Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Das Fräulein Maus hat für die letzten drei Ferienwochen gemeinsam mit der deutschen Freundin eine Pflegekatze.

Das Fräulein Maus radelt also fast jeden Tag in den Nachbarort und trifft sich dort mit der deutschen Freundin, um – eigentlich war der Plan, dass sie sich abwechselnd kümmern, aber schliesslich sind sie ja Freundinnen! – gemeinsam der Pflegekatze Gesellschaft zu leisten.

Nur wenn es wie aus Kübeln schüttet, fahre ich sie mit dem Auto hin. Und da kam mir dann auch gleich mal eine 276 entgegen.

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Einschub: Zu Hause ist es auch schön

Vor allem, wenn dann doch noch so etwas wie der Sommer ausgebrochen ist.

Am Mittwoch fuhren wir auf dringenden Wunsch der Kinder in den Vergnügungspark.

(Und wer 5500 km geduldig im Auto gesessen hat, der hat sogar einen sehr grossen Wunsch frei! Und sitzt die zweimal 140 km natürlich auf der linken Pobacke ab.)

Das Foto ist dabei übrigens eher symbolisch zu sehen – denn die beiden Herren Maus, die ja inzwischen beide die 120-cm-Marke geknackt haben, das Fräulein Maus, das mit Augen- und Hühneraugenzudrücken den „Darf 140-cm-Geräte fahren“ – Stempel bekam, sowie natürlich der Ähämann fuhren hauptsächlich ganz andere Foltergeräte.

Ansonsten verbrachten wir viel Zeit an Stränden.

Unsere Strandbesuche werden übrigens auch immer finnischer: nicht nur, dass wir in diesem eher kühlen Sommer hauptsächlich Strände mit geöffneter Sauna aufsuchen, gestern, als wir mit den beiden Leihkindern unterwegs waren, bereiteten wir uns auch gleich das Mittagessen am Strand zu.

(Noch zwei Wochen Sommerferien. Ein Glück!)


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Sie geben einem so viel zurück

„Danke, liebe Eltern, dass ihr euren Kindern dieses Hobby ermöglicht!“, sagte der Dirigent gestern beim Abschlusskonzert des Musiklagers. „Ein Hobby, das so viel Freude bereitet – nicht nur den Kindern, sondern auch euch selbst.“

So wahr!

Ich habe schon lange nicht mehr – also eigentlich, seit wir Kinder haben – so viel schöne Musik gehört wie im letzten Jahr.

Und ich war sehr fasziniert, wie nach nur einer Woche gemeinsamen Übens alle vier Orchester der Musiklagerteilnehmer so fantastisch spielen konnten!

Sogar die Herren Maus hielten ohne zu zappeln die zwei Stunden durch und lauschten fasziniert. Und das Fräulein Maus ist jetzt zehn Zentimeter grösser.


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kaksisataaseitsemänkymmentäyksi

Erkenntnis der Woche: tägliches Pendeln mit dem Auto ist genauso furchtbar, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Das Musiklager des Fräulein Maus fand in der Schule statt, in die die Freundin, die nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt, geht. In den Wochen, in denen sie hier wohnt, fährt ihre Mutter sie in die Schule und holt sie nachmittags von dort ab. Ich hielt das bisher für eine ganz annehmbare Lösung; weit ist es nicht – vielleicht 10 km – ein Drittel davon leere Autobahn oder wahlweise Landstrasse, über die man mit 60 km/h gemütlich dahinrollen kann. Kein Stau, keine Raser, keine Sonntagsfahrer, nicht übermässig viele Ampeln. Und dennoch – mir hing nach drei Tagen das Gefahre so dermassen zum Hals raus!

Nebenher fuhren wir auch noch täglich zwecks Urlaubsvorbereitungen in verschiedene Supermärkte und Einkaufszentren, ausserdem ein zweites Mal aufs Erdbeerfeld – weil von den sieben Kilo „Rumba“ fünf im Gefrierschrank gelandet waren und die restlichen zwei noch am gleichen Abend aufgefressen wurden – wo wir diesmal eine Eimerchen „Sonata“ pflücken durften, und als ob das alles noch nicht gereicht hätte, fuhren wir auch noch mehrmals Wäsche zum Fremdwaschen bei der alleinerziehenden Freundin, weil uns Hannelore – hier passenden Fluch einsetzen – eine Woche vorm Urlaub und einen Monat nach Ablauf der Garantiefrist mit einem Motorschaden beglückt hat.

Eigentlich komisch, dass es bei dem vielen Gefahre bis gestern Nachmittag gedauert hat, bis ich eine 271 gesehen habe.

Am allerschönsten aber in dieser Woche: am Donnerstag gab es ein kleines Abendkonzert der Musiklagerteilnehmer an verschiedenen Orten auf der nahgelegenen geschichtsträchtigen Halbinsel – die Streicher fingen in der kleinen Kirche an, dann konnte man weiterlaufen zu einem alten Gutshaus, in dem die Harfenistinnen auftraten, und dann spielten noch, ganz und gar wunderbar im Spätabendsonnenschein, in den Ruinen einer alten Burg die Bläser.

„Schade, dass das Musiklager schon wieder vorbei ist!“, seufzte das Fräulein Maus vorhin, als ich sie zur Generalprobe des Abschlusskonzerts kutschierte. Begeistert erzählte sie jeden Tag von ihrer Dreiviertelstunde Einzelunterricht, vom Gruppenunterricht mit den anderen Harfenistinnen, von den Proben mit dem gesamten Orchester und von ihren vielen neuen Freundinnen. Es muss wirklich sehr schön gewesen sein.

Und jetzt ein allerletztes Mal die 10 km in den Nachbarort.

(Gerne nächstes Jahr wieder.)

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kaksisataaseitsemänkymmentä

„Heute wollen wir aber mal nirgends hingehen!“, verkündete das Fräulein Maus am am Frühstückstisch. „Heute wollen wir mal hier bleiben und mit unseren Freunden spielen!“

Eine halbe Stunde später rief sie von der Terrassentür: „Mama? Wenn wir heute Nachmittag an den Strand fahren, kann dann die Freundin, die nur jede zweite Woche im Nachbarhaus wohnt, mitkommen?“

Heute Nachmittag fuhr ich also mit vier Kindern an den Strand. ♥

(Gut, dass wir den Strand ganz für uns alleine hatten. Alles unser säuberlich verteiltes Gelumpe auf dem Foto…)

Hinzu über die Landstrasse, denn es musste zwecks Proviantbeschaffung noch ein Zwischenstopp am Backstand vom LIDL gemacht werden, rückzu den kürzesten Weg über die zwei Kilometer Autobahn, wo uns gleich nach dem Auffahren ein Pakettiauto mit der 270 überholte.

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Glück ist…

… finnische Sommerabende.

Abendlicht, das von Minute zu Minute weicher und schöner wird. Stille bis auf das Tuckern eines Motorbootes irgendwo weit weg und das Kreischen der Möwen, die über unsere Köpfe hinwegsegeln. Eine Sauna, die zweimal die Woche von 17 bis 21 Uhr angeheizt ist und einfach so von jedermann benutzt werden darf. Grünes Wasser voller Diamanten, das noch so kalt ist, das es einem kurz den Atem nimmt, wenn man losschwimmt.


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Pfadfinder müsste man sein…!

Ich fahre ja gern an Sommerabenden über kleine Strassen.

Deshalb habe ich auch gleich „Hier!“ gerufen, als nach Eltern gesucht wurde, die bereit waren, ihren eigenen und ein paar andere kleine Pfadfinder zum – so ist das hier – 70 km entfernten Ausgangspunkt ihrer Radtour zu kutschieren.

(Ursprünglich sollte ja ein Bus gemietet werden. Als sich dann aber von knapp 60 Wölflingen, die hätten mitfahren können, gerade mal 12 anmeldeten, wurde auf die Variante Elterntaxi plus Pakettiauto für die Fahrräder umgeschwenkt. Und ich versteh’s echt nicht. Also das geringe Interesse. So eine tolle Tour von Insel zu Insel! Mit Burgruinenbesichtigung und Badestrandbesuch und Seefahrtsmuseumangucken! Mit Gepäcktransport und allem Drum und Dran! Das lässt man sich als echter Pfadfinder doch nicht entgehen?!)

Als ich Freitagabend am nordwestlichsten Zipfel, den man über Brücken und eine gelbe* Autofähre erreichen kann, dem grossen Herrn Maus und den anderen Pfadfindern hinterherwinkte, als ihre Fähre im Abendsonnenschein über das türkisgrüne Meer davonschaukelte, da wäre ich schon lieber mitgefahren als mit dem Auto zurück nach Turku. Und habe mich so für den grossen Herrn Maus gefreut!

Gestern Abend – drei Tage, vier Fährüberfahrten und 70 Fahrradkilometer später – kam dann auch ein sehr fröhliches und braungebranntes Grüppchen am Turkuer Hafen aus dem Bauch der grossen Schwedenfähre geradelt.

Pfadfinder müsste man sein! Echt jetzt!


* Gelb sind die Autofähren, die ein Stück Strasse ersetzen und deshalb kostenlos sind.


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Gartenbesitzer, fleissige und faule

Am Anfang unserer Strasse wohnt ein Klassenkamerad des grossen Herrn Maus. Sein Haus haben die Mäusekinder und ich damals, als wir noch täglich mit dem Bus in den vorherigen Kindergarten fahren mussten, von Tag zu Tag wachsen sehen. Die zwei Maurer, die daran arbeiteten, winkten uns jedes Mal, wenn wir vorbeikamen, und oft blieben wir stehen und schauten ihnen zu.

Als das Haus fertig war, pflückten wir auf der Wiese davor armeweise Huflattich. Einen Monat später war sie gelb von Löwenzahn. Im Sommer wuchs das Gras dort höher als die Kinder.

Dann liess die Familie dort einen Garten anlegen: immergrüne Gewächse, eine grosse Betonmauer, viel Schotter, viel Rindenmulch. Fast jedes Mal, wenn ich jetzt das Fräulein Maus zum Training fahre, sehe ich die Mutter des Klassenkameraden dort Unkraut zupfen. Oder mit der Löwenzahnzange den grossen Blattrosetten, die sich beharrlich auch auf Schotter und Rindenmulch ausbreiten, zu Leibe rücken. Wenn ich das Fräulein Maus zweieinhalb Stunden später wieder abhole, ist sie immer noch mit der Ausrottung der widerspenstigen Gewächse beschäftigt.

Also wir wären für so einen Garten ja allesamt zu faul.

(Und all die Hummeln, Bienen, Blaumeisen, Rotkehlchen, Spatzen, Mäuse und Eichhörnchen kommen auch lieber zu uns.)


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#projektliniennetzplan

Neue Sommerferien, neues Glück.

Wir haben dann heute gleich mal mit der Linie 180 weitergemacht.
(Obwohl die Linie 12 drangewesen wäre.)

Das Besuchskind war dieses Jahr auch sehr glücklich über die Wahl des Ausflugsziels. Jede Menge Steine! Jede Menge Wasser!

Linie 180 ist super. Die bewegt sich nämlich nur auf dem Wasser fort. Von der letzten Brücke über den Aurajoki am Hafen vorbei auf die Hausinsel. Und zurück.