ja wichtig bei Dingen, die man nicht einfach im Laden kaufen kann – auch wegen des, wie ich jetzt weiss, grossartigen Kundendienstes. Ich hatte die Anfrage noch nicht richtig abgeschickt, da bekam ich schon Antwort, und zwei Stunden später war Ersatz für meine heissgeliebte, aber leider schadhafte blaudurchsichtige Handyrückseite als Garantiefall auf dem Weg zu mir.

Und während ich gestern also von der Turnhalle zum Fussballplatz fuhr und hoffte, dass die SMS mit dem Code für den Paketautomaten rechtzeitig ankäme, damit ich auf dem Weg vom Fussballplatz zurück zur Turnhalle gleich dort vorbeifahren könne – vorher hatte ich übrigens an der Ampel hinter einer 541 gestanden, vor der eine 540 stand; so weit war ich aber leider noch nicht – kam mir eine 265 entgegen.

[1-3, 4, 5, 6, 7, 8, 9-10, 11, 12, 13, 14, 15, 16-17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32-35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59-61, 62, 63, 64, 65, 66, 67-68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106, 107-108, 109, 110, 111, 112-113, 114, 115, 116-117, 118, 119, 120, 121, 122-123, 124-130, 131, 132, 133, 134, 135, 136, 137, 138, 139-140, 141, 142, 143, 144, 145, 146-147, 148-149, 150, 151, 152, 153-155, 156, 157, 158, 159-160, 161, 162, 163-164, 165, 166-167, 168, 169, 170, 171, 172, 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179, 180, 181, 182, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197-198, 199, 200, 201, 202, 203, 204, 205-206, 207-208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 215-216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224-225, 226, 227, 228, 229-230, 231, 232, 233, 234, 235, 236, 237, 238, 239, 240, 241, 242, 243, 244, 245,246, 247, 248, 249-250, 251, 252, 253, 254, 255, 256, 257, 258, 259, 260, 261, 262, 263, 264]