Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


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Willkommen, 2020!

Wir haben reingefeiert, mit Luftschlangen und Wunderkerzen und einem Fahrradausflug in den Nachbarstadtteil zum vielleicht schönsten Feuerwerk Turkus und mit Bowle und Sauna und den „Zwölf Monaten“.

Das neue Jahr begann vor der Haustür, wo sich immer ganz viele Nachbarn versammeln, jeder sein Feuerwerk mitbringt und die Kinder reihum anzünden dürfen, und leider auch mit einer Trauerbotschaft: der Nachbarshund, mit dem das Fräulein Maus so gern spazierenging, der immer danebensass, wenn die Nachbarskinderschar gemeinsam Trampolin sprang, der das Bullerbü hier immer komplettiert hat, der grosse Hund, der nie auch nur einer Fliege etwas zuleide tun konnte und manchmal sogar vor einem Schmetterling Angst hatte, hat den Silvesterabend nicht überlebt. Er war schon alt, aber trotzdem: diese blöde Böllerei!

Erst als das neue Jahr auch fast schon in Deutschland angekommen war, gingen wir wieder rein. Und schliefen dann sehr lange und guckten Neujahrskonzert im Schlafanzug.


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Willkommen, 2019!

Wir haben reingefeiert, trotz Schneeregen.

Die Diskussion, ob private Feuerwerke ganz verboten werden sollten, hat sich für uns eigentlich schon seit Jahren erübrigt. Einfach deshalb, weil es hier tatsächlich öffentliche Feuerwerke gibt: die Stadt Turku veranstaltet immer eins um Mitternacht und eins schon um 18 Uhr extra für Kinder.

Und dann gibt’s noch eins, das der lokale Stromanbieter um 20 Uhr im Nachbarstadtteil veranstaltet. Dahin gehen wir, seit die Kinder dem Kinderfeuerwerksalter entwachsen, aber noch zu klein sind, um mit uns um Mitternacht auf irgendeinen Hügel in der Nähe des Stadtzentrums zu wandern. Dieses Jahr hatte ich die Hoffnung, zum ersten Mal mit Skiern statt Fahrrädern hinfahren zu können, aber… diesmal war leider das Auto das einzige vernünftige Fortbewegungsmittel.

Immerhin sind uns die Wunderkerzen um Mitternacht nicht abgesoffen!


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Es muss nicht immer Lappland sein

Eigentlich wollten wir in den Weihnachtsferien einfach nur zu Hause bleiben und faulenzen. Aber als wir hörten, dass in Mittelfinnland richtig viel Schnee liegt, während bei uns der Regen ans Fenster prasselte, da fassten wir einen schnellen Entschluss.

Am Freitag buchten wir ein Mökki, am Sonnabend packten wir Koffer und Kisten, am Sonntag beluden wir das Auto mit Skiern, Schlitten und unserem blauen Tretschlitten und fuhren nach Mittelfinnland. Silvester feierten wir, wie ich es zuletzt vor 18 Jahren getan habe, an einem tief verschneiten mittelfinnischen See.

Die Kinder schaufelten als erstes Pfade rund ums Haus. Unsere Silvesterbowle tranken wir vorm Kamin. Dampfend stellten wir uns nach der Sauna in die mondlichtbeschienene Stille, fröstelnd huschten wir zurück an den zischenden Saunaofen, und die Zeit verging so schnell wie sonst nie am Silvesterabend. Der grosse Herr Maus legte unermüdlich Feuerholz im Kamin und im Saunaofen nach, das Fräulein Maus schnitt Gemüse klein und bereitete Dippi nach einem Rezept aus ihrem ehemaligen Wahlfach zu, nur der kleine Herr Maus verschwand halb elf mit den Worten „Ich leg‘ mich nur mal kurz hin und ruh‘ mich ein bisschen aus“ ins Schlafzimmer, aus dem fünf Minuten später gleichmässiges Schnarchen zu hören war. Unter Mühen, aber seiner Dankbarkeit sicher, weckten wir ihn rechtzeitig wieder auf, um im Schnee auf das neue Jahr anzustossen und unser ganz eigenes, kleines Feuerwerk über dem dunklen See zu bewundern.

Drei Tage lang gingen wir skifahren, schlittenfahren und jeden Abend in die Sauna. Abendbrot bereiteten wir am liebsten draussen an der verschneiten Feuerstelle zu. Wir besuchten die finnischen Paten des Fräulein Maus, wir trafen meine liebste Freundin und das Fräulein Maus schlief eine Nacht bei ihrer liebsten Freundin, und sie zeigten uns ihre liebste Skiloipe und den besten Rodelhang.

Über Silvester nach Mittelfinnland zu fahren war die beste letzte Entscheidung des Jahres 2017.


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Jähes Ende

Als wir uns am Neujahrsmorgen gegen 0:40 Uhr von den letzten Nachbarn, die noch so lange vor dem Haus ausgeharrt und mit ihren und unseren Kindern auch noch die allerletzten Vorräte an Knallfröschen und Feuerrädern gezündet hatten, verabschiedeten, sagte der eine grinsend zu unseren Kindern: „Gute Nacht! Und morgen geht’s wieder in die Schule!“

Solche Art Scherze sind nicht ihr Humor. Sie diskutierten lange erbost darüber, ob man „morgen“ sagen dürfe, wenn man doch noch zweimal schliefe.

Als heute früh um 6:35 Uhr der Wecker klingelte, war mir jedoch auch das Lachen vergangen.

(Nächstes Jahr wieder Weihnachtsferien bis zum 7. Januar. Gott seis getrommelt und gepfiffen!)


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Silvesterritual, neu

Als ich in der ersten oder zweiten Klasse war, da machten meine Eltern mit mir zu Silvester etwas sehr Spannendes: wir fuhren kurz vor Mitternacht mit den Fahrrädern auf eine nahegelegene Anhöhe, um uns das Feuerwerk über Chemnitz, das sehr schön in einem Talkessel liegt, anzusehen.

Viele Traditionen und Rituale aus meiner Kindheit habe ich für meine Kinder übernommen. Aber dass es in Finnland nichts werden würde mit Radfahren zu Silvester, das war mir selbstverständlich klar.

Tjanun. Dieses Jahr fuhren wir schon zum zweiten Mal mit Fahrrädern zum Feuerwerk in den Nachbarstadtteil.

Denn das letzte bisschen Eis hatten die 6 Grad plus am Silvestertag dann auch noch verschwinden lassen, so dass auch die zwei Familienmitglieder ohne Spikereifen gefahrlos durch den Wald radeln konnten.

Frohes neues Jahr!


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Silvester 2015

Statt uns über den fehlenden Schnee zu ärgern, haben wir das Beste draus gemacht und sind dieses Jahr mit den Fahrrädern durch den Wald zum schönsten Feuerwerk Turkus in den Nachbarstadtteil gefahren. Das findet immer schon um 20 Uhr statt, da ist noch keiner zu müde. (Und es ist schöner als das Kinderfeuerwerk um 18 Uhr.)

Hinterher hielten trotzdem alle bis Mitternacht durch.

Heute früh mittag wachten wir alle gerade rechtzeitig fürs Neujahrskonzert auf.