Suomalainen Päiväkirja

Live aus Turku


Hinterlasse einen Kommentar

Neue Wege

Vorgestern froren wir bei 7°C im beissenden Ostwind.

Gestern konnten wir die Wandersaison eröffnen. Und zwar im T-Shirt.

Wir liefen einmal zu zwei Dritteln um den See, auf dem wir sonst schlittschuhlaufen.

Das letzte Drittel müsste man an einer Strasse entlang auf einem asphaltierten Rad- und Fussweg laufen, und das hat uns tatsächlich bisher von dieser Wanderung abgehalten. Aber seit unsere Stadtbuslinie nicht mehr bei uns endet, sondern am See entlang noch bis in den Nachbarort weiterfährt, tun sich da ja ganz neue Möglichkeiten auf.

Wir fuhren vier Haltestellen Stadtbus, stiegen am See aus, wanderten fünf Kilometer, machten dabei sehr viele Pausen, stiegen an einer anderen Haltestelle am See wieder ein, fuhren zehn Haltestellen Stadtbus zurück und waren drei Stunden später wieder zu Hause.

Das ist nämlich auch mal schön, wenn man nicht erst vor und nach dem Wandern eine reichliche Stunde im Auto hocken muss!


Hinterlasse einen Kommentar

Schlafen können wir im Winter.

Hier ist es im Frühling und Sommer ja oft so, dass die Sonne, wenn es tagsüber grau und trüb war, abends noch rauskommt. Macht ja nichts, reicht ja noch für etliche Stunden Sonnenschein…

Nur sind wir deswegen im Frühling und im Sommer leider auch sehr lasch mit Zubettgehroutinen.

Als der Ähämann gestern abend kurz vor sechs zu einer Vier-Fliegen-mit-einer-Klappe-Runde aufbrach – den grossen Herrn Maus zu den Pfadfindern bringen, das Fräulein Maus vom Training abholen, mit beiden Kindern auf deren dringenden Wunsch in der Stadtteilbibliothek neue Bücher ausleihen sowie dort auch gleich noch wählen – und der kleine Herr Maus und ich allein zurückblieben, da bereiteten wir nicht etwa das Abendbrot vor, sondern schwangen uns auf die Fahrräder und fuhren in der Abendsonne zum nahegelegenen See.

Ein Entenpärchen zog im spiegelblanken Wasser gemächlich seine Kreise. Weit draussen war der See weiss von Möwen, die ununterbrochen durcheinanderschnatterten. „Was reden die denn die ganze Zeit?!“, fragte der kleine Herr Maus. Kaum vorstellbar, dass wir dort vor Kurzem noch schlittschuhlaufen waren. Wir sahen die letzten Eisreste auf dem See und die allerletzten Schneereste im Wald. Und den ersten Huflattich.

Und eben. Schlafen können wir im Winter.


Hinterlasse einen Kommentar

Letzte Gelegenheit

Obwohl die Papaoma natürlich keine Schlittschuhe hat und das Fräulein Maus gleich verkündete, nach zweieinhalb Stunden Training würde sie aber nicht noch grössere Touren auf Schlittschuhen machen, beschlossen wir, am Sonntagnachmittag nochmal auf den zugefrorenen See zu gehen. So ein bisschen in Ufernähre spazierengehen und herumrutschen jedenfalls. Bevor der ganze See wieder auftaut.

Natürlich hätte ich mir gleich denken können, dass zumindest die Herren Maus und ich der hübsch angelegten, fünfeinhalb Kilometer langen Eisbahn nicht lange widerstehen können würden.

Das Eis war durchaus schon mal besser. Es war ziemlich stumpf und voller hinterhältiger Spalten und Risse wegen der anhaltenden Temperaturschwankungen. Aber hey, wir waren nochmal auf dem See!!!

(Heute 6 Grad. Plus!)


4 Kommentare

-15°C, Sonne, Feiertag

Auf der Forschungsstation, auf der ich meinen allerersten finnischen Winter verbrachte, hatte man mir glaubhaft versichert, 3 cm würden reichen, einen Menschen zu tragen. Nie im Leben würde ich auf nur 3 cm dickes Eis gehen… aber der See war heute schon mindestens 10 cm dick gefroren. (Das war sehr schön zu sehen, weil das Eis noch ganz klar und durchsichtig ist.) Und das nach gerade mal zwei richtig kalten Tagen!

So schön, wenn noch kein Schnee gefallen ist – das, was auf dem Eis liegt, ist gefrorene Luftfeuchtigkeit, die jeden Abend wie Sterntaler vom wolkenlosen Himmel segelt – und man fahren kann, wohin man will!

(Denn wenn erst einmal Schnee liegt, muss man warten, bis das Eis einen Traktor trägt, der eine Bahn freischieben kann. Und das dauert dann erfahrungsgemässs doch ein Weilchen.)


2 Kommentare

Über Wasser gehen

Als ich neulich mit den Jungs in Teijo zelten war, entdeckten wir, dass es dort schon wieder einen neuen Rundweg – mit knapp 9 km in für uns machbarer Länge – gibt. (Es wird, es wird!)

Das Beste daran: er führt laut Karte mit zwei Seilfähren auf eine Insel und von da auf die andere Seite des Sees!

Da mussten wir hin! Sobald es der Zeitplan und das Wetter halbwegs erlaubten.

Also gestern.

Anders als die Kurbelfähre, die eine Zeit lang bei uns über den Fluss führte und wegen ihres komplizierten Mechanismus‘ ständig kaputt war, hängt die Wanderfähre einfach nur an einem durchgehenden Seil. Und funktioniert tadellos. (Im Frühling und im Spätherbst sollte man sich vielleicht wasserdichte Handschuhe mitnehmen, damit einem nicht die nassen Hände abgefroren sind, bevor man auf der anderen Seite ist.)

Grosser Spass.

Auch der Rest des Weges.


3 Kommentare

Kindercamp

Weil wir ja in nächster Zeit noch nicht… ähem… genug Zug fahren werden, sind wir direkt vorher noch 700 km mit der finnischen Bahn durch die Gegend gegondelt, um den Kindern das „Ferienlager“ mit den finnischen „Cousins“ zu ermöglichen, auf das sie schon seit einem Jahr hingefiebert hatten.

Generalprobe unter vereinfachten Bedingungen, sozusagen. Und obwohl die Wettervorhersage so ausgesehen hatte, mussten wir gar nicht drei Tage lang am Kamin und in der Sauna sitzen.


Hinterlasse einen Kommentar

Strandtest

(17) Littoinen, Kuoviluoto

Um es gleich vorwegzunehmen: es gibt keinen Anlass zu Neid. Es waren allerhöchsten 20 Grad und sturmartiger Wind. Mich hätten keine zehn Pferde in den See gebracht (in den schon gar nicht, aber dazu später), aber die Mäusekinder, die waren ja dieses Jahr erst zwei Mal am Strand – und müssen daher jede Gelegenheit nutzen – und scheinen auch abgehärtet zu sein von den „kalten Güssen“, die sie sich täglich in der Badewanne gegenseitig verabreichen.

Eigentlich waren wir nur mit Freunden zum Grillen verabredet, auf einer idyllischen Landzunge am Littoistenjärvi, sozusagen gegenüber von diesem Strand. aber weil man dort eben auch ins Wasser gehen kann, hatten wir für die Mäusekinder wenigstens eine Badehose pro Person und ein gemeinsames Handtuch als Notausrüstung dabei.

Auf der idyllischen Landzunge hatte leider gerade ein Massaker an mehreren Möwen stattgefunden, der – für finnische Verhältnisse recht flache – See hatte sich schon wieder in eine braune, schäumende Brühe verwandelt, und übermässig einladend fand ich den Strand an sich auch nicht.

Der Littoistenjärvi und ich, wir werden wohl keine Freunde werden.

Aber das Grillen war schön.

[Strandtest (1), (2), (3), (4), (5), (6), (7), (8), (9), (10), (11), (12), (13), (14), (15), (16)]


Hinterlasse einen Kommentar

Strandtest

(9) Littoistenjärvi

Kein Meeres-, sondern ein Seestrand.

Der See ist sehr schön, aber den Strand mag ich nicht. (Vor mehreren Jahren war ich das erste Mal da und hatte die gleichen Eindrücke wie heute.) Der aufgeschüttete Sand ist uralt und steinhart. An der Wasserkante liegen immer irgendwelche angeschwemmten Algen rum. Heute hätten wir uns sogar fast neben mehreren grossen Haufen Hundekacke (!) niedergelassen.

Nee. Das nächste Mal dann doch lieber wieder ans Meer!